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Taktik und Spielsysteme

21.07.2011 - 09:17 Uhr
Taktik und Spielsysteme |#1751
17.03.2019 - 17:38 Uhr
29. Spieltag: Cottbus – Karlsruhe

Alois gab vor dem Spiel noch zum Besten, dass er auf Kontinuität setzt - Überraschung. grins Kobald ersetzte Groiß, der KSC im 442, die Cottbuser ebenso.

Beide Teams tasteten sich zu Beginn ab. Die Cottbuser spielten noch vermehrt hohe Verlagerungen, der KSC suchte wie gewohnt den Weg schnell vertikal. Fink wie gewohnt umspielend, Pourie in den Schnittstellen lauernd oder in der Zentrale Bälle festmachend. Der KSC kam diesmal besser wie gegen Aalen ins Spiel, die Balance schien zu stimmen. Lorenz und Stiefler halfen hinten voll mit aus, Kobald rückte im Pressing in der gegnerischen Hälfte anfangs noch mit auf. Bereits nach 5 Minuten klingelte es im Kasten der Cottbuser. Der KSC kam an der Mittellinie schnell zum Ballgewinn, Kobald hatte die Übersicht den auf den rechten Flügel ausgewichenen Fink zu bedienen, der artistisch den Ball Marvin in den Lauf servierte, der mit Vollspann aus schon recht spitzem Winkel stark das 1:0 herstellte.

Leider kippte das Spiel dann aber schnell zu Gunsten der Cottbuser. Ähnlich wie die Aalener, schaffte es Energie, das Pressing unsrer Stürmer komplett auszuhebeln und die Mannschaft zu strecken. Im Spielaufbau blieben die AV erst mal tief, ein Sechser ließ sich fallen. Damit konnten Pourie und Fink nicht pressen und anleiten. Wanitzek rückte auf und kümmerte sich um den Achter, während Kobald den zweiten Achter in Manndeckung nahm. Das nutze Rangelov in der Spitze, der sich dann fallen ließ und damit ohne direkten Gegenspieler war. Wanitzek stellte dann das hohe Anlaufen schnell ein, der KSC verschanzte sich, kurz auch mit beiden Stürmern aushelfend, tief in der eigenen Hälfte. Damit machte man es den Cottbusern leicht über die Mittellinie zu kommen. Die Abstimmung bei den Cottbusern machte einen guten Eindruck, hat man mit Freitas und Vitteriti 2 Leute am Flügel, die Fußball spielen können, mit Mamba eine Spitze, die dynamisch ausweichend ständig am Flügel für Gleichzahl/Überzahl und Bewegung sorgte. Der KSC hatte Probleme die Cottbuser am Flügel zu stoppen, man ließ sie zu leicht in die Zentrale spielen, auch klappte es bei den Cottbusern zu einfach, direkt durch die Zentrale mit Flachpässe hinten raus zu kommen. Der KSC zu passiv, die Abstimmung nicht wirklich da, man wechselte gerade im Fall von Wanitzek zu oft, zu spät von Raum auf Mannverteidigung. Kobald kam zwar oft dazu noch einen Fuß reinzubekommen, doch ein förderlicher Ballgewinn resultierte daraus nicht.

Der KSC kam nur dazu die Bälle weit zu klären. Konnte Marvin die Bälle mal festmachen, musste er es mit 3-4 Spielern aufnehmen, während Fink nur Ausweichbewegungen zeigte, ansonsten im Pressing keinerlei Intensität zeigte, wie gewohnt und verständlich kaum Läufe in die Tiefe. Der KSC verteidigte einzig mit den 2 Ketten, hoffte auf Möglichkeiten zum Umschalten, bekam diese dann aber nicht mehr auf die Reihe. Beide Flügel zu tief, aus der Zentrale heraus konnte auch kein Tempolauf gestaltet werden, sie Spitze war abgeschnitten. Die Cottbuser waren geschickt, sich im richtigen Moment in die Zirkulation im Übergang ins letzte Drittel fallen zu lassen, der KSC lief passiv hinterher. Wieder machte die Übergabe/Aufnahme der Gegenspieler beim KSC keinen guten Eindruck. Mit dem recht kleinlichen Schiedsrichter hagelte es dann viele Freistöße, in zentraler Position vor dem Tor. Richtig gefährlich bis auf 1-2 Situationen wurde es aber nicht, konnten die Cottbuser aus Flanken, Freistößen und Weitschüssen kein Kapital schlagen.
Cottbus hatte das Spiel unter Kontrolle, aber eben keine wirklichen Hochkaräter, während der KSC dann eben die beste Chance der Ersten Hälfte zur Führung nutzte. Moutas in der Pause am Mikro. Wie gewohnt lässt sich der da absolut nichts entlocken und bleibt so wolkig wie es nur geht. Profi eben. „Anders verhalten, Chancen im Umschaltspiel besser nutzen.“ Konnte nur darauf hinauslaufen, dass der KSC im Pressing, im Verbund mit dem Sturm bereits besseren Zugriff bekommt und den Cottbusern den Übergang in die Karlsruher Hälfte schwer macht, die Bälle vor Übertritt ins letzte Drittel gewinnt und dann die Post im Umschaltspiel abgeht.

Zu Beginn der 2. Hälfte tendierte nun Stiefler im Pressing in die Zentrale und kümmerte sich um den Sechser, der sich im Rücken von Pourie und Fink bewegte. Damit hatte der KSC defensiv 2 Mann mit Kobald und Wani in der eigenen Hälfte, Stiefler machte Druck im Aufbau. Das aber nur situativ, wenn man nicht Gefahr lief, dass die Cottbuser über die linke Seite kommen, denn da stand ja dann nur Thiede. Fink legte etwas mehr Intensität im Pressing zu, die Ballzirkulationen über die Breite des Platzes lief er geflissentlicher verschiebend mit und stellte nicht wie in H1 das Pressing schnell ein. Hatte der KSC die Chance aufzurücken und die Cottbuser hoch anzulaufen, tat man dies nun. Der KSC kam dann auch dazu Umzuschalten, die Cottbuser in der eigenen Hälfte unter Druck zu setzen, doch dauerhaft war es nicht. Gesamt besser wie in H1, als man das Pressing in der Cottbuser Hälfte früh einstellte, aber eben bei weitem noch nicht dauerhaft genug. Die Cottbuser agierten ruhig, kombinierten und versuchten dann mit flachen Pässen vertikal schnell tief in die Karlsruher Hälfte zu kommen, was gelang. Gerade LV Weidlich spielte da mit großer Ruhe und präzisen Bällen, was den KSC dann wieder ins Hintertreffen brachte. Im Umschaltspiel rückte der KSC anfangs zur Unterstützung von Pourie kaum nach, im weiteren Verlauf nahm das zu und damit gab man den Cottbusern die Möglichkeit bei Rückeroberung des Balles nun selbst umzuschalten, zeigt sich der KSC immer öfter gestreckt, weil weder Thiede noch Rosbach hochschoben, auch Kobald sich fast durchweg in der eigenen Hälfte aufhielt. In der Phase hatte der KSC dann gehöriges Glück, dass der Ausgleich nicht fiel, denn nun kam Cottbus zu guten Möglichkeiten. Pisot schien angeschlagen, dann erwischte es Fink.

Für ihn kam Camoglu und Alois stellte auf ein 4141 um, Stiefler in die Zentrale. Damit fehlte natürlich der 2. Stürmer und die Unterstützung für Pourie im Umschaltspiel. Das übernahmen dann Stiefler und Wani aus der Zentrale raus. Beide tendierten von Anfang an nach der Umstellung dazu mit vollem Tempo vertikal auszuhelfen. Zuerst Stiefler, später gesellte sich ebenso vermehrt Wani hinzu. Cottbus schien wie auch dem KSC so ab der 70. Minute vereinzelt die Luft auszugehen. Die Cottbuser ließen sich kaum noch zügig fallen, auch beim KSC machte sich die englische Woche bemerkbar. Liefen Wani und Stiefler Gegenstöße mit, schritten sie danach gemächlich zurück. Die Zentrale hielt nur noch Kobald, mit situativer Unterstützung einrückend von Lorenz oder Camoglu. Die Abwehrkette verweilte komplett tief in der eigenen Hälfte. Von den Cottbusern kam immer weniger, Wollitzs Austausch des kompletten linken Flügels bewirkte nichts. Camoglu wirkte von Anfang frisch und mutig, verzögerte schön das Tempo am Flügel, damit Wani und Stiefler nachrückend konnten, setzte sich auch ab und an mal im Temposprint von seinem Gegenspieler ab. Mustergültige Vorlage von Burak in der 76., Marvin setzte den Ball zuerst an den Pfosten und dann ins Tor. Damit war das Spiel gelaufen, Cottbus gab sich geschlagen. Der KSC wollte sich noch nicht zufrieden geben und hatte noch eine Masse an sehr guten Möglichkeiten, die man dann teils schon arg sträflich vertändelte.

Das Spiel dann mit einigen Ähnlichkeiten zu unsrem Kick gegen Aalen, nur in getauschten Rollen. Cottbus wirkte zwar im Ballbesitz dominanter und sicherer, aber es kamen viel zu selten gefährliche Möglichkeiten bei rum. Gjasula beschwerte sich nach dem Spiel, dass man das Spiel unter Kontrolle hatte und dann doch geschlagen vom Platz gehen musste. So ist eben Liga 3, wie es dann Wollitz 1:1 im Wortlaut zum Besten gab. Es gewinnt meist eben nicht die Mannschaft, die am längsten den Ball hat und schön/offensiv spielt, sondern diejenige, welche sich klare Möglichkeiten herausspielen kann. Da sah es gar nicht so überzeugend bei den Cottbusern aus. Es gab nur eine Chance aus dem Spiel heraus, als man frei vor Uphoff zum Abschluss kam, ansonsten oft geblockte oder verzogene Weitschüsse und Flanken aus dem Halbfeld. Ob der Sieg für den KSC verdient war, lass ich mal dahingestellt, denn für einen Arbeitssieg arbeitete man dann gar nicht so wirklich überzeugend und ließ sich wie gegen Aalen teils wieder ganz schön zerspielen, nur war eben das Matchglück dann auch ab und an auf unsrer Seite, auch wenn gefühlt gehäuft die Bälle nach Zweikämpfen direkt wieder bei den Cottbuser landeten, so gar nicht förderlich für unser Umschaltspiel. Letztlich ein ergebnistechnisch gelungenes Comeback, auf das sich aufbauen lässt.

Uphoff war sicher und einmal wach zur Stelle, als er es sein musste. Seine Abschläge landeten aber etwas zu häufig im Seitenaus. Gordon klärte wie Pisot die Hereingaben sicher, auch wenn die Cottbuser einige geklärten Bälle dann aufnehmen konnten, aus der 2. Reihe abziehen. Gordon hatte eine starke Zweikampfaktion gegen Mamba, dafür stand er beim fast-Ausgleich im luftleeren Raum und war entscheidend mitbeteiligt, dass die Cottbuser so ohne Gegenwehr durchkamen. Pisot lief seine Verletzung am Knie zum Glück raus. War wichtig, dass unser Leader in der Drangphase in der 2. Hälfte auf dem Platz stand. Einige Male wichtig, dass er aus der Kette rausrückte, weil Kobald nicht die passende Unterstützung im MF bekam. Thiede ackerte von Anfang an mit Biss auf der rechten Seite, die Cottbuser spielten auch in H1 oft über seine Seite, mit dem rausrückenden Mamba. In Hälfte 2 klärte er eine gefährliche Aktion mit dem Gesicht stark. In der Offensive kaum gefragt, er ging nur selten mit bis tief in die gegnerische Hälfte, erst gegen Ende der Partie dann häufiger, als Cottbus ultimativ nachließ. Hatte damit Pumpe und lief dann auch in der 93. Minute, nach eigenem Abseits vor dem Tor der Cottbuser, wieder im vollen Tempo in die Abwehr. Killer. Rosbach ließ sich ebenfalls selten in der Offensive blicken, Kombinationen mit Lorenz am Flügel sah man selten. Sicher gespielt, wusste seinen Körpervorteil zu nutzen und oft Bälle abschirmen. In Hälfte 2 lief fast alles über seine Seite, machten das die Cottbuser gut, so dass er ein paar Mal das Nachsehen hatte, weil man keinen Zugriff mit Lorenz bekam. Kobald agierte im Laufe des Spiels immer defensiver, sehr nah an die Abwehrkette geschnürt. Sein Passspiel war sehr solide, der Ball auf Fink vor dem 1:0 gut gewählt und mit ruhiger Übersicht gespielt. Warf sich in Zweikämpfe, da aber mit gemischtem Ergebnis. Balleroberungen gelangen ihm nicht sehr viele, vor allem keine förderlichen fürs Umschaltspiel, musste er häufig nachstochern und kam dann eher nicht an den Ball. Wani war in Halbzeit 1 eher schwach. Das Anlaufen stellte er rasch ein, defensiv im letzten Drittel offenbarte er mit Kobald einige Abstimmungsschwierigkeiten, wusste sich nichts so recht zu entscheiden, ob er aggressiv draufgehen soll oder nur Passwege zustellt und half uns damit teils zu wenig aus. In Halbzeit 2 dann aber wacher und aktiver, hätte sich dafür mit einem Tor belohnen können. Aggressivität zeigte dafür Stiefler in der eigenen Hälfte und verschuldete damit dann eher Freistöße, als an den Ball zu kommen. Er half aber von Anfang an Thiede aus und stemmte sich gegen das druckvolle Spiel der Cottbuser über die linke Seite. Auf der Acht kam er dann besser ins Spiel, hätte auch noch treffen können. Als es noch 1:0 stand, ließ er sich nach Angriffen dann sehr gemächlich fallen, ebenfalls Wani. Folge der englischen Woche? Auf alle Fälle war die Balance dann teils nicht mehr so toll. Lorenz half ebenfalls von Anfang an aus, wusste sich damit aber kaum ins Spiel einzubinden. Selten hatte er die Möglichkeit im Umschaltspiel vertikal zu gehen und als es einmal in H1 ne große Möglichkeit dazu gab, stoppte ihn sein Gegenspieler und der kassierte Gelb. Defensiv ab und an auch er etwas zu aggressiv, die Cottbuser bekamen ihn häufig überspielt. Lorenz schien in der 70. platt, kurz darauf aber nach einem Angriff des KSC mit vollem Tempo wieder in die Defensive gesprintet. Diesmal eher unauffällig in der Offensive. Fink schien überhaupt nicht fit oder ist aktuell überspielt. Im Pressing total lasch, was aber halbwegs verständlich ist, weil er ja im Umschaltspiel dann noch Körner haben soll unser. Seine Ausweichbewegungen halfen teils nicht, weil er dann zu oft, zu weit entfernt von Pourie stand. Im Angriff muss der Ball einfach zuerst auf Fink und der dann auf Pourie, andersrum läufts überhaupt nicht. Wie gegen Aalen schaffte es Fink überhaupt nicht Bälle festzumachen, wenn der Gegner direkt an ihm dran war. Pourie kann seinen Körper stark einsetzen, Toni liegt das so gar nicht. Marvin werkelte dann für lange Zeit in Halbzeit 1 alleine in der Spitze, gegen 3-4 Mann. Es sprang dann zwar nichts bei rum, aber er machte es dem Gegner so schwer wie möglich an den Ball zu kommen. Wie gewohnt immer aktiv und anspielbar, im Spiel drin, sehr robust und mit den entscheidenden Laufwegen in der Spitze zum 1:0 und 2:0. Camoglu nutzte nach der Einwechselung seine Frische und trieb das Offensivspiel stark an, zeigte ein paar tolle Tempoläufe, die Vorlage auf Pourie war fein. Vor allem nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern wenn nötig auch das Tempo zu verschleppen war stark. Sane kam noch für wenige Minuten und half einzig in der Defensive aus, bis zum eigenen Sechzehner. Groiß kam auch noch, dann wurde abgepfiffen.
Taktik und Spielsysteme |#1752
17.03.2019 - 23:46 Uhr
Naja bei der ganzen Taktik Analyse fehlt mir ein wichtiger Punkt. Die Mannschaft wirkt im Defensiv Spiel sehr müde. Sowohl im Kopf als auch in den Beinen. Löcher werden nicht mehr zugelaufen oder wenn dann zu spät. Ich frage mich ob dass vielleicht auch am Alter des Teams liegt. Ich hab das Gefühl die Mannschaft haut derzeit die letzten Körner raus.

Zeit dass die Saison zu Ende geht.
Taktik und Spielsysteme |#1753
18.03.2019 - 07:01 Uhr
Das habe ich an versch. Stellen durchaus beleuchtet, wenn auch letztlich mit eher anderem Resumee. zwinker
Es kommt drauf an welche Löcher. Probleme haben wir aktuell vom Flügel aus rein in die Zentrale zu verteidigen, da mangelts etwas an Abstimmung, wann die Flügelspieler mit reinschieben. Dazu zieht uns der Gegner im Aufbauspiel aktuell in der Zentrale auseinander, da ists dann zeitlich schwierig diese Löcher wieder passend zu stopfen. Nach vorne Löcher zulaufen war in H2 nicht drin, weil man defensiver spielte, also die Mannschaft klar in Off/Def aufteilte. Alois gab ja in der PK auch aus, dass man nach dem Aalen Spiel defensiver spielen wollte, also rückten Thiede und Roschi kaum auf, auch Kobald hielt sich sehr zurück. Da englische Woche war, war auch klar, dass hintenraus Körner fehlen (O-Ton Pourie). Würde das nicht als allgemein überspielt beurteilen. Wenn gerade Thiede in den letzten Sekunden nochmal Vollsprint in den Angriff und zurück in die Abwehr geht, ein sichtbar ausgepumpter Lorenz trotzdem voll anzieht, halten sich meine Sorgen in Grenzen. Wir sind zwar eine recht alte Truppe, aber bis auf Fink in der Stammelf konditionell noch absolut auf der Höhe, wenn ich da mal an Stiefler oder Lorenz denke.
Taktik und Spielsysteme |#1754
18.03.2019 - 07:08 Uhr
Zitat von RudiMentaer
Das habe ich an versch. Stellen durchaus beleuchtet, wenn auch letztlich mit eher anderem Resumee. zwinker
Es kommt drauf an welche Löcher. Probleme haben wir aktuell vom Flügel aus rein in die Zentrale zu verteidigen, da mangelts etwas an Abstimmung, wann die Flügelspieler mit reinschieben.


Ausgehend davon, dass theoretisch immer nach Außen hin verteidigt wird, würde ich hier eher sagen, dass wir Probleme haben von der Zentrale auf die Außen zu verteidigen. Aber genau das ist ja das schwierigste am Stellungsspiel. Wann rückt der 6er mit ein, wann geht in IV mit raus, wie weit verschiebt der zweite IV um kein Loch zu lassen, wo kann sich dann auch der andere AV positionieren?

Der AV muss letztendlich immer genug Zugriff haben, um einen Angreifer mindestens zum Verlangsamen des Spiels zu bringen, danach wird es wieder ein Team-Effort. Gestern habe ich da einmal mehr vor allem das Problem bei den 6ern gesehen, die die Anspielstationen nach Innen (das, was du gesagt hast eben) nicht ausreichend zustellen. Deshalb stand Energie aus meiner Sicht immer und immer wieder relativ einfach mit dem Ball 2-3 Meter vor unserem 16er...

•     •     •

Nur der KSC!

Bei allem Respekt: Ich verstehe mehr vom Fußball als die meisten hier. Ambitioniert und intellektuell überlegen. Richtig gestandener Typ. Und was bringt uns das jetzt in der Rückrunde?
Taktik und Spielsysteme |#1755
18.03.2019 - 08:53 Uhr
Wir reden beide vom gleichen. Natürlich verteidigen wir im Idealfall dabei von innen nach außen. Mein Blickwinkel ist hier aus der des Gegners, dass wir dessen Spiel vom Flügel aus in die Zentrale rein nicht gestoppt bekommen. zwinker Problem ist nicht die Abwehrkette, die verschiebt einfach nur als Kette Richtung Flügel, bis dann irgendwann der AV auf der Gegenseite auf der ballfernen IV-Position steht. Der Sechser rückt bei uns da nicht ein, Cottbus hatte ja viel zu wenige Leute in der letzten Reihe im 16er, dafür einige Leute im Rückraum. Die Anspielstationen in der Zentrale zustellen gelang nicht, weil der ballferne Flügelspieler nicht mit einrückte, damit hatte man oft Unterzahl - beide Achter und der fallen lassende Stürmer. Dann verteidigt man Zonen, geht nicht grundsätzlich in Manndeckung, was dann eh die Chance erhöht, dass man so aus der Position gezogen wird. Beide Stürmer wichen häufig aus, ließen sich fallen. Da kommen wir mit unsren beiden 4er-Ketten dann einfach auch irgendwann an eine Grenze, trotzdem stand die Abwehrkette sattelfest und man musste nur häufiger Weitschüße hinnehmen. Wenn der Gegner so wenige Leute dann zentral in der letzten Reihe positioniert hat, kann dann situativ einer der IV rausrücken, weil kein Spieler in den Schnittstellen steht. Wäre vielleicht angebrachter gewesen, nach dem Fiasko gegen Aalen im 4141 zu beginnen und nicht im 442 einfach nur defensiver zu spielen. Da hätte man das Einrücken so nicht benötigt, weil man 3 Leute grundsätzlich zentral zur Aufnahme der Gegenspieler gehabt hätte. Aber wer hätte dann Pourie so wie Fink früh zum 1:0 bedient. grins
Taktik und Spielsysteme |#1756
18.03.2019 - 09:49 Uhr
An der Tatsache, daß wir defensiv im Großen und Ganzen eine recht ordentliche Stabilität auf den Platz bringen, unsere Spieleröffnung und unser Offensivspiel zwischen den Sechzehnern aber mehr oder weniger bescheiden daherkommt, wird sich in den letzten neun Spielen wohl nicht mehr großartig was ändern.

Hinten stabil und vorne machen es irgendwie Pourié und Fink ist ziemlich dünnes Eis, kann aber tragfähig genug für den direkten Aufstieg sein.

Wenn es gut läuft und unser gestern wichtigster Spieler "Dusel" weiterhin Topleistung bringt, gehen wir direkt hoch.
Wenn es saublöd läuft landen wir auf Platz vier.
Taktik und Spielsysteme |#1757
18.03.2019 - 10:37 Uhr
Zitat von FGTH1991


...

Hinten stabil und vorne machen es irgendwie Pourié und Fink ist ziemlich dünnes Eis, kann aber tragfähig genug für den direkten Aufstieg sein.

Wenn es gut läuft und unser gestern wichtigster Spieler "Dusel" weiterhin Topleistung bringt, gehen wir direkt hoch.
Wenn es saublöd läuft landen wir auf Platz vier.


Soooo dün nist das Eis jetzt auch wieder nicht. Der Dänenbomber 1. in der Torjägerliste, Toni ist 3. Zusammen 27 Tore. Da kommt schon was zusammen.

https://www.transfermarkt.de/3-liga/torschuetzenliste/wettbewerb/L3/saison_id/2018

Und da nun die Frisur wieder stimmt ....

•     •     •

Gegen Beleidigungen im Stadion. Sektion Nördliche Hardt
Taktik und Spielsysteme |#1758
18.03.2019 - 11:03 Uhr
Außer der “wahren Tabelle“, die Fehlentscheidungen miteinberechnet, sollte es auch eine “ Anti-Dusel-Tabelle“ geben, in der Dusel abgezogen wird. Und eine “Trotz-falscher-Taktik-gewonnen-Tabelle.“ Nach überwältigender Mehrheit hier scheinen wir in der ersten und letzten mit Abstand Tabellenführer und in der zweiten Tabellenletzter. Nur in der “Zu-blöd-zum-Aufsteigen-Tabelle“ ist das Rennen dieses Jahr völlig offen, wobei in der Fünf-Jahreswertung“ der dritten Liga Wehen noch führt. Hoffe, dass bleibt so. Kann das mal bitte jemand statistisch überprüfen?
Taktik und Spielsysteme |#1759
18.03.2019 - 12:17 Uhr
Ich frage mich wie das spiel gelaufen wäre mit Camoglu von beginn. Der arbeitet natürlich nicht so gut nach hinten mit wie ein stiefler. Aber mit seiner Schnelligkeit hätte Cottbus mMn nie so hoch aufrücken können. Fink hätte neben Pourie eine weitere Anspielstation gehabt.

Nach dem Spiel ist man natürlich schlauer, dennoch war die Startelf doch sehr vorsichtig, was Schwart ja auch zugibt.
Taktik und Spielsysteme |#1760
18.03.2019 - 19:09 Uhr
Zitat von deeskoschdnix
Und dass wir in Cottbus gewonnen haben, ist doch statistisch gesehen ein Witz, wärs nicht Fußball.


Der Sieg in Cottbus ist statistisch kein Witz, sondern mit tieferem Verständnis von xG eben eine (nicht immer eintretende) Folge. Ich stelle mich hier aber nicht hin und sage xG kann und weiß alles, mein Gott nein, darum geht es nicht, ich glaube nicht an eine Aussage für ein Spiel, nur an die übergeordnete Aussage. zwinker

Das Cottbus-Spiel bestätigt xG diesmal aber durchaus. Cottbus spielte eben quasi mit der Brechstange, brutal offensiv, extrem auf die Chancenerarbeitung aus dem MF heraus ausgelegt, schwach in der letzten Reihe besetzt. Fast alles waren dann Schüße aus der Distanz. Hier trügen die Augen brutal, dass Cottbus den Sieg verdient gehabt hätte, weil sie unser MF zerspielten, weil sie aber den Kern von Fußball letztlich eben nicht kapiert haben. Sollte man mal Wollitz die Frage stellen, warum Cottbus so weit unten steht, Pech ist das garantiert nicht. Cottbus hat die wenigsten Torschüße in der Liga, dazu wie gegen den KSC zu sehen hier aus eher hoffnungslosen Distanzen aufs Tor gefeuert. Zwei gute Möglichkeiten: Der Distanzschuß von Rangelov knapp am Pfosten vorbei und einmal direkt vor Uphoff, das wars. Pourie kam 2 x weit im 16er alleine vor dem Keeper zum Abschluß, es stand dann 2:0! Nur das zählt, alles andere ist Augenwischerei und Schönspiel-Gauklerei.

Die Quintessenz von xG ist eigentlich nur eine: Was zwischen den Toren abgeht ist völlig unerheblich, völlig unerheblich wie man spielt, für wie schön man das hält, wie variabel usw., es geht nur um eines: Klare Möglichkeiten am/im 5er, so viele wie möglich, Rest ist eher unwichtiges Nebenprodukt, erklärs weiter unten warum man das dann nicht so hoch anpreisen sollte.

Alois hats kapiert, unsere Spielidee ist genau darauf ausgelegt. Wenn man es genau nimmt, ein brutales Misstrauensvotum gegen das eigene Team. Zerstören und zuschnappen, brutal effektiver Anti-Fußball. Ecken - ein sehr effektives Mittel. Umschaltspiel, die einzige Möglichkeit den Gegner unsortiert zu erwischen, Tore ohne eine umständliche Spielidee aufzuziehen, welche von allen Spielern eine brutal gemeinschaftlich einstudierte Spielintelligenz benötigt und eben auch ganz besondere individuelle Fähigkeiten. Bei Cottbus individuell tolle Spieler, aber so absolut grottige Spielidee, abstiegswürdig, in Schönheit gestorben, nicht erfolgreich zum Ende gebracht. Sie bricht bei der Chancenerarbeitung ab, weil man keinen Übergang in den Sechzehner gebacken bekommt. Hier wird eine falsche Idee wie Fußball effektiv ist propagiert, ließt man durchweg. Brechstange - Weitschüße - Cottbus, so war das.

Mich interessiert xG eigentlich wenig, wette ja nicht, ich schaue mir das nicht regelmäßig an, aber man kann daraus Erkenntnisse ziehen, die weit über die schlichten Zahlenwerte hinausgehen, aber man benötigt dazu schon ein gewisses Grundwissen dafür, dass man eben nicht die falsche Kreuzung nimmt, wie ich hier leider fast durchweg rauszulesen musste. Hier wird durchweg vom "schönen Fußball" als Anspruch philosophiert. Das verstehe ich voll aus Fan Sicht, schaue ich ja auch lieber, aber mir gefällts überhaupt nicht, dass man unsrem Team fast einzig Glück und vor allem fehlende Qualitäten unterstellt und zu leicht übersieht, dass wir eben druchgehend in der Saison mit Ausreißern brutal effektiv sind und das so gar kein Glück ist.

Hier wird von inversen Leuten schwadroniert ala Parado, er spricht ja von invers und Weitschüße, das war der Ursprung. Das ist Quatsch und das bleibt es auch. Wenn Camoglu vom rechten Flügel aus in den Sechzehner geht, bis an die Grundlinie, von dort in den 5er ablegt, dann ist das Bombe, invers dagegen eine brutale Schwächung, weil man weiter vom Tor weg ist und dazu auf Distanzschüße setzt. Ist vor allem hirnrissig wenn man dran denkt, wie toll unser inverser Mann Stoppelkamp bei uns war. Wann war bei uns jemals ein inverser Spieler erfolgreich? Der Gegner muss sich drauf einstellen, wenn Leute die Flügel wechseln? Käse, bringt gar nix ein, zeigt mir wo! Unsre Leute müssten fließend ihre abweichenden Rollen je Flügel überhaupt erst mal auf die Reihe bekommen, also auch einstudieren, Aufwand, sehr ungewisser Ertrag. Wenn Lorenz eine Flanke von links bringt, ist das weit besser, wie invers von rechts aufs Tor. Eine Flanke sorgt für 2. Bälle, Mini-Umschaltmomente. Kopfbälle haben weniger Drive wie abgefälschte Weitschüße und es ist vorauszusehen wo diese vorwiegend landen. Weitschüße sind Schrott für 2. Bälle, viel zu unkalkulierbar, wie man sich entsprechend hierbei positionieren kann, dazu gefährlich einen Umschaltmoment zu kassieren, weil der Ball flach weit zurückprallen kann. 2. Bälle hier pures Glück, nach Flanken eben vorwiegend nicht. Egal wie häßlich das aussieht, die Chance ist höher, dass man daraus Tore erzielt, als nur den Fokus minimal auf Weitschüße zu verlegen. Vor allem wird hier toll ausgeschlossen, wie schwierig es ist sich geordnet!! (ganz wichtig, das war der Ansatz von Parado - Doppelpässe Pourie!) Weitschüße zu erspielen. Gegen Cottbus hatten wir 4 Stück - 3 geblockt, einer an den Außenpfosten. Da war kein einziger geordnet vorbereiteter Weitschuß dabei! Vor allem wird das weit schwieriger, wenn sich der Gegner hinten verschanzt, was Cottbus da nicht tat. Es ist und bleibt Quatsch wenn man weiterhin davon spricht, dass man mehr Weitschüße sehen will. Hat ein Spieler die Möglichkeit dazu und relativ freie Bahn, dann ab die Luzi, klar, aber niemals den Gedanken daran verschwenden, man will mehr davon erspielt! sehen. Nein, 2. Bälle nach Flanken und wenn die richtig fallen, dann gehört ein Weitschuß so dazu. Also weiterhin Flanken was das Zeugs hält, nicht vom Flügel aus in die Zentrale reinkombinieren, weil man Weitschüße erspielen will. Dann bräuchte man wie die Cottbuser mehr Leute in der Chancenerarbeitung und es mangelt dann an Leuten in der letzten Reihe, die Chance hierbei gleich null an die Stelle zu kommen, wo man garantierter Tore schießt - im/um den 5er!

Sorry, dass ich nun etwas patzig rüberkomme, ich habe dich deeskoschdnix nur rausgegriffen, weil ich dich hier für einen der intelligentesten und meinerseits geschätzten User halte und etwas enttäuscht über deine Antwort war. Nix für ungut, aber es hat mich schon gewurmt, dass xG hier so Wellen geschlagen hat und das fast durchweg falsch aufgefasst wurde, egal wie oft soul das hier noch im Detail erklärt hat, also zumindest von denen die antworteten. Ich hoffe man versteht worauf ich hinaus wollte. Muss man nicht Teilen, aber ich habe mir das zumindest jetzt von der Seele geschrieben, was ich hier zu oft falsch aufgefasst verstanden sah. zwinker
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