DFB und DFB-Teams

Joachim Löw [Bundestrainer]

18.07.2012 - 10:43 Uhr
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3741
12.11.2013 - 11:03 Uhr
Ich kann nicht nachvollziehen, dass eine Aussage wie "Der Titel ist Pflicht" oder "Alles Andere als der Titel wäre eine Katastrophe" der Mentalität der Mannschaft helfen soll.
Natürlich ist der Titel das Ziel. Wir sprechen hier von Profis, die den Wettkampf gewöhnt sind, und nicht von einer Hobby-Truppe, die mal nach Brasilien fährt um sich die schönen Strände anzugucken und nebenbei ein bisschen gegen den Ball kickt. Da will jeder Spieler, und auch alle Verantwortlichen, das Maximum herausholen (im Idealfall also den Titel).
Nur welchen Mehrwert hätten diese Kampfansagen, außer der nach Titel gierenden Öffentlichkeit nach dem Mund zu reden? Es wird doch nur versucht den Druck für die Spieler nicht zu groß werden zu lassen um in den entscheidenden Momenten nicht zu verkrampfen. Nur durch Reden ist noch niemand Weltmeister geworden.
Oder glaubt hier ernsthaft jemand, dass die Spieler sich in einem möglichen Halbfinale sagen: "Ah, Halbfinale ist erreicht, jetzt können wir ne ruhige Kugel schieben, wir haben ja die Erwartungen eh erfüllt"?
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3742
12.11.2013 - 11:33 Uhr
So ganz klar ist mir die Forderung nach klaren Titelansagen auch nicht. Ich dachte seit Klopp ist Understatement und von Spiel zu Spiel denken das neue Mantra für Erfolg, kombiniert mit Starkreden der kleineren Gegner und überzogenen Qualitätsvergleichen zu dem nominell stärkeren Team.

Nicht dass ich Löws öffentliche Auftritte toll finde, da ist so einiges bedenkliches dabei, aber dieses Titel fordern ist meiner Meinung nach ziemlicher Unsinn. Glaubt wirklich jemand, dass sich dadurch eine Siegermentalität einstellt?
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3743
12.11.2013 - 11:37 Uhr
Zitat von Snapper:
Ich kann nicht nachvollziehen, dass eine Aussage wie "Der Titel ist Pflicht" oder "Alles Andere als der Titel wäre eine Katastrophe" der Mentalität der Mannschaft helfen soll.
Natürlich ist der Titel das Ziel. Wir sprechen hier von Profis, die den Wettkampf gewöhnt sind, und nicht von einer Hobby-Truppe, die mal nach Brasilien fährt um sich die schönen Strände anzugucken und nebenbei ein bisschen gegen den Ball kickt. Da will jeder Spieler, und auch alle Verantwortlichen, das Maximum herausholen (im Idealfall also den Titel).
Nur welchen Mehrwert hätten diese Kampfansagen, außer der nach Titel gierenden Öffentlichkeit nach dem Mund zu reden? Es wird doch nur versucht den Druck für die Spieler nicht zu groß werden zu lassen um in den entscheidenden Momenten nicht zu verkrampfen. Nur durch Reden ist noch niemand Weltmeister geworden.
Oder glaubt hier ernsthaft jemand, dass die Spieler sich in einem möglichen Halbfinale sagen: "Ah, Halbfinale ist erreicht, jetzt können wir ne ruhige Kugel schieben, wir haben ja die Erwartungen eh erfüllt"?


Die Spieler selbst (Schweinsteiger, Lahm, etc.) sprechen doch vielmehr vom Titel und zB nicht von einem Erfolg bei Erreichen des Halbfinals...
Von der Verantwortlichenriege kommt da teils wirklich einfach ein Laissez-faire Botschaft rüber. Man kann mal den Titel gewinnen, ABER...

Jetzt herzugehen und öffentlich sagen "der Titel ist Pflicht" braucht auch keiner machen. Man ordnet alles unter bzw fokussiert sich in Brasilien für den max. Erfolg, etc.
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3744
12.11.2013 - 11:41 Uhr
Zitat von Snapper:
Oder glaubt hier ernsthaft jemand, dass die Spieler sich in einem möglichen Halbfinale sagen: "Ah, Halbfinale ist erreicht, jetzt können wir ne ruhige Kugel schieben, wir haben ja die Erwartungen eh erfüllt"?


Sowas kann durchaus unterbewusst stattfinden.

Beim FC Bayern beispielsweise wird auch gerne mal der Titel als Ziel ausgegeben. So wird einer Ausrede wie "das Ziel Platz X wurde ja erreicht" vorgebeugt. Diese Einstellung fällt unter das bekannte und allgemein außer unter Bayernfans verhasste "Mia san mia".

Beim DFB will man sich ja gar nicht an Titeln messen lassen. Ist doch viel besser für den eigenen Job, wenn die Erwartungen möglichst gering gehalten werden.

Mir als Bayernfans fällt es zumindest schwer, wenn die Zielsetzung der eigenen Mannschaft nicht der Titel ist, zumal dies beim DFB ja kein Ding der Unmöglichkeit wäre und auch niemand für verrückt erklärt würde. Wir sind nicht Andorra - wir brauchen kein Understatement! Das Understatement des BVB hat die letzten Jahre auch nur so gut geklappt weil Kloppo wahrscheinlich die Spieler in der Kabine zusammengeschrien hat: "IHR P€ñN€& HOLT DIESEN SC#%SS TITEL ODER ICH BEISS EUCH EURE VERF/
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Till_Phaylor am 12.11.2013 um 11:46 Uhr bearbeitet
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3745
12.11.2013 - 11:47 Uhr
Mein Beitrag wird unten abgeschnitten - keine Ahnung wieso. Aber ich denke es ist klar, was ich sagen will.
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3746
12.11.2013 - 12:03 Uhr
Zitat von Snapper:
Ich kann nicht nachvollziehen, dass eine Aussage wie "Der Titel ist Pflicht" oder "Alles Andere als der Titel wäre eine Katastrophe" der Mentalität der Mannschaft helfen soll.
Natürlich ist der Titel das Ziel. Wir sprechen hier von Profis, die den Wettkampf gewöhnt sind, und nicht von einer Hobby-Truppe, die mal nach Brasilien fährt um sich die schönen Strände anzugucken und nebenbei ein bisschen gegen den Ball kickt. Da will jeder Spieler, und auch alle Verantwortlichen, das Maximum herausholen (im Idealfall also den Titel).
Nur welchen Mehrwert hätten diese Kampfansagen, außer der nach Titel gierenden Öffentlichkeit nach dem Mund zu reden? Es wird doch nur versucht den Druck für die Spieler nicht zu groß werden zu lassen um in den entscheidenden Momenten nicht zu verkrampfen. Nur durch Reden ist noch niemand Weltmeister geworden.
Oder glaubt hier ernsthaft jemand, dass die Spieler sich in einem möglichen Halbfinale sagen: "Ah, Halbfinale ist erreicht, jetzt können wir ne ruhige Kugel schieben, wir haben ja die Erwartungen eh erfüllt"?


Es geht nicht darum, ob Aussagen in der Öffentlichkeit den eigenen Chancen helfen oder nicht, sondern darum, dass man durch solche Äußerungen Rückschlüsse daraus ziehen kann wie jemand an Dinge herangeht.
Sowas kann dann durchaus auch auf die Mannschaft abfärben, denn wenn man wie Löw in der Vergangenheit z.B. die Spanier so stark redet, dass man dann (taktisch) in Ehrfurcht erstarrt, dann hat das natürlich Auswirkungen.
Natürlich muss Löw sich nicht täglich vor die Presse stellen und verkünden man werde den Titel zu 100% holen, aber wie er damit umgeht, dass Deutschland eben als (ein) Titelfavorit gesehen wird ist halt schon vielsagend.
Selbst Klopp hat sich nach dem verlorenen CL-Finale hingestellt und direkt das nächste ambitionierte Ziel öffentlich formuliert (CL-Finale Berlin 2015) und bei Bayern sagt auch jeder ohne Umschweife, dass man den CL-Titel verteidigen will, obwohl das bisher noch nie eine Mannschaft geschafft hat.
Ob man solche Ziele dann erreicht ist immer fraglich, aber die muss man doch zumindest haben. Ich erwarte ja wie gesagt nicht, dass die dann ständig offensiv formuliert werden, aber wieso derart abwehrend reagieren, wenn sie dann sowieso von Außen ran getragen werden?
Das macht man nur dann, wenn man nicht wirklich glaubt diesen Ansprüchen gerecht werden zu können bzw. ein Scheitern bereits im Hinterkopf hat und genau das stößt dann halt vielen negativ auf.
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3747
12.11.2013 - 13:26 Uhr
Zitat von El_Jogi:
Das war keine Aussage von Löw, sondern die kindisch-bockige Phantasiekonstruktion eines bekannten Dreckschmeißers.


Dass die eine konstruierte Aussage war, war mir sehr wohl bewusst. Ich nahm aber an, dass jeder schon versteht, dass ich nicht auf diese Aussage einging, da es so offensichtlich ein Seitenhieb des Posters auf Löw war.
Es ging um dies Aussage, dass er Kritik üben wird, wenn er das denn will. Das wirkt für mich doch sehr unsouverän, zumal es ja schon wieder alter Kaffee ist - da kann man auch souveräner/geschickter antworten, wenn es schon quasi abgehakt sein sollte.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BMG_Berni am 12.11.2013 um 13:48 Uhr bearbeitet
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3748
12.11.2013 - 13:32 Uhr
Zitat von El_Jogi:
Zitat von Jay-Jay063:
Zumindest braucht sich der Jogi-Bär dann nicht wundern, wenn er in der Öffentlichkeit kritisiert wird bzw. in der Kritik steht...
Wann? Wenn irgendwelche Typen irgendwelche Witzaussagen konstruieren, die andere Typen für bare Münze nehmen? Dafür kann Herr Löw wenig.


Wie ich bereits schrieb ging es 0,0 um diese konstruierte Aussage, daher kannst du dir die abwertene Bezeichnung "irdendwelche Typen" freundlicherweise sparen. Man könnte sich die auch sparen, selbst wenn ich diese Aussage ernstgenommen hätte. Aber ich kann auch verstehen, wenn man als jemand, der versucht hier rational zu bleiben, und ständig gegen Löw-basher ankämpft - zu denen ich mich nicht zähle, auch wenn du oder andere es ggfs. anders sehen -, dann auch etwas genervter/gereizter reagiert.

@Leinad: sehr schön ausgedrückt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BMG_Berni am 12.11.2013 um 13:55 Uhr bearbeitet
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3749
12.11.2013 - 13:58 Uhr
Zitat von Leinad:

...


Guter Beitrag! Der Titel muss natürlich nicht Pflicht sein, aber es sollte zumindest unser Anspruch sein, darum mitzuspielen. Und wenn Bierhoff jetzt schon wieder sagt, das Halbfinale wäre ein Erfolg, dann läuft da irgendwas schief.
Ich habe bei der Löw-Clique das Gefühl, man klopft sich lieber für kleine Erfolge auf die Schulter, als mal nach den großen Erfolgen zu streben und da dann auch mal in Kauf zu nehmen, dass es hinterher heißt, man sei gescheitert. Wie es hier bereits auf der Seite stand, scheint Löw gern das Bild des Unfehlbaren vermitteln zu wollen. Aber damit steht er sich nur unnötig selbst auf den Füßen.
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3750
12.11.2013 - 14:31 Uhr
Zitat von Terrence_Hill:
www.sueddeutsche.de:
Den Testspiel-Gegner Italien bezeichnet der Bundestrainer als "Wunschgegner" - trotz einschneidender Niederlagen in den vergangenen Jahren, etwa im WM-Halbfinale 2006 und im Halbfinale der EM 2012. "Klar könnte man sagen: Italien zählt nicht zu unseren Wunschgegnern. Aber Sie werden lachen: In diesem speziellen Fall sind sie mein absoluter Wunschgegner. Wir wollten im November Testspiele, in denen wir noch was lernen können. Da gibt es keinen besseren Gegner als die Italiener", sagte Löw.

Was den Bundestrainer an den "Azzurri" besonders beeindruckt: "Die Italiener können sich wie keine zweite Mannschaft auf der Welt verstellen, sie sind - und das ist positiv gemeint - so was wie Illusionskünstler. Sie können ein Spiel auch mal eine Weile verwalten, lullen den Gegner ein, lassen ihn glauben, er habe sie im Griff. Aber plötzlich ziehen sie an oder stellen um, und schon schlagen sie zu. Sie kommen daher wie der Wolf im Schafspelz."
Also ich blicke auch neidvoll auf die italienische Nationalmannschaft. Vom Spielermaterial dürfte Deutschland deutlich besser aufgestellt sein, aber Italien hat mit Prandelli einen Klasse-Trainer. Vielleicht sollte Löw da mal hospitieren - lernen kann er da, wie er selbst sagt, bestimmt eine Menge.


Wenn der Löw mal recht hat, dann hat er eben recht. Nur "Illusionskünstler" als Charakterisierung der italienischen Spieler halte ich für irreführend.

Ich nehme die italienische Mannschaft meist so wahr:

1. Absolute Disziplin und Systemtreue in der Defensivarbeit, besonders in der Viererkette ganz hinten.
2. In der Offensive ist alles möglich - je nach Situation -, kaum berechenbar.
3. Technisch (hinten wie vorne) meist sehr sicher.

Aktuell kommt noch dazu, dass es allein schon eine besondere Leistung ist, einen solch herben Kotzbrocken wie Balotelli in die Mannschaft zu integrieren. Wirkt fast wie Sozialarbeit auf dem Fußballfeld, aber es funktioniert.

Italien wird wegen herrschender Klischees und Stereotype über "die Italiener" fast immer unterschätzt. Typisch für die Mannschaft ist allerdings, dass sie "kleine Gegner" unterschätzt, aber gegen große Gegner oft hervorragend spielt. Deshalb hat es Deutschland auch so schwer, gegen Italien zu gewinnen.

•     •     •

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; 
aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg
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