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Huub Stevens
Geburtsdatum 29.11.1953
Alter 72
Nat. Niederlande  Niederlande
Funktion Trainer
Akt. Verein Karriereende

Huub Stevens [Trainer]

05.10.2012 - 13:52 Uhr
Vorletzter Beitrag:

Zitat von MonroeStahr:
Ich denke, wir haben bei aller Konfusion in den vergangenen Spielen ein grundsätzliches und ziemlich banales Problem, nämlich die Umsetzung unserer spielerischen Überlegenheit in Torchancen, anders formuliert: der Zug zum Tor.

Alles andere: Defensivverhalten, schnelle Überbrückung des Mittelfelds bei Kontern, stimmt grundsätzlich, dazu ist selbst Unnerstall verkraftbar. Und selbst wenn der Hunter etwas von der gewohnten Torsicherheit vermissen lässt, sollte uns das normalerweise auch nicht aus der Bahn werfen. Die Abhängigkeit von ihm beruht nämlich vor allem darauf, dass wir aus wenigen Chancen immer noch genügend Tore machen.

Gegen Augsburg war fast jede Chance ein Treffer.
Auch gegen Fürth war die Quote ordentlich.
Gegen Bayern - no comment.
Gegen Mainz hatten wir fast eine Stunde keine Torchance
Gegen Düsseldorf hatten wir trotz maßloser spielerischer Überlegenheit in der 1. Halbzeit etwa so viel Torchancen, wie wir Tore gemacht haben. Erst als die Düsseldorfer die Scheunentore weit geöffnet hatten, kamen wir zu weiteren Chancen.
Gestern hatten wir in der ersten Halbzeit deutlich mehr (wenn auch weniger klare) Torchancen, weil - untypischerweise - Pukki gespielt hat, der einzige, der neben Jeff in der Lage ist, die entscheidenden Meter an der Strafraumgrenze mit Zug zum Tor zu gehen und vielleicht auch zuletzt noch einen Pass zu spielen - und zwar durch die Mitte. Hinzu kam, dass Draxler (der den letzten Pass mit fast schon grandioser Zwanghaftigkeit vermasselt) einen Sahnetag hatte. Danach eine halbe Stunde wiederum gar nichts.


Das ist angesichts dessen, was wir da rein namentlich vorne aufzubieten haben, eine lachhafte Quote. Wenn ich dazu noch die Tore subtrahiere, die wir aus Standards und gelungen Einzelaktionen heraus erzielen, wirds für eine BL-Spitzenmannschaft allmählich peinlich. Eine der wesentlichen Gründ ist für mich mangelnde Risikobereitschaft, bzw. das, wo sich Huub und eine ganze Reihe unserer Fans mMn absolut einig sind: nämlich der verhasste Fehlpass. Lieber noch zehnmal drehen und die Pille zurückdreschen, als das Risiko auf sich nehmen, jemanden steil zu schicken, einen DP zu spielen etc. Könnte ja schiefgehen. Wie oft sich gestern ein Spieler unbedrängt von irgendwelchen Gegenspielern zum Rückpass genötigt fühlte - das war schon grotesk. Selbst ein an sich frischfrommfröhlicher Typ wie Holtby bevorzugt mittlerweile den gepflegten Sicherheitspass, wahrscheinlich hat er mittlerweile die Schnauze voll davon, sich jedes Mal anschnauzen zu lassen, wenn etwas schief geht. Insofern hat der Hunter Recht, wenn er unser Spiel als "ängstlich" bezeichnet. Und einen Trainer, der "einem dauernd sagt, was man falsch macht, bis man gar nicht mehr weiß, wie man etwas richtig macht" (ich zitiere aus der Erinnerung Mike Büsgens) sehe ich weder jetzt noch in der Zukunft in der Lage, dieses Problem zu beheben. Insofern glaube ich nicht, dass Huub dieses Problem dauerhaft in den Griff bekommen wird.
Huub Stevens [Trainer] |#1
05.10.2012 - 13:53 Uhr
Dies ist der Diskussionsthread zu Huub Stevens.



Alter Thread:

http://www.transfermarkt.de/de/unser-trainer-ab-27-09-2011-huub-stevens/topic/ansicht_16_373344_seite1.html
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BWG am 22.02.2014 um 22:53 Uhr bearbeitet
Huub Stevens [Trainer] |#2
05.10.2012 - 13:55 Uhr
Letzter Beitrag aus dem alten Thread:

Zitat von Spain2010:
Zitat von MonroeStahr:

Und einen Trainer, der "einem dauernd sagt, was man falsch macht, bis man gar nicht mehr weiß, wie man etwas richtig macht" (ich zitiere aus der Erinnerung Mike Büsgens) sehe ich weder jetzt noch in der Zukunft in der Lage, dieses Problem zu beheben. Insofern glaube ich nicht, dass Huub dieses Problem dauerhaft in den Griff bekommen wird.


Tut mir leid, aber so etwas kann ich nicht nach vollziehen, wenn die Spieler auf dem Platz herum irren als könnten sie ohne Navi nicht mal ihr eigenes Haus finden. Dann soll der Trainer Schuld haben? Dafür hat man eigentlich erfahrene Leute im Kader wie Jones, Hunter, Metze, Hilde, Barnetta, Farfan, Fuchs, Affelay, Obasi, alle 26 und älter, soll Huub auf den Platz rennen und Papa an der Hand über den "Zebrastreifen" führen? Das müssen oben genannte machen.

Von solch erfahrenen Spielern kann man das wohl erwarten.

Oder Holtby, der bei Twitter immer ne große Fresse hat und sich auf dem Spielfeld benimmt als sei er eine Zombie!

Oder der Hunter, der Draxler anmotzt, weil er lieber selbst versucht hat anstatt ihm den Ball zu geben, aber genau die gleiche Aktion selbst abgezogen hat. Wie soll Jule, denn den Hunter so ernst nehmen?

Das einzige, was ich Huub aktuell ankreiden kann ist, dass er den Hunter nach der Ego-Aktion nicht sofort vom Platz geholt. Ich hätte zur Not sogar zu zehnt weiter gespielt nur um zu verdeutlichen, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. Wenn er alleine gewinnen will, soll er Tennis spielen.

Und das er wohl, keine Eier mehr hat, um den "Stars" mal gehörig die Meinung zu geigen.
Huub Stevens [Trainer] |#3
05.10.2012 - 15:10 Uhr
Mir fehlt es im System an Bewegung!
Fußball ist nämlich nicht nur ein Mannschafts- sondern auch ein Laufsport.

Was ich immer wieder sehe ist, dass einzelne Spieler Pressing auf den Gegener ausübt. Das Problem ist doch aber, dass durch das Pressing der Gegner nicht Ansatzweise unter Druck gerät. Wenn jetzt zum Beispiel Huntelaar und Holtby zusammen auf den Gegner stürmen würden und versuchen würden, den Ball zu erobern, dann würde wohl in den meisten Fällen der Gegner den Ball hoch nach vorne schlagen und unsere Defensive hätte ein relativ leichtes Spiel. Holtby darf man auch aus der Kritik herausnehmen. Er ist der einzige im Team, der ein gescheites Pressing spielt. Huntelaar mit Abstrichen. Die hochumjubelte Borussia aus dem Sauerland hat im ersten Meisterschaftsjahr durch gemeinsames Pressing den Gegner zu Fehlpässen gezwungen und konnte so Konter um Konter fahren und sich Torchancen erarbeiten. Ich denke auch, dass der Einzelne weniger läuft, wenn der Mitspieler mit auf den Gegner geht. Holtby und Huntelaar, die beiden einzigen, die Pressen, würden dadurch entlastet werden und könnten so ihre Konzentration für den Abschluss sparen und je früher der Ball gewonnen wird, desto weniger Stress hat dann die Abwehr.
Aber nicht nur die Bewegung beim Pressing ist zu gering, sondern auch das Spiel ohne Ball. Warum wird denn nach hinten gespielt? Weil es nach vorne hin keine "sicheren" Anspielstationen" gibt. Die Spieler müssen meiner Meinung nach auch ohne Ball einfach mehr laufen. Die Passgeber müssen wissen, dass der Mitspieler dann in die Laufrichtung einschlagen wird, so dass dann durch einen Chippass oder durch ein Doppelpasse ein bisschen mehr Gefahr aber vor allem auch Raum entstehen
kann.
Das was wir jedoch spielen ist ein durch Sicherheit geprägter Standfußball mit im überwiegenden überfallartigen Kontern und Standards. Durch die hohe Qualität gewinnen wir im Normalfall auch viele Spiele, da einfach irgendwer schon mal ein Tor machen wird, aber wenn dann wie jetzt mal die 100%-tigen ausgelassen werden, dann sehen wir schon ziemlich alt aus. Jetzt kann man zwar auch das Montpellierspiel anführen, wo man gesehen hat, dass wir klarere Chancen hatten, als der Gegner, aber was ich eher hervorheben wollen würde ist, dass der Gegener uns eigentlich nicht wirklich gefordert hat. Er hatte zwar Konter gesetzt, aber hätten wir Montp. frühzeitig unter Druck gesetzt und hätten unsere Torchancen gesucht, dann wäre meiner Meinung nach das ganze Spiel frühzeitig durchgewesen.

Durch das langsame Spiel, die wenigen Steilpässe vor allem auf Pukki im letzten Spiel und den geringen Mut auch mal etwas riskieren wird ein Spiel sehr eintönig und langsam. Es entstehen weniger Torchancen und
Das kreide ich aber nicht nur Huub Stevens sondern auch einigen anderen Trainern an; das ist seit Jahre schon so (außer RR).
Huub Stevens [Trainer] |#4
05.10.2012 - 15:17 Uhr
Das größte Problem der momentanen Situation ist, dass sowohl Verantwortliche, Mannschaft und Fans die völlig falsche Zielsetzung haben, beziehungsweise diese immer wieder über den Haufen werfen.
Wir sind mit 7 Punkten aus 3 spielen gestartet, klingt gut nicht wahr? Das wir am ersten Spieltag jedoch 2 Punkte hergeschenkt und gegen, bei allem Respekt, gegen Augsburg und Fürth zwar gewonnen, aber keinesfalls klar dominiert haben wurde bei Heldts Satz, dass sich keiner gegen den Titel sträuben würde wohl vergessen. Obwohl diese Zielsetzung bei unseren Kartenpreisen eigentlich das Mindeste sein müsste...
Weder das Herausspielen von Chancen, noch die Nutzungsquote der Wenigen, haben wirklich ein Argument geliefert, eine solche Aussage zu treffen. Außerdem wurde dadurch unsere Zielsetzung, die vor der Saison jedem klar war, schon leicht untergraben. Wenn eine solche Aussage vom Manager kommt, werden die Fans dadurch geblendet und die Mannschaft unnötig unter Druck gesetzt.
Nach dem Auftaktsieg in der Champions League, wurde diese neue Erwartungshaltung wieder gestärkt, zugegeben, die Mannschaft hatte eine gute Leistung gezeigt und nach dem Gegentor perfekt geantwortet. Das Problem war jedoch, dass die Spieler dadurch wohl die Idee kam, dass sie die geilsten sind, denn was seit diesem sowohl physisch als auch psychisch starken Spiel abgeliefert wird, darf einfach nicht ein.
Klar, gegen die Bayern, die wieder mal einige Millionen investiert haben, darf man mal verlieren. Aber nicht so, nicht wenn man sich kurz davor noch als Geheimtipp im Titelrennen hingestellt hat. Vor allem aber nicht, wenn man die Qualität, die in unserem Kader steckt berücksichtigt. Bayern hat uns nicht geschlagen, Bayern hat uns (wieder mal) vorgeführt, auf eine Art und Weise, die für Schalke unwürdig ist. (Ja, hier habe ich eine sehr viel höhere Erwartungshaltung an die Mannschaft.)
Das darauffolgende Mainzspiel, wurde zwar mit 3:0 gewonnen, aber auch hier hat das Ergebnis mal wieder geblendet, der Sieg fiel nach Spielverlauf 1 bis 2 Tore zu hoch aus, obwohl man, wenn man die Kader vergleicht sehen sollte, dass ein solches Ergebnis verdient zustande kommen sollte. Aber gut, auch schlechte Spiele muss man mal, mehr oder weniger, deutlich gewinnen. Sowas macht einen Titelaspiranten ( :ugly ) eben auch aus. Nachdem die Zuschauer, hier spreche ich absichtlich nicht von Fans, schon bei dem 3:0 Sieg gepfiffen haben, musste es doch logisch sein, dass die Mannschaft dadurch verunsichert wird. Das diese Pfiffe jedoch auch aus der, erst kurz vorher, von Heldt getätigten Aussage, man würde sich nicht gegen den Titel wehren, resultierten, wurde von Stevens bei seiner Aussage gegen die Zuschauer offensichtlich nicht bedacht. Eine solche Aussage erzürnt diese dann noch mehr, was sich dann in der Gemütslage der Mannschaft und ihrer Leistung gegenüber niederschlägt.
Im Spiel gegen Düsseldorf zeigte sich dann ein schon vorher auffälliges, jedoch nicht so wahrgenommenes Problem. Die Einstellung der Mannschaft.
Von der ersten Halbzeit, in der wir keinesfalls gut, sondern Düsseldorf grottenschlecht war, geblendet, verschenkte die Mannschaft zwei wichtige Punkte. Ob die Mannschaft sich einfach nur geil fand, weil sie die ersten beiden Tore gegen einen Aufsteiger erzielte, oder ob sie sich generell schon als der sichere Sieger sahen, weiß ich nicht. Vielleicht kam ja beides zusammen.
Es ist jedoch unerklärlich, dass Heldt zwar die Situation richtig erkannt hat, "wenn Düsseldorf ein Tor schießt...", die Mannschaft jedoch von Stevens entweder nicht richtig eingestellt wurde, oder ihn einfach ignoriert hat. Beide Szenarien sind ein Graus, denn entweder ist unser Trainer zu engstirnig, um die einfachsten Dinge im Fußball zu erkennen, oder unsere Mannschaft hat Angst vor der eigenen Courage. Ich glaube eher an letzteres, weiß jedoch nicht, ob es mir auch lieber ist...
Das man am Mittwoch gegen eine Mannschaft, die stehend K.O. und in Unterzahl schon so gut wie geschlagen war das 2:2 kriegt, setzt dem ganzen die Krone auf. Auch in diesem Spiel konnte man mal wieder die mangelnde Konzentration und teilweise auch den (erschreckenderweise) fehlenden Willen erkennen. Absolut bezeichnend hierfür, war die Kontersituation, in der plötzlich alle Spieler in der eigenen Hälfte stehen bleiben. Ich bin nun wirklich kein Freund vom auspfeifen der eigenen Mannschaft, aber in dieser Situation bin auch ich an die Decke gegangen und habe geflucht wie selten zuvor. Das Huntelaar in der 89. Minute auch noch die Chance vergibt den Sack zu zu machen zeigt, dass er momentan, genau wie der Großteil der Mannschaft, mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache ist.

Nun ist es an Stevens, die Mannschaft auf zu wecken und in die Bahn zu bringen.

•     •     •

Waffen töten keine Menschen, George RR Martin tötet Menschen.
Huub Stevens [Trainer] |#5
05.10.2012 - 15:28 Uhr
Zitat von Jopsn:
...


sehr gut zusammengefasst...

sehe ich zu 100 % genauso...

•     •     •

FC Gelsenkirchen-Schalke 1904 **** SpVgg Greuther Fürth

BILD - hinterfotzig, scheinheilig, volksverdummend, hetzerisch
Huub Stevens [Trainer] |#6
05.10.2012 - 16:16 Uhr
Jopsn, dein Beitrag ist gut geschrieben und liefert einige interessante Punkte, aber ich bin trotzdem nicht ganz deiner Meinung.
Das Ziel für die Saison ist die CL, mindestens das europäische Geschäft (also EL), aber am liebsten der direkte Weg in die CL, also Platz 3. Alles weitere ist unrealistisch und könnte dann angeführt werden, wenn wir Platz 3 kurz vor Schluss gesichert hätten. Da kann auch Heldt sagen was er will, dass ist einfach die Realität: Platz 3 wäre schon das Optimum. Mehr wäre nur möglich, wenn entweder Dortmund oder Bayern stolpern sollten und damit ist nicht zu rechnen.
Da gibt es auch nicht viel zu diskutieren und nur weil unserer Manager was anderes gesagt hat, muss man doch selber realistisch bleiben.
Meine Erwartungshaltung hat das wenig beeinflusst. Mich hat es geärgert, dass man vor dem Bayernspiel erklärt hat, dass man die eigene Chancen suchen will und sich dann doch eher versteckt. Aber selbts da haben wir lange das 0:0 gehalten und haben dann nach dem Doppelschlag aufgesteckt.
Das Cl-Spiel gegen Piräus hat da auch nichts geändert. Da war es einfach wichtig die Punkte zu holen und um mehr ging es nicht.
Die gestiegene Erwartungshaltung sehe ich nicht als Grund für die aktuelle Schwächephase. Ich glaube eher, dass man nach der letzten Saison dachte, dass man an die dortigen Leistungen anknüpfen kann und neben den Ergebnissen auch schöneren Fußball geboten bekommt. Einige Aussagen zum Raul-Abgang waren da sicher nicht hilfreich ("ohne Raul sind wir flexible" -> das Spiel wird ansehnlicher).
Die sportliche Bilanz ist immernoch nicht schlecht, nur haben wir eben mehrmals unnötig Punkte weggeschenkt, insgesamt 6 Punkte (H96, Düsseldorf, Montepellier). Spielerisch war das noch nicht gut, aber obwohl ich eigentlich auch schönen Fußball sehen möchte, sind mir zu Beginn der Saison die Punkte wichtiger. Erst kommt die Arbeit, dann die Kür. Hat man sich oben festgesetzt, punktet regelmässig, steigt das Selbstbewusstsein und damit wird meistens auch das Spiel besser.
Die Pfiffe resultieren daraus, dass die Mannschaft einfach nicht ihr Potenzial abruft und ihr offensichtlich teilweise die Orientierung fehlt. Und da sehe ich Raul als Grund: Er war der Mittelpunkt der Mannschaft, ein genialer Spieler auf dem Feld, eine Legende und auch neben dem Platz eine Respektsperson und jemand, zu dem man aufschaut. Ich habe es schonmal geschrieben, dass ich glaube, dass diese Eigenschaften von Raul uns fehlen, jemand der auf dem Platz die Richtung vorgibt, das Tempo bestimmt, eine Orientierung gibt für die jungen Mitspieler. Von Holbty kann man das noch nicht so erwarten, Jones ist nicht konstant fit, Neustädter erst frisch zu uns gekommen, die Flügelspieler rotieren, unsere IVs (Matip und Papa) sind noch jung, Höwedes spielt häufig RV, Fuchs steckte selber in einem Leistungstief und spielt auch Außen, Hunterlaar zu weit vorne.
Ich glaube der Mannschaft fehlt auf dem Platz teilweise die Stabilität. Raul garantierte sie uns 2 Jahre lang, jetzt fehlt er. Der Trainer kann die Mannschaft während des Spiels nicht mehr wirklich beeinflussen. Er kann wechseln, kann Dinge ansprechen, aber das nur mit einzelnen Spielern und nicht der gesamten Mannschaft. Deshalb müsste jemand auf dem Feld den Takt vorgeben, eine Konstante sein. Nur dieser jemand fehlt aktuell noch, vllt wächst der ein oder andere Spieler dort noch hinein in der Saison.

Im Bayernspiel halten wir lange das 0:0, könnten in Führung gehen, kassieren ein dummes Tor, direkt danach das 2. weil die Mannschaft irgendwie geschockt wirkt. Danach fehlt uns komplett der Plan, wie wir weiter agieren müssen.
Gegen Mainz gewinnen wir 3:0, spielen nicht gut, aber gewinnen eben. Die Mannschaft scheint trotzem nicht ganz da zu sein, die Pfiffe irritieren die Mannschaft zusätzlich.
Gegen Düsseldorf bestimmen wir die 1.HZ, machen 2 Tore und lassen hinten praktisch nichts zu. Durch eine Ecke direkt nach der Pause kommt Düsseldorf ran, das Stadion flippt aus, wir verlieren den Faden. Man erarbeitet sich Chancen, nutzt diese nicht, dazu Piffe, die Mannschaft wirkt verunsichert, unkonzentriert. Dann gibts den Tiefschlag nach einer Halbfeldflanke (so mit das harmloseste Mittel...) und wir kassieren im Anschluss fast noch einen Treffer.
In der CL jetzt beginnen wir erschreckend schwach, kassieren ein unnötiges Gegentor (kein Fehler von Unnerstall, aber stände er 1m weiter hinten hat er den Ball noch...sieht einfach unglücklich aus). Danach haben wir eigentlich nichts mehr zu verlieren und fangen an zu spielen. Die Franzosen sind unangenehme Gegner, da technisch sehr stark und stark im Dribbling. Trotzdem spielen uns Chancen heraus und nutzen eine davon durch Draxler. Man kontrolliert das Spiel soweit, dann holt Draxler den Elfer raus.
Julian muss dann raus, Montepellier ist nur noch zu 10 und unsere Mannschaft scheint nicht ganz zu wissen, wie sie damit jetzt umgehen sollen. Die Franzosen spielen ein paar Minuten lang weiterhin aggressives Pressing, ziehen sich dann zurück, kommen aber immer mal wieder nach vorne ins Dribbling. Man selbst hat Chancen, wechselt dann und bringt einen offensichtlich nicht fiten oder einfach lustlosen Farfan, dazu ist Affelay immernoch nicht wirklich integriert und letztlich ist die Überzahl kein Vorteil mehr.
Eigentlich bleibt man souverän, aber irgendwie läuft es nicht. Die Fans werden unruhig, die Mannschaft ebenso...
Und dann kommt es kurz vor Schluss noch zu einem Verzweiflungsangriff der Franzosen, wir sind unkonzentriert und die Defensive pennt kolletiv und wir bekommen ein weiteres Mal ein dummes Gegentor.
Das ist für mich eigentlich die Story hinter den letzten Spielen. Effektiv sind wir zu harmlos und inkonsequent im Abschluss, leisten uns kolletive Aussetzer und kassieren unglaublich viele unnötige und dämliche Gegentore...

Teilweise kann man für diese Fehler sicher Stevens die Schuld geben, aber ich fürchte die Balance in der Mannschaft stimmt noch nicht so ganz. Dazu gibt es einige taktische Aspekte, die fehlende Risikobereitschaft, die man bei unserer Spielanlage aber eigentlich zeigen müsste um die konsequent zu Ende zu spielen. Dann sind die späten Wechsel im Spiel und die vielen Wechsel in der Startelf sicher auch nicht umbedingt förderlich. Höwedes pendelt immernoch zwischen RV und IV, die Flügel rotieren praktisch jedes Spiel, Jones fehlt gefühlt jedes 2.Spiel und was ich für einen wichtigen Faktor halte: Hildebrandt fehlt als Ruhepol hintendrin.
Wir haben keine Konstanz, dadurch kaum Sicherheit und wagen daraus resultieren zu selten das Risiko.
Es gibt also definitiv Stellschrauben, an denen Stevens arbeiten muss. Einiges ist aber glaube ich auch einfach Pech (in 3 Spielen verpasst man die Entscheidung und wird jedes Mal bestraft), vieles Kopfsache. Daher ist die Länderspielpause vllt ganz gut um die Köpfe frei zu bekommen.

Was zum Thema Pressing: Man kann auf verschiedene Arten verteidigen, es gibt verschiedene Varianten des Pressings, aber auch andere Konzepte, bzw Mischformen mit anderen Ideen. Das Prinzip des "Raumfressens" beispielsweise. Wenn sich die verteidigende Mannschaft teif zurückzieht, dann hat der Gegner in den ersten beiden Dritteln leichtes Spiel, im 3. Drittel allrdings weder Raum noch Zeit noch Anspielstationen. Man muss also nicht Pressing spielen, wobei dies unserer Mannschaft eigentlich liegen sollte, bzw für uns sinnvoll wäre. Letztlich ist wichtig, dass man geschlossen und konsequent agiert. Verschiedene Varianten sind auch hilfreich. Gegen Montepellier haben wir glaube ich meist ein 4-4-2-Pressing praktiziert, die Besetzung der Positionen variierte.
Ist sowieso etwas was mir ein wenig auffällt (oder ich glaube es so zu erkennen): Wir spielen nicht positionsgetreu, aber die Positionen sind eigentlich immer besetzt. Heißt, dass jeder Spieler eigentlich jede Position einnehmen kann und es auch tut. Das ist an sich kein schlechter Ansatz, kann aber noch optimiert werden.

So das war glaube ich sehr lang, danke für die Geduld an die, die es trotzdem komplett gelesen haben ;)
Huub Stevens [Trainer] |#7
05.10.2012 - 16:33 Uhr
Zitat von chris13:
Das einzige was mich stört aktuell ist, dass ein Manager die Situation richtig erkennt und die richtigen taktischen Mittel anwenden will (weiter auf das nächste Tor spielen), während Spieler und Stevens auf einmal das nicht mehr wollen. letztes jahr haben wir das doch mit fast demselben Material auch gemacht. Klar, Raul ist weg, aber unsere Offensive ist jetzt nicht so grottenschlecht, dass das nicht mehr geht. Dort erwarte ich mehr. Mir fehlt diese Geilheit, diese Bessesenheit unbedingt weiter zu machen, noch ein Tor zu schießen. Das macht doch den Fußball aus. Aber dieses blöde Ballgeschiebe erinnert bald an Bayern und macht das Spiel todlangweilig. Daher hoffe ich, dass Stgevens seine Maschroute, wenn er denn eine vorgibt, wieder zu der der letzten Saison ändert, ansonsten kommt nach der Saison ein anderer Trainer. Denn mit dem Verwalten werden wir sicher nicht so viele Punkte holen und erfolgreich sein wie mit dem Angreifen der letzten Saison.
Die Frage ist nur, wer könnte dann nach der Saison eben diesen Spielstil, ein gutes Offensivsystem mit gutem Pressing, angehen ? Wer ist dort besser als Stevens ? Und jetzt kommt mir bitte nicht mit Tuchel oder Slomka. Tuchel hat verlängert und SLomka wird sicher nicht wiederkommen. Rangnick ist bei RedBUll und ob man an einem Büskens dann interessiert wäre, bezweifle ich, wenn Fürth nicht mal anfängt zu punkten. Ich sehe nicht wirklich viele gute Alternativen auf dem Markt für lkommenden Sommer. Daher würde ich dann mal ein Risiko mit einem jungen Trainer, entweder Büskens oder Trainern aus den U-Nationalmannschafts- oder Vereinsbereichen eingehen.
Die nächsten 4 Wochen werden jedoch entscheidend sein, ob wir unseren Platz hinter Bayern und Dortmund behauipten können oder ob wir hart um einen der EL-Plätze kämpfen müssen.


Exakt.
Und die Ausrede bzgl. Raul: Auch letztes Jahr tauchte er häufig über 3-4 Spiele völlig ab, um dann 1-2 Spiele zu dominieren - so kamen ja die Scorerpunkte zu Stande. Da bringt uns Holtby im Gesamtpaket im Moment mehr.
Huub hat große Probleme, die Variabilität und immense Qualität der Offensive zu fördern. Letztes Jahr konnte er stupide alles um Raul aufbauen.
Er ist einfach der falsche Trainertyp für diese Mannschaft.
Mein Favorit ist und bleibt Tuchel - taktisch einer der Besten in der Bundesliga. Für mich schon eine kleine Sensation, wie er den kleinen Mainzer Club ohne größere Gefahr in der Bundesliga hält.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von take am 05.10.2012 um 16:35 Uhr bearbeitet
Huub Stevens [Trainer] |#8
05.10.2012 - 17:39 Uhr
Bluey04, dein Beitrag ist ebenfalls sehr gut. Ich dachte jedoch, dass es deutlich genug wurde, dass ich uns nicht als Titelkandidaten sehe (wenn man von einer normalen Saison ausgeht), da ich diese Haltung doch eigentlich kritisiert habe.

•     •     •

Waffen töten keine Menschen, George RR Martin tötet Menschen.
Huub Stevens [Trainer] |#9
05.10.2012 - 17:40 Uhr
Es ist schon ermüdend, dass dieser Thread nach jedem (in der öffentlichen Wahrnehmung) ordentlichen Spiel erstmal wieder auf Seite 2 oder 3 verschwindet, um nach jedem vielleicht nicht so tollen Spiel von immer den gleichen Usern wieder neu hochgeholt zu werden um deutlich zu machen, dass Huub Stevens als Trainer eigentlich eine antiquierte Vollgraupe ist.

Das wir immer noch eine junge Mannschaft haben, vor allem wenn man sich die so wichtige Mittelachse ansieht, dass Spiele auch durch individuelle Fehler verloren gehen können und dass die eigene Erwartungshaltung vielleicht nicht so ganz der Realität entspricht, wird als Argumentation gerne weggewischt.
Das auch unparteiische Analysen oftmals bestätigen, dass Huub mit einigen kleinen taktischen Tricks, die nicht immer so ganz offensichtlich und für den Laien nicht auf Anhieb erkennbar sind, Spiele mit entscheidet wird gerne ignoriert.
Sicher macht auch Huub Fehler. Würde er keine machen, dann wäre er mir sehr unheimlich. Aber er macht auch vieles richtig und muss eine Aufgabe erfüllen, die andere Trainer in einem wesentlich ruhigeren Umfeld erfüllen können oder aber mit einem anderen finanziellen Background.
Er muss nämlich eine Mannschaft die erfolgreich ist, so formen, dass sich neben den bereits vorhanden Stars auch die hoffnungsvollen Nachwuchsspieler entwickeln können und dabei muss er noch erfolgreicher sein als bisher, den attraktivsten Fußball der BuLi spielen lassen, keine Leistungsschwankungen zulassen, durch Rotation die Breite des Kaders nutzen und gleichzeitig möglicht immer die gleiche Mannschaft auf den Platz bringen, den Spielern auch bei schlechten Leistungen Vertrauen entgegenbringen und gleichzeitig alle 3 Wechsel zwischen der 45 und 60 Minute vollziehen, immer offensiv nach vorne spielen und gleichzeitig einen knappen Vorsprung auch mal über die Zeit bringen und am Besten vor jedem Spiel eine Facebook-Umfrage starten wie denn die Startelf aussehen soll und dass dann auch umsetzen, wobei er sich aber nicht von außen beeinflußen lassen soll.
Man kann diese Anforderungen auch mit dem Begriff Eierlegendewollmilchsau beschreiben.

Kritik ist sicher hier und da angebracht und man kann auch durchaus eine andere Vorstellung von Fußball haben. Die haben Klopp und Mourinho auch und trotzdem sind beide erfolgreiche Trainer.
Ich würde mir eine etwas differenziertere Kritik wünschen die hier und da auch durchaus etwas fundierter sein dürfte und weniger Pauschalisierungen und Populismus, sowie etwas mehr Respekt vor dem was Huub als Trainer auch aktuell leistet.

•     •     •

Wir müssen es unbedingt schaffen, den jungen Neonazis,
das sich von ihnen erschlichene und fast schon zur Romantik verklärte Image vom toughen, harten, einsamen Kämpfer gegen das Establishment zu nehmen
und sie endlich als das hinstellen, was sie wirklich sind:
Dumme, kleingeistige, feige und asoziale Elemente unserer Gesellschaft.
(Campino)

Huub Stevens [Trainer] |#10
05.10.2012 - 18:11 Uhr
Ich würde gerne wissen, welche "kleinen taktischen Tricks" Huub im Spiel anwendet ?!
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