Die aktuelle Situation
Vier Spiele, zwei Punkte, 6:9 Tore, Platz 16, eines von drei noch sieglosen Teams. Auf den ersten Blick klingt das alarmierend. Noch alarmierender ist aber der Umstand, dass wir, legt man die ersten vier Spieltage zu Grunde, den schlechtesten Bundesligastart des SC Freiburg aller Zeiten erleben. Sogar in der GAU-Saison 2004/05 hatte man bis dato mehr Zählbares auf der Habenseite, nur anschließend kam nicht mehr viel. Die Hoffnung, dass diese Saison umgekehrt verläuft ist groß. Nach einem umschalttechnisch vogelwilden Spiel gegen Leverkusen folgten kleine, aber nicht zu übersehende Fortschritte gegen Mainz und den Nachbarn aus dem Kraichgau. Der vorläufige Höhepunkt war ein mit viel Herz und Leidenschaft erkämpfter Punkt gegen ein (trotz B-Mannschaft) schier übermächtiges Bayern München. Mit „Chico“ Höfler sorgte erfreulicherweise ein Mann aus dem eigenen Nachwuchs dafür, dass den Bayern der Leberkas im Halse stecken blieb. Der Triumph gegen München könnte quasi der „Dosenöffner“ für einen verspäteten Start in die Saison sein. Was generiert mehr Selbstvertrauen als gegen die (aktuell) Besten zu bestehen? Gegen B-Mannschaften aus München haben andere Teams schon deutlich schlechter ausgesehen, Grillfeste zeugen von diesen blamablen Begebenheiten. Die letzten zwei Spiele machen Mut. Nicht wenige hatten nach den enttäuschenden Spielen gegen Leverkusen und Mainz prophezeit, dass man vor dem Spiel gegen Augsburg mit null Punkten dastehen würde. Derer sind es jetzt, nach zwei besseren Auftritten, immerhin zwei. Problem: Behält man diesen Punkteschnitt bei, würde es noch nicht mal für die absurd wenigen 18 Punkte von vor acht Jahren reichen. Deshalb steht man jetzt unangenehmerweise unter dem Druck den ersten Dreier erzielen zu „müssen“, möglichst mit einer Wiederholung gegen Loli…ich meine Hertha BSC Berlin. Es stehen dem Sportclub und seinen Fans also zwei interessante Wochen bevor. Zumal am 19.09.2013 das erste Europapokal-Spiel mit Freiburger Beteiligung seit knappen 12 Jahren ansteht. Da will ich aber noch nichts vorwegnehmen. Und dann war da ja noch Darida, der Königstransfer, der laufende Superlativ, der Rekordbrecher. Der Kruse-Ersatz? Hier ist wohl selten ein Spieler mit mehr Vorschusslorbeeren angekommen. Dass sich der Sportclub mit vier Millionen Euro Ablöse in ungeahnte Sphären aufmacht, bleibt eben nicht unbemerkt. Man wird gut daran tun Darida Zeit zu geben, schließlich hat er die komplette Vorbereitung, die unter Streich an Wichtigkeit ja nicht zu überbieten ist, verpasst. Trotzdem hier nochmal ein herzliches Willkommen an unsere neue Nummer 7.
Zum Gegner
Der FC Augsburg ist sicherlich ein Verein, der es seinen Kritikern unheimlich schwer macht. Zweimal als sicherer Absteiger gehandelt, hat man es doch immer wieder geschafft den Gang in die Zweitklassigkeit abzuwenden. Der Saisonverlauf war dabei auffallend ähnlich: Die Hinrunde jeweils zum Vergessen, die Rückrunde dafür umso beeindruckender mit teils sehr interessant zu verfolgenden Auftritten. Dass man wahlweise vor der Runde oder in der Winterpause abgeschrieben war, hat in der Drei-Flüsse-Stadt niemanden in Panik versetzt.
Eben jene Ruhe und Konzentration scheint auch der Schlüssel zum Erfolg zu sein, wenn es wieder mal darum geht den Karren aus dem sprichwörtlichen Dreck zu ziehen. Jos Luhukay und Markus Weinzierl haben während der Runde stets das Vertrauen der Vereinsführung bekommen, das hat sich letztlich zweimal ausgezahlt.
Heuer hat man im dritten Anlauf mit sechs Punkten den bisher besten Start seit dem Aufstieg erwischt. Und das obwohl man nach den Abgängen von Spielern wie Koo oder Ji, Überraschung, mal wieder potentiell abgeschrieben war. Von den Transfers seien mal stellvertretend Raphael Holzhauser, Arkadiusz Milik, Raul Bobadilla und Halil Altintop genannt. Man kann sich wahrlich schlechter verstärken, zumal mit (u.a.) Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Tobias Werner, Sascha Mölders oder Daniel Baier arrivierte Kräfte zur Verfügung stehen, die hinlänglich bewiesen haben, dass sie auch Bundesliga können.
Zum Spiel
Die bisherige Bilanz gegeneinander (bezogen auf die Bundesliga) sieht für uns positiv aus. Von vier Spielen wurden aus Sicht des Sportclubs zwei gewonnen, weitere zweimal teilte man die Punkte, bei einer Tordifferenz von 6:3. Die Bilanz aus Zweitligazeiten sieht mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage sogar noch besser aus. Trotzdem bleibt Augsburg als unangenehmer Gegner in Erinnerung. Keines der Spiele in der Bundesliga war einfach, oftmals war es zäh und mühselig. Die Spielweise kann man als kampfbetont und robust bezeichnen, allerdings in fairem Rahmen. Davon täuschen lassen sollte man sich freilich nicht, diese Mannschaft beherrscht auch das Spiel mit dem Ball. Zurücklehnen also verboten für unsere Jungs.
Augsburg befindet sich klar in der komfortableren Situation als der Sportclub. Mit sechs Punkten sind sie gut gestartet, bei uns regiert das Gegenteil. Dementsprechend ein „Kann-Spiel“ für Augsburg, ein „Muss-Spiel“ für den SCF. Gut für Freiburg: In die Länderspielpause konnte ein Punkt gegen die Bayern mitgenommen werden, was das Selbstvertrauen ungemein gestärkt haben dürfte. Außerdem hatte man durch den Dienstags-Termin mehr Zeit als alle anderen Bundesligisten. Und wenn gerade etwas dringend gebraucht wird, dann ist es Zeit in der Streich mit der Mannschaft arbeiten kann. Bisher hat man sich nach jeweils einer Woche in der Leistung gesteigert, diesmal waren es annähernd drei. Zwar sind ein paar Spieler auf Länderspielreise, trotzdem denke ich, dass die längere Pause der Mannschaft gut getan hat.
Die voraussichtlichen Aufstellungen
Manninger - Verhaegh, Klavan, Callsen-Bracker, Ostrzolek - Baier - Hahn (?), Altintop, Moravek (?), Holzhauser – Mölders
Mit freundlicher Unterstützung von den Augsburgern vermelde ich: Hahn (Schulterverletzung) und Moravek (Fußprellung) fraglich, Bobadilla langzeitverletzt. Wieder genesen: Manninger im Tor. Man wird also in, zumindest annähender, Bestbesetzung auflaufen.
Baumann - Sorg, Ginter, Diagne, Mujdza (?) - Coquelin, Schuster, Fernandes, Schmid - Hanke, Freis
So sähe für mich unsere vermutliche Aufstellung aus. Mujdza bisher wohl fraglich, vielleicht weiß da jemand mehr? Ansonsten wird Coquelin wohl wieder auf links rücken (Guédé auch denkbar), Hanke in den Sturm respektive hängende Spitze. Für Darida kommt ein Einsatz wohl noch etwas früh, vielleicht bekommt er aber ein paar Minuten. Selbiges dürfte für Felix Klaus gelten. Sebastian Freis wird nach ansprechenden Leistungen und guter Torausbeute seinen Platz ziemlich sicher haben.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gutes, faires Spiel und viel Spaß bei der Diskussion.
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SC Freiburg
"Man darf bei Fußball nicht denken wie Beamter: 0:0 halten bis Feierabend."
(Giovanni Trappatoni)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dreisamnappi am 14.09.2013 um 17:24 Uhr bearbeitet