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Roger Schmidt
Geburtsdatum 13.03.1967
Alter 59
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Global Sports Director
Akt. Verein Japanische Fußball Liga

Roger Schmidt

25.04.2014 - 12:18 Uhr
Roger Schmidt |#221
26.10.2016 - 00:26 Uhr
Zitat von makanter
Ich erinnere mich an unsere Phase letzte Saison, wo wir ein Spiel nach dem anderen verloren haben und alle da auch schon vehement den Trainerwechsel forderten. Am Ende haben wir eine Siegesserie hingelegt und uns in die CL gespielt.

Also mal bitte auf dem Teppich bleiben, die Saison ist noch sehr lang.


Die Saison wird aber auch immer kürzer. Und müssen wir jetzt jedes Jahr eine Krise haben? Muss jedes mal eine Siegesserie herhalten damit wir noch in die internationalen Plätze rutschen? Im dritten Jahr unter Schmidt hat doch jeder gehofft, dass wir genau das umschiffen können und mal eine souveräne Saison hinlegen. Konstanz, auf der Trainerposition und im Kader. Hat aber anscheinend alles nichts gebracht. Die Siegesserie wird nicht jedes Jahr funktionieren.
Roger Schmidt |#222
26.10.2016 - 01:18 Uhr
Man muss Roger Schmidt zu Gute halten: Er hat der Mannschaft insgesamt eine Kämpfermentalität verliehen. Dazu geht seine Strategie gegen starke Mannschaften bestens auf- so haben wir dadurch Dortmund geschlagen, hatten gegen Tottenham gelänzt oder Barca am Rande einer Niederlage.

Wenn wir das Spiel des Gegner zerstören können und dadurch in unsere Umschaltmomente kommen, dann kann die Mannschaft wirklich hervorragende Leistungen zeigen.

Doch das Problem an Schmidt hat sich in den letzten Tagen - insbesondere jetzt gegen Lotte - einmal mehr all zu deutlich gezeigt: Wir können die "Brot und Butter"-Spiele nicht. Gegen vermeintlich schwächere Gegner - die gegen uns legitimer Weise auf eigene spielerische Impulse verzichten und stattdessen mit einfach Mitteln agieren und auf Kontermöglichkeiten warten - tun wir uns seit dem Amtsantritt von Schmidt schwer. Wir haben kein Rezept um diesen Gegnern effektiv beizukommen. Teilweise lässt sich das immer wieder durch individuelle Klasse kaschieren - man denke dabei nur an die starke Serie, die wir mit Brandt in Galaform letztes Saison hatten. Doch spielerisch sind wir mannschaftstaktisch einfach meilenweit von unserem Anspruch, ein Spitzenteam zu sein, entfernt.

Zu oft enden unsere Spiele gegen die Kellerkinder in regelrechten Abnutzungsschlachten, die uns neben einingen Spielern durch selbstverschuldete Verletzungen (im Sinne von: wir suchen viel zu viel Kontakt mit dem Gegner) auch etliche Punkte kosten, da bei dem Gebolze, dass wir gegen defensive Gegner verursachen, der Ausgang der Partie zur reinen Glücksache gerät: Wo rutscht mal ein Ding durch, hat ein Akteur einen Blackout. oder blitzt eben kurz individuelle Klasse auf. Aber mit System - und vor allem Souveränität - schlagen wir unter Schmidt quasi kein Team, dass gegen uns nicht offensiv agieren möchte (was in 80% der Fälle eintritt).

Gleichzeitig werden offenkundige Probleme auch kaum behoben. Regelmäßig verschlafen wir die erste Halbzeit - teils durch individuelle versagen der Spieler, teils auch weil wir uns im taktischen Feintuning vercoacht haben. Dazu ist auch unser türkischer "Tresorschlüssel" abgestumpft, die Standards trotz ausgewiesenem Experten bestenfalls durchschnittlich effektiv. Gerade die wären aber bei unseren eklatanten spielerischen Mängeln auch ein Weg, die Abnutzungsschlachten sinnvoller in unsere Bahnen zu lenken.

Und was das größte all dieser Problemen ist: Wir sprechen bei leibe nicht zum ersten Mal darüber. Schmidt ist unfähig, die offenkundingen Mängel abzustellen. Und dadurch sind wir dazu verdammt mit dieser fehlenden Konstanz zu leben. Ja, vielleicht wird es schon gegen Wolfsburg besser aus sehen, vielleicht gelingt wieder eine Serie dank individueller Formhochs - aber bei dem fehlenden Werkzeug für die klassischen "Pflichtsiege" bleibt es immer eine Lotterie, ob die drei Punkte auch tatsächlich eingefahren werden.

Oder kurz gesagt: Ich bezweifel, dass wir unter Schmid jemals zu der nötigen Konstanz finden um uns a) als dritte Kraft im deutschen Fußball fest zu etablieren - sprich die Quali zur CL regelmäßig und souverän zu meistern - und b) jemals eine Saison derart stark durchziehen, um vielleicht sogar einmal zum ganz großen Wurf auszuholen. Und letztlich bin ich auch nur ein fußballbegeisterter Mensch: Ich kann mir die Graupenkicks, die sein taktisches Korsett und aufoktruiert einfach nicht mehr angucken.

Wir brauchen frischen Wind.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Koenigspanda am 26.10.2016 um 01:19 Uhr bearbeitet
Roger Schmidt |#223
26.10.2016 - 09:21 Uhr
Moin

vielleicht darf ich von außen mal ein Wort dazu schreiben...bei uns ist der trainer ja auch nicht gaaaanz so unumstritten...

Von den Voraussetzungen her hättet ihr eigentlich ganz klar die besten von allen "Verfolgern" der Bayern. Kader fast zusammen geblieben, punktuell wirklich interessant verstärkt. Was das große Problem ist, ist die Konstanz in den Leistungen, jedes Spiel so anzugehen, wie ein Endspiel. Gerade gegen "kleinere" Gegner wird oft nicht geliefert und das sind dann die fehlenden Punkte, die später richtig weh tun.

Das ist aber nicht neu, und ich meine, nicht ein Trainerproblem.

Zum anderen glaube ich, dass der Markt derzeit nicht wirkliche Alternativen bietet. Wer soll bitte schön den Posten übernehmen können, der mit ziemlicher Sicherheit (Garantie gibt es ja nicht) in die Erfolgsspur zurückfinden kann? Schaut mal nach Wolfsburg...die gehandelten Namen lese ich hier auch, außer Hecking Zunge raus

Die Trainer, die jetzt "frei" sind, sind das nicht aus Jux und Tollerei (ok, es gibt welche, die eine Auszeit nehmen, aber das sind vielleicht ein zwei).

Da würd eich mir einen Wechsel sehr genau überlegen oder mal auflisten, ob nicht die positiven Punkte eines RS überwiegen....

•     •     •

Nur der VFL!!!!!!
Roger Schmidt |#224
26.10.2016 - 09:28 Uhr
Ich bin kein Fan von RS und würde ihn auch entlassen, aber zu der Leistung von gestern...
Die Spieler die auf der Platte waren, hatten die Möglichkeit sich anzubieten, aber was gestandene
Spieler wie Hilbert, Baumgartlinger, Wendell, Kruse, Dragovic usw. gebracht haben, war wirklich
peinlich.

Natürlich ist er für die Motivation der Truppe zuständig, aber ich erwarten von einem Profi, dass er sich
bei einer Chance (und einige der Spieler hatten bisher noch nicht wirklich viele) sich zu präsentieren auch
mal was anbieten! Und dies war einfach nur traurig.

Zu Schmidt, ob es richtig war in der aktuellen Lage zu rotieren und z. B. einen Kruse zu bringen... weiß ich nicht, aber ein Konzept gegen tiefstehende Gegner sehe ich weiterhin nicht. Und nach 2,5 Jahren sinkt bei mir von Spiel zu Spiel die Zuversicht, dass wir hier noch was entwickeln. Eher im Gegenteil, ich sehe viele Rückschritte!

Ich gucke jedes Spiel von uns, aber es tut mir wirklich weh diese Spiele aktuell zu verfolgen.

Wenn man sich von RS trennt, dann wird man wohl das Problem haben, dass der Kader falsch zusammengestellt ist. Die aktuelle Mannschaft ist doch schon sehr nach den Wünschen von RS aufgebaut
und ohne Einzelleistungen (März/April Brandt und allgemein Bellarabi) und dem Torjägergen von Chicha wären wir letzte Saison schon nicht auf Platz 3 gekommen, obwohl die Konkurrenz auch schwach war.

Weiterhin fehlen mir leider die Alternativen für RS, ich sehe hier keinen Trainer, der uns zu sofort übernehmen kann. Der Markt gibt nichts her!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Erichson81 am 26.10.2016 um 09:29 Uhr bearbeitet
Roger Schmidt |#225
26.10.2016 - 14:03 Uhr
So, nachdem ich mich wieder etwas beruhigt habe nach gestern nun auch von mir eine Einschätzung der Situation die sich, da ich das ganze nun seit rund 20 Jahren, in denen ich meine Werkself beobachten darf, wie folgt beschreibt:
Wenn wir alle mal ehrlich sind und unsere Emotionen mal hinten anstellen, dann ist das, was momentan geschieht, doch absolut exemplarisch für eine typische Saison bei Bayer04 Leverkusen.

Wenn ich darüber mit Freunden und Fans anderer Vereine diskutiere, so fällt mir, neben den sportlichen Gründen, meistens nur das Mentalitätsargument ein. Denn in der heutigen Zeit der überbezahlten Spieler, die wenig erreichen müssen um extrem viel zu verdienen, tritt, so mein Eindruck, schon früh eine gewisse Sattheit ein, wegen der, kombiniert mit dem Hochpuschen der Medien, oftmals bereits Anfang bis Mitte 20 Jährige nicht mehr regelmäßig 100% ihrer Leistung abrufen.
Der Fußball war vor 10-15 Jahren vielleicht noch nicht so flächendeckend dynamisch, technisch auf einem hohen Niveau oder mit so vielen guten Nachwuchsspielern gesegnet.

Aber irgendwie wirkte der Fußball für mich in diesen Zeiten noch, auch wenn das vielleicht seltsam klingt, "männlicher". Damit meine ich vor allem, dass ehrlicher und direkter mit Dingen wie Problemen im Verein, Kritik gegenüber Medien, Funktionären und Konkurrenten etc. umgegangen wurde. Da wurde noch nicht so eine verlogene Medienblase erzeugt, in der nur der positiv dargestellt wird, der stromlinienförmig zwar viel redet, aber wenig sagt (siehe beinahe jedes Interview eines aktuellen Bundesligaspielers mit 90% leeren Worthülsen). Und auch sportlich hatte man damals mehr das Gefühl, wenn sich einer nach einem schlechten Spiel hinstellte und rumgemeckert hat, dass dies ernst gemeint war und Konsequenzen folgen werden und hier nicht nur für die Medien ein wenig Unmut gespielt wurde.

Ich denke, um zu unserem Verein zu kommen, dass man Schmidt vielleicht viel vorwerfen kann, angefangen bei der immer gleichen Spielidee und Anlage. Mich nervt das ja auch, dass außer Leno, Tah, Kampl und mit Abstrichen Henrichs und Chicharito niemand auch nur annähernd an sein Topniveau herankommt.

Aber auch das ist eben Leverkusen. Guckt euch doch die letzten Jahre an und die "Toptrainer" Labbadia, Dutt und wie sie alle hießen. Es bekommt einfach kein Trainer hin, die Spieler dahin zu führen, dass sie konstant über die ganze Saison ALLE 80-100% ihres Leistungsvermögens abrufen. Und es liegt für mich mittlerweile daran, dass man zum Großteil Spieler hat, denen ich es auch von ihrer Mentalität gar nicht zutraue (und vielleicht liegt das auch an der verschwommenen, stromlinienförmigen Entwicklung sehr sehr vieler vor allem junger Spieler), ein solches Niveau noch zu erreichen.
Welcher Spieler soll denn das bei uns sein? Castro hat man damals vorgeworfen, er würde in einer funktionierenden Mannschaft Weltklasse spielen, wenn es aber nicht läuft, könnte er auch den Karren nicht aus dem Dreck ziehen. Aber wer soll das bei uns denn aus dem aktuellen Kader spielerisch oder von der Mentalität her sein?
Klar, Bender und Kießling wollen immer, sind spielerisch und körperlich (Stichwort Verletzungen) aber arg limitiert. und sonst? Tah ist hintendrin ein Brecher, der eine Weltklassekarriere vor sich hat, Leno ist ein guter Torhüter, Kampl einer, der das Herz einer Mannschaft ist und das Spiel antreiben kann und Chicharito ein mindestens internationaler Topstürmer. Aber das war es doch auch! Allen anderen geht es doch (momentan) komplett ab, was das Fußballspielen angeht. Toprak, Wendell, Brandt und viele andere kannst du momentan komplett vergessen, die sind so tief im Loch, die bekommst du da erstmal nicht mehr raus. Und auch bei vielen anderen greift einfach der Punkt, dass ich es weder einem X-beliebigen Trainer noch einem Psychologen zutrauen würde, da eine Siegermentalität zu installieren.

Wahrscheinlich läuft es aber ja wie beinahe jede Saison. Wir gurken jetzt noch ein bisschen rum, fliegen auch hochkant aus der CL (und jetzt bitte keine Argumente von wegen mit mehr Glück hätten wir gegen die Russen, die Monegassen und die Engländer, sowie gestern im Pokal deutlich gewonnen...haben wir aber nicht!), nur um dann in der Rückrunde eine Serie zu starten, durch die wir am Ende dann Platz 3-6 festigen und die Saison als Erfolg ausgeben.
Das habe ich so schon so oft erlebt und mittlerweile muss man sich damit wohl auch abfinden, dass es bei uns eben so läuft.
Und das kreide ich nicht Roger Schmidt an, einfach weil es bei so vielen seiner Vorgänger eben genau so gelaufen ist.
Roger Schmidt |#226
26.10.2016 - 21:34 Uhr
Zitat von Red_Devil
Sehe derzeit wenige Gründe, wieso man an ihm festhält. Ist es wegen dem engen Spielplan derzeit, weil der neue Trainer aufgrund der englischen Wochen so wenig Zeit hätte, sich ein klares Bild zu machen um die richtigen Schlüsse zu fassen? Eher nicht, denn bis dahin sind/können wir bereits aus 2 Wettbewerben ausgeschieden sein. Der Zeitpunkt ist eigentlich denkbar ungünstig gerade. Pokalaus bereits besiegelt, CL kann nächste Woche folgen. Bleibt noch die Bundesliga. Dann kann man auch weiterhin an ihm festhalten und vesuchen, gemeinsam das bereits aufgebaute Projekt weiter fortzusetzen denn in der Liga ist der Zug noch längst nicht abgefahren was Platz 3 betrifft. Hätte man die Saison "retten" wollen, hätte man Schmidt nach dem Spiel gegen Hoffenheim aber VOR dem Pokalspiel entlassen müssen, da man die Ziele als gefährdet betrachtet sah.

Oder macht man sich einfach nur Sorgen, vor 2 so eminent wichtigen Spielen (Lotte und Tottenham) den Trainer zu wechseln? Bleibt der positive Trainereffekt aus, hat sich das Risiko ja nicht ausgezahlt sondern man steht zudem (vorerst) noch mit einer Interimslösung da.


Interessante Fragestellung. Fakt ist aber auch, wir turnen 2 Spiele mit ner Art Interimslöung herum. Kommt erschwerend hinzu, daß Krösche noch nie gewonnen hat als Übergangs Headcoach...
Noch 2 Spiele weiter und die CL könnte auch Geschichte sein und 3 Punkte lägen in Wolfsburg.
Ein Problem auszusitzen ist vielleicht in der Politik eine Lösung , da dauert eine Saison 4 Jahre. Soooo viel Zeit gibt's im Fußball Business nicht mal mit Verlängerung und 11m Schießen ugly
Roger Schmidt |#227
27.10.2016 - 10:23 Uhr
Vorweg, ich gehöre zu denen die Schmidts Verpflichtung damals sehr begrüßt haben.
Sein System hat durchaus Hand und Fuß und es war klar, dass er grundsätzlich kein schlechter Trainer ist, gleichzeitig aber sich noch entwickeln musste wenn er zu den Toptrainern aufschließen wollen würde.
Was ihm damals fehlte, waren taktische Flexibilität, gerade in Reaktion auf Ausfälle und die Fähigkeit sein System um flüssige Ballkontrollelemente und einen fähigen Aufbau der eigenen Mannschaft zu ergänzen, aber das sind Dinge die sich Trainer durchaus im Laufe von 1-2 Jahren aneignen könnten.

In so fern fand ich seinen Zickzack Kurs in der 1. Saison nicht weiter schlimm.
Taktisch musste er viel von Grund her neu ausrichten, sodass es auch nachvollziehbar war, dass er eine gewisse Zeit brauchen würde und nicht sofort Top Ergebnisse liefern würde.
Die starke Form in der Rückrunde erweckte damals den Eindruck, jetzt sei der Knoten geplatzt und es gehe von nun an Berg auf, allerdings zeigte ja der Saisonverlauf der 2. Spielzeit genau dieselbe mangelnde Konstanz bei den Ergebnissen und leider sah man auch nicht, dass Schmidt in den oben angesprochenen Punkten wirklich große Fortschritte erzielte, auch wenn es zugegebener Maßen besser wurde.

Mitte der Rückrunde fand man dann erneut zur Topform und wieder dachte man sich, dass jetzt die Kurve kommt, allerdings ist nun zu Beginn der 3. Saison wirklich fest zu halten, dass die taktische Flexibilität einfach nicht gegeben ist. Das konsequente Festhalten an seiner Formation, trotz Ausfällen führt leider dazu dass Spieler die auf bestimmten Positionen wenig verloren haben (Calhanoglu als AS) eingesetzt werden und wie erwartet schwache Leistung zeigen, da ihnen die Fähigkeiten für diese Rolle weitestgehend abgehen.

Auch bei den Fähigkeiten der Mannschaft bei eigenem Ballbesitz hinsichtlich flüssigem Kombinationsspiel und Spielaufbau, der zudem auch etwas kräfteschonender ist, muss man an eine Topmannschaft im 3. Jahr unter einem Trainer einen höheren Anspruch haben, sodass man aktuell sagen muss dass nicht nur die Ergebnisse nicht stimmen, sondern auch der Fußball insgesamt nicht dem Anspruch den man an ein Spitzenteam formulieren kann entspricht.
In so fern kann man es halt nicht auf eine Formkrise, das Fehlen bestimmter Spieler oder ähnlichem runter brechen und sagen, dass die Mannschaft dort schon wieder heraus finden wird, da ganz einfach spielerisch bestimmte Elemente fehlen um dauerhaften Erfolg zu ermöglichen.

Diejenigen, die nun auf RBL verweisen und sagen, dass der Spielansatz eines RS ja durchaus erfolgreich sein kann, sollten aber auch wissen mit welchem Kräfteverschleiß dieses Spiel einher geht.
Wenn RBL genau so spielen kann und entsprechend erfolgreich ist, nachdem die Spieler schon mehr als eine BL Saison in den Beinen haben, ggf. gleichzeitig auch englische Wochen absolvieren müssen und zudem einen relativ kurzen Erholungssommer aufgrund von Turnieren absolvierten, dann kann man weiter reden.

Ich will auch die Mentalitätsdiskussion nicht zu hoch hängen.
Es ist nicht so, dass man hier sich nun durch die richtige Einstellung an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen kann, wie es einige Mannschaften in der Zeit des Heroenfußballs taten.
Um in Deutschland mittlerweile dauerhaft Spitze zu sein, braucht es mehr als die richtige Einstellung und Talent. Egal ob Bayern, Hertha, Köln, RBL oder TSG die im Moment oben stehen, diese Mannschaften zeichnen sich neben den og. Punkten durch funktionierende Systeme aus (gut die Bayern vielleicht aktuell noch nicht wirklich wieder), und genau so hatten auch Teams wie Gladbach, Dortmund ihre Erfolge zu erklären.

Im Ergebnis ist es also durchaus gerechtfertigt nun den Trainer zu hinterfragen.
Schmidt ist kein schlechter Trainer und mit Sicherheit niemand, den man mal eben durch einen Labbadia oder was sonst so im Überfluss auf dem Markt ist ersetzen können wird.
Hier heißt es jemanden finden, der neben einem guten Defensivkonzept auch ein Offensivkonzept verfolgt, dass den Ansprüchen eines Topteams genügen muss, während der Trainer zudem die taktische Flexibilität und Fähigkeit der Vermittlung mitbringen muss um dieses System schrittweise und im Saisonverlauf ohne Sommervorbereitung der Mannschaft beibringen zu können und so jemanden zu finden wird nicht leicht, wobei Teams wie Nürnberg bei der Entdeckung Verbeeks zB. schon zeigten, dass es nicht zwingend ein Trainer mit Namen "Pep" sein muss um dieses Ziel zu erreichen.

Dh. trotz der schwachen Ergebnisse sollte man aktuell nicht zum Schnellschuss ansetzen, was Völler aber bei der Trainerfrage ja sowieso nicht tut. Da wäre ihm eher vor zu werfen, dass er zu lange an einem Trainer fest hält ohne dann als Reaktion eine bedeutend bessere Alternative vorweisen zu können.

Auch glaube ich, dass ein Schmidt mit seinem Fußball und ohne die erhoffte Ergänzung seines Systems durchaus erfolgreich in Deutschland arbeiten könnte, nur halt nicht bei einem Team mit dem Anspruch die CL zu erreichen sondern eher in der Kategorie drunter.
Roger Schmidt |#228
01.11.2016 - 08:33 Uhr
Auch mit einigem zeitlichen Abstand zum "Vergehen" Schmidts gegen Hoffenheim finde ich angesichts der Kommentare hierzu, dass in der Bewertung der Vorfälle maßlos übertrieben wird.

Realistisch einschätzen muss man als Prämisse zunächst, dass auf einem Fußballplatz etwas lockerere und hemdsärmeligere Ungangsformen gelten als in einem Bürobetrieb - dort spuckt zB auch keiner auf den Boden.

Ich bleibe dabei, dass das, was Schmidt zu Nagelsmann gesagt hat, eine Kleinigkeit ist, es war in Wortwahl und wie es gesagt wurde nicht wirklich beleidigend.

Hieraus dieses mediale Spektakel (mit den anschließenden Auswirkungen) zu destillieren finde ich persönlich absolut unangemessen und unverständlich. Würde man immer so beurteilen, hätten Trainer wie Klopp, ganz zu schweigen von Simeone oder Mourinho lebenslanges Berufsverbot. Insbesondere letztere schrecken nicht vor physischen Aktionen zurück, und in der öffentlichen Wahrnehmung gelten sie als "Typen" und tolle Trainer, deren Erfolg auch ihrer besonderen, extrovertierten Art geschuldet ist.

Verglichen damit ist unser armer Roger Schmidt ein wahres Unschuldslamm. Zwar ist die Aktion gg Dortmund definitiv nicht hinnehmbar gewesen, aber ausschließlich wegen seiner anfänglichen Weigerung, den Innenraum trotz roter Karte zu verlassen. Entscheidungen des Schiedsrichters nicht zu akzeptieren ist quasi ein Angriff auf die Regularien eines geregelten Spielbetriebs und darf nicht unsanktioniert bleiben. In dieser Hinsicht dürfte sich auch nichts wiederholen, und die Bewährungsstrafe ist sicher eine ernstzunehmende Auflage.

Aber isoliert betrachtet ist die Aktion im Hoffenheimspiel eine Aktion, die bei konsequenter Behandlung durch den DFB in vergleichbaren Fällen einen normalen Spielbetrieb auch zu pausenlosen Bestrafungen von Banalitäten führen müsste.

Allenfalls der Verein hat hier Grund, seinen leitenden Angestellten zur Zurückhaltung aufzurufen, weil er offenbar in die Schusslinie geraten ist und die Folge der Sanktionen den Verein sehr schädigt. Insofern darf sich hier nichts wiederholen. Aber Schmidt darf sich mit dieser Hypothek fast schon nicht mehr "normal" und authentisch verhalten, weil ihm Kleinigkeiten schon zu strafwürdigem Verhaltrn ausgelegt werden können, wenn man ihm böse will. Und das darf nicht sein.

All das hat nichts damit zu tun, dass man über Aspekte seines Coachings durchaus kritisch diskutieren kann.

•     •     •

»In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde. « (Hans Meyer)
Roger Schmidt |#229
01.11.2016 - 14:20 Uhr
Zitat von Erichson81
Ich denke, die Aktion ist doch schon lange gegessen. Es geht hier hauptsächlich um die nicht vorhandene (spielerische) Entwicklung, schlechte Standardsituationen, kein Plan B gegen defensive Mannschaften und um sein(e) Sturheit/Auftreten.

Aber zu RS ist hier schon alles gesagt worden, entweder er liefert jetzt oder er ist bald weg. Er hatte jetzt natürlich viel Glück, dass wir gegen Wolfsburg gespielt haben. Die sind aktuell mit die schwächste Mannschaft in der Liga und heute Abend kommt wieder ein Gegner der uns liegen sollte, weil sie auch den Ball haben wollen und das Spiel gestalten möchten. Am WE gegen Darmstadt wird man sehen, wie es hier weiter geht.


Naja wenn der Trainer Fußball guckt wird der seinen Jungs sagen die sollen getrost auf Ballbesitz verzichten und er wird auf Konter gegen uns spielen. Ein Unentschieden bringt meiner Meinung nach Tottenham mehr als uns, wobei man sagen kann das die Chance auf einen Lucky Punch gegen Leverkusen immer gut steht. Wir müssen uns da morgen ganz schön strecken denn bei einer Niederlage sind wir raus und wir müssen noch nach Russland.
Auch wenn die nur einen Punkt vor uns sind können die da meiner Meinung nach entspannter rangehen. Das Stadion tut ihr übriges zu deren Gunsten. Ich weiß nicht von welcher Aura Herr Völler da heute wieder gesprochen hat aber die Stimmung im Wembley spielt nicht für uns.
Es ist doch wieder eine Scheix Situation. Verlieren wir sind wir raus und Schmidt vllt trotzdem nicht los. Gewinnen wir haben wir CL aber Schmidt darf seinen Rumpelfußball weiter spielen. Es ist irgendwie der Kampf zwischen Kurzfristigen Erfolg oder langfristigem. Da tendiere ich gerade irgendwie doch dazu Schmidt abzusägen und zu verlieren. So bitter und dumm das ist
Roger Schmidt |#230
01.11.2016 - 14:57 Uhr
Irgendwie geht mir diese Anti-Schmidt-Stimmung hier gewaltig auf den S.A.C.K.!
Wenn wir ihn jetzt rauswerfen haben wir vor Ablauf seiner regulären Vertragslaufzeit doch schon den nächsten Trainer verschlissen. Ich würde mich mal von dem Gedanken lösen, dass ein Trainerrausschmiss die Lösung ist, wenn es mal nicht läuft. Der nächste der kommt wird es allenfalls anders, aber nur kurzfristig, wenn überhaupt, besser machen.
Was die meisten hier übersehen, ist der Umdtand, dass im Fußball auch das Momentum, die Fortüne, stimmen muss. Und manchmal tut sie es und manchmal nicht. Ganz einfach.

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»In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde. « (Hans Meyer)
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