1. FC Köln 1. FC Köln
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Steffen Baumgart
Geburtsdatum 05.01.1972
Alter 54
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein Vereinslos

Steffen Baumgart [Trainer]

11.05.2021 - 11:22 Uhr
Steffen Baumgart [Trainer] |#2311
21.12.2023 - 11:05 Uhr
Als Unioner mit viel Baumgart-Liebe (ewige Vereins-Legende) bin ich auch kurz zu euch ins Forum gekommen – da habe ich einige Urs Fischer-Kommentare und -Fragen gesehen, vielleicht kann ich da etwas mehr Licht geben, ob er wirklich der richtige für euch wäre?

Urs Fischer fing bei uns damals nach einer Seuchen-Saison in der 2. Bundesliga an, hat in der ersten Saison vor allem seine destruktive Handschrift aufgelegt, die er in den nächsten Jahren perfektionieren sollte: Große Innenverteidiger, die (im besten Fall) auch am Spielaufbau beteiligt sind und Kopfballstärke ausstrahlen. In der ersten 2. Liga-Saison war hierbei aber noch keine andere Handschrift zu erkennen, wir hatten auch ein relativ hohes Budget, sodass vieles auch über die Individualität ging.

Erst mit dem Aufstieg hat sich gezeigt, welchen Fußball Urs Fischer spielen will: Defensiv kompakter Verteidigungsmechanismus, der dem Gegner gern den Spielaufbau überlässt und schnelle Umschaltmomente sucht: Meist über Standards oder den langen Hafer. Einen richtigen Spielaufbau über die Zentrale gab es eigentlich selten, wenn dann wurde Anfangs noch alles auf die Außen gelenkt (Außenverteidiger + Flügelstürmer). Mit steigendem Budget konnte man diese Fixpositionen auch mit immer mehr Qualität aufbauen, sodass dieser Matchplan dann irgendwann soweit perfektioniert wurde, dass es auch die Flügelstürmer nicht mehr brauchte, sondern die Außenverteidiger immer mehr in die Offensive gehen sollten, sodass man noch mehr defensive Absicherung hat.

Der Fußball wurde sehr oft Anti-Fußball betitelt und laut xG/xP waren wir sogar nie ein Spitzenteam, sondern haben immer nur das Optimale aus dem Team herausgeholt und sehr viel Spielglück gehabt. Wie es aussieht, wenn dieses Glück mal ausbleibt, sieht man bei uns in dieser Saison: Urs Fischer konnte seinen Matchplan nochmal mit mehr Qualität entwickeln und das Team ist bodenlos abgestürzt. Leider hatte Urs Fischer trotz dieser Qualität im Kader keine Lösung gefunden, um das Team taktisch neu aufzustellen oder mental aufzurütteln.

In seiner gesamten Zeit bei Union hat er es auch nicht geschafft, einen Union-Nachwuchskicker in der Profi-Mannschaft zu etablieren. Etwaige Talente, wie Maloney (Heidenheim), haben ihren Weg woanders gesucht und konnten sich dann da auch etablieren. Die fehlende Nachwuchsarbeit wurde immer wieder vorgeworfen, der Erfolg (und das vorhandene Budget) gaben ihm aber Recht und andere Möglichkeiten. Urs Fischer hat bei Union schon Wunderdinge vollbracht, er wird hier ewig als Legende eingehen und als der Trainer, der den Underdog von der 2. Liga in die Champions League geführt hat.

Urs Fischer sehe ich dabei aber keineswegs als Feuerwehrmann an. Er hat auch bei uns Zeit (und Budget) benötigt, um seinen Spielstil über Jahre (!) aufzubauen. In der zweiten Liga war das vermutlich zu Saisonbeginn noch etwas entspannter, als wenn man in der Rückrunde zu einem Abstiegskandidaten in der Bundesliga mit begrenzten Mitteln direkt abliefern muss. So sehr ich ihn verehre, traue ich ihm das nicht auf Anhieb zu.
Zudem soll er bei uns ein fürstliches Gehalt bezogen haben, ich weiß nicht, ob ihr Gehälter jenseits der 2-3 Mio €+ für einen Trainer zur Zeit aufwenden könnt, bei dem ihr nicht wisst, ob er euch innerhalb von 6 Monaten wirklich zum Klassenerhalt entwickeln kann, wenn ihm kaum Mitteln zur Verfügung gestellt werden. Im Gegensatz zu Baumgart ist er auch kein Mitreißer, er ist ein äußerst besonnener, ruhiger Mensch, der seine Worte mit Bedacht wählt und selten aus der Haut fährt. Vielleicht ist dies für den Abstiegskampf auch etwas zu ruhig, da braucht es auch mal die Wachrüttler.

Ich könnte mir Urs gegenwärtig nicht bei euch vorstellen, der wartet nach der Champions League sicherlich auf ein neues Team zur neuen Saison mit entsprechenden Ambitionen/Budget beziehungsweise direkt auf den Cheftrainer-Posten in der Schweiz. Solltet ihr die Klasse halten und sich das mit dem CAS-Urteil hoffentlich in Luft auflösen, könnte ich ihn mir für euch dann schon vorstellen zur neuen Saison.

Ich drücke euch ganz doll die Daumen und hoffe, dass ihr nach der Winterpause wieder zu den Punkten findet! Alles Gute und frohe Weihnachtstage euch.
Steffen Baumgart [Trainer] |#2312
21.12.2023 - 11:06 Uhr
Zitat von ralf81
Zitat von steklo2

Zitat von DonMarvel

Sich jetzt aus der Verantwortung zu ziehen, würde das schwache Bild, welches Baumgart zuletzt abgab, dann auch komplettieren.


Ach komm. Geht er nicht selbst, heißt es, er wolle nur eine Abfindung einstreichen. Finde es eher positiv, wenn man selbst Konsequenzen zieht.

(...)


So sehe ich das auch. Einen Rücktritt als Schwäche auszulegen, das finde ich schwach.
Im Gegenteil, er selbst sieht vielleicht, dass es Veränderungen braucht, die er nicht mehr liefern kann. Für mich wäre das eher so etwas wie ein starkes Ende - nicht sportlich natürlich, aber menschlich.


Ein Rücktritt wäre in erster Linie ein klarer Beweis für die Schwäche der Vereinsführung. Erinnert mich irgendwie an den Abstieg wo man schmadtke entlassen hatte und stöger dann irgendwann die Reißleine zig und beim BvB anheuerte. Damals ließ sich das mit der Vakanz mit der sportlichen Führung ja noch erklären. Dieses Mal sind wir aber zumindest nominell handlungsfähig. Aber irgendwie scheinen unsere GFs ganz froh zu sein, dass nicht sie selbst im Feuer stehen.

Am langen Ende sind wir halt in allen Belangen extrem schlecht aufgestellt und es war Baumgart der dass 2 Jahre ausgleichen/ kaschieren könnte. Dass das nicht ewig funktioniert ist wenig verwunderlich
Steffen Baumgart [Trainer] |#2313
21.12.2023 - 11:13 Uhr
Schade das die Zeiten vorbei sind in denen sich in solchen Situationen die Verantwortlichen in der Geschäftsstelle versammelten und der Express Fotos vom Betreten und Verlassen der Versammlung und von umhertigernden Leuten hinter dem Lamellenvorhang präsentierte.

Hatte zwar keinen Mehrwert, aber da war Krise wenigstens noch unterhaltsam. Zwinkernd
Steffen Baumgart [Trainer] |#2314
21.12.2023 - 11:39 Uhr
Bei manchen fällt mir auf, dass es nicht die Inhalte der Aussagen sind, sondern die stete Einseitigkeit und Eindimensionalität der Aussagen, die so penetrant störend ist. Bei jedem neuen Trainer und jedem neuen Manager fällt mir auf, dass man beim Lesen der alten Threads im alten Verein eigentlich alles über diese Person herausfinden kann. Alles, was dort über die Vergangenheit geschrieben wird, ist wahr. Alles, was hier über das Jetzt geschrieben wird, ist wahr

- Baumgart ist ein guter Trainer.
- Baumgart ist in gewissen Haltungen stur, in manchen auch konservativ bzw. aus der Zeit gefallen. Das kann als Stärke und Schwäche gedeutet werden (siehe Meinungen über freiwilligen Rücktritt).
- Eine Schwäche von Baumgart ist auf jeden Fall, dass er ungerne mit nicht-deutschsprachigen Spielern arbeitet.
- Baumgart ist kein Typ intellektueller Trainer, sondern (wenn man das so gegenüber stellen darf) eher der Typ harter und ehrlicher Arbeiter.
- Baumgart weiß es sehr genau, eine Mannschaft zu führen und dazu gehört eine hohe emotional-soziale Kompetenz.
- Außerdem ist entgegen seines Images seine Vorstellung von Fußball viel strukturierter, ballbesitzorientierter und auch komplexer, als es oft wirkt.
- Baumgart kommt also keineswegs nur über Emotionen bei den Spielern an und ist nicht nur wegen seiner Motivationsfähigkeiten erfolgreich.
- Keller spart am Kader.
- Der Kader hätte im Sommer mehr Verstärkungen gebraucht.
- Der Kader ist prinzipiell stark genug für mehr als 10 Punkte und 10 Tore und für den Klassenerhalt.
- Die Offensive kreiert auch im Rahmen der personellen Möglichkeiten viel zu wenige Chancen. Das geht auf Baumgarts Kappe.
- Die Defensive ist unter Baumgart trotz hohem Pressings und Risiko ziemlich stark, da man die Gefahr vom eigenen Tor fernhält und auch genug eigenen Ballbesitz hat, um die Gefahr von Gegentoren zu minimieren.

Die Gewichtung und Deutung jeder Aussage variiert nur und der Erfolg hängt dann damit zusammen, wie die Stärken und Schwächen zum Verein und dessen aktueller Situation passen:

Deswegen stört es mich, dass Valen jetzt schon versucht, unsere Geschichte mit Baumgart so einseitig zu erzählen. Baumgarts Schwächen- und Stärken-Profil hat sehr gut zu unserer Situation und unseren Verein in den letzten Jahren gepasst. MrRipley hat aufgelistet, inwiefern die mitunter widrigen Rahmenbedingungen sich diese Saison verändert haben.
Auch hier im Forum kriegt also jeder zukünftiger Arbeitgeber von Baumgart und alle Fans des zukünftigen Vereins eine ehrliche und treffende Profilbeschreibung vom Menschen und Trainer Baumgart.

Sind wir dieser zukünftige Arbeitgeber und diese Fans? Da ist die Frage jetzt, ob a) Baumgarts Profil noch passt, um in der aktuellen Situation die besten Chancen auf den Klassenerhalt zu haben b) Baumgart das richtige Profil hat, um unsere Entwicklung längerfristig fortzuführen und c) Baumgart und Keller noch an den gemeinsamen Weg glauben.

•     •     •

"86 Veedel, neun Bezirke, die du beherbergst,
Jede Nationalität für uns ein Mehrwert.
Zwei Türme wachen über uns,
Ohne schwarz-weiße Brille,
Diese Stadt ist kunterbunt" - Mo-Torres
Steffen Baumgart [Trainer] |#2315
21.12.2023 - 11:45 Uhr
Seit Overath weg ist, sind Valens Schuldzuweisungen sehr berechenbar.

•     •     •

Auf jede schwierige Frage gibt es eine einfache Antwort, die meistens falsch ist.

Lookman = good man
Steffen Baumgart [Trainer] |#2316
21.12.2023 - 11:47 Uhr
Zitat von Valen

Zitat von ralf81

Zitat von steklo2

Zitat von DonMarvel

Sich jetzt aus der Verantwortung zu ziehen, würde das schwache Bild, welches Baumgart zuletzt abgab, dann auch komplettieren.


Ach komm. Geht er nicht selbst, heißt es, er wolle nur eine Abfindung einstreichen. Finde es eher positiv, wenn man selbst Konsequenzen zieht.

(...)


So sehe ich das auch. Einen Rücktritt als Schwäche auszulegen, das finde ich schwach.
Im Gegenteil, er selbst sieht vielleicht, dass es Veränderungen braucht, die er nicht mehr liefern kann. Für mich wäre das eher so etwas wie ein starkes Ende - nicht sportlich natürlich, aber menschlich.


Ein Rücktritt wäre in erster Linie ein klarer Beweis für die Schwäche der Vereinsführung. Erinnert mich irgendwie an den Abstieg wo man schmadtke entlassen hatte und stöger dann irgendwann die Reißleine zig und beim BvB anheuerte. Damals ließ sich das mit der Vakanz mit der sportlichen Führung ja noch erklären. Dieses Mal sind wir aber zumindest nominell handlungsfähig. Aber irgendwie scheinen unsere GFs ganz froh zu sein, dass nicht sie selbst im Feuer stehen.

Am langen Ende sind wir halt in allen Belangen extrem schlecht aufgestellt und es war Baumgart der dass 2 Jahre ausgleichen/ kaschieren könnte. Dass das nicht ewig funktioniert ist wenig verwunderlich


Das muss keine Schwäche sein. Es kann das Eingeständnis von Baumgart sein, dass er sich selber am Ende seiner Kräfte, Fähigkeiten und Ideen sieht - die Vereinsführung ihm aber das Vertrauen gegeben hätte.

Man muss doch jetzt nicht irgendeinen Kokolores konsturieren von wegen hier oder da muss der oder der etwas tun, damit er gestärkt aus der Sache herausgeht. Ich wünsche mir, dass alle relevanten Akteure beim Effzeh es dem Geissblog, Express und der versammelten Schmierfinkenschaft aus dem Hause Dumont überlassen irgendwelche Ränke um das Geißbockheim zu schmieden.

Zitat von KSKChris

Zitat von wuerzbock

Zitat von Misterpinkbn

Wirklich irre, die gleiche Diskussion immer wieder zu führen.
Das deutlich gepsart werden musste ist evident, dass - zumindest in dieser Saison - über das zwingend Notwendige gespart wurde, ist mittlerweile auch kommuniziert worden.
Dementsprechend wäre ja auch Geld im Winter da.

Warum man zu Unterstreichung seiner Argumente immer wieder als einzige Alternative ein Wehle-Vehsches Geld aus dem Fenster werfen postuliert, macht die Diskussion auch nicht gehaltvoller.


Es wäre natürlich viel besser gewesen, hätte man aus reinem Aktionismus und dem Komfort, dass ja noch Geld vorhanden ist, kurz vor Schluss noch die wie Sauerbier angebotenen Wunderkinder Evangelos Nessos, Dragan Pivaljevic, Archil Arweladse und Attila Tököli verpflichtet! Dann wären wir heute sorgenfrei!

Ich will Defizite in der Kaderplanung nicht grundsätzlich negieren. Aber manches machen sich viele hier auch einfach. Keller spart den Effzeh nicht mit Verve in Liga Zwei. Dass der Sparzwang andererseits unausweichlich und einen bedachten Mitteleinsatz gebietet, ist auch klar. Also stellt sich auch die Frage, ob man im Winter einen Klassenerhalt für realistisch befindet, sofern man den Trainer wechselt. Zuvor muss man natürlich die Kosten hierfür abwägen.

Ich sehe da ehrlich gesagt für beide Seiten sehr gute Argumente. Ich bin mit Baumgart nicht zufrieden, muss ihm aber auch zugestehen, dass er sich entwickeln kann, obgleich ich von ihm auch eine Weiterentwicklung erwarte. Das heißt z.B. dass er sich gegenüber fremdsprachigen Spielern öffnen muss. Das heißt, dass er eine Antwort auf die Offensivmisere finden muss.

Bis auf Svensson überzeugt mich keine Alternative auf dem Markt.


Einer der wenigen differenzierten Beiträge hier.

Was mich darüber hinaus eher skeptisch auf die Option Trainerwechsel blicken lässt, ist, dass die Mannschaft offenbar geschlossen hinter Baumgart steht. Das ist eine seltene Konstellation, die, sollte man sich doch für die Trennung entscheiden, zusätzlichen Sprengstoff birgt.

Ein Trainerwechsel lebt ja nicht geringfügig durch ein kollektives durch die Mannschaft gehendes Aufatmen (endlich ist er weg, jetzt wird’s besser). Das macht aus meiner er Sicht auch mehr als 50% des oft eintretenden kurzfristigen Erfolgs aus, gewiss mehr als Anpassungen an Aufstellung und Taktik.

Ein solches Aufatmen wird in unserem Fall wohl eher Frust und Enttäuschung sein, womit es ein neuer Trainer sogar schwerer haben wird, die Mannschaft hinter sich zu versammeln.

Sehr schwere Entscheidung, bin froh dass sie jemand anderes treffen wird müssen.


Die Mannschaft hielt auch unter Stöger noch recht lange zu selbigem. Das dürfen wir nicht vergessen.

Ich bin durchaus bereit mit Baumgart bis zum bitteren Ende in die zweite Liga zu gehen. Das knüpfe ich an Bedingungen, die ich nicht ganz prüfen kann. Baumgart braucht schlüssige Antworten darauf, weshalb die Tormaschine völlig erlahmt ist und einen Kolbenfresser erlitten hat. Er muss ebenso schlüssig eine Darlegung seiner Veränderungen haben. Er darf gerne Verstärkungen fordern, sofern diese realistisch sind und er sich da selber auch etwas mehr öffnet. Und sei es nur für Benelux, Polen und Skandinavien. Integrationsprobleme sind sehr real. Aber wir legen uns hier selber schwere Fesseln auf. Ablösefreie Linksverteidiger im deutschsprachigen Raum, die noch dazu die Unklarheit beim 1. FC Köln in Kauf nehmen, gab es im Sommer nicht viele. Da ist Patsche noch der beste Outcome in diesem Bereich.

Kurzum verlange ich von Steffen Baumgart Anpassungsfähigkeit. Das hat ein Christian Streich auch geschafft, zu dem wir gerne aufschauen. Der ist aber auch schon abgestiegen. Genauso muss Baumgart es schaffen Veränderungen auf den Weg zu bringen, die zumindest vermitteln, dass die Mannschaft wieder ein Tor schießen kann. Diesen Glauben hat die Mannschaft gerade selbst nicht. Folgerichtig kam der völlige Einbruch nach dem Tor von Hollerbach gestern. Die Mannschaft hatte anders als früher bei Baumgart nicht dieses "Jetzt erst recht"-Gefühl des Aufbaumens, sondern ist mental eher so eingebrochen als stünden Moses Sichone, Martin Lanig und Carsten Cullmann gemeinsam auf dem Rasen in Köpenick.

An Baumgart festzuhalten ist auch die wirtschaftlichste Lösung. Denn selbst ein Svensson kann uns keinen Klassenerhalt garantieren. Er kann höchstens einen Impuls liefern und die Spielidee fortführen. Aber auch er kann und wird sich abnutzen. Aus diesem Hamsterrad wollten wir ja eigentlich raus und uns nicht mehr nur den angeblichen Zwängen des Geschäfts ergeben.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von wuerzbock am 21.12.2023 um 11:51 Uhr bearbeitet
Steffen Baumgart [Trainer] |#2317
21.12.2023 - 12:02 Uhr
Wie oben bereits mehrfach erwähnt, wirkt es zur Zeit einfach so als würde Baumgart es nicht mehr rumreissen können, was insgesamt einfach schade ist.

Erst recht, wenn man sich zu der Sichtweise hinreißen lässt, dass er (aus welchen "guten" Gründen auch immer) wie oben schon mehrfach erwähnt, ein Stück weit allein gelassen wurde. Skhiri und Hector ... Davor Modeste und Özcan und quasi zu seinem Amtsantritt Bornauw und Jakobs. Bei den letzten beiden kann man klar argumentieren, dass sie zumindest sportlich ersetzt wurden, die ersten 4 allerdings sind eben viel zitiert einfach gegangen z. T. auch noch komplett ohne Ablöse. Wenn so viel Substanz verloren geht, ist das für einen Trainer schwierig aufzufangen, die Mannschaft ist so einfach nicht gut genug. Es wurde jedoch von Baumgart erwartet, dass er es schon richten wird:

"Steffen, da im Wasser ist ein großer weißer Hai. Hier hast Du einen Eierlöffel aus Plastik. Spring rein und mach ihn fertig!!"

Ich weiß, ich weiß ... Aber es ist was dran. Neben dem fehlenden Kollektiv kommt in diesem Jahr noch hinzu, dass es zu wenig individuelle Klasse gibt, die die anderen scheinbar haben: Kleindienst, Beste, Asano, Demirovic, mit Union will ich gar nicht erst anfangen ... DER Lichblick ist, dass dieses Jahr vermutlich so wenig Punkte für Platz 15 (zur Not 16) reichen werden wie lange nicht, mal schauen, ob Baumgart das noch versuchen darf oder will ...

•     •     •

"Vernunft, Vernunft hat keine Unterkunft in der großen Koboldszunft."
(ein großer bayrischer Philosoph)

Fortuna Düsseldorf - Girondins Bordeaux - 1. FC Köln - SV Lippstadt - Hajduk Split - TV Kalkum Wittlaer



Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dick_Diver am 21.12.2023 um 12:04 Uhr bearbeitet
Steffen Baumgart [Trainer] |#2318
21.12.2023 - 12:04 Uhr
Zitat von wuerzbock
Zitat von Valen

Zitat von ralf81

Zitat von steklo2

Zitat von DonMarvel

Sich jetzt aus der Verantwortung zu ziehen, würde das schwache Bild, welches Baumgart zuletzt abgab, dann auch komplettieren.


Ach komm. Geht er nicht selbst, heißt es, er wolle nur eine Abfindung einstreichen. Finde es eher positiv, wenn man selbst Konsequenzen zieht.

(...)


So sehe ich das auch. Einen Rücktritt als Schwäche auszulegen, das finde ich schwach.
Im Gegenteil, er selbst sieht vielleicht, dass es Veränderungen braucht, die er nicht mehr liefern kann. Für mich wäre das eher so etwas wie ein starkes Ende - nicht sportlich natürlich, aber menschlich.


Ein Rücktritt wäre in erster Linie ein klarer Beweis für die Schwäche der Vereinsführung. Erinnert mich irgendwie an den Abstieg wo man schmadtke entlassen hatte und stöger dann irgendwann die Reißleine zig und beim BvB anheuerte. Damals ließ sich das mit der Vakanz mit der sportlichen Führung ja noch erklären. Dieses Mal sind wir aber zumindest nominell handlungsfähig. Aber irgendwie scheinen unsere GFs ganz froh zu sein, dass nicht sie selbst im Feuer stehen.

Am langen Ende sind wir halt in allen Belangen extrem schlecht aufgestellt und es war Baumgart der dass 2 Jahre ausgleichen/ kaschieren könnte. Dass das nicht ewig funktioniert ist wenig verwunderlich


Das muss keine Schwäche sein. Es kann das Eingeständnis von Baumgart sein, dass er sich selber am Ende seiner Kräfte, Fähigkeiten und Ideen sieht - die Vereinsführung ihm aber das Vertrauen gegeben hätte.

Man muss doch jetzt nicht irgendeinen Kokolores konsturieren von wegen hier oder da muss der oder der etwas tun, damit er gestärkt aus der Sache herausgeht. Ich wünsche mir, dass alle relevanten Akteure beim Effzeh es dem Geissblog, Express und der versammelten Schmierfinkenschaft aus dem Hause Dumont überlassen irgendwelche Ränke um das Geißbockheim zu schmieden.

Zitat von KSKChris

Zitat von wuerzbock

Zitat von Misterpinkbn

Wirklich irre, die gleiche Diskussion immer wieder zu führen.
Das deutlich gepsart werden musste ist evident, dass - zumindest in dieser Saison - über das zwingend Notwendige gespart wurde, ist mittlerweile auch kommuniziert worden.
Dementsprechend wäre ja auch Geld im Winter da.

Warum man zu Unterstreichung seiner Argumente immer wieder als einzige Alternative ein Wehle-Vehsches Geld aus dem Fenster werfen postuliert, macht die Diskussion auch nicht gehaltvoller.


Es wäre natürlich viel besser gewesen, hätte man aus reinem Aktionismus und dem Komfort, dass ja noch Geld vorhanden ist, kurz vor Schluss noch die wie Sauerbier angebotenen Wunderkinder Evangelos Nessos, Dragan Pivaljevic, Archil Arweladse und Attila Tököli verpflichtet! Dann wären wir heute sorgenfrei!

Ich will Defizite in der Kaderplanung nicht grundsätzlich negieren. Aber manches machen sich viele hier auch einfach. Keller spart den Effzeh nicht mit Verve in Liga Zwei. Dass der Sparzwang andererseits unausweichlich und einen bedachten Mitteleinsatz gebietet, ist auch klar. Also stellt sich auch die Frage, ob man im Winter einen Klassenerhalt für realistisch befindet, sofern man den Trainer wechselt. Zuvor muss man natürlich die Kosten hierfür abwägen.

Ich sehe da ehrlich gesagt für beide Seiten sehr gute Argumente. Ich bin mit Baumgart nicht zufrieden, muss ihm aber auch zugestehen, dass er sich entwickeln kann, obgleich ich von ihm auch eine Weiterentwicklung erwarte. Das heißt z.B. dass er sich gegenüber fremdsprachigen Spielern öffnen muss. Das heißt, dass er eine Antwort auf die Offensivmisere finden muss.

Bis auf Svensson überzeugt mich keine Alternative auf dem Markt.


Einer der wenigen differenzierten Beiträge hier.

Was mich darüber hinaus eher skeptisch auf die Option Trainerwechsel blicken lässt, ist, dass die Mannschaft offenbar geschlossen hinter Baumgart steht. Das ist eine seltene Konstellation, die, sollte man sich doch für die Trennung entscheiden, zusätzlichen Sprengstoff birgt.

Ein Trainerwechsel lebt ja nicht geringfügig durch ein kollektives durch die Mannschaft gehendes Aufatmen (endlich ist er weg, jetzt wird’s besser). Das macht aus meiner er Sicht auch mehr als 50% des oft eintretenden kurzfristigen Erfolgs aus, gewiss mehr als Anpassungen an Aufstellung und Taktik.

Ein solches Aufatmen wird in unserem Fall wohl eher Frust und Enttäuschung sein, womit es ein neuer Trainer sogar schwerer haben wird, die Mannschaft hinter sich zu versammeln.

Sehr schwere Entscheidung, bin froh dass sie jemand anderes treffen wird müssen.


Die Mannschaft hielt auch unter Stöger noch recht lange zu selbigem. Das dürfen wir nicht vergessen.

Ich bin durchaus bereit mit Baumgart bis zum bitteren Ende in die zweite Liga zu gehen. Das knüpfe ich an Bedingungen, die ich nicht ganz prüfen kann. Baumgart braucht schlüssige Antworten darauf, weshalb die Tormaschine völlig erlahmt ist und einen Kolbenfresser erlitten hat. Er muss ebenso schlüssig eine Darlegung seiner Veränderungen haben. Er darf gerne Verstärkungen fordern, sofern diese realistisch sind und er sich da selber auch etwas mehr öffnet. Und sei es nur für Benelux, Polen und Skandinavien. Integrationsprobleme sind sehr real. Aber wir legen uns hier selber schwere Fesseln auf. Ablösefreie Linksverteidiger im deutschsprachigen Raum, die noch dazu die Unklarheit beim 1. FC Köln in Kauf nehmen, gab es im Sommer nicht viele. Da ist Patsche noch der beste Outcome in diesem Bereich.

Kurzum verlange ich von Steffen Baumgart Anpassungsfähigkeit. Das hat ein Christian Streich auch geschafft, zu dem wir gerne aufschauen. Der ist aber auch schon abgestiegen. Genauso muss Baumgart es schaffen Veränderungen auf den Weg zu bringen, die zumindest vermitteln, dass die Mannschaft wieder ein Tor schießen kann. Diesen Glauben hat die Mannschaft gerade selbst nicht. Folgerichtig kam der völlige Einbruch nach dem Tor von Hollerbach gestern. Die Mannschaft hatte anders als früher bei Baumgart nicht dieses "Jetzt erst recht"-Gefühl des Aufbaumens, sondern ist mental eher so eingebrochen als stünden Moses Sichone, Martin Lanig und Carsten Cullmann gemeinsam auf dem Rasen in Köpenick.

An Baumgart festzuhalten ist auch die wirtschaftlichste Lösung. Denn selbst ein Svensson kann uns keinen Klassenerhalt garantieren. Er kann höchstens einen Impuls liefern und die Spielidee fortführen. Aber auch er kann und wird sich abnutzen. Aus diesem Hamsterrad wollten wir ja eigentlich raus und uns nicht mehr nur den angeblichen Zwängen des Geschäfts ergeben.

Im Fall eines Abstiegs mit Baumgart in Liga 2 gehen würde ich nicht gut finden, in dem Szenario fänd ichs besser wenn der Verein sich von ihm im Sommer trennen würde.
Beim Rest bin ich genau Deiner Meinung. Man sollte nicht die Möglichkeit außer acht lassen, sich mit Baumgart zum Klassenerhalt zu mogeln. So unwahrscheinlich ist das nach wie vor nicht, und was darüber hinaus will der Verein denn sonst erreichen? Voraussetzung dafür ist aber das von Dir beschriebene: ein klarer Plan für die Rückrunde welcher funktionieren kann.

•     •     •

"Ich ziele nie. Denn wenn ich nicht weiß wohin der Ball geht, woher soll es dann der Torwart wissen?" (Wayne Rooney)
Steffen Baumgart [Trainer] |#2319
21.12.2023 - 12:10 Uhr
Zitat von DonMarvel
Zitat von steklo2

Zitat von DonMarvel

Sich jetzt aus der Verantwortung zu ziehen, würde das schwache Bild, welches Baumgart zuletzt abgab, dann auch komplettieren.


Ach komm. Geht er nicht selbst, heißt es, er wolle nur eine Abfindung einstreichen. Finde es eher positiv, wenn man selbst Konsequenzen zieht.

Laut Bild war er allerdings bei Gesprächen mit potentiellen Winter-Neuzugängen involviert. Vielleicht bleibt er deshalb, wenn keine Transfersperre kommt?


In der heutigen Zeit muss kein Profitrainer mehr auf irgendwas verzichten, selbst wenn er von selbst die Reißleine zieht.


Baumgart dürfte das so sehen, aber ganz sicher nicht jeder. Es gibt Leute, die 50 Millionen auf dem Konto haben und dann trotzdem noch wegen 500k hinterzogener Steuern im Knast landen. Oder Multimillionäre, die in der Blüte ihrer Karriere nach China oder zu den Saudis wechseln.
Steffen Baumgart [Trainer] |#2320
21.12.2023 - 12:15 Uhr
Zitat von Dick_Diver
Wie oben bereits mehrfach erwähnt, wirkt es zur Zeit einfach so als würde Baumgart es nicht mehr rumreissen können, was insgesamt einfach schade ist.

Erst recht, wenn man sich zu der Sichtweise hinreißen lässt, dass er (aus welchen "guten" Gründen auch immer) wie oben schon mehrfach erwähnt, ein Stück weit allein gelassen wurde. Skhiri und Hector ... Davor Modeste und Özcan und quasi zu seinem Amtsantritt Bornauw und Jakobs. Bei den letzten beiden kann man klar argumentieren, dass sie zumindest sportlich ersetzt wurden, die ersten 4 allerdings sind eben viel zitiert einfach gegangen z. T. auch noch komplett ohne Ablöse. Wenn so viel Substanz verloren geht, ist das für einen Trainer schwierig aufzufangen, die Mannschaft ist so einfach nicht gut genug. Es wurde jedoch von Baumgart erwartet, dass er es schon richten wird:

"Steffen, da im Wasser ist ein großer weißer Hai. Hier hast Du einen Eierlöffel aus Plastik. Spring rein und mach ihn fertig!!"


Die Rahmenbedingungen waren Baumgart doch bekannt. Hier noch die Personalien Bornauw und Jakobs einzubinden halte ich für eine unseriöse Argumentation. Niemand hat Baumgart versprochen, dass in zwei Jahren ein seines Geldes überdrüssiger Mäzen die Schatulle aufmacht und man munter shoppen gehen kann.

Hector war des Profifußballs überdrüssig und die Saison, die wir spielen bestätigt doch ganz genau, weshalb er nicht mehr weitermachen wollte. Ich kann das verstehen. Will heißen: Als Verein, Sportdirektor oder auch Trainer kannst du da kaum was reißen. Er hat seinen Entschluss getroffen.

Genauso wenig konnte man Skhiri dazu zwingen seinen Kontrakt zu verlängern. Wieso auch? Damit der Effzeh sich vertraglich zur Zahlung eines Gehaltes verpflichtet, das er eigentlich gar nicht zahlen kann und im Gegenzug eine Ablöse erhält? Ja, wir Kölner haben den Markt für Skhiri wohl überschätzt und es steht in den Sternen, ob jemand noch die hier teils kolportierten Ablösesummen überhaupt gezahlt hätte. Worst Case hätten wir jetzt einen Skhiri, der vielleicht 4 Millionen Gehalt kassiert und im Formtief hockt, weil sein Plan einer sportlichen Weiterentwicklung nicht aufgegangen ist. Die Realität sieht aber so aus, dass er ein schönes Handgeld kassiert haben wird, einen besseren Vertrag hat und bei der Eintracht eine neue sportliche Heimat auf Zeit gefunden hat, die ihm mehr Perspektiven für seine Ambitionen bietet. Auch Skhiri konnte man nicht zwingen.

So ist es doch auch mit Özcan. Und Modeste zu Geld zu machen, war hier Konsens. Und ein gutes Geschäft. Zudem konnten wir den Weggang von Modeste einigermaßen auffangen. In der Rückrunde wurde noch geunkt, dass Davie Selke doch sicher für 10 Tore in der Saison gut sein kann. Mittlerweile erscheint das Erweckungserlebnis von Selke aber weit weg und man sieht eher den (nur auf den Platz bezogen) Stinkstiefel, der viel Aufwand ohne Ertrag betreibt.

Ich weiß, ich weiß ... Aber es ist was dran. Neben dem fehlenden Kollektiv kommt in diesem Jahr noch hinzu, dass es zu wenig individuelle Klasse gibt, die die anderen scheinbar haben: Kleindienst, Beste, Asano, Demirovic, mit Union will ich gar nicht erst anfangen ... DER Lichblick ist, dass dieses Jahr vermutlich so wenig Punkte für Platz 15 (zur Not 16) reichen werden wie lange nicht, mal schauen, ob Baumgart das noch versuchen darf oder will ...


Asano kann nur geradeaus laufen.
Beste ist ein Zweitligakicker.
Demirovic hat nie nachhaltig überzeugt.
Kleindienst muss erstmal zeigen, ob er auch in Liga eins treffen kann.

Das wären doch die Bewertungen gewesen, wenn man dem Kölner Publikum diese Spieler vorgesetzt hätte.
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