Lucien Favre
01.06.2007 - 10:02 Uhr
01.06.2007 - 21:13 Uhr
Zitat von HerthaPESBerlin:
Zitat von Herthastolz:
Und wen ich mich nicht Ire ist ein Mündlicher Vertrag auch gültig ;)
naja, heutzutage nicht mehr... :rolleyes
Ich glaube schon das eine Mündliche zusage bindehnt ist :) Steht zumindes im Arbeitsrecht!!
Zitat von Herthastolz:
Und wen ich mich nicht Ire ist ein Mündlicher Vertrag auch gültig ;)
naja, heutzutage nicht mehr... :rolleyes
Ich glaube schon das eine Mündliche zusage bindehnt ist :) Steht zumindes im Arbeitsrecht!!
01.06.2007 - 21:21 Uhr
Zitat von playberlin:
Es wir ja ausserdem überall gesagt (Radio, Videotext etc.), dass Favre als "Medienprofi" gelten soll ;) Na dann ist Er in Berlin ja genau richtig :D
über djiesen satz lachen sich die schweizer halbn tot. favre soll genau das gegenteil sein. ist son cliche wie bei götz die jugendförderung.
Es wir ja ausserdem überall gesagt (Radio, Videotext etc.), dass Favre als "Medienprofi" gelten soll ;) Na dann ist Er in Berlin ja genau richtig :D
über djiesen satz lachen sich die schweizer halbn tot. favre soll genau das gegenteil sein. ist son cliche wie bei götz die jugendförderung.
01.06.2007 - 22:41 Uhr
Zitat von HerthaBsc:
Also es soll ja morgen 12 uhr eine pk geben weiß jemand ob sie live im fernsehen übertragen wird und wenn sie übertragen werden sollte wo
?
Einfach mal morgen bei N-TV oder N24 reingucken, die sowas häufig kurzfristig übertragen und das aktuelle Programm unterbrechen. Ich vermute aber, dass ein Trainerwechsel von Hertha dann doch zu "unspektakulär" für die beiden Sender ist.
Also es soll ja morgen 12 uhr eine pk geben weiß jemand ob sie live im fernsehen übertragen wird und wenn sie übertragen werden sollte wo
?
Einfach mal morgen bei N-TV oder N24 reingucken, die sowas häufig kurzfristig übertragen und das aktuelle Programm unterbrechen. Ich vermute aber, dass ein Trainerwechsel von Hertha dann doch zu "unspektakulär" für die beiden Sender ist.
01.06.2007 - 22:41 Uhr
willkommen beim schlummernden riesen :D hoffen wir, dass sie ihn wecken können herr favre! gutes gelingen! :)
01.06.2007 - 23:22 Uhr
@HerthaBsc
ist es so schwer, bei den geposteten texten die quelle anzugeben. wenn mehrere user dich darauf aufmerksam machen und du das dennoch ignorierst, dann ist dies schlich und einfach respektlos :/:
ist es so schwer, bei den geposteten texten die quelle anzugeben. wenn mehrere user dich darauf aufmerksam machen und du das dennoch ignorierst, dann ist dies schlich und einfach respektlos :/:
02.06.2007 - 00:10 Uhr
Sport Aktuell:
http://www.sf.tv/var/videoplayer.php?videourl=http%3A%2F%2Freal.xobix.ch%2Framgen%2Fsfdrs%2Fvod%2Fspak%2F2007%2F06%2Fspak_20070601.rm%3Fstart%3D0%3A00%3A55.956%26amp%3Bend%3D0%3A05%3A01.28
Favre sagt u.a. dass es für ihn keine einfache Entscheidung aber einfach der richtige Zeitpunkt war. Er denkt, dass wenn er jetzt geblieben wäre, dass er dann wohl Wurzeln geschlagen hätte und nicht mehr ins Ausland gegangen wäre.
Strittmatter sagt u.a., dass sich Hertha BSC bis heute abend noch nicht bei den Verantwortlichen des FCZ gemeldet hat.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von xamaximal am 02.06.2007 um 00:16 Uhr bearbeitet
02.06.2007 - 01:29 Uhr
Zitat von HerthaBsc:
Zitat von heizinger:
Zitat von HerthaBsc:
Also es soll ja morgen 12 uhr eine pk geben weiß jemand ob sie live im fernsehen übertragen wird und wenn sie übertragen werden sollte wo
?
Einfach mal morgen bei N-TV oder N24 reingucken, die sowas häufig kurzfristig übertragen und das aktuelle Programm unterbrechen. Ich vermute aber, dass ein Trainerwechsel von Hertha dann doch zu "unspektakulär" für die beiden Sender ist.erstmal danke aber n24 hatt doch auch das mit heine gebracht das er die übergangslösung wird un vllt mehr naja ich gucke einfach mal morgen rein vllt wird es ja übertragen.
Damals war es aber auch ein Trainerrausschmiss während der Saison. Den kannst du medial einfach besser aufarbeiten. Mal sehn morgen...
Zitat von heizinger:
Zitat von HerthaBsc:
Also es soll ja morgen 12 uhr eine pk geben weiß jemand ob sie live im fernsehen übertragen wird und wenn sie übertragen werden sollte wo
?
Einfach mal morgen bei N-TV oder N24 reingucken, die sowas häufig kurzfristig übertragen und das aktuelle Programm unterbrechen. Ich vermute aber, dass ein Trainerwechsel von Hertha dann doch zu "unspektakulär" für die beiden Sender ist.erstmal danke aber n24 hatt doch auch das mit heine gebracht das er die übergangslösung wird un vllt mehr naja ich gucke einfach mal morgen rein vllt wird es ja übertragen.
Damals war es aber auch ein Trainerrausschmiss während der Saison. Den kannst du medial einfach besser aufarbeiten. Mal sehn morgen...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von heizinger am 02.06.2007 um 01:31 Uhr bearbeitet
02.06.2007 - 10:21 Uhr
So erst mal vorneweg ein herzliches Willkommen an Favre!
ich bin auch ziemlich zuversichtlich, dass er der richtige Trainer für uns sein könnte, der uns langfristig in eine erfolgreichere Zukunft bringen könnte.
Jedenfalls entspricht, das was man von ihm hört, schon ziemlich dem hier erforderlichen Trainerprofil.
Zitat von Exsample:
n
was meint ihr was seine erstem schritte sein werden? von den schweiuzern hörte man ja, dass er sich nicht zu schade ist auch mal das ganze team auszutauschen. zumindest in züriuch hat er mit seiner philosphie angefasngen die mannschaft von hinten auf zu bauen. das lief laut den beschreibungen darauf hinaus, dass nach vorn fast gar nix ging und er sich dafür entschuldigt hatte und meinte, die om's könnens bisher nicht besser, aber es word bald.
er soll auch sehr stark auf technick achten. in zürich soll es fast nur noch leichtgewichtige technoicker im team geben und er will one touch kurzpassspiel aufziehen. natürlich offensiv. sein bevorzugtes system soll eion 442 nicht mit dm und om sein sondern mit 2 zm die etwas defensiver ausgerichtet sind, dafür die beiden außen etwas offensiver. generell wie schon immer bei uns durch die mitte ausgerichtet mit vernachläßigung der außen. das wird schonmal kritk hageln. ich denke, dasss es spieler wie fahi, chahed, dardai es sehr schwer haben werden bei dem neuen coach.
aber was denkt ihr wie er das alles angehen wird?
Da man ihn in Deutschland kaum kennt, ist es natürlich schwer einzuschätzen, wie er sich verhalten wird.
Sicherlich wird es sich erst mal in aller Ruhe das bestehende Spielermaterial anschauen. Und wie man so liest, will er dabei auch gleich die Spieler aus der Amateurabteilung mitsichten. D.h. es könnte auch ein Spieler überraschend nach oben beordert werden.
Grundsätzlich scheint diese Trainerwahl eher die jungen Spieler zu bevorteilen. Dementsprechend halte ich auch fahi und chahed nicht zwangsläufig für gefährdet.
Eher glaube ich, dass es dardai aufgrund seiner begrenzten technischen und spielerischen Fähigkeiten sehr leicht erwischen könnte. Und auch bei van Burik halte ich es für möglich.
Naja...es wird spannend. :)
ich bin auch ziemlich zuversichtlich, dass er der richtige Trainer für uns sein könnte, der uns langfristig in eine erfolgreichere Zukunft bringen könnte.
Jedenfalls entspricht, das was man von ihm hört, schon ziemlich dem hier erforderlichen Trainerprofil.
Zitat von Exsample:
n
was meint ihr was seine erstem schritte sein werden? von den schweiuzern hörte man ja, dass er sich nicht zu schade ist auch mal das ganze team auszutauschen. zumindest in züriuch hat er mit seiner philosphie angefasngen die mannschaft von hinten auf zu bauen. das lief laut den beschreibungen darauf hinaus, dass nach vorn fast gar nix ging und er sich dafür entschuldigt hatte und meinte, die om's könnens bisher nicht besser, aber es word bald.
er soll auch sehr stark auf technick achten. in zürich soll es fast nur noch leichtgewichtige technoicker im team geben und er will one touch kurzpassspiel aufziehen. natürlich offensiv. sein bevorzugtes system soll eion 442 nicht mit dm und om sein sondern mit 2 zm die etwas defensiver ausgerichtet sind, dafür die beiden außen etwas offensiver. generell wie schon immer bei uns durch die mitte ausgerichtet mit vernachläßigung der außen. das wird schonmal kritk hageln. ich denke, dasss es spieler wie fahi, chahed, dardai es sehr schwer haben werden bei dem neuen coach.
aber was denkt ihr wie er das alles angehen wird?
Da man ihn in Deutschland kaum kennt, ist es natürlich schwer einzuschätzen, wie er sich verhalten wird.
Sicherlich wird es sich erst mal in aller Ruhe das bestehende Spielermaterial anschauen. Und wie man so liest, will er dabei auch gleich die Spieler aus der Amateurabteilung mitsichten. D.h. es könnte auch ein Spieler überraschend nach oben beordert werden.
Grundsätzlich scheint diese Trainerwahl eher die jungen Spieler zu bevorteilen. Dementsprechend halte ich auch fahi und chahed nicht zwangsläufig für gefährdet.
Eher glaube ich, dass es dardai aufgrund seiner begrenzten technischen und spielerischen Fähigkeiten sehr leicht erwischen könnte. Und auch bei van Burik halte ich es für möglich.
Naja...es wird spannend. :)
02.06.2007 - 12:59 Uhr
2. Juni 2007, Neue Zürcher Zeitung
Absprung ins Haifischbecken
Der FCZ-Trainer Lucien Favre unterschreibt für drei Jahre bei Hertha BSC Berlin
Von unserem Redaktionsmitglied Rolf Wesbonk
Bis zuletzt war Ancillo Canepa davon überzeugt gewesen, dass Lucien Favre bleiben würde. Der FCZ-Präsident zählte unermüdlich all jene Argumente auf, die gegen einen Wechsel des Waadtländers in die deutsche Fussball-Bundesliga sprachen. Doch seine Worte fanden kein Gehör. Favre verlässt den Stadtklub Richtung Berlin zum Hertha BSC. Der Wegzug trifft die Zürcher ganz empfindlich, hatte doch der Romand ausser der ersten Saison an der Limmat (2003/04) stets einen Titel gewonnen. 2005 war es die Cup-Trophäe, in den folgenden Jahren triumphierte er in der Meisterschaft. Dass die Berliner nun geschätzte 400 000 Franken als Ablösesumme nach Zürich überweisen müssen - Favre hatte noch einen Vertrag bis Juni 2008 -, dürfte deshalb ein kleiner Trost für den FCZ sein.
Ein ungeschriebener Brief
Lange hatte der 49-Jährige den Entschluss hinausgezögert. Ausgedehnte Gespräche mit Manager Dieter Hoeness waren dem folgenschweren Entscheid vorausgegangen. Am Freitagmorgen hatte er sich endlich durchgerungen. Für den Waadtländer war damit ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Seit Jahren hatte nämlich Berlin aus irgendwelchen Gründen sein Interesse geweckt; darin eingebettet war auch seine Vorliebe für den örtlichen Verein Hertha BSC. Einmal wollte er gar einen Brief an den Klub schreiben und sich darin als Trainer empfehlen. Die Zeilen hat er aber nie abgeschickt.
Der Entschluss, den FCZ zu verlassen, ist ihm keineswegs leichtgefallen. Einer seiner engsten Freunde erzählt, Favre habe am Freitagmorgen lange geweint. Die Fahrt von St-Barthélemy nach Zürich zum Medientermin sei ein Leidensweg gewesen. Auf Seite des FCZ hätte man sich ebenfalls einen anderen Abgang gewünscht. Vor allem wähnt(e) sich der Klub vom Romand hintergangen. Dieser gab vor, in die Ferien zu fahren, reiste aber in Tat und Wahrheit zu Verhandlungen nach Berlin. Favre bestreitet dies. Er lässt durchblicken, dass die FCZ-Führung stets informiert gewesen sei. Der Sportchef Fredy Bickel wiederum dementiert: «Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass Lucien mich derart an der Nase herumführt.» Er fragt sich nun auch, wen der Abtrünnige nach Berlin mitnimmt. Ist es der Assistent Harry Gämperle, den Favre bereits kontaktierte, oder gar der Mittelfeldspieler Inler?
Es ist tatsächlich schwierig, das Vorgehen des sonst so korrekten Waadtländers zu verstehen. Selbst René Strittmatter, seit vielen Jahren ein Vertrauter des Trainers, war ziemlich irritiert über die Geheimniskrämerei seines Freundes. Im engsten Kreis des Trainers wird die Handlungsweise als Retourkutsche an die Adresse des Klubs interpretiert. Favre habe nach dem Transfer von Keita mehrmals einen Ersatz für den schnellen Stürmer gefordert - doch dieser sei ihm stets verweigert worden. Der Verein habe ihn hier im Stich gelassen, dies in der Überzeugung, dass der geduldige Favre den Titel schon holen würde.
Gründe für den Abgang gibt es genug. So dürfte Favre in Berlin das Dreifache wie im FCZ verdienen, und der Reiz, in den riesigen Stadien Deutschlands ein Team zu führen, ist ungleich grösser, als den Zampano im Brügglifeld zu spielen. Eine neue Aufgabe in einem Verein einer grossen europäischen Liga anzupacken, ist sicherlich verlockender, als sich einen weiteren Zweikampf mit dem FC Basel zu liefern. Hinzu kommt noch ein weiterer, eher diffiziler Grund. Dieser hat mit der Person des frischen Präsidenten Canepa zu tun. Denn Canepa ist fordernd, will stets Erklärungen für bestimmte Massnahmen, was der sensible Favre als Einmischung in seinen Job empfindet. Der Romand würde dies zwar öffentlich nicht zugeben, doch eine leise Verstimmung war gelegentlich auszumachen.
Mit dieser Einschätzung konfrontiert, verweist Canepa auf das ausgezeichnete Gespräch, das er vor Wochen mit dem Trainer hatte. Doch der Dynamiker vergisst, dass die charakterlichen Gegensätze zu ausgeprägt sind, als dass es je zu einer harmonischen Ehe hätte kommen können. Canepa sagt dazu (möglicherweise zu Recht): «Im Vergleich mit den Typen, mit denen es Favre in Berlin zu tun bekommt, bin ich geradezu ein harmloser Pfarrer.» Die Handlungsweise seines bisherigen Angestellten kann er ohnehin nicht verstehen. «Favre hat doch keine Ahnung, was ihn erwartet. Bis die Spieler seine schwierigen Anweisungen verstanden haben, ist er längst entlassen. Das ist ein Haifischbecken.»
Plan B bereits vorhanden
Nicht alle teilen die Ansicht Canepas. Urs Fischer, der Trainer des U-21-Teams, ist von Favre begeistert: «Diese Chance musste er packen. Wann erhält schon ein Schweizer Trainer ein Angebot aus Deutschland?» Mit Fischer wäre auch das Thema von der Nachfolgeregelung auf dem Tisch. Aber wer wird dem Romand folgen? Jürgen Seeberger oder Marco Schällibaum, der zusammen mit Bickel und Gämperle bei den Young Boys ein starkes Trio gebildet hatte? Wegen der umfangreichen frankophonen Fraktion im Kader könnte auch Bernard Challandes in Betracht gezogen werden. Strittmatter sagt, dass der Plan B bereits in der Schublade liege. Mag sein. Dass dieser jedoch das Format des bisherigen Planes A hat, darf bezweifelt werden.
02.06.2007 - 13:01 Uhr
2. Juni 2007, Neue Zürcher Zeitung
Ein «untrainierbarer» Fussballklub?
Lucien Favre stellt sich in Berlin mit der Hertha BSC einer heiklen Aufgabe
Berlin, 1. Juni
Von unserem Mitarbeiter Stefan Osterhaus
Wer die verfallsartige Entwicklung von Hertha BSC in den vergangenen Jahren begreifen will, der muss nur einmal zurückblicken ins Jahr 2002. Damals wie heute präsentierte der Manager Dieter Hoeness nämlich einen Trainer. Es war Huub Stevens, der Coach des FC Schalke 04. Stevens, derzeit im HSV tätig, war vor fünf Jahren in sportlichen Fragen unumstritten bei Schalke. Er war im Anhang beliebt. Er hatte die Unterstützung des Vorstandes. Er verstand sich - als einziger Trainer der letzten Jahre - prächtig mit dem damals geschäftsführenden Manager Rudi Assauer. Und er hatte Erfolg, der sich in zwei Cup-Siegen und dem Uefa-Cup-Sieg niederschlug. Unzweifelhaft ein Spitzenmann. Dieter Hoeness gelang es damals, den Coach mit dem Versprechen einer grossartigen Zukunft in Berlin aus dem sicheren Schalke loszureissen. Stevens scheiterte nicht einmal eineinhalb Jahre später. Und für die Hertha begann eine Talfahrt. Nach Stevens kamen Hans Meyer, Falko Götz und Karsten Heine. Jetzt ist Lucien Favre an der Reihe. Spötter fragen schon, ob ein einziger Trainer für einen solchen Trümmerhaufen von Klub überhaupt genug ist.
Es ist ein Abenteuer für den Trainer des FC Zürich. Manche glauben, die Hertha sei inzwischen ein ähnlich «untrainierbarer» Klub wie der 1. FC Köln oder Borussia Mönchengladbach. Gemeinsam sind allen eitle Weltklasse-Ambitionen und eine Vergangenheit, die in ihrer masslosen Verklärung nichts weiter als Folklore ergibt. In Berlin ist es besonders ausgeprägt. Nichts stützt den Anspruch, national oder sogar international eine herausragende Rolle zu spielen, die Finanzen zuletzt. 46 Millionen Euro betragen die Verbindlichkeiten. Die Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung werden immer kreativer: Anfang 2005 gab Hertha BSC eine Anleihe heraus. Mittlerweile ist der Verein noch einen Schritt weiter gegangen: Genussscheine sollen 25 Millionen Euro in die Vereinskasse spülen - und ein Investor sei schon gefunden.
Die Anhänger von Hertha BSC haben den Schuldigen für diese Misere längst identifiziert: Dieter Hoeness. Ihm wird Anspruch auf Alleinherrschaft vorgeworfen. Diesen dementiert der Manager bei jeder sich bietenden Gelegenheit heftig. Jetzt soll Michael Preetz, der ehemalige Hertha-Stürmer, stärker in sportliche Fragen eingebunden werden. Doch niemand zweifelt daran, dass Hoeness die Rolle der letzten Instanz weiterhin besetzen wird. Macht und Allmacht haben bei Hertha BSC einen Namen: Hoeness. Vor wenigen Wochen, an der Jahreshauptversammlung des Fussballvereins, gelang Dieter Hoeness ein besonderes Kabinettstückchen. Er, der stark in die Kritik geraten war, hatte zuvor in den Gremien des Klubs die Vertrauensfrage gestellt - und präsentierte sich den Mitgliedern als frisch gestärkter Manager. Hoeness liess die Mannschaft zu Kreuze kriechen. Sie leistete Abbitte für eine schlechte Saison, in deren Verlauf der Trainer Falko Götz entlassen worden war. Als Hoeness sich Pfiffe einhandelte, schwenkte er um und suchte Sündenböcke innerhalb der Equipe. Er fand sie schnell. Der Auftritt hatte eine ganz neue Qualität: Hier übernahm nicht ein Manager die Verantwortung für das von ihm zusammengestellte Kader, nein, er gab seine Männer der Wut des Volkes preis.
Das clevere Manöver gelang. Als Hoeness die Bühne verliess, überwog der Beifall die Pfiffe. In diesem Augenblick offenbarte sich, dass es in diesem Klub keine nennenswerte Opposition gibt, die Diskussionswürdiges zustande bringen könnte. Kritik am Manager von Seiten der Hertha-Mitglieder entzündet sich weniger an der Struktur als vornehmlich am Kader.
An jenem Abend im Berliner Messe-Kongresszentrum hatte Hoeness aber versprochen: «Hier wird kein Spezi von Dieter Hoeness Trainer der Profimannschaft.» Tatsächlich zeugt die Verpflichtung Favres von einer sorgfältigen Auswahl. Favres Gespür für das Erspähen von Talenten könnte zur neuen Stärke werden. Denn bezüglich Jugendförderung hat der Klub die Zukunft nicht verschlafen: Nur im FC Bayern München wird noch mehr Geld für die Nachwuchsförderung ausgegeben. Und kaum ein Team bringt so viele Spieler in die Bundesliga wie Hertha BSC. Bekommt Favre die Zeit, die er benötigt, um die Jungen zu integrieren, dann könnte sich tatsächlich eine Vision von Dieter Hoeness erfüllen, die aus der Not geboren wurde: ein Klasseteam zum Billigtarif.
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