Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen
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Peter Bosz
Geburtsdatum 21.11.1963
Alter 62
Nat. Niederlande  Niederlande
Funktion Trainer
Akt. Verein PSV Eindhoven

Peter Bosz

23.12.2018 - 11:38 Uhr
Zeige Ergebnisse 71-80 von 160.
Peter Bosz |#71
28.11.2019 - 16:25 Uhr
Zitat von KiesEleven
Zitat von Marsupilami

Zitat von bayer04toto

Bayer Leverkusen und Peter Bosz wollen sich zeitnah zusammensetzen über eine eventuelle Vertragsverlängerung verhandeln.

Bosz stellt dafür allerdings ein paar Bedingungen. So soll der Kader qualitativ verbessert werden und der Verein soll sich weiter hohe Ziele setzen.

Ich bin ja wahrlich kein Fan von Bosz, aber der scheint echt mal was zu verändern. Vielleicht doch der richtige um mittelfristig um Titel mitzuspielen, und sich national wie international zu etablieren.
Vielleicht schafft es Bosz tatsächlich, die "Wohlfühloase" in Leverkusen aufzulösen daumen-hoch


Freut mich sehr, dass Bosz nicht auf dem Status Quo verharren will, wundert mich aber auch nicht groß.

Kann das DAZN-Special zu Bosz nur empfehlen, da merkt man, was für ein Perfektionist er ist.

Bosz will hier langfristig eine eigene Spiel-Identität entwickeln. Der kommende Sommer und die Transferperiode lassen dann vermutlich konkret erkennen, was er sich langfrsitig vorstellt. Da wir der dieses Jahr eingeleitete Umbruch weiter fortgesetzt und es wird ordentlich Geld zum Investieren vorhanden sein.

Diese Transferperiode hat mir schon sehr gut gefallen, die kommende wird wohl die spannendste seit langem. Dann wird sich auch zeigen, inwiefern Diaby und Paulinho tragendere Rollen spielen.

Wir haben hier echt die Chance, mit einem exzellenten Trainer einen eigenen Stil zu entwickeln. Das finde ich einfach unfassbar spannend und weckt große Vorfreude. Gleichzeitig setzt es eben auch voraus, dass man den Trainer nicht bei Misserfolgen sofort an den Pranger stellt sondern ihn in Ruhe arbeiten lässt. Auch wenn Paulinho dann mal nicht von Beginn an spielt oder Baumgartlinger beginnen darf. Ich vertraue da komplett auf seine Kompetenz.


ja ich finde auch das man ihn von Fanseite aus zu kritisch gegenüber ist. Für den Übergang vom Konter- zur Ballbesitzmannschaft macht er mMn einen guten Job. Hoffentlich bekommt er seine gewünschte kaderanpassung

Also ich kritisiere ihn ja auch ganz gerne mal aufgrund so mancher Personalentscheidungen. Das gehört mmn aber auch dazu, worüber soll man denn auch sonst groß diskutieren wenn man einfach alles abnickt und sagt er ist die Kompetenz und nicht wir.
Die Kritikpunkte die wir aktuell haben, die hätten andere Vereine wohl gerne. Ich nenne es mal jammern auf hohem Niveau.

Was möchte ich denn von meinem Verein und was erwarte ich vom Trainer?
Vorrangig möchte ich eine Spielidee sehen und die von Peter Bosz ist dazu noch eine der spannendsten und mitunter schön anzusehendsten Varianten.
Oftmals gibt es ja das Problem, dass keine Handschrift, Konzept oder Idee des Trainers zu sehen ist, dass ist bei uns definitiv nicht der Fall.
Der Plan steht und anders als z.B. unter Schmidt ist der aber nicht manifestiert. Bosz tüftelt, experimentiert und geht dabei dennoch seinen Weg. Er ist auch durchaus flexibel was Formation und taktische Ausrichtung angeht. Es bleibt zwar immer beim Grundprinzip Ballbesitz aber man ist durchaus bereit Form und Gegnerabhängig Kompromisse einzugehen und das ist ein extrem wichtiger Aspekt, denn wenn deine Spielidee aus welchen Gründen auch immer nicht funktioniert, man aber krampfhaft daran festhält und auf den Gamechanger wartet, dann verliert man seine Mannschaft.
Also diesbezüglich ist das schon große Klasse in meinen Augen. Taktische Anpassung ja, Spielidee aufgeben nein. Den Spagat schaffen nicht viele.

Mit Bosz haben wir die Möglichkeit den Verein langfristig auf einen Spielstil festzulegen und auszurichten. Eine Identität schaffen. Unabhängig vom Trikot sehen, das ist Bayer 04 Leverkusen dass da spielt.
Ich bin vom Konzept komplett überzeugt und gestehe Bosz auch noch einige Fehlschläge zu.
Ich habe in der letzten Rückrunde mit den beeindruckensten und schönsten Fußball gesehen, seitdem ich den Sport aktiv verfolge. Und ja bei mir sind da die Ergebnisse auch erstmal zweitrangig, wenn es langfristig Erfolg bringt.

Aktuell läuft sicher nicht alles rund und mir fallen genügend Kritikpunkte ein aber am Gesamtkonzept lässt mich das ganz 0,0% zweifeln.

Wichtig ist es die Championsleague Plätze zu erreichen um finanziell auf einem Toplevel zu bleiben. Denn fehlende CL-Einnahmen schaden nicht nur uns, sondern helfen auch einem Konkurrenten enorm weiter. Lasst die Gladbacher 2-3 mal in Folge die Champions League erreichen, dann haben die sich schneller vor uns etabliert als uns lieb ist.
Durch Havertz würde man eine EL-Saison wohl auch verkraften aber dann fehlen die wieder Argumente für Neuverpflichtungen.

Es ist und bleibt eine richtungsweisende Saison. Im Sommer sind nie da gewesene finanzielle Mittel da und der Kader wurde ja bereits ordentlich umgekrempelt. Es sind also wirklich Investitionen für die Spitze möglich und wenn man sich dabei geschickt anstellt kann man auch ein Gefüge zusammenstellen dass länger als 2 Jahre zusammenbleibt und mit dem Bosz eine eigene Ära hier starten könnte.
Bosz ist das Spiel wichtiger als Titel und Erfolg, er will den Zuschauern Spektakel bieten.
Und ich persönlich habe auch lieber die am attraktivsten spielende Mannschaft als die erfolgreichste.

Mit der Attraktivität haben wir in dieser Saison noch oft zu kämpfen aber das kommt wieder. Und insofern Bosz hier langfristig weiter macht und den Verein weiterhin nach seinen Vorstellungen umkrempeln darf wird auch irgendwann mal ein Titel dabei herrausspringen zwinker

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"Das ist doch völlig normal. Wenn zwei international erfahrene Mannschaften aufeinandertreten, dann geht es schonmal etwas ruppig zu."
Jens Nowotny
Peter Bosz |#72
28.11.2019 - 17:51 Uhr
Zitat von Evilhorst
Dann muss man aber als Verein und als Fans auch mal Geduld haben.

Wir alle wollen mal wieder eine Ära sehen, aber sowas baut sich wirklich nur langsam auf.
Immer wieder und ständig den Rücktritt eines Trainers zu fordern, so wie es auch hier einige tuen, nur weil dieser sportlich aktuell etwas hinterhängt.

Für langfristigen Erfolg müssten wir Bosz auch zugestehen mal nicht das europäische Geschäft zu erreichen.
Das ist wiederum schwer, weil wir uns ohne Europa einer unseren stärksten Verhandlungsargumente rauben.
Ich glaube auch, dass das ein Grund ist warum wir hier in Leverkusen ewig keinen Trainer über 4,5 Jahre hatten.
Freiburg ist mit Streich sogar abgestiegen und schaut euch an was Freiburg aktuell leistet.
Bei Trainern wie Herrlich oder Dutt war die Trennung absolut richtig, da man hier klar sehen konnte, dass man langfristig kein Potential mit Ihnen hat. Das ist bei Bosz völlig anders. Es wäre töricht ihn zu entlassen, selbst wenn wir eventuell die CL verpassen.

Zusätzlich müssen wir finanziell DEUTLICH zulegen und das geht ohne Bayer nicht, da Bayer uns andere Möglichkeiten nimmt. Die 25 Mio pro Jahr sind vergleichsweise für einen Klub mit unseren Ambitionen einfach nur noch ein schlechter Witz. Ich kann nicht sagen, wie wir bei den Gehältern aktuell stehen, weiß das jemand?
Meine letzten Kenntnisse dazu waren, dass wir da eigentlich im oberen Mittelfeld der Liga rumgurken.

Den Kontakt zu RB haben wir schon verloren und RB hat unseren Platz als die dritte Kraft in der Liga eingenommen, so wie es auch einige von uns befürchtet haben. Da kommt man auch nicht dran, wenn Bayer nicht endlich mal ordentlich aufrüstet, da kann man noch so seriös wirtschaften und noch so hart arbeiten.
Hierzulande sind viel zu viele der Meinung, dass man alles schaffen kann, wenn man nur gut genug arbeitet und diese Annahme ist schlichtweg falsch.

Wir haben mit Bosz den ersten Trainer seit Schmid, dessen Handschrift eindeutig ist und den ersten Trainer seit Äonen, dem ich eine Ära zutrauen würde. Das wird aber extrem viel Geduld von uns verlangen.

Geduld ist eine Tugend und wenn jemand Geduld hat dann ja Völler tongue
Spaß beiseite, ich bin da ganz bei dir Geduld ist im Umfeld ein wahnsinnig wichtiger Faktor und wie du auch richtig sagst ist es eben etwas anderes gewsesen bei einem Herrlich oder auch Dutt etc. da war eben kein langfristig erfolgversprechender Plan erkennbar.

Bei Schmidt sah man das im Grunde schon, nur ist er an seiner Sturheit gescheitert. Den Punkt hatte ich zuvor bereits angesprochen, dass Bosz sich da durchaus flexibel zeigt auch mal von seinen Dogmen ein Stück weit abzurücken, wenn es denn hilft. Das ganz natürlich nur in Maßen, wir werden unter Bosz nicht erleben, dass wir mal Konterfußball spielen.
Er dreht eben an Stellschrauben was dann eben mal die Höhe der Verteidigungslinie oder die Höhe der Pressinglinie betrifft aber er weicht niemals von seiner Grundidee ab.
Bei Schmidt war das so, dass er einen ganz klaren Plan hatte und von diesem auch kein Stück abweichen wollte. Als es dann in der letzten Rückrunde richtig eng wurde, hat er den Kompromiss gemacht und umgestellt und wir hatten eine wahnsinns Rückrunde. Allerdings anstatt daran festzuhalten und das erfolgreiche System weiterzugestallten, kehrte er zur neuen Saison wieder komplett in die alten Muster zurück und das mit aller Gewalt. Daran ist dann alles zerbrochen und Heiko hat da einen guten Wiederaufbau betrieben und wieder eine Einheit geformt. Allerdings war Herrlich dann nicht in der Lage den nächsten Step mit der Mannschaft zu gehen.

Bosz bringt alles mit. Das Konzept, die Autorität und eben auch die Flexibilität bzw. Kunst sich selbst Fehler einzugestehen.
Es gibt keinen Trainer der keine Fehler macht und jeder gute Trainer hat auch irgendwo ne Macke. Aber der Verein steht über allem und wenn der Verein die Möglichkeit hat sich mit einem Trainer langfristig neu zu erfinden und eine eigene Identiät, eine Bayer-DNA zu erschaffen, ja dann gebe ich dem Herrn gerne alle Zeit der Welt und mache nicht alles von Presse, Stimmung und Ergebnissen abhängig.
Das Gefühl dass Bosz sich abnutzt habe ich noch nicht mal im Ansatz und das erlebt man nach fast einem Jahr Amtszeit kaum noch.
Man muss ja nur mal bei anderen Vereinsforen in den entsprechenden Trainer-Threads etwas querlesen und stellt fest etwas zu meckern gibt es immer und überall. Und die Kritikpunkte bei uns sind auf einem absolut überschaubem und vorallem verkraftbarem Niveau.
In dieser Saison fehlt die Zielstrebigkeit und auch etwas das Glück, in manchen Fällen ist es aber auch eine Qualitätsfrage auf dem Platz.
Ich bin guter Dinge dass man an all diesen Dingen arbeitet und mit viel Geduld könnte man in ein paar Jahren die Lorbeeren dafür ernten.
Die zwiegespaltene Stimmung aktuell hängt vielleicht auch ein Stück weit mit riesigen Erwartungshaltung aufgrund der überragenden Rückrunde zusammen. Da muss man eben vielleicht einfach mal etwas durchschnaufen und sich auf das einlassen was aktuell passiert und nicht in feuchten Vergangenheitsträumen schwelgen.

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"Das ist doch völlig normal. Wenn zwei international erfahrene Mannschaften aufeinandertreten, dann geht es schonmal etwas ruppig zu."
Jens Nowotny
Peter Bosz |#73
01.12.2019 - 20:35 Uhr
Was mich total überzeugt ist sein Glaube. Sein Siegeswille. Seine hohen Ansprüche. Genau das brauchen wir, jemanden der diese Komfortzone durchbricht (in der sich selbst die Fans befinden, teils ohne Ansprüche).
Seine Anforderungen an den Verein, nicht still stehen zu bleiben, sondern sich zu verstärken. Nicht ständig zufrieden sein und sich alles zurechtzureden. Hohe Ziele halt.
Und mir gefällt das er jedes Spiel gewinnen will, selbst Hoffnungen in der CL hat, wenn er mit 0 Punkten dasteht. Genau das hat unserem Verein gefehlt. Ich hoffe das Bosz uns auf eine neue Ebene heben wird. Und ich hoffe das der Verein mitzieht.
Mir gefällt, das liest man aus Berichten heraus, das er einen guten Umgang mit den Spielern führt. Er redet viel mit ihnen. Wirkt wie eine Autoritätsperson, aber andererseits väterlich. Man liest nur positives. Sachen die wir ja gar nicht mitbekommen. Aber die Spieler, bzw einige, sagen es immer wieder.
Genau das was unser Verein braucht. Diese ganzen "Jünglinge" haben nicht funktioniert. Vor Bosz haben alle Respekt.
Internationaler Trainer. Kein Welttrainer, aber für einen Verein wie uns, sagen wir, eine passende Stufe. Können uns glücklich schätzen.
Also er hat Bock, und glaubt an sich. Mit gefällt auch das er nie zufrieden ist. Wenn man das vergleicht, was hier einige Fans von Spielen halten, und wir er es sieht, muss man sagen das Welten dazwischen liegen.
Jemand sagte man muss ihm auch mal ein schwaches Jahr ohne Europa gewähren und den Weg mit ihm gehen, etwas aufbauen. Ich bin mir sicher, er selbst würde freiwillig sagen das er versagt hat und den Hut nehmen. Leverkusen ohne Europa? Denke nicht das Bosz sowas selbst annehmen würde.
Er weiß was möglich wäre, wenn alles funktioniert.

Was mir nicht gefällt, ist seine Rotation. Ich kann dem nicht ganz folgen. Ich vermute er hat seine Lieblinge, und auf die vertraut er. Auch wenn es schlecht läuft. Was für diese Spieler etwas sehr positives bedeutet und eine gute Eigenschaft darstellt. Trotzdem denke ich, sollte man mehr den Kader ausnutzen. Diesbezüglich habe ich andere Ansichten. Wobei sich zuletzt wenigstens ein bißchen was tat.

Also, man sollte dringend verlängern und ihm gewisse Freiheit gewähren. Manche Spieler, muss man dann leider abgeben. Für manche tut es mir förmlich leid. Da bringt es nichts Spieler zu halten, die einfach weniger zu ihm passen. Sonst gibt es nur Probleme und Unzufriedenheit. Also Kaderplanung muss eng in Verbindung mit Bosz geführt werden.

Also, denke das kann was werden. Diese Saison läuft sicher nicht optimal. Sonst würde man ganz oben stehen. Konstanz fehlt uns. Also manchen fehlt das was Bosz vorlebt. Das muss noch eingeimpft werden. So ein Killerinstinkt, oder Siegergen. Da muss man etwas mutiger auftreten.
Ich denke das Bosz den Verein zum positiven verändern kann. Man kann nur hoffen das der Verein mitzieht.

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RESPEKT BEGINNT DAMIT, ZU AKZEPTIEREN, DASS DAS GLÜCK DES EINEN NICHT UNBEDINGT DAS GLÜCK DES ANDEREN SEIN MUSS!!!!
(Gleiches gilt für unterschiedliche Meinungen)

TOLERANZ HEIßT NICHT, DIE MEINUNGEN DES ANDEREN GUT ZU FINDEN, SONDERN SIE ZU ERTRAGEN!!!!

Wer nur selbstsüchtig ist, der mag noch so gescheit sein, er kann den Zusammenhang der menschlichen Dinge nicht durchschauen.

Selbstsüchtig: ohne Rücksicht auf die Selbstsucht anderer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von maulwurf88 am 01.12.2019 um 20:38 Uhr bearbeitet
Peter Bosz |#74
02.12.2019 - 13:49 Uhr
Zitat von maulwurf88
So kann man das aber nicht sagen. Wie oft hat denn ein Retsos gespielt?


Naja, Panos hier als Beweisstück für mangelnde Rotation heran zu führen, ist schon "fragwürdig". Der Junge hat fast anderthalb Jahre wegen 2 schweren Verletztungen gefehlt und irgendwo hatte ich mal gelesen, dass sogar die Karriere auf dem Spiel stand. Da muss man definitiv behutsam rangehen.

Hinzu kommt, dass seitdem er wieder belastbar ist, Tah und S. Bender einen richtig guten Job gemacht haben und man in der IV halt tendenziell seltener rotiert.

Zitat von maulwurf88
Die Wechsel die Bosz machte sind eher Reaktionen auf verletzungen und Sperren, als reine Rotation. Er ist von anfang an dafür bekannt das er einem gewissen Kreis vertraut und das auch bei schlechteren Leistungen (was bezogen auf diese Spieler positiv zu bewerten ist) . Wirklich richtig rotieren tut er wenig. Die Anzahl eingesetzter Spieler sagt nichts über Rotation aus.


Naja, wenn man die Definition von Rotation als Grundlage nimmt, dann ist das - auf den Sport übertragen - das austauschen von Spielern auf Basis einer bestimmten Achse (also Spieler die eher immer spielen - im übertragenen Sinne). Diese Achse besteht bei uns nun einmal aus den Spielern Tah, S. Bender, Aranguiz, Havertz und Volland. Der Rest wird und wurde im Rahmen der Möglichkeiten doch mehrfach ausgetauscht.

Bellarabi, Bailey, Weiser, Wendell und und und haben alle schon einmal - nicht verletzt - auf der Bank gesessen und wurden doch andere Spieler ersetzt.

Hinzu kommt ja auch, dass es Spieler gibt, die von Vertetzungen Ihrer "Konkurrenten" profitiert haben. Sei es Weiser durch Verletzungen von Lars, Wendell durch die Verletzung von Sinkgraven und auch Bellarabi durch die Verletzung/Sperre von Bailey.

Hier kann man Bosz keinen Vorwurf machen, wenn Rotation nicht möglich ist, weil kein adäquater Ersatz mehr da ist (durch Verletzungen oder Sperren).

Im Großen und Ganzen gibt es doch nur 2 Personalien, über die man diskutieren kann - wenn man es denn möchte: Alario und Paulinho.

Alario passt scheinbar nicht zu Bosz' Spielweise (wieso auch immer). Da muss man nicht zwingend verstehen, aber so scheint es halt zu sein. Bei Paulinho scheint es so zu sein, dass Bosz ihn noch nicht so weit sieht. Das kann ich bzw. das können wir aus der Ferne doch gar nicht beurteilen. Hier wird also etwas kritisiert, ohne wirkliches Hintergrundwissen - und das ist immer gefährlich.

Ich persönlich würde beide auch gerne häufiger sehen - aber leider spielen sie eben aus Gründen nicht, die ich nicht kenne - also nehme ich mir dann hier auch nicht des Recht heraus und kritisiere ihn dafür. Denn letzten Endes würde die Kritik nur auf die Nichterfüllung eines persönlichen Wunsches meinerseits basieren und das ist wirklich keine Grundlage für eine objektive Kritik.

Zitat von maulwurf88
Unser Kader ist aber eben in der Breite verstärkt worden. Wenn man das nicht braucht, sollte man in die Qualität der Spitze investieren. Das können Bosz und GF ja nun besprechen. Wir brauchen keine Retsos, Paulinho, Alario und Dragovic für 80 Millionen wenn sie nicht spielen. Das können wir uns nicht leisten.


Die Zahl "80 Millionen" sieht natürlich brutal aus - das stimmt. Aber dass die vier nicht spielen hat unterschiedliche Gründe und wieso sollte man diese 4 dann abgeben, damit man das eingenommene Geld dann in die Spitze investieren kann? Ich empfände es als fahrlässig, wenn wir 11 Topspieler hätten und die Positionen 12-17 mit grauem Mittelmaß aufgefüllt werden würden. Das geht bei 2-3 Verletzungen und Sperren nämlich ganz gewaltig nach hinten los.

Wir haben ja jetzt schon teilweise die Auswechselbank nicht voll bekommen und haben da U-Spieler drauf gehabt, und dann schlägst du vor, diese Spieler zu verkaufen?

Spieler wie Retsos und Paulinho sind das Markenzeichen für Bayer 04 und bei einigen Spielern hat der Durchbruch länger auf sich warten lassen, wieso nicht auch bei diesen beiden? Wir dürfen bei all der Diskussion nicht vergessen, dass Retsos 21 Jahre alt ist und Paulinho 19(!). Eigentlich haben die beiden ihre Profikarriere noch nicht einmal richtig begonnen und sind verletzungs- und altersbedingt noch immer an einem Punkt, wo sie verheizt werden könnten und dieses Risiko möchte man (scheinbar) noch nicht eingehen, was ich persönlich verstehe.

Was für mich viel wichtiger ist, ist dass man gewisse Dinge den Spielern (und heutzutage auch Beratern) kommuniziert. Wie wird bspw. mit Paulinho in Zukunft geplant? Das ist etwas elementares und das werden wir hier nie erfahren, aber ich schätze Bosz, Völler und Rolfes so kommunikativ ein, dass sie da in regen Austausch mit den entsprechenden Parteien sind.

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Eine mündliche Vereinbarung ist nur soviel wert, wie das Papier auf dem sie steht.
Peter Bosz |#75
18.12.2019 - 20:47 Uhr
Das Auftreten der Mannschaft ist immer ein Spiegelbild vom Verhältnis zum Trainer. Das Spiel in Köln, so schlecht und bitter es auch war, kann passieren. Wenn der Trainer dann aber eine Reaktion verspricht und DAS dabei heraus kommt, dann läuft mehr schief als man vermuten mag. Spätestens in der zweiten Halbzeit müsste die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen. Der Trainer sollte den Spielern in den 15 Minuten eintrichtern, was die Stunde geschlagen hat. Ist leider nicht passiert und wenn doch, dann erreicht der Trainer die Mannschaft offensichtlich nicht mehr.

Diese Erkenntnis in Verbindung mit der Aufstellung, den Wechseln und der Reaktion während des Spiels (nämlich nullkommanichts) lassen die Frage aufkommen, ob Bosz noch der richtige Trainer ist. Das Spiel war indiskutabel und zum wiederholten Male werden die Spieler aufgestellt, die immer wieder enttäuschen. Gewechselt und umgestellt wird nicht.

Ich habe langsam meine Zweifel an ihm, er hatte so viel Zeit und hat Spieler bekommen die er wollte. Entwicklung ist aber nicht zusehen, nur noch Rückschritte.

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Der User Lazarus ( Köln-Fan) über den SVB: Die haben sich über Jahre ein Image aufgebaut mit attraktivem Fußball, dem Herausbringen von Nationalspielern und Erfolgen. Hier ist über die Jahre auch Fankultur entstanden und der Bayer-Konzern hat sich (auch aufgrund finanzieller Probleme) aus dem Geschäft mehr zurückgezogen. Wir erleben also gerade die Geburt der Traditionsklubs von morgen.

Ob wir uns unser eigenes Grab schaufeln? Klar, nur wie tief müssen wir noch buddeln?

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Longcheng am 18.12.2019 um 20:51 Uhr bearbeitet
Peter Bosz |#76
18.12.2019 - 23:21 Uhr
Autsch, auch wenn es mich als Schmidt-Jünger natürlich freut, wenn sich Leute den Roger zurückwünschen, so muss man doch mal auf dem Teppich bleiben. Wir sind nicht weg vom Fenster, es war eine durchwachsene Hinrunde, aber eine die wir noch korrigieren können. Und unser Trainer ist nicht schlecht. Wir wollen Kontinuität, etwas entwickeln, und da ich damals auch immer noch zu Schmidt gestanden habe, steh ich auch jetzt noch zu Bosz. Welcher Verein hat denn einen Trainer der besser ist als unserer? Der Flick der jetzt seine ersten Schritte in der BL laufen darf? Ein Favre der in Dortmund auch immerzu wackelt? Oder ein Rose der sich mal länger beweisen muss. Wir haben hier einen absoluten Fachmann an der Seite und den sollte man nicht wegen einer kleinen Ergebnis- und FOrmkrise feuern. Ich denke bloß Nagelsmann ist vom Standing als Trainer wirklich über Bosz anzusiedeln im Moment.
Natürlich hinken wir den Erwartungen ein paar Punkte hinterher wegen der letzten beiden SPiele. Natürlich waren die letzten beiden SPielen (und der Saisonstart) mies. Nun gilt es gegen Mainz hundert Prozent da zu sein und wir haben eine annehmbare Ausgangssituation zur Rückrunde. Es fehlt ganz klar im Moment an der Kreativität im Zentrum sowie an Durchschlagskraft an den AUßen. Daran müssen wir arbeiten und ich denke, dass Bosz das weiß. Wir waren jetzt beileibe die Saison über nicht so schlecht das wir besser dastehen als wir sollten, und im Moment sieht es eben nach Europa League aus. Das uns das nicht reicht, sollte klar sein, aber man sollte sich das auch mal nach zwei solcher ugly Spiele ins Gedächtnis rufen.

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Roger Schmidt zum Vorwurf Tuchel's, seine Mannschaft hätte unfair gespielt:
- Es könnte natürlich auch so sein, dass Dortmund einfach sehr gut darin ist, Fouls zu ziehen -

"Auf geht's, ihr schwarz-roten Jungs, kämpft und siegt für uns!"
Peter Bosz |#77
21.12.2019 - 18:12 Uhr
Zitat von KiesBomber14
Zitat von Basilikum

Zitat von Fabian33

Zitat von Basilikum

Schmeißt diesen Anti Trainer bitte sofort raus. Völlig egal wer da kommt. Am besten immer nach einem halben Jahr wechseln dann werden wir Meister.
Die Mannschaft ist tot. Leblos. Kraftlos. Willenlos. Ideenlos. Gefahrlos.
Danke für das versprochene Offensivspektakel uns das oben Angreifen diese Saison. Nix als leere Versprechungen. Gähnende Langeweile und das Niemandsland in der Tabelle sind die Realität.


Besser man wartet mit so einer Generalabrechnung bis zum Ende des Spiels, so ist das jetzt irgendwie peinlich :-D


Nein, bis auf den letzten Satz ist das für mich noch immer so.


Wir sind doch nur 2 Punkte hinter den bärenstarken Dortmundern mit ihrer Weltklassetruppe, die du immer in höchsten Tönen lobst. Wo ist das Problem?


Es geht um das wie!!!
Bosz wurde doch immer für seine Spielidee gefeiert. Wenn dass seine Spielidee ist, dann sehe ich da auch schwarz. Heute hatte er genau die richtige Idee, nachher nochmal offensiv zu wechseln.


Und weil man 2 Punkte hinter Dortmund steht, ist man jetzt zufrieden??? Man muss endlich mal die Leistung knallhart analysieren und nicht wieder typisch für Leverkusen, den Vergleich zu unsren Konkurrenten ziehen. Ich bin froh das wir in der Tabelle noch relativ gut stehen, deswegen war ein Großteil trotzdem einfach nur schwach und Ideenlos.

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Fussball ist wie Schach, nur ohne Würfel. (Lukas Podolski)

Je länger du verlierst Auswärts, desto größer wird die wahrscheinlichkeit dass du mal wieder gewinnst. (Jörg Stiehl)

Mario ist gestern morgen aufgewacht und......hatte eine verhärtung :D (Jürgen Klopp)

Darum sind solche Spiele auch mal ganz gut auch ma, dass de wieder mit beiden Boden aud der Tatasache bist. (Frank Rost)
Peter Bosz |#78
21.12.2019 - 20:41 Uhr
Zitat von Basilikum
Unsinn. Mir ist völlig egal wer da unten steht. Hauptsache er hat Erfolg und man kann das einigermaßen ansehen. Kurzzeitig sah das auch besser aus, speziell München (Taktik) und die 1. Halbzeit gegen Schalke. Das habe ich auch positiv angesprochen. Seitdem geht es aber in die völlig falsche Richtung. Sowohl ergebnistechnisch als auch spielerisch.

Dann nenne doch mal einen Trainer, der es besser machen wuerde.
Oder nenne mir die Bundesligisten, die derzeit attraktiveren Fussball als ihr spielt. Bis auf Leipzig mit dem Ausnahmetrainer Nagelsmann wird dir da nicht viel einfallen.

Bayern? Nicht wirklich. Da laeuft es unter Flick inzwischen aehnlich zaeh und defensiv luftig wie unter Kovac.
Gladbach? Schau dir die letzten Spiele an, vor allem das heutige gegen Hertha. Spielerisch zum Gruseln.
Dortmund? Da brauche ich nichts zu sagen denke ich. Spielen weit unter ihren Moeglichkeiten. Hier und da mal eine gute Halbzeit, ansonsten meist extrem passiv und nicht ueberzeugend.
Schalke? Spielerisch ist das ab und zu okay, aber wahrlich keine Offenbarung.
Hoffenheim? Der spielerische Verfall unter Schreuder ist massiv. Trotz der guten Punkteausbeute ist Schreuder unter den Fans extrem umstritten. Fussballerisch ist das zumeist absolute Magerkost.
Wolfsburg? Defensiv meist gut, offensiv oft komplett harmlos und uninspiriert.
Frankfurt? Letzte Saison war Huetter noch der Vorzeigetrainer, jetzt klappt fast gar nichts mehr. Ihm wird vor allem fehlender Plan B vorgeworfen. Die Eintracht-Fans wuenschen sich zum Teil Kovac zurueck.
Bremen? Das vermeintliche Trainersupertalent Kohfeldt hat absolut keine Loesungen und wirkt vollkommen ratlos.

Also, wo ist der Trainer ueber alle Zweifel erhaben und wo kann man - gemessen an der Qualitaet des Kaders und an den Anspruechen - wirklich guten Fussball sehen und die Mannschaft ueberzeugt spielerisch?
Mir fallen da nur Leipzig mit Nagelsmann und Freiburg mit Streich ein.
Bei allen anderen Mannschaften sieht das spielerisch aehnlich duerftig aus wie bei euch.
Haben die alle schlechte Trainer inklusive euch? Oder ist es vielleicht einfach verdammt schwer in der Bundesliga spielerisch zu glaenzen?

Du kannst dir die gleiche Frage auch international stellen. Welche Mannschaft spielt wirklich attraktiven Fussball und ueberzeugt spielerisch (ausser Teams, die jeden Sommer 150 Mio. in die Mannschaft pumpen koennen)?
Da werden dir auch nicht viele einfallen.

Diese Erwartung, dass man in jedem Spiel sich sauber durch des Gegners Hintermannschaft kombiniert, ist einfach vollkommen unrealistisch. Schau dir einfach an wie wenige Mannschaften das wirklich schaffen, gerade gegen tiefstehende Gegner.

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Confusion will be my epitaph
Peter Bosz |#79
21.12.2019 - 22:12 Uhr
Ich bin mit der Hinrunde im Großen und Ganzen zufrieden.

Die Punktausbeute in der Bundesliga ist zufriedenstellend und wir sind in Reichweite unseres Saisonziels.

Spielerisch war die Hinrunde alles in allem ausbaufähig. Wir hatten im November einen guten Monat, ansonsten war sehr viel Luft nach oben. Das muss man deutlich so feststellen.

Diejenigen die das aber schlicht und ergreifend an der Person des Trainers festmachen wollen machen es sich viel zu einfach. Zumal ich nicht sehe, dass Sie hier irgendwie differenziert oder reflektiert die derzeitige Lage betrachten.

Ich finde man muss ab und an auch die Spieler in die Pflicht nehmen. Da habe ich wenig gutes gesehen. Hradecky hat eine super Hinrunde gespielt und auch die Benders, Alario und Aranguiz haben überzeugt. Das war es dann aber fast schon. Der Rest ist teilweise weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück geblieben. Die Auftritte von Sinkgraven, Amiri und Bellarabi würde ich noch als solide bezeichnen.

Diaby muss körperlich aufholen, Bailey viel weitgehend nur mit Disziplinlosigkeiten auf, bei Retsos stellt sich gar die Frage nach der Bundesligatauglichkeit. Wendell verteidigt noch immer wie ein Schuljunge, Tah und Dragovic haben eine rundherum enttäuschende Hinrunde abgeliefert und beide extreme Geschwindigkeitsdefizite. Paulinho stellt noch immer keine Alternative dar, Baumgartlinger spielt seinen Möglichkeiten entsprechend und Demirbay ist als Neuzugang eine einzige Enttäuschung. Dazu Havertz und Volland mit Formproblemen.

Einige der Mängel die sich daraus ergeben sind ja bereits hinlänglich bekannt wurden aber von den Kaderplanern nicht behoben, sondern aufgeschoben(Wendell, Dragovic). Dazu muss man konstatieren, dass trotz 60 Millionen Investitionen kein einziger Neuzugang in der Hinrunde zum Leistungsträger geworden ist. Da haben andere Bundesligisten ein deutlich besseres Auge gehabt(Emobolo, Thuram bei Gladbach z.B.). Dem Anspruch sich in einer Transferperiode zu verbessern sind wir leider schon länger nicht mehr gerecht geworden.

Das entscheidende Kriterium und darauf deutet aus meiner Sicht die Verpflichtung von Palacios hin: Wir haben mit Brandt das Hirn der Mannschaft und den Unterschiedsspieler verloren. Die ins Auge gefassten Ersatzspieler Ödegaard und Olmo sind aus unterschiedlichen Gründen nicht gekommen, haben aber in dieser Saison schon deutlich gemacht, dass sie absolut das Anforderungspotential erfüllt hätten und uns wohl sportlich extrem nach vorne gebracht hätten. Die beiden bundesligainternen Lösungen Demirbay und Amiri passen dagegen weder in das Anforderungspotenzial, noch haben sie ansatzweise die Klasse von Julian Brandt. Im zentralen Mittelfeld fehlt uns einfach der Spiellenker. Deshalb ist unsere Offensive so zahnlos und deshalb haben wir einiges an Dominanz eingebüßt.

Wie sagt man so schön: Man kann aus Scheiße kein Gold machen.

Ich hoffe, dass Palacios sich schnell integriert und unserem Spiel mehr Struktur gibt. Davon werden dann auch die anderen Offensivspieler profitieren.
Peter Bosz |#80
23.12.2019 - 16:11 Uhr
Kurz vor Weihnachten 2018 gab es eine Pressemitteilung seitens des Vereins, dass der Trainer getauscht wird. Seitdem sind jetzt 365 Tage vergangen.
1 Jahr Peter Bosz – Wie sieht’s aus?

Zunächst ein kurzer Rückblick. Die Hinrunde der Saison 2018/19 war nicht weit entfernt von einer Katastrophe. Bayer 04 dümpelte irgendwo im grauen Mittelfeld der Liga rum und auch der Fußball, den Heiko Herrlich spielen ließ, war nur mit viel Alkohol zu ertragen. Irgendwann war der Weinkeller der Völlers leer und Rudi traf eine Entscheidung: Das kann so nicht weitergehen! Unmittelbar nach dem Ende der Hinrunde wird Herrlich mitgeteilt, dass er beurlaubt wird und Peter Bosz wird als Nachfolger installiert. Weil man als externer Fan/Medienfuzzi beim blöden Plastikverein natürlich das Haar in der Suppe suchen muss, wird der Zeitpunkt (einen Tag vor Heiligabend) dieser Entscheidung als unmenschlich kritisiert – auweia! Wie sich relativ zeitnah herausstellen wird, war es sportlich gesehen genau der richtige Zeitpunkt mit dem genau richtigen Trainer. Die Art wie Bosz in Amsterdam und Dortmund spielen ließ, passt zu den Leitgedanken und dem Kader von Bayer 04. Bei Ajax hat das Bosz-System funktioniert, in Dortmund ist er damit gehörig auf die Schnauze gefallen. Gerade Letzteres ist in Deutschland im Hinterkopf vieler geblieben. So war die Reaktion auch hier bei uns im Forum von vielen skeptisch mit der Hoffnung, dass alles gut gehen würde. Schnell zeigte sich, dass diese Sorgen größtenteils unbegründet waren.

Beginnen wir mit ein paar Zahlen. Da ich ja auch mal studiert habe, dachte ich mir, dass ich mal meine alten Statistikkenntnisse auspacken, die letzte Rück- sowie die diesjährige Hinrunde anschauen und die Statistiken wild zusammenwerfen kann, in der Hoffnung, dass am Ende etwas Gescheites bei rauskommt. Schauen wir mal.

Von den 34 Bundesligaspielen unter der Leitung von Peter Bosz wurden 19 Spiele gewonnen, 10 verloren und 5 gingen mit einem Unentschieden zu Ende. Das macht in Summe 62 Punkte und einen Schnitt von 1,82 Punkten pro Spiel. Damit bewegt er sich auf einem Level mit Jupp Heynckes und Sascha Lewandowski, unsere erfolgreichsten Trainer der letzten 15-20 Jahre; knapp vor Roger Schmidt. Diese 62 Punkte würden in einer fiktiven Saison des Kalenderjahres 2019 den 4.Platz hinter den Bayern (75 Punkte), Leipzig (72) und Dortmund (64) bedeuten. Gladbach wäre mit 5 Punkten Rückstand hinter uns auf Platz 5. Sprich: Unser jährlich ausgegebenes Ziel mit dem Erreichen der Champions League wäre souverän erreicht worden. Auch 66 erzielte Tore sowie 44 Gegentore sind die viertmeisten – bzw. wenigsten. Die drittmeisten Siege (19), die viertwenigsten Niederlagen (10). Die Zahlen pendeln sich alle in diesem Bereich ein.

Etwas detaillierter betrachtet, wurden in der Rückrunde 18/19 34 Punkte geholt und in der Hinrunde 19/20 28 Punkte. Meiner Meinung nach interessant, dass man mit vermeintlichen Siegen gegen Köln und Hertha (Wäre, wäre, Fahrradkette – wie eine fränkische Fußballlegende zu sagen pflegt) zum Schluss die Punktemarke der Rückrunde eingestellt hätte. In der Hinsicht interessant, da es optisch und gefühlt nicht so wirkt, aber dazu später mehr. Die Gegentore sind im Vergleich konstant geblieben (23 in 18/19, 21 in 19/20). Der einzige Wert, der sich zwischen den beiden Hälften groß unterscheidet, sind die selbst erzielten Tore. Waren es in der Rückrunde noch 43 und somit die Zweitmeisten, sind es in der Hinrunde nur noch 23 geworden (Nr.10 in der Liga). Dieser Wert hat deutlich abgenommen, was sich auch optisch bemerkbar machte und weshalb die Grundstimmung getrübt ist. Offensichtlich besteht ein krasses Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Bundesliga.de hat 261 Torschüsse (die Viertmeisten) gezählt aus denen nur 23 Tore entsprangen (11,34 Schüsse pro Tor). Das ist eindeutig zu wenig.

Soweit zu den Zahlen und Fakten. Kommen wir zu Parametern, die unter subjektiven Einflüssen stehen und somit diskutabel sind. Zu Beginn seiner Amtszeit in Leverkusen war das 4-3-3 mit zwei offensiven 10ern das Lieblingssystem von Peter Bosz. Das ließ sich mit Brandt und Havertz ja auch außerordentlich gut spielen. Mit der Ausnahme einer Durststrecke von drei, teils bösen, Pleiten in Folge war dieses System erfolgreich und es war keine Anpassung nötig. Ob es sich realtaktisch immer um ein 4-3-3 handelte, sei mal dahingestellt. Gerade mit einem Havertz war viel Flexibilität zwischen Mitte und Rechtsaußen möglich. Auch zu Beginn der aktuellen Saison war das 4-3-3 das vorherrschende System, bis zur 4:0-Packung in Dortmund. Danach variierte Bosz sein System, wobei er häufig mit einem 4-2-3-1 auf die etwas defensivere Variante des 4-3-3 zurückgriff. Erst zum Schluss gegen Köln und Hertha ging er auf das 4-3-3 zurück.

Ein Markenzeichen des Bosz-Fußballs ist der hohe Anteil des Ballbesitzes. In schöner Regelmäßigkeit kamen Ballbesitzanteile von 70% und mehr zu Stande, allerdings verzeichneten die defensiven Spieler außergewöhnlich viele Ballkontakte, da der Ball im Spielaufbau häufig über die hinterste Reihe lief und auf die andere Seite verschoben wurde. Solange, bis der Gegner einen Fehler machte. Diese Taktik ist für den Gegner zermürbend und führte dazu, dass gerade gegen die schlechteren Teams (aus der zweiten Tabellenhälfte) keine negativen Überraschungen zustande kamen. Durch die Übernahme des Aufbauspiels der Abwehrspieler konnten sich die Offensiven sehr weit vorne positionieren. Das kam diesen natürlich zu Gute, sodass viele der Angreifer unter Bosz regelrecht aufblühten. Ein Julian Brandt würde ohne Bosz vermutlich immer noch auf den Außen versauern und ein Kai Havertz wäre vielleicht einer der gehyptesten Spieler Europas. Aber auch Volland oder Aranguiz kamen bspw. mit Bosz besser klar als mit Herrlich. Die offensive Ausrichtung war allerdings gegen die Top-Teams sehr risikohaft, da bei einem Ballverlust wenig bis keine Absicherung der Abwehrspieler stattfand. Gute Mannschaften können so etwas ausnutzen. Dadurch wirkte die Abwehr immer wieder wie ein einziger Hühnerhaufen. Peter Bosz musste reagieren.

Durch die teils kamikazeartigen Auftritte im Defensivverbund sah sich Bosz gezwungen mit weniger Risiko agieren zu lassen, aber im Grunde seine Philosophie des Fußballspiels beizubehalten. Das jedenfalls würde den relativ simplen Wechsel von 4-3-3 auf 4-2-3-1 erklären. Allerdings hatte diese kleinere Änderung eine große Wirkung. Denn das, was den Bosz-Fußball in der Rückrunde ausmachte, ging in der Hinrunde verloren – diese unglaubliche, offensive Wucht. Zwar sprachen die gegnerischen Verteidiger nach den Spielen in schöner Regelmäßigkeit davon, dass sie gerade gegen die offensiv stärkste Mannschaft gespielt hätten, Punkte mitgenommen haben sie dennoch zu häufig. Von dem Fehlen dieser Offensivgefahr zeugen auch die nur 23 erzielten Tore. Zieht man die Eigentore ab, sind es noch weniger. In 5 von 17 Spielen blieb man ohne eigenes Tor, für einen Champions League-Anwärter zu viele.

Wenn dann der Gegner tief steht, Bayer 04 in den ungefährlichen Zonen den Ball überlässt und erst eingreift, sobald es gefährlich werden könnte, dann entsteht schnell ein langweiliges Ballgeschiebe, wie wir es zu Ende der Hinrunde jetzt in der extremen Form erlebt haben. Durch das hohe Verteidigen gegen den Ball braucht der Gegner dann nur wenige Aktionen, um Punkte abzugreifen. Die Kombination aus den zu einfachen, systembedingten Gegentoren und der geringen Offensivkraft ist mMn der Knackpunkt, der über am Ende über eine erfolgreiche Zeit von Peter Bosz in Leverkusen entscheiden wird.

Ich habe mich hier bewusst fast ausschließlich auf die Bundesliga konzentriert. Unter seiner Leitung spielten wir erst drei Pokalspiele (da könnte man auch noch über Heidenheim sprechen). Allerdings halte ich drei Spiele für zu wenig, um mir hier ein Urteil zu erlauben. Über die zwei Spiele in der Europa League sowie die Sechs in der Champions League kann man sehr wohl noch ein Wort verlieren. Krasnodar und Moskau 1 waren Mist. Da gibt es keine zwei Meinungen. Gegen Juventus steht zwar in Summe ein 0:5, aber drei Tore fielen sehr spät, und zeugen davon, dass man über weite Teile mithalten konnte. In Madrid war es ebenfalls ein, über weite Teile guter Auftritt, bei dem man an der Cleverness von Atletico scheiterte. Atletico 2 und Moskau 2 hingegen waren gute Auftritte, mit denen man sich die internationale Saison gerettet hat. Platz 3 in dieser Gruppe war das Mindestziel und dieses wurde einigermaßen souverän erreicht. Mit einem Heimsieg gegen Moskau wäre vielleicht noch was nach oben gegangen, aber dann wäre auch Atletico in der BayArena vermutlich anders aufgetreten. Daher: Passt schon. Noch habe ich die Hoffnung, dass wir auch mal in der Europa League etwas reißen können.

Mein Fazit: Aus seiner Dortmunder Zeit eilt Peter Bosz immer noch der Ruf nach, dass er nicht anpassungsfähig ist. Das sehe ich nicht so. Wie oben bereits angerissen, hat er reagiert und versucht die Defensive zu stabilisieren. Aus dem offensiven Powerplay mit fehlender Balance in der Defensive ist eine defensivere Grundeinstellung mit fehlender Balance in der Offensive geworden. Diese beiden Extremen zu vereinen und die richtige Balance zu finden, ist die nächste Herausforderung für Bosz. Ich bin überzeugt davon, dass er sie finden kann. Er hat jetzt Zeit sich in der Winterpause das nächste, taktische Element zu überlegen. Für eine erneute Champions League-Qualifikation werden vermutlich um die 60 Punkte nötig sein. Das bedeutet, dass wir eine 30+ Punkte-Rückrunde brauchen.

Ich glaube daran, dass wir das schaffen können, auch mit oder vielleicht sogar wegen Peter Bosz. Ich bin froh, dass er unser Trainer ist und die Trainerfrage nie so wirklich aufkam. Aber: Es muss sich spielerisch etwas ändern, sonst schlägt das Pendel auch mal schnell in die andere Richtung aus.

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Meine Mutter sagt immer: "BILD sprach zuerst mit den Toten!"

Vorwärts nach weit!

- Bayer 04 Leverkusen - Hannover 96 - TSV 1860 München - 1.FC Magdeburg - Valencia CF -

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bayer04Fan am 23.12.2019 um 16:14 Uhr bearbeitet
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