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Ehemalige Borussen

28.01.2014 - 09:02 Uhr
Ehemalige Borussen |#1841
17.08.2014 - 12:40 Uhr
Zitat von querpass09
Zitat von Tommy09
Zitat von Master_ICKE
Zitat von querpass09
Zitat von Tarrasch

Also, the Gotze deal was exactly the sort of transfer that former Bayern president Uli Hoeness, currently in jail for tax evasion, used to belittle other European clubs for. They overpaid for a talent, hurting both their existing wage structure as well as possibly the player himself in the process. When you make top-level money as a 22-year-old, where is the motivation to work harder to get to the next level? Unflattering whispers about Gotze's penchant for the dessert buffet at Bayern away games painted a pretty damning picture.

Ein interessanter Artikel ueber Goetze.



Denke auch, sie haben das gezahlt, was für Götze am Markt gezahlt werden musste, um ihn zu bekommen. Natürlich ist das eine absurd hohe Summe für einen so jungen Spieler, aber leider werden diese in noch höhere Summen inzwischen von europäischen Spitzenclubs geboten. Ich glaube auch nicht, dass sie ihm gehaltlich mehr zahlen als alle anderen geboten haben.
Nicht ganz abwegig erscheint mir allerdings die These, dass er durch das komfortable finanzielle Paket und die Tatsache, dass er jetzt Spitzenverdiener beim Rekordmeister ist, vielleicht ein wenig den letzten Biss verloren hat, den Willen sich bis zum Anschlag zu quälen, wenn es sein muss. Er wirkte auch während der WM einfach ein wenig träge. Bin gespannt, wie er in die BL startet.



 


Dann müsste es in der kommenden Saison noch schlimmer werden. Schließlich hat uns Götze zum Weltmeister gemacht. ugly



 


Und hättest du damit ein Problem, wenn es noch schlimmer werden würde? Ich nicht Zunge rausZwinkernd




In genau die Falle sollte er tunlichst nicht tappen. Wobei mich ein Satz skeptisch macht, den er neulich in einem anderen Interview von sich gegeben hat und der sinngemäß lautete: " Was wollen alle? Ich habe schließlich schon 5 (jetzt dann 6) Titel gewonnen." Das hat mich richtig erschreckt, weil es ernsthaft so klang, als halte er sich für den maßgeblichen Erfolgsfaktor bei all diesen Titeln. Und das kann nicht ernsthaft sein sportliches Selbstbild sein.



Vielleicht habe ich das damals falsch wahrgenommen, aber ich fand, sein Interview nach dem Gewinn des DFB-Pokals ging schon in so eine Richtung. Anstatt sich über den Titel zu freuen, wirkte er eher angesäuert, dass das Double quasi ohne ihn geholt wurde.

Ehemalige Borussen |#1842
17.08.2014 - 12:49 Uhr
Zitat von Harlekin

Die Götze-Geschichte ist insgesamt problematisch, für meinen - von sehr sehr sehr weit außen geblickten - Eindruck diktiert hier ein Karriereplan den Menschen - und das endet eben möglicherweise nicht gut.


Mein Eindruck ist, dass der Junge a) einfach noch nicht erwachsen ist, sehr lange sehr kindlich war - ja auch sehr behütet etc. aufgewachsen ist -, dann beinahe von heute auf morgen zum Superstar wurde, sich scheinbar alles aussuchen konnte, auch jenseits des Materiellen - Freunde/Bekannte, Frauen -, gleichzeitig aber um die Gefahren der großen Öffentlichkeit wusste (Familie, Berater). Daraus entstand dann eine Verweigerungshaltung gegenüber den Medien, die er auf der anderen Seite mit einsetzender Realisierung seines Superstar-Status, den er mutmaßlich halten möchte, gleichzeitig auch benötigt (man denke an die Nike-Shirt-Aktion, an das Twittern etc.). 


Anders formuliert: Der war ganz lange ein behüteter kindlicher Jugendlicher mit unfassbarem Talent und sollte dann als DER kommende Weltstar innerhalb eines Jahres zum Vollprofi werden. 


Dann kommt eben der aus reiner Vollprofisicht sinnige Wechsel zu den Bayern zustande. Er wird sofort zum mit Neymar wohl weltweit mit Abstand bestbezahlten jungen Kicker. 12mio per annum plus Werbeeinnahmen, Nike etc. pp. sind halt ein absolutes Brett. Dazu kommt er in einen neuen Verein, in dem er eben nicht der Superstar wie in Dortmund ist, sondern in dem auf seiner Position zahlreiche Stars herumstehen - Robben, Ribery, Müller, etc. -, die allesamt mit ziemlicher Garantie einen Konkurrenten auch mal 'wegbeißen' können. Und dann war der Schritt eben doch etwas groß - nicht sehr viel zu groß bei seinem unfassbaren Talent, aber halt doch zu groß. 


Und genau so ist ja auch die WM-Geschichte entstanden: Die Schuhe bei der WM waren deutlich zu groß für ihn - und dennoch hat sein Talent, um das ALLE wissen ("zeig, dass du besser als Messi bist..."), am Ende zum Siegtor im Finale gereicht. Das wiederum hat zur Folge, dass sich die Götze-Spirale weiterdreht, er wird noch zurückhaltender in der kritischen Öffentlichkeit, möchte und bekommt aber gleichzeitig noch mehr Präsenz, von ihm wird im Verein noch mehr erwartet und er ruht sich womöglich noch stärker auf seinem Superstarstatus aus.


 


Ich sehe zwei Varianten: Entweder er packts bei den Bayern und wird 'richtiger' Weltstar, Ballon d'Or Gewinner usw., oder er scheitert. Das Problem: Durch sein Verhalten der Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Vermarktung: alles unter 'richtiger Weltstar' ist Scheitern bei ihm. Wenn er scheitert, dann kann er richtig scheitern und bei schwächeren Topbklubs sein Bankdasein fristen oder er wird bei ManCity hochbezahlte Starspieler mit mäßigem Ertrag. 


Meines Erachtens zeigt der Fall Götze, dass eine komplett durchgeplante Karriere, wie sie Volker Struth für ihn absolut klar komponiert hat (der ist ja sogar mit dem Teenie Götze in Urlaub gefahren und wusste genau, was aus dem werden dürfte), zwar ökonomisch funktionieren kann, aber einen riesigen Unsicherheitsfaktor hat: den Menschen. Vor allem Götze selbst - als Privatmensch und Sportler - bleibt da womöglich auf der Strecke, aber eben auch die Öffentlichkeit - letztlich können die "Spin-Doctoren" im Marketing nicht alles steuern.


Das Problem für Götze ist: Er lebt jetzt womöglich ein Leben, welches er tief im Herzen eigtl. gar nicht leben möchte, das aber sozusagen den Vorstellungen der Branche - die ja vor allem auch eine Medienbranche geworden ist (siehe den Bayerntrip in die USA) von einem perfekten Fußballprofi entspricht. Könnte ein tragischer Fall werden, der Götze, könnte aber auch klappen. Mit Sicherheit ist er der heftigste (deutsche) Fall einer bis zum letzten Tropfen medial und marketingmäßig ausgequetschten Karriere, die ihn unglaublich reich macht - weswegen er ja auch nicht meckern darf; die aber den Menschen vergisst.


Vor dieser Gesamtgemengelage kann ich mir auch vorstellen, dass ihn mit dem BVB schon noch mehr verbindet als er zugibt, der Verein ist immerhin seine Kindheit, er ist auf den Trainingsplätzen, mit den Vereinsfarben groß geworden. Wahrscheinlich wäre es für Götze viel viel viel besser gewesen noch zwei drei Jahre in Dortmund zu spielen, auf am Ende 10mio Netto-Gehalt und 5mio Werbegeld zu verzichten und dann als in Ruhe Ge- und Erwachsener zu wechseln, der völlig fraglos sofort Stammspieler ist. 


edit: einen womöglich ähnlichen Fall mit einem viel weniger smarten Spieler sieht man in Calhanoglu; deswegen finde ich die sehr eigenbestimmte Aussage von Kramer trotz berechtigter Kritik auch ganz gut, weil sie gerade nicht einen Wechsel-, sondern wenn dann einen Bleibewunsch formuliert und nach den imo sehr dämlichen Völleraussagen in der Öffentlichkeit (und nicht gegenüber ihm, Völler hätte auch einfach öffentlich schweigen können) v.a. den Menschen im Profi in den Mittelpunkt stellt. Von außen betrachtet: Guter Junge.



Auch wenn da natürlich viel Taschenspieler-Psychologie und Subjektives von außen miteinfließt: Das spiegelt ungefähr mein Bild zu dem Jungen wieder. Ich habs hier an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Mein bester Freund kann und wird er nach der Wechselaktion nicht mehr werden, aber in gewissem Maße tut mir der Junge schon leid - nicht für etwaige Pfiffe, denen er sich bei uns ausgesetzt sieht, aber für die ganze Fremdbestimmung. Ein außerordentliches Talent kann eben nicht nur Segen, sondern auch Fluch sein.


Edit: Was mir noch dazu einfällt, unter Vorbehalt in wie weit die Geschichte stimmt, aber sie würde ins Bild passen. Dass ihm bei den Verhandlungen im Süden Honig ums Maul geschmiert wurde, der absolute Wunschtransfer und Schlüsselspieler des Trainer-Messias zu sein, während der wohl eigentlich Neymar präferierte und Guardiola (sportlich wohl auch zurecht) dann nicht bereit war, sein System auf den Jungen auszulegen, würde das Ganze auch gut wiederspiegeln. Der "Auserwählte" zu sein, verdreht einem Jungprofi, der eben noch auf dem Weg zum Erwachsenen ist, eben auch den Kopf. Dann aber nach außen den Vollprofi geben zu müssen - nur um dann zu merken, dass er eben nicht einfach mal so zur zentralen Figur des Weltklubs wird, das zehrt wahrscheinlich auch, an Selbstvertrauen sowie an der eigenen Wahrnehmung.


Der Jubel nach seinem Tor im WM-Finale war für mich sinnbildlich für den (in meinen bzw. unseren Augen) femdgesteuerten Jungen, der Profi sein soll. Keine Allüren, keine großen Gesten, keine postertauglichen Posen - in dem Moment flackerte für einen kurzen wunderbaren Moment die alte Unbekümmertheit auf. Vielleicht ist meine Wahrnehmung da aber auch romantisch verklärt.


Dieser Beitrag wurde zuletzt von HejaHejaBVB am 17.08.2014 um 13:07 Uhr bearbeitet
Ehemalige Borussen |#1843
17.08.2014 - 13:38 Uhr

Der FCB hat sich mit Götze auch in einem Aspekt ein faules Ei ins Nest geholt. dem Gehalt.


Man wollte Götze unbedingt haben, was ja auch irgendwie verständlich ist. Ein Spieler mit seinem Potential, auch seinem Vermarktungspotential, dessen Transfer zum einen die eigene Mannschaft verstärken als auch den einzigen ernstzunehmenden Gegner maximal schwächen Kann - da geht man schon ans Limit.


(Disclaimer: ich finde es von einem sportlichen und moralischen Aspekt absolut unwürdig, den direkten Konkurrenten auf dem Wege anzugreifen, aber schreibe jetzt mal nur aus Monopolisten-Perspektive)


 


Nun hat Manchester City dem Vernehmen nach ein Fabelgehalt (angeblich 20 Mio) geboten.


Das kann der FCB zwar nicht zahlen, aber man darf sich angesichts eines harten Verhandlers wie Struth auch nicht lumpen lassen, und hat sich dem Markt angepasst, der für solche Übertalente halt auch Über-Gehälter zahlt.


 


10-12,5 Millionen, werden kolportiert. Finanziell macht das höchstwahrscheinlich Sinn.


 


Auf der anderen Seite ein herber Einschlag in die Gehalts- und damit Teamstruktur, für einige ein Schlag ins Gesicht.


Im Fußball wurde üblicherweise, zumindest in Anlehnung an den normalen Arbeitsmarkt, auch nach "Dienstjahren" und Alter bezahlt. Im Gehalt steckt eigentlich weniger das Zukunftspotential, als aktuelles Leistungsvermögen und Erfahrung. Dass ein 21-jähriger Jungspund schon die Gehälter der jahrelangen Leader und nationalen Koryphäen kassiert, dürfte einigen sehr aufstoßen.


Ich halte das Götze-Gehalt für einen ausschlaggebenden Faktor des Kroos-Abgangs.


Kroos konnte mit vollem Recht auf dasselbe Gehalt pochen, welches der gemeinsame Berater kannte.


Kroos spielte eine bessere Saison, er spielte bei der Nationalmannschaft eine weit bessere Rolle, er hat vor allem für seinen Verein schon einiges geleistet im Vergleich zu diesem neureichen Schnösel.


Die Bayern wussten aber, wenn der Kroos kommt, kommt auch Müller. Als nächstes der Alaba, dann der Boateng, der Neuer, der Martinez. Alle haben legitime Ansprüche, gleich viel oder mehr zu verdienen als Götze.


 


Ich fang gleich gar nicht mit "Neid und Missgunst" an, aber Bayern musste eine Kettenreaktion verhindern, die sie durch den Götzevertrag angestoßen hatten. Die Gehälter würden explodieren, wenn man die gestörte Struktur versuchen würde zu bereinigen.


 


Der Kroos-Abgang wird ihnen noch weh tun, denn Kroos wird bei Real durchstarten und anderen unzufriedenen den Weg vorgeben. Der interne Imageverlust könnte enorm sein.


 


Gleichzeitig wird der Druck auf Götze immens, sein Gehalt auch mit entsprechenden Leistungen zu rechtfertigen. Eigentlich müsste er, zusammen mit Lewandowski Bayerns bester Spieler werden, um  drohenden Gehaltsforderungen der Mitspieler den Boden zu entziehen.


 


 


 


 

•     •     •

Wir sind kein Verein, wir sind eine Aktiengesellschaft, wir sind eine Fußball-Firma, wir sind eine Fußball produzierende Firma.

Und wie jede Firma haben wir auch Kunden!

(Paul Breitner)
Ehemalige Borussen |#1844
17.08.2014 - 14:00 Uhr
Zitat von HejaHejaBVB
Zitat von Harlekin

Die Götze-Geschichte ist insgesamt problematisch, für meinen - von sehr sehr sehr weit außen geblickten - Eindruck diktiert hier ein Karriereplan den Menschen - und das endet eben möglicherweise nicht gut.


Mein Eindruck ist, dass der Junge a) einfach noch nicht erwachsen ist, sehr lange sehr kindlich war - ja auch sehr behütet etc. aufgewachsen ist -, dann beinahe von heute auf morgen zum Superstar wurde, sich scheinbar alles aussuchen konnte, auch jenseits des Materiellen - Freunde/Bekannte, Frauen -, gleichzeitig aber um die Gefahren der großen Öffentlichkeit wusste (Familie, Berater). Daraus entstand dann eine Verweigerungshaltung gegenüber den Medien, die er auf der anderen Seite mit einsetzender Realisierung seines Superstar-Status, den er mutmaßlich halten möchte, gleichzeitig auch benötigt (man denke an die Nike-Shirt-Aktion, an das Twittern etc.). 


Anders formuliert: Der war ganz lange ein behüteter kindlicher Jugendlicher mit unfassbarem Talent und sollte dann als DER kommende Weltstar innerhalb eines Jahres zum Vollprofi werden. 


Dann kommt eben der aus reiner Vollprofisicht sinnige Wechsel zu den Bayern zustande. Er wird sofort zum mit Neymar wohl weltweit mit Abstand bestbezahlten jungen Kicker. 12mio per annum plus Werbeeinnahmen, Nike etc. pp. sind halt ein absolutes Brett. Dazu kommt er in einen neuen Verein, in dem er eben nicht der Superstar wie in Dortmund ist, sondern in dem auf seiner Position zahlreiche Stars herumstehen - Robben, Ribery, Müller, etc. -, die allesamt mit ziemlicher Garantie einen Konkurrenten auch mal 'wegbeißen' können. Und dann war der Schritt eben doch etwas groß - nicht sehr viel zu groß bei seinem unfassbaren Talent, aber halt doch zu groß. 


Und genau so ist ja auch die WM-Geschichte entstanden: Die Schuhe bei der WM waren deutlich zu groß für ihn - und dennoch hat sein Talent, um das ALLE wissen ("zeig, dass du besser als Messi bist..."), am Ende zum Siegtor im Finale gereicht. Das wiederum hat zur Folge, dass sich die Götze-Spirale weiterdreht, er wird noch zurückhaltender in der kritischen Öffentlichkeit, möchte und bekommt aber gleichzeitig noch mehr Präsenz, von ihm wird im Verein noch mehr erwartet und er ruht sich womöglich noch stärker auf seinem Superstarstatus aus.


 


Ich sehe zwei Varianten: Entweder er packts bei den Bayern und wird 'richtiger' Weltstar, Ballon d'Or Gewinner usw., oder er scheitert. Das Problem: Durch sein Verhalten der Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Vermarktung: alles unter 'richtiger Weltstar' ist Scheitern bei ihm. Wenn er scheitert, dann kann er richtig scheitern und bei schwächeren Topbklubs sein Bankdasein fristen oder er wird bei ManCity hochbezahlte Starspieler mit mäßigem Ertrag. 


Meines Erachtens zeigt der Fall Götze, dass eine komplett durchgeplante Karriere, wie sie Volker Struth für ihn absolut klar komponiert hat (der ist ja sogar mit dem Teenie Götze in Urlaub gefahren und wusste genau, was aus dem werden dürfte), zwar ökonomisch funktionieren kann, aber einen riesigen Unsicherheitsfaktor hat: den Menschen. Vor allem Götze selbst - als Privatmensch und Sportler - bleibt da womöglich auf der Strecke, aber eben auch die Öffentlichkeit - letztlich können die "Spin-Doctoren" im Marketing nicht alles steuern.


Das Problem für Götze ist: Er lebt jetzt womöglich ein Leben, welches er tief im Herzen eigtl. gar nicht leben möchte, das aber sozusagen den Vorstellungen der Branche - die ja vor allem auch eine Medienbranche geworden ist (siehe den Bayerntrip in die USA) von einem perfekten Fußballprofi entspricht. Könnte ein tragischer Fall werden, der Götze, könnte aber auch klappen. Mit Sicherheit ist er der heftigste (deutsche) Fall einer bis zum letzten Tropfen medial und marketingmäßig ausgequetschten Karriere, die ihn unglaublich reich macht - weswegen er ja auch nicht meckern darf; die aber den Menschen vergisst.


Vor dieser Gesamtgemengelage kann ich mir auch vorstellen, dass ihn mit dem BVB schon noch mehr verbindet als er zugibt, der Verein ist immerhin seine Kindheit, er ist auf den Trainingsplätzen, mit den Vereinsfarben groß geworden. Wahrscheinlich wäre es für Götze viel viel viel besser gewesen noch zwei drei Jahre in Dortmund zu spielen, auf am Ende 10mio Netto-Gehalt und 5mio Werbegeld zu verzichten und dann als in Ruhe Ge- und Erwachsener zu wechseln, der völlig fraglos sofort Stammspieler ist. 


edit: einen womöglich ähnlichen Fall mit einem viel weniger smarten Spieler sieht man in Calhanoglu; deswegen finde ich die sehr eigenbestimmte Aussage von Kramer trotz berechtigter Kritik auch ganz gut, weil sie gerade nicht einen Wechsel-, sondern wenn dann einen Bleibewunsch formuliert und nach den imo sehr dämlichen Völleraussagen in der Öffentlichkeit (und nicht gegenüber ihm, Völler hätte auch einfach öffentlich schweigen können) v.a. den Menschen im Profi in den Mittelpunkt stellt. Von außen betrachtet: Guter Junge.



Auch wenn da natürlich viel Taschenspieler-Psychologie und Subjektives von außen miteinfließt: Das spiegelt ungefähr mein Bild zu dem Jungen wieder. Ich habs hier an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Mein bester Freund kann und wird er nach der Wechselaktion nicht mehr werden, aber in gewissem Maße tut mir der Junge schon leid - nicht für etwaige Pfiffe, denen er sich bei uns ausgesetzt sieht, aber für die ganze Fremdbestimmung. Ein außerordentliches Talent kann eben nicht nur Segen, sondern auch Fluch sein.


Edit: Was mir noch dazu einfällt, unter Vorbehalt in wie weit die Geschichte stimmt, aber sie würde ins Bild passen. Dass ihm bei den Verhandlungen im Süden Honig ums Maul geschmiert wurde, der absolute Wunschtransfer und Schlüsselspieler des Trainer-Messias zu sein, während der wohl eigentlich Neymar präferierte und Guardiola (sportlich wohl auch zurecht) dann nicht bereit war, sein System auf den Jungen auszulegen, würde das Ganze auch gut wiederspiegeln. Der "Auserwählte" zu sein, verdreht einem Jungprofi, der eben noch auf dem Weg zum Erwachsenen ist, eben auch den Kopf. Dann aber nach außen den Vollprofi geben zu müssen - nur um dann zu merken, dass er eben nicht einfach mal so zur zentralen Figur des Weltklubs wird, das zehrt wahrscheinlich auch, an Selbstvertrauen sowie an der eigenen Wahrnehmung.


Der Jubel nach seinem Tor im WM-Finale war für mich sinnbildlich für den (in meinen bzw. unseren Augen) femdgesteuerten Jungen, der Profi sein soll. Keine Allüren, keine großen Gesten, keine postertauglichen Posen - in dem Moment flackerte für einen kurzen wunderbaren Moment die alte Unbekümmertheit auf. Vielleicht ist meine Wahrnehmung da aber auch romantisch verklärt.



Das kann man wohl so sagen, im Finale hat er nicht nach der Marketing Vorgabe #faith gelebt, sondern hat das gemacht was man eben macht wenn man ein Tor schießt, sich freuen.
Die ganze Welt erwartet Weltklasse Leistungen von ihm, in München baut man nach dem ersten Jahr jetzt noch mehr Druck auf, er MUSS liefern.
Sein Tor bei der WM hat ihn gerettet, sonst wäre er von der Presse vernichten worden, gemessen an den Leistungen bei uns, war es ein schwaches, erstes Jahr bei den Bayern, dann noch eine WM die bis auf das Tor auch nichts Besonderes gewesen ist.


Da er bei den Bayern spielt, ist mir seine sportliche Entwicklung jedoch völlig egal, geht er unter stört mich das nicht wirklich, der Mensch Götze tut mir schon ein wenig leid, die lockere Art ist im definitiv abhandengekommen.
Ist bei Spielern wir Reus jedoch nicht anders, die Beachten die Fans auch nur noch wenn eine Kamera dabei ist, ansonsten wird alles und jeder zu 100% ignoriert.

Ehemalige Borussen |#1845
17.08.2014 - 15:03 Uhr
Zitat von Harlekin

Die Götze-Geschichte ist insgesamt problematisch, für meinen - von sehr sehr sehr weit außen geblickten - Eindruck diktiert hier ein Karriereplan den Menschen - und das endet eben möglicherweise nicht gut.


Mein Eindruck ist, dass der Junge a) einfach noch nicht erwachsen ist, sehr lange sehr kindlich war - ja auch sehr behütet etc. aufgewachsen ist -, dann beinahe von heute auf morgen zum Superstar wurde, sich scheinbar alles aussuchen konnte, auch jenseits des Materiellen - Freunde/Bekannte, Frauen -, gleichzeitig aber um die Gefahren der großen Öffentlichkeit wusste (Familie, Berater). Daraus entstand dann eine Verweigerungshaltung gegenüber den Medien, die er auf der anderen Seite mit einsetzender Realisierung seines Superstar-Status, den er mutmaßlich halten möchte, gleichzeitig auch benötigt (man denke an die Nike-Shirt-Aktion, an das Twittern etc.). 


Anders formuliert: Der war ganz lange ein behüteter kindlicher Jugendlicher mit unfassbarem Talent und sollte dann als DER kommende Weltstar innerhalb eines Jahres zum Vollprofi werden. 


Dann kommt eben der aus reiner Vollprofisicht sinnige Wechsel zu den Bayern zustande. Er wird sofort zum mit Neymar wohl weltweit mit Abstand bestbezahlten jungen Kicker. 12mio per annum plus Werbeeinnahmen, Nike etc. pp. sind halt ein absolutes Brett. Dazu kommt er in einen neuen Verein, in dem er eben nicht der Superstar wie in Dortmund ist, sondern in dem auf seiner Position zahlreiche Stars herumstehen - Robben, Ribery, Müller, etc. -, die allesamt mit ziemlicher Garantie einen Konkurrenten auch mal 'wegbeißen' können. Und dann war der Schritt eben doch etwas groß - nicht sehr viel zu groß bei seinem unfassbaren Talent, aber halt doch zu groß. 


Und genau so ist ja auch die WM-Geschichte entstanden: Die Schuhe bei der WM waren deutlich zu groß für ihn - und dennoch hat sein Talent, um das ALLE wissen ("zeig, dass du besser als Messi bist..."), am Ende zum Siegtor im Finale gereicht. Das wiederum hat zur Folge, dass sich die Götze-Spirale weiterdreht, er wird noch zurückhaltender in der kritischen Öffentlichkeit, möchte und bekommt aber gleichzeitig noch mehr Präsenz, von ihm wird im Verein noch mehr erwartet und er ruht sich womöglich noch stärker auf seinem Superstarstatus aus.


 


Ich sehe zwei Varianten: Entweder er packts bei den Bayern und wird 'richtiger' Weltstar, Ballon d'Or Gewinner usw., oder er scheitert. Das Problem: Durch sein Verhalten der Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Vermarktung: alles unter 'richtiger Weltstar' ist Scheitern bei ihm. Wenn er scheitert, dann kann er richtig scheitern und bei schwächeren Topbklubs sein Bankdasein fristen oder er wird bei ManCity hochbezahlte Starspieler mit mäßigem Ertrag. 


Meines Erachtens zeigt der Fall Götze, dass eine komplett durchgeplante Karriere, wie sie Volker Struth für ihn absolut klar komponiert hat (der ist ja sogar mit dem Teenie Götze in Urlaub gefahren und wusste genau, was aus dem werden dürfte), zwar ökonomisch funktionieren kann, aber einen riesigen Unsicherheitsfaktor hat: den Menschen. Vor allem Götze selbst - als Privatmensch und Sportler - bleibt da womöglich auf der Strecke, aber eben auch die Öffentlichkeit - letztlich können die "Spin-Doctoren" im Marketing nicht alles steuern.


Das Problem für Götze ist: Er lebt jetzt womöglich ein Leben, welches er tief im Herzen eigtl. gar nicht leben möchte, das aber sozusagen den Vorstellungen der Branche - die ja vor allem auch eine Medienbranche geworden ist (siehe den Bayerntrip in die USA) von einem perfekten Fußballprofi entspricht. Könnte ein tragischer Fall werden, der Götze, könnte aber auch klappen. Mit Sicherheit ist er der heftigste (deutsche) Fall einer bis zum letzten Tropfen medial und marketingmäßig ausgequetschten Karriere, die ihn unglaublich reich macht - weswegen er ja auch nicht meckern darf; die aber den Menschen vergisst.


Vor dieser Gesamtgemengelage kann ich mir auch vorstellen, dass ihn mit dem BVB schon noch mehr verbindet als er zugibt, der Verein ist immerhin seine Kindheit, er ist auf den Trainingsplätzen, mit den Vereinsfarben groß geworden. Wahrscheinlich wäre es für Götze viel viel viel besser gewesen noch zwei drei Jahre in Dortmund zu spielen, auf am Ende 10mio Netto-Gehalt und 5mio Werbegeld zu verzichten und dann als in Ruhe Ge- und Erwachsener zu wechseln, der völlig fraglos sofort Stammspieler ist. 


edit: einen womöglich ähnlichen Fall mit einem viel weniger smarten Spieler sieht man in Calhanoglu; deswegen finde ich die sehr eigenbestimmte Aussage von Kramer trotz berechtigter Kritik auch ganz gut, weil sie gerade nicht einen Wechsel-, sondern wenn dann einen Bleibewunsch formuliert und nach den imo sehr dämlichen Völleraussagen in der Öffentlichkeit (und nicht gegenüber ihm, Völler hätte auch einfach öffentlich schweigen können) v.a. den Menschen im Profi in den Mittelpunkt stellt. Von außen betrachtet: Guter Junge.



Ich hab mich damals, am Anfang seiner Karriere, immer schon gefragt warum Klopp ihn so übertrieben schützt(Interviewverbot,totales Abschirmen von der Presse,etc.), da er doch, wie mMn übertrieben oft, fast penetrant, kommuniziert, ein so bodenständiges und besonnenes Kerlchen war.


Heute weiss man es besser und ich kann verstehen, was Klopp anscheinend damals schon sah. Ich glaube auch das Götze mit dem Ganzen einfach nicht wirklich klar kommt und 2-3 weitere Jahre bei uns hätten ihm sehr viel besser getan.

Ehemalige Borussen |#1846
17.08.2014 - 16:19 Uhr
Zitat von -Nice2KnoW-
Zitat von Harlekin

Die Götze-Geschichte ist insgesamt problematisch, für meinen - von sehr sehr sehr weit außen geblickten - Eindruck diktiert hier ein Karriereplan den Menschen - und das endet eben möglicherweise nicht gut.


Mein Eindruck ist, dass der Junge a) einfach noch nicht erwachsen ist, sehr lange sehr kindlich war - ja auch sehr behütet etc. aufgewachsen ist -, dann beinahe von heute auf morgen zum Superstar wurde, sich scheinbar alles aussuchen konnte, auch jenseits des Materiellen - Freunde/Bekannte, Frauen -, gleichzeitig aber um die Gefahren der großen Öffentlichkeit wusste (Familie, Berater). Daraus entstand dann eine Verweigerungshaltung gegenüber den Medien, die er auf der anderen Seite mit einsetzender Realisierung seines Superstar-Status, den er mutmaßlich halten möchte, gleichzeitig auch benötigt (man denke an die Nike-Shirt-Aktion, an das Twittern etc.). 


Anders formuliert: Der war ganz lange ein behüteter kindlicher Jugendlicher mit unfassbarem Talent und sollte dann als DER kommende Weltstar innerhalb eines Jahres zum Vollprofi werden. 


Dann kommt eben der aus reiner Vollprofisicht sinnige Wechsel zu den Bayern zustande. Er wird sofort zum mit Neymar wohl weltweit mit Abstand bestbezahlten jungen Kicker. 12mio per annum plus Werbeeinnahmen, Nike etc. pp. sind halt ein absolutes Brett. Dazu kommt er in einen neuen Verein, in dem er eben nicht der Superstar wie in Dortmund ist, sondern in dem auf seiner Position zahlreiche Stars herumstehen - Robben, Ribery, Müller, etc. -, die allesamt mit ziemlicher Garantie einen Konkurrenten auch mal 'wegbeißen' können. Und dann war der Schritt eben doch etwas groß - nicht sehr viel zu groß bei seinem unfassbaren Talent, aber halt doch zu groß. 


Und genau so ist ja auch die WM-Geschichte entstanden: Die Schuhe bei der WM waren deutlich zu groß für ihn - und dennoch hat sein Talent, um das ALLE wissen ("zeig, dass du besser als Messi bist..."), am Ende zum Siegtor im Finale gereicht. Das wiederum hat zur Folge, dass sich die Götze-Spirale weiterdreht, er wird noch zurückhaltender in der kritischen Öffentlichkeit, möchte und bekommt aber gleichzeitig noch mehr Präsenz, von ihm wird im Verein noch mehr erwartet und er ruht sich womöglich noch stärker auf seinem Superstarstatus aus.


 


Ich sehe zwei Varianten: Entweder er packts bei den Bayern und wird 'richtiger' Weltstar, Ballon d'Or Gewinner usw., oder er scheitert. Das Problem: Durch sein Verhalten der Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Vermarktung: alles unter 'richtiger Weltstar' ist Scheitern bei ihm. Wenn er scheitert, dann kann er richtig scheitern und bei schwächeren Topbklubs sein Bankdasein fristen oder er wird bei ManCity hochbezahlte Starspieler mit mäßigem Ertrag. 


Meines Erachtens zeigt der Fall Götze, dass eine komplett durchgeplante Karriere, wie sie Volker Struth für ihn absolut klar komponiert hat (der ist ja sogar mit dem Teenie Götze in Urlaub gefahren und wusste genau, was aus dem werden dürfte), zwar ökonomisch funktionieren kann, aber einen riesigen Unsicherheitsfaktor hat: den Menschen. Vor allem Götze selbst - als Privatmensch und Sportler - bleibt da womöglich auf der Strecke, aber eben auch die Öffentlichkeit - letztlich können die "Spin-Doctoren" im Marketing nicht alles steuern.


Das Problem für Götze ist: Er lebt jetzt womöglich ein Leben, welches er tief im Herzen eigtl. gar nicht leben möchte, das aber sozusagen den Vorstellungen der Branche - die ja vor allem auch eine Medienbranche geworden ist (siehe den Bayerntrip in die USA) von einem perfekten Fußballprofi entspricht. Könnte ein tragischer Fall werden, der Götze, könnte aber auch klappen. Mit Sicherheit ist er der heftigste (deutsche) Fall einer bis zum letzten Tropfen medial und marketingmäßig ausgequetschten Karriere, die ihn unglaublich reich macht - weswegen er ja auch nicht meckern darf; die aber den Menschen vergisst.


Vor dieser Gesamtgemengelage kann ich mir auch vorstellen, dass ihn mit dem BVB schon noch mehr verbindet als er zugibt, der Verein ist immerhin seine Kindheit, er ist auf den Trainingsplätzen, mit den Vereinsfarben groß geworden. Wahrscheinlich wäre es für Götze viel viel viel besser gewesen noch zwei drei Jahre in Dortmund zu spielen, auf am Ende 10mio Netto-Gehalt und 5mio Werbegeld zu verzichten und dann als in Ruhe Ge- und Erwachsener zu wechseln, der völlig fraglos sofort Stammspieler ist. 


edit: einen womöglich ähnlichen Fall mit einem viel weniger smarten Spieler sieht man in Calhanoglu; deswegen finde ich die sehr eigenbestimmte Aussage von Kramer trotz berechtigter Kritik auch ganz gut, weil sie gerade nicht einen Wechsel-, sondern wenn dann einen Bleibewunsch formuliert und nach den imo sehr dämlichen Völleraussagen in der Öffentlichkeit (und nicht gegenüber ihm, Völler hätte auch einfach öffentlich schweigen können) v.a. den Menschen im Profi in den Mittelpunkt stellt. Von außen betrachtet: Guter Junge.



Ich hab mich damals, am Anfang seiner Karriere, immer schon gefragt warum Klopp ihn so übertrieben schützt(Interviewverbot,totales Abschirmen von der Presse,etc.), da er doch, wie mMn übertrieben oft, fast penetrant, kommuniziert, ein so bodenständiges und besonnenes Kerlchen war.


Heute weiss man es besser und ich kann verstehen, was Klopp anscheinend damals schon sah. Ich glaube auch das Götze mit dem Ganzen einfach nicht wirklich klar kommt und 2-3 weitere Jahre bei uns hätten ihm sehr viel besser getan.



Sehr interessanter Ansatz. Vorab kann ich nur sagen, dass wir es natürlich von aussen immer schwer haben zu beurteilen was die Gründe für das Verhalten dieser jungen Spieler sind. Auf der einen Seite haben sie heute natürlich sehr professionelle Beraterteams, auf der anderen Seite sind es nunmal wirklich junge Menschen.


In den Fällen, in denen ich mit jungen Profis, aus unterschiedlichen Bereichen, zutun hatte, war ich selbst aber durchaus erstaunt wie weit diese schon sind. Natürlich bleibt etwas "kindliches", egal wie viel man verdient oder erfolgreich man ist, wenn man Anfang 20 ist, ist das nunmal so.


Doch mir fiel immer auf wie anders die Entwicklung dieser jungen Menschen im Vergleich zu meinen eigenen jungen Jahren war. Sich schon im Kindersalter so intensiv mit Konkurrenz und Leistungsdruck auseinander zu setzten ist schon beachtlich. Daher finde ich es nicht ganz verrückt, dass Götze da einen Karriereplan hat. Das ist ja etwas was heute durchaus viele in ihrem Berufsleben haben. Scheinbar folgen auch immer mehr junge Menschen dem amerikanischen Prinzip und bereiten auch ihre schulische und akademische Laufbahn plus ihre ausserschulische Aktivitäten mit Blick auf eine spätere Karriere vor.


Dieses Denken prägt unsere Zeit nunmal.


Fern ab dessen haben wir in Deutschland dann aber auch ein komisches Verhältnis zu unseren Leistungsträgern.


Nimmt man Götze als Stellvertretter und vergleicht ihn mit anderen Image-Superspielern (ich beziehe mich gar nicht auf das sportliche Leistungsvermögen), scheint mir, erwartet man in Deutschland einfach eine Bescheidenheit, die etwas unrealistisch ist. Beckham, als Extrembeispiel, hat sportlich nie so richtig die Impulse gesetzt, allerdings war und ist er eine Unterhaltungsstar.


Wäre so etwas in Deutschland möglich? Also dass ein Sportler sich aus Person den Öffentlichen Lebens so sehr profiliert?


 


Die Jungs heute verdienen extreme Gehälter, ihnen laufen, wenn sie sich in die Öffentlichkeit begeben, ein Haufen Menschen hinterher, viele Menschen in ihrem Umfeld buhlen um ihre Aufmerksamkeit und Anerkennung, andere Arbeitgeben versuchen ständig sie mit noch lukrativeren Angeboten zu locken....


Also kurz um es sind Stars, sie fühlen sich wie Stars, werden behandelt wie Stars, ein Großteil der Fans möchte aber, dass sie wie Kumpel sind. Natürlich und bodenständig, also immer noch wie wir, nur halt Samstags um 15:30 auf dem Fussballplatz dann die Spieler, die das entscheidene Tor schiessen.


 

Ehemalige Borussen |#1847
18.08.2014 - 11:03 Uhr

Ich möchte mal eine ganz unpopuläre Meinung zum Thema Götze von mir geben:


 


Meiner Ansicht nach ist Götze das Opfer seiner Berater geworden. Er ist dabei zu vergessen, was ihn zu einem Superstar gemacht hat, nämlich der Spaß am Teamsport, der Spaß am Fußball. Sein Wechsel zu Bayern ist ein typischer Winkelzug eines Beraters gewesen, der mehr an der Karriere eines Superstars als am Menschen Mario Götze interessiert ist. Ich glaube, dass jedes seiner Statements wahr gewesen ist, dass sein Herz wirklich am BVB hängt. Aber es macht sich für jeden Berater besser, wenn man vorweisen kann, wie seine Spieler die Leiter hoch geklettert sind, wie man Stück für Stück der Creme de la Creme näher gekommen ist.


Als die Chance sich ergeben hat, zu Bayern München, zu Guardiola zu wechseln, da sehe ich bildlich vor mir, wie alle auf einen jungen Menschen eingeredet haben. "Wechsel zu Bayern, nächster Schritt auf der Karriereleiter, Guardiola will dich als neuen Messi, aber leider klappt das nur in dieser Saison". Abwägende Einsprüche von Klopp sind da leicht mit einem "der will dich natürlich in Dortmund halten" abgetan.


Nicht umsonst spricht man von Welpenschutz, hält junge Menschen von der Presse fern. Ein solcher Schritt in die Öffentlichkeit, raus aus dem Nest und hinaus in ein Meer voller Haie ist eine der größten Herausforderungen für das Ego eines Menschen. Ich kann ganz sicher von mir sagen, dass diese Prüfung mehrere Nummern für mich zu groß gewesen wäre. Und das gleiche sehe ich jetzt bei Mario Götze.


Woher sollte das Verständnis dafür kommen, welche riesige Well von Hass auf ihn zukommt? Sicher rechnet man mit ein paar Pfiffen, aber niemanden kann man darauf vorbereiten, wie sich das wirklich anfühlt.


 


Mario Götze leidet, das kann man sehen. Ihm ist der Spaß am Fußball ein wenig verloren gegangen, da fehlt die Leichtigkeit, die ihn früher so ausgezeichnet hat. Und solche Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge, die ihn zusätzlich unter Druck setzen, helfen auch nicht sonderlich. Von dem beschützten Dasein beim BVB muss er sich jetzt nicht nur beweisen, er muss sich auch in einem Haifischbecken gegen Sticheleien durchsetzen. Oder glaubt jemand ernsthaft, ein Ribery macht freiwillig Platz für den Jahre jüngeren Superstar? Von der Einstellung im Verein "wir sind froh, dass wir den Mario haben" ist er zu "Mal sehen, ob er sich durchsetzen kann" gewechselt, eine feine, subtile, aber nichtsdestotrotz bedeutsame Änderung.


 


In meiner Erfahrung ist ein heiteres Gemüt für Höchstleistungen eine große Hilfe. Und das Gemüt von Götze hat seine Unschuld verloren. Das schlimme daran ist, dass er jetzt nicht einmal jemand anderen für seine Entscheidungen verantwortlich machen kann. Wenn ich zum wiederholten Male sehe, wie er sich da im Kabinengang beim BVB warm macht, dann kommt mir das immer so vor, als wollte er sich verstecken, als schäme er sich ein wenig. Eine breite Brust ob seiner Entscheidung und Selbstvertrauen sehen ganz anders aus.


 


Ich möchte Götze nicht verteidigen und und ich habe Verständnis für jeden Pfiff gegen ihn. Aber Götze ist im Grunde genug gestraft für seine Entscheidung. Er wird feststellen, dass man sich mit Geld die schönsten Dinge im Leben nicht kaufen kann. Der Weg vor ihm ist ein steiniger und ich würde nicht mit ihm tauschen wollen.

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"Zeige Anmut beim Sieg und Demut in der Niederlage"

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dunkelheit am 18.08.2014 um 11:04 Uhr bearbeitet
Ehemalige Borussen |#1848
18.08.2014 - 11:46 Uhr
Zitat von Dunkelheit
[...]

Ich möchte Götze nicht verteidigen und und ich habe Verständnis für jeden Pfiff gegen ihn. Aber Götze ist im Grunde genug gestraft für seine Entscheidung. Er wird feststellen, dass man sich mit Geld die schönsten Dinge im Leben nicht kaufen kann. Der Weg vor ihm ist ein steiniger und ich würde nicht mit ihm tauschen wollen.



Ich glaube bei aller Wut und Enttäuschung, dass das wohlmöglich leider nicht der Fall sein wird. Ist er denn wirklich gestraft? Klar, Druck und so weiter. Aber der Typ scheffelt millionenweise Euros nicht nur durch sein (gemessen am Bayern-Durchschnitt) viel zu hohes Gehalt, sondern auch durch Werbeverträge etc.. Er kann sich somit alles ermöglichen, was er möchte und noch viel mehr (spätestens nach der Karriere, bei halbwegs solidem Wirtschaften). Die extrem heiße Modelfreundin müssen wir eigentlich gar nicht mehr erwähnen...


Klar könnte man jetzt argumentieren: Die Kohle langweilt ihn, er kann sowieso nicht alles ausgeben, da er zu sehr im Profifußball gebunden ist, er hat Depris wegen der Pfiffe und des Hasses, die Modelfreundin ist vermutlich charakterlich untragbar etc.. Natürlich kann das stimmen und vielleicht liegt es an meinem Pessimismus, aber ich glaube da einfach nicht dran.


Der Kerl hat leider eine solide Saison bei den Bauern gespielt. Nicht gut, aber ausreichend und leider, leider trotz mieser WM dieses verdammte Tor geschossen - WM-Titel hin oder her. Meine These: Der hält sich nach wie vor für den Größten. Die Pfiffe kümmern ihn nicht und er lebt in seiner eigenen Welt, wo Kritiker scheiße und Fans lästig sind. Und wenn der Druck zu groß wird und er scheitert, hat er trotzdem auf ewig Kohle, dafür sorgt der Finanzberater.


Ich wünschte es wäre anders und du hättest Recht, aber ich mag einfach nicht daran glauben...

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⌘⌘⌘ ⚽ BVB-Wunschelf⚽ ⌘⌘⌘

Guirassy
Sancho/Beier --------------------------------- Adeyemi/Duranville
Brandt -- Bellingham/Sabitzer
Martel
Gutierrez/Svensson----------------------------------------------------- Couto/Ryerson
Schlotterbeck ----- Anton/Can
Kobel/Lotka
⌘⌘⌘⌘⌘⌘ Trainer: S. Hoeneß ⌘⌘⌘⌘⌘⌘
Ehemalige Borussen |#1849
18.08.2014 - 12:48 Uhr
Zitat von PartyChris
Zitat von Dunkelheit
[...]

Ich möchte Götze nicht verteidigen und und ich habe Verständnis für jeden Pfiff gegen ihn. Aber Götze ist im Grunde genug gestraft für seine Entscheidung. Er wird feststellen, dass man sich mit Geld die schönsten Dinge im Leben nicht kaufen kann. Der Weg vor ihm ist ein steiniger und ich würde nicht mit ihm tauschen wollen.



Ich glaube bei aller Wut und Enttäuschung, dass das wohlmöglich leider nicht der Fall sein wird. Ist er denn wirklich gestraft? Klar, Druck und so weiter. Aber der Typ scheffelt millionenweise Euros nicht nur durch sein (gemessen am Bayern-Durchschnitt) viel zu hohes Gehalt, sondern auch durch Werbeverträge etc.. Er kann sich somit alles ermöglichen, was er möchte und noch viel mehr (spätestens nach der Karriere, bei halbwegs solidem Wirtschaften). Die extrem heiße Modelfreundin müssen wir eigentlich gar nicht mehr erwähnen...


Klar könnte man jetzt argumentieren: Die Kohle langweilt ihn, er kann sowieso nicht alles ausgeben, da er zu sehr im Profifußball gebunden ist, er hat Depris wegen der Pfiffe und des Hasses, die Modelfreundin ist vermutlich charakterlich untragbar etc.. Natürlich kann das stimmen und vielleicht liegt es an meinem Pessimismus, aber ich glaube da einfach nicht dran.


Der Kerl hat leider eine solide Saison bei den Bauern gespielt. Nicht gut, aber ausreichend und leider, leider trotz mieser WM dieses verdammte Tor geschossen - WM-Titel hin oder her. Meine These: Der hält sich nach wie vor für den Größten. Die Pfiffe kümmern ihn nicht und er lebt in seiner eigenen Welt, wo Kritiker scheiße und Fans lästig sind. Und wenn der Druck zu groß wird und er scheitert, hat er trotzdem auf ewig Kohle, dafür sorgt der Finanzberater.


Ich wünschte es wäre anders und du hättest Recht, aber ich mag einfach nicht daran glauben...



 


 


Man sollte da auch an Fälle wie zB Sebastian Deisler denken oder Enke denken. Geld alleine macht halt nicht glücklich. Zufriedenheit und Glück ist ein relativer Zustand, kein absoluter. Sonst wäre ja auch Madonna immer glücklich und Kinder aus der dritten Welt immer unglücklich (um mal zwei Extreme zu nennen). Das ist aber nicht so. Egal wie toll dein Haus ist, nach einem Jahr ist es halt normal für Dich.


 


Ich bin mir ganz sicher, dass ein Dede am Ende stolzer und glücklicher auf seine Karriere zurückblicken kann, als zB ein Hulk.


 

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"Zeige Anmut beim Sieg und Demut in der Niederlage"
Ehemalige Borussen |#1850
18.08.2014 - 13:01 Uhr

Der Jubel nach seinem Tor im WM-Finale war für mich sinnbildlich für den (in meinen bzw. unseren Augen) femdgesteuerten Jungen, der Profi sein soll. Keine Allüren, keine großen Gesten, keine postertauglichen Posen - in dem Moment flackerte für einen kurzen wunderbaren Moment die alte Unbekümmertheit auf. Vielleicht ist meine Wahrnehmung da aber auch romantisch verklärt.



Wenn du das so schreibst, denke ich an die riesen CL-Momente mit Götzeus zurück, wie du beiden unbekümmert jede Abwehr auf links gedreht haben und dazu die gemeinsamen Jubel von Reus und Götze..

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"Auf, auf, ihr Jungs vom Borsigplatz, lasst eure Hämmer fliegen!"

Danke Opa, das mein Herz für immer schwarz-gelb schlägt.
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