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Peter Bosz
Geburtsdatum 21.11.1963
Alter 62
Nat. Niederlande  Niederlande
Funktion Trainer
Akt. Verein PSV Eindhoven

Peter Bosz

23.12.2018 - 11:38 Uhr
Zeige Ergebnisse 151-160 von 160.
Peter Bosz |#151
22.03.2021 - 22:04 Uhr
Zitat von Berbo91
Zitat von Ironball

Wir nehmen Großchancen anscheinend unterschiedlich wahr.


Ich korrigiere auf eine gute Chance. Ich habe mir die DAZN-Highlights gerade angesehen und in den Sportschau-Highlights gestern (live habe ich nur die 2. Halbzeit gesehen) war mir die Kopfballchance von Schick entgangen, wo er den Ball mit Kopf noch mal quer legen möchte. Das war eine gute Chance (beim Stand von 0:1).

Aber trotzdem: Es ist nun mal etwas völlig anderes, ob man per Zufall oder durch eine ausnahmsweise mal gute Flanke mal freisteht bzw. sich aus dem Gedränge lösen kann (-> der Stürmer ist überrascht und traut sich nicht, den Ball selbst aufs Tor zu köpfen...und so möglicherweise die Chance zu vergeben). Oder ob man sich durch eine völlig freie gegnerische Hälfte wieder und wieder durchspielen kann (und weiß, dass man noch zig solcher Chancen bekommen wird), und dann noch 3, 4 mal den Ball zurück bekommt, nachdem der Torwart abgewehrt hat, nachdem gegnerische Spieler dazwischen an den Ball gekommen sind, usw. Da schließt Du als Stürmer nun mal anders ab, als wenn Du Dir 90 Minuten die Zähne ausbeißt und dann überrascht bist, wenn Du doch mal freistehst.


Das liegt nicht daran, dass die Hertha-Spieler aktuell ein großes Selbstvertrauen haben. Auch nicht daran, dass die Hertha-Spieler große fußballerische Qualitäten im Abschluss haben. Tor #1: Erstes Bundesligator. Tor #2: Zuvor 13 Bundesligaspiele ohne Tor. Tor #3: Erst recht nicht als Knipser bekannt.

Und nein, Zufall oder Pech ist das auch nicht. Das ergibt sich aus einer solchen Spielweise. Nicht zwangsläufig aus dem von Bosz beabsichtigten System (wir haben es ja oft genug besser gemacht), aber aus der realen Spielweise der Spieler, die da auf dem Platz standen. Mit Betonung auf "standen". Beziehungsweise, über den Platz irrten.


Die Spieler irrten nicht auf dem Platz umher sondern sie waren nicht bereit alles zu geben. Niemand Arbeitet gerne mit nach hinten wenn es das hundertste Mal ist wo er dies machen soll um ein Gegentor zu verhindern statt vorne selber eines erzielen zu wollen. Berlin war gestern deutlich motivierter und auch zuversichtlicher Tore erzielen zu können. Das 0:1 entstand bei Leverkusen nicht durch umherirren sondern durch einen sehr guten Abschluß seitens Berlin. Leverkusen war weder in Unterzahl noch falsch gestaffelt. Die Flanke von links hätte nicht sein müssen, die schlechte Abwehr von Grill hätte auch nicht sein müssen und Schick kam zu spät. Es war aber nicht der Fehler von Gray nicht weiter raus zu laufen sondern von Demirbay welcher meint eine Mauer bilden zu müssen statt als 6er genau dort zu stehen um den Schützen zu behindern.

Solche Tore bekommst du wenn die Spieler nicht auf dem Platz sind. Da könnte auch Pep stehen und denen sagen was sie machen müssen. Er könnte genau daneben stehen sie würden es trotzdem nicht machen. Es reicht wenn du zwei drei Spieler hast die meinen sie müßten nicht das machen was der Trainer vorgibt.

Das 0:2 war ein Ballverlust weit in der Hälfte von Berlin. Nur gegen Leverkusen wird danach so gespielt wie es gespielt wurde. Langer Ball über rechts, Wendell steht natürlich zu weit vorne und nicht außen genug, Tapsoba muß raus und einfach nur mitlaufen was er Sonntag jedoch nicht machte. Er machte eine Bewegung welche einem der besten Innenverteidiger der Liga nicht passieren sollte und ermöglichte so die Hereingabe wo Tah gegen zwei Spieler alleine wenig machen konnte. Das ist kein Umherirren sondern dem 0:1 geschuldet und den letzten Wochen. Der Leverkusener Trainer hat dies mehrmals, selbst vor dem Spiel, angesprochen. Tapsoba hatte ihn gestellt und hätte das ganze in Ruhe ablaufen können. Genug Zeit damit andere zurück kommen können. Wer genau hinschaut sieht auch das 1 bis 2 Sekunden mehr schon gereicht hätten um Tah Unterstützung in der Mitte zu geben.

Das dritte Gegentor war auch keine Unterzahl. Es waren vier Leverkusener und drei Berliner. Wenn Tapsoba nicht geschlafen hätte wäre auch hier nichts passiert. Selbst Demirbay hätte als 6er auch ruhig weniger die Torlinie bewachen sollen und statt dessen sich mal mit Tah um den Ball kümmern können. Hat er aber nicht.
Das sind Gegentore die sich nur Teams fangen wo es im Team nicht stimmt. Bis auf Demirbay waren alle Leverkusener in diesen Situationen da wo sie hätten sein müssen. In zwei Fällen hätte eine bessere Leistung von Tapsoba und Demirbay gereicht um kein Gegentor zu bekommen.

Die Schwierigkeit liegt für Leverkusen nicht im Verteidigen. Nehmen wir das Spiel von Sonntag mal beiseite und schauen uns an warum Leverkusen verliert. Es macht aus den wenigen Chancen keine Tore. In der Hinrunde hatte Leverkusen genauso so viele Chancen wie in der Rückrunde. Es gab viel Ballbesitz und meist zwei drei gute Möglichkeiten und ein paar halbe Chancen. Das reichte um zu gewinnen. Der Unterschied liegt darin seine Chancen auch sofort zu nutzen. Es läuft sich danach viel besser auch nach hinten. Die Sinne sind geschärft und der Meter mehr wird gerne gelaufen. Es wird nicht gerne gelaufen wenn das Team selbst zum gefühlt hundertsten Mal im Rückstand liegt. Leverkusen hätte auch mit einer 5er Kette verteidigen können, es hätte auch wie Bielefeld und Freiburg mauern können mit zwei 4er Ketten. Wenn Demirbay und Tapsoba oder Diaby und Wendell in den besagten Spielen einfachste Fehler machen kannst du nicht zu null spielen.

Es macht keinen Unterschied ob du dominant spielen möchtest oder Abwartest was der Gegner macht. Leverkusen hat auch mit dem System Bosz genug Chancen. Es hat auch genug Umschaltmomente wenn das Pressing mal funktioniert. Was es nicht hat sind Spieler die daraus zur Zeit Tore machen. Tore bauen ein Team auf. Zeigen dem Team das sich der Aufwand auch lohnt. Wenn Leverkusen keine Chancen sich heraus spielt wie in der zweiten Hälfte am Sonntag so ist dies normal. Mi einem 3:0 konnte Berlin sehr gut alles ablaufen da Leverkusen zunehmend die Geduld und den Glaube verloren hatte. Wenn Leverkusen in der ersten Halbzeit keine Chancen gehabt hätte würde ich ernste Sorgen haben als Trainer und Vorstand.

Solch eine leere Im Kopf, solch eine leere an Selbstvertrauen, an sich und das Team kann durchaus mit einem Impulse von Außen behoben werden. Die Spielweise wäre natürlich eine etwas andere und damit wären bei den Gegner nicht Blaupausen von Mainz, Bielefeld oder Freiburg möglich. Jeder Spieler bietet sich wieder neu an und will seine Chance auf einen Stammplatz erneut nutzen. Manch ein Spieler spekuliert auch sicher darauf. Das ist in jedem Club in solch einer Phase so. Aber was ist das Ergebnis daraus für den Club? Leverkusen wollte das Ajax von Deutschland mit Bosz werden. Warum eine Spielart ändern die für Leverkusen seit vielen Jahren wieder im Punkteschnitt die erfolgreichste war? Womit Leverkusen auch definiert werden kann und womit es auch akzeptiert wurde?

Es gibt Clubs welche mit ihren Trainern auch Absteigen weil sie diesen Vertrauen. Der SC Freiburg ging mit Streich runter und kam wieder hoch und er ist da immer noch Trainer. Das Mittel Streich scheint sich da nicht abzunutzen. Es gibt da auch ähnliche Phasen von sieglosen Spielen. Dort macht der Club schnell den Spielern deutlich das es dort keinen Trainerwechsel gibt und jeder Versuch einen Trainer aus dem Team heraus zu demontieren als Erfolglos sofort gebrandmarkt wird. Wenn ein Club, wie auch beim Trainer Baumgart überzeugt vom Trainer und seine Art Fußball ist so muß er zu diesem halten. Auch in solch schweren Zeiten.
Noch ist die EL Qualifikation möglich und selbst wenn diese nicht erreicht wird. Leverkusen dürfte genug Reserven haben um auch eine Saison ohne internationalen Fußball zu überstehen. Die Frage ist nicht ob kommende Saison Prag oder Molde in Leverkusen spielen sondern welche Art Fußball für Leverkusen steht.
Sind es nur Lippenbekenntnisse dort gewesen das Ajax von Deutschland zu werden oder ist das nachhaltig?

Sicher, Leverkusen könnte Ole Werner holen. Dieser spielt ähnlich. Der Trainer Bosz ist dennoch die deutlich bessere Wahl wenn es um diese Art Fußball geht welche auch bis Winter 20/21 sehr erfolgreich in Leverkusen gezeigt wurde. Der Punkt ist, wo wird Leverkusen stehen wenn es wieder so kommt und es wird so kommen. Kommt wieder ein Impuls von Außen mit einem neuen Trainer? Andere zeigen, daß es auch anders geht. Wenn Leverkusen mal einen Titel möchte sollte es einen anderen Weg gehen wie die letzten 20 Jahre. Die Mittel der Wahl in diesen 20 Jahren war es immer den Trainer zu wechseln. Es gab erst einmal wieder ein hoch und danach der schnelle Fall. Wo wollt ihr hin? Wofür will euer Club stehen? Für welche Art Fußball wollt ihr stehen?
Peter Bosz |#152
23.03.2021 - 00:57 Uhr
Sollte man sich dazu entschließen, Bosz jetzt zu entlassen, fände ich persönlich einen Interimstrainer bis Saisonende in jedem Fall besser als einen Favre, der (da sind wir uns wohl weitgehend einig) nicht die Wunschlösung wäre, den du dann aber mindestens für die kommende Saison an der Backe hättest - inklusive (vermutlich) nicht ganz geringem Gehalt. Michael Skibbe wäre natürlich Irrsinn, aber Peter Hermann, wieso nicht? Der Mann lebt unseren Verein und die Expertise, um die Mannschaft kurzfristig stabilisieren zu können (denn darauf wird es jetzt erstmal ankommen, nicht darauf, dass wir plötzlich wieder Zauberfußball sehen), traue ich ihm schon noch zu.

Ab Sommer wäre dann mein Wunschszenario, dass man einen Trainer holt, der momentan bei einem großen Verein in einer kleineren Liga beschäftigt ist und da guten Fußball spielen lässt. Klar, das hätte ein gewisses Risiko, aber Beispiele wie Roger Schmidt oder Adi Hütter zeigen, dass sich dieses Risiko durchaus auszahlen kann. Und bevor wir irgendeinen abgehalfterten Trainer holen, der schon zig Bundesliga-Stationen durch hat und bei dem man vorher schon weiß, dass seine Amtszeit bei uns die Zweijahresmarke nicht knacken wird, sollten wir dann doch lieber diesen Weg gehen. Seoane aus Bern wäre eine Möglichkeit, der spricht sogar Deutsch. Jesse Marsch auch, aber ich denke, den wird RB Leipzig schon als mittelfristigen Nachfolger für Nagelsmann auf dem Zettel haben. Ich fände bspw. auch Philippe Clement vom Club Brügge interessant. Er wurde in Belgien bereits mit zwei Vereinen Meister und lässt, soweit ich das beurteilen kann, einen recht ausbalancierten Fußball spielen, bei dem die Defensive nicht so stark vernachlässigt wird wie aktuell unter Bosz. Er kann halt wahrscheinlich kein Deutsch, was für mich kein Ausschlusskriterium wäre, für Völler aber vermutlich schon. ugly

Wie dem auch sei, sollte man sich doch dazu entscheiden, mit Bosz weiterzumachen, dann erwarte ich mir von ihm jetzt aber auch den Willen, aktiv etwas zu ändern. Sei es eine Umstellung auf Dreierkette, oder der Einbau von ein, zwei anderen Spielern, oder was auch immer. Wenn ich unsere Vereinsführung wäre, wäre das DER zentrale Punkt, von dem ich diese Entscheidung abhängig machen würde. Denn so, wie es am Sonntag im Interview klang, einfach nur zu sagen, dass man weiter machen muss und einfach die Torchancen nutzen muss, das Glück erzwingen muss, das reicht nicht! Die Prämisse "Gewinnen, egal wie!" reicht nicht! Das hat man gegen Hertha mehr als deutlich gesehen. Uns fehlt es aktuell an vielen Dingen, nicht nur an einer guten Chancenverwertung oder an Matchglück. Das Motto muss jetzt lauten, dass man die Pobacken zusammenkneift, im Kollektiv hart arbeitet und sich v. a. defensiv wieder sicherer aufstellt. Gegen Schalke muss man so oder so gewinnen, dazu sollte es im Normalfall kein Offensivfeuerwerk brauchen. Und wenn man bspw. danach gegen Hoffenheim auch einfach aus einer geordneten Defensive heraus agiert und im Ernstfall 0:0 spielt, dann wäre das vielleicht nicht Bosz' Traumvorstellung von Fußball, aber es wäre zumindest mal wieder Stabilität da. Und die brauchen wir jetzt. Kein weiteres blindes Anrennen bis zum gegnerischen Sechzehner, um dann sinnlose Chipbälle oder Flanken zu schlagen, die der Gegner kinderleicht verteidigen kann, um uns dann mit Ansage auszukontern!

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Auf geht's, ihr schwarz-roten Jungs! Kämpft und siegt für uns!

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Apfelschuerrle am 23.03.2021 um 01:22 Uhr bearbeitet
Peter Bosz |#153
23.03.2021 - 10:26 Uhr
Hannes Wolf und Peter Hermann übernehmen. Bosz ist raus.

Vielen Dank Peter Bisz. Schade das du hier an der Komfortzone scheiterst. Ich halte dich nachwievor für einen Toptrainer. Danke das du uns nach Jahren wieder ins DFB Pokalfinale geführt hast.
Wir werden uns nur verschlechtern. Ich kotze im Strahl. In diesem Verein wird sich nie etwas ändern. Wir sehen uns in 1.5 Jahren zur nächsten Trainerdiskussion.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ironball am 23.03.2021 um 10:32 Uhr bearbeitet
Peter Bosz |#154
23.03.2021 - 11:05 Uhr
Zitat von Ironball
Hannes Wolf und Peter Hermann übernehmen. Bosz ist raus.

Vielen Dank Peter Bisz. Schade das du hier an der Komfortzone scheiterst. Ich halte dich nachwievor für einen Toptrainer. Danke das du uns nach Jahren wieder ins DFB Pokalfinale geführt hast.
Wir werden uns nur verschlechtern. Ich kotze im Strahl. In diesem Verein wird sich nie etwas ändern. Wir sehen uns in 1.5 Jahren zur nächsten Trainerdiskussion.


Verstehe den Pessimismus nicht. Ich war bis zuletzt eine der großen Befürworter von Bosz und habe mir gewünscht, dass man mit ihm weitermacht. Nach den letzten Leistungen war das nur leider wirklich nicht mehr möglich. Bosz hatte brutal unter den Verletzungen des Teams zu leiden, aber es ist ihm auch nicht gelungen, mit den im Kader vorhandenen Spielern einen neuen Ansatz zu entwickeln. Wir haben bspw. aktuell keinen fitten DM im Kader. Baumgartlinger ist verletzt, Bender ist verletzt und Aranguiz völlig außer Form. Dann muss ich als Trainer auch erkennen, dass mein eingespieltes System so nicht funktioniert und dementsprechend anpassen, bspw. mit einer 3er-Kette.

Die neue Konstellation finde ich übrigens gar nicht so verkehrt. Mit Herrmann kehrt eine Legende zurück, mit Wolf kommt jemand, der taktisch und analytisch unfassbar talentiert ist, dem es aber an Teamführung mangelt. Das könnte Herrmann durchaus ausgleichen.

Die Startbedingungen für Wolf sind eigentlich gemessen an den Umständen optimal. Länderspielpause, nur 6 abgestellte Spieler und die Verletzten-Liste lichtet sich. Dazu sind die nächsten Spiele gegen Schalke, Köln & Hoffenheim - also durchaus realistisch da mit 7 oder 9 Punkten zu starten.

Und dass es jetzt nicht Rangnick oder Favre geworden sind sollte doch niemanden verwundern. Die würden vielleicht im Sommer kommen, aber doch nicht mitten in der Saison als Retter. Warum sollten sie auch, was hätten sie zu gewinnen. Entweder sie erreichen die EL und das wird als Minimum angesehen oder sie verpassen die EL und sind im Sommer schon wieder weg.

Wolf hat jetzt noch ein Drittel der Saison zu beweisen, was er mit dem Team erreich kann. Schlechter als in der Rückrunde unter Bosz geht es ja leider nicht wirklich, daher überrascht mich der Wechsel auch nicht.

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Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein
man diskutiert mit ihnen nicht, hat die Geschichte gezeigt.
Peter Bosz |#155
23.03.2021 - 11:24 Uhr
Für Bosz tut es mir sehr leid, da ich ihn immer noch für einen Top-Trainer halte und er in meinen Augen das höchste der Trainergefühle ist, welches wir bekommen können. Oder anders gesagt: wir werden über kurz oder lang keinen qualifizierteren "Top-Trainer" bekommen, denn dafür sind wir schlichtweg zu uninteressant. Die Spielidee von Bosz, sowie sein Ehrgeiz und auch sein Auftreten haben mir stets imponiert und daher halte ich seinen Abgang diesbezüglich auch für einen Verlust.

Man muss jedoch auch klar sagen, dass die zuletzt gezeigten Leistungen schlichtweg nichtmehr ausreichend waren. Wir spielen seit Anfang des Jahres eine unfassbare Grütze zusammen, was mittlerweile nicht mehr ausschließlich auf die Doppel- oder Dreifachbelastung zurückzuführen ist, sondern in den Köpfen der Spieler beginnt und bei der ewig gleichen taktischen Ausrichtung, dem bedingungslosen Ballbesitz, endet. Was man Bosz ankreiden muss, ist das sture Festhalten an seit längerem völlig unterirdisch auftretenden Spielern wie Demirbay und Aranguiz oder teilweise auch an Schick, sowie spielbedingt auch an Amiri oder Wirtz. Dazu das äußerst fragwürdige Wechselprinzip und vor allem die kapitale Fehlentscheidung in der Torwartfrage. Ebenfalls dazu kommen dann noch die ewig gleichen Phrasen nach den Spielen mit Verweis auf den vielen Ballbesitz, die vergebenen Chancen oder aber die nicht funktionierende Restverteidigung. Ja, das mag alles stimmen aber wenn man dies als Schwachpunkt erkannt hat, dann muss dran eben auch so lange und vor allem so intensiv gearbeitet werden, bis es wieder behoben ist. Dafür hatte man 3 Monate Zeit und es ist gelinde gesagt nichts passiert. Und aus dieser Sichtweise macht ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt halt doch Sinn, denn wir laufen massiv Gefahr auch das letzte minimale Saisonziel (Teilnahme an der EL) zu verspielen. Das Ausscheiden im Pokal und in der EL ist schon hart genug, das Abrutschen in der Liga hat unsere Lage jedoch nochmal massiv verschlimmert und daher ist jetzt der letztmögliche Zeitpunkt, um die Saison noch irgendwie zu retten - auch wenn ich Bosz im Vergleich zu Hannes Wolf für den deutlich (!) besseren Trainer halte!

Was man Bosz jedoch absolut nicht ankreiden kann oder darf, ist das miserable Kadermanegement unser GF. Der Trainer Peter Bosz hat im Sommer/ Herbst angekündigt, dass es auf Grund er kurzen Vorbereitung und des sehr engen Terminplans eine enorm harte Saison werden wird und dass wir mit solch einem dünnen Kader spätestens im Frühling in ein Loch fallen werden. Damit dies nicht passiert, hat er weitere Kaderoptionen für die Flügel, das ZM und die AV´s gefordert, doch diese Forderungen wurden bis auf Arias schlichtweg ignoriert. Und so kam es, dass wir fast die gesamte Hinrunde inkl. EL-Gruppenphase mit den gleichen fünf (!) Offensivspielern absolvieren mussten, wovon sich in regelmäßigen Abständen auch noch welche verletzt haben. Dazu bestand unsere Bank teilweise aus bereits ausgemusterten Spielern und irgendwelchen A-Jugendlichen ohne jegliche Profierfahrung. Auch darf nun klar aufgezeigt werden, dass die teuren Transfers wie Dermirbay, Paulinho, Palacios oder Schick bisher überhaupt nicht nicht so eingeschlagen sind, wie man sich das von ihnen erwartet hätte. Die Gründe hierfür könnten unterschiedlicher nicht sein, unterm Strich steht bei allen jedoch bisher eine große Transferausgabe und nur ein kleiner sportlicher Mehrwert, was zumindest in finanzieller Hinsicht der GF anzukreiden ist.

Schlussendlich ist Bosz ganz sicher nicht fehlerfrei und ein Trainerwechsel kommt nach einem solchen Negativlauf auch nicht gerade überraschend, über die Fehler in puncto Mannschaftszusammenstellung, Moral der Spieler und fehlende Gier im Verein, kann und darf diese Entscheidung jedoch auch nicht hinwegtäuschen.

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Bayer 04 Leverkusen / Young Boys Bern / Fortuna Köln
Peter Bosz |#156
23.03.2021 - 12:46 Uhr
Zitat von Geronimo1000
Zitat von Erichson81

Zitat von Geronimo1000

Hallo liebe Leverkusener, mal ne ehrliche Frage zum Trainerwechsel:

Ich habe als Kind dem 'Underdog' Leverkusen immer die Daumen gedrückt, und seit jeher eure Entwicklung aktiv mitverfolgt. Bei aller berechtigter Kritik an Bosz habe ich aus der Ferne betrachtet trotzdem Bauchschmerzen beim Trainerwechsel. Mir fällt kaum eine Truppe ein, die in entscheidenden Momenten so wenig widerstandsfähig wie eure Mannschaft ist.
Zum Vergleich:l in Leipzig wird bei schlechten Ergebnissen die Mannschaft in die Verantwortung genommen, sowohl vom Trainer (Hasenhüttl/Rangnick/Nagelsmann) als auch von der sportlichen Leitung. Im Gegensatz dazu wird bei euch gefühlt immer der Trainer vor die Tür gesetzt, weil das die einfachste Lösung ist. Unabhängig davon, wie überzeugt man grundsätzlich von seiner Spielidee ist.

Wie seht ihr das? Was ist eure Einschätzung? Ich kann das nur bedingt beurteilen aus der Ferne, aber ich habe ehrlich den Eindruck das sich insbesondere in eurer Mannschaft ein ganz gefährliche Mentalität eingeschlichen hat, die kontraproduktiv für jegliche gehobenen Ambitionen ist.


Hast du eigentlich die letzten drei Monate von Leverkusen verfolgt oder wieso so ein Beitrag?

Bern den ersten Pflichtspielsieg in DE erlaubt. In Essen raus geflogen gegen einen RL Verein.

Schlechts bis gar kein igm-coaching. Dauerhaftes Festhalten an Spieler die völlig außer Form sind.

Grauenhafte Leistungen in der BL und kaum Punkte geholt.

Also wenn man ihn Mitte Feb. entlassen hätte, dann wäre ich vllt. noch bei dir, aber am 23.03.21 ist der Schritt leider schon 1-2 Wochen zu spät.

Natürlich haben wir auch ein Problem in der Mannschaft, aber weil Bosz ein Sturkopf ist, ist die Entlassung leider die letzte Möglichkeit.

Ich mag Peter menschlich und auch seinen Fußball, aber leider verfällt er immer in alte Muster und kann nicht aus der Haut auch mal auf Ergebnisfußball umzustellen, wenn es sein muss.

Danke für die tollen Spiele und die Zeit in LEV. Alles Gute für die Zukunft!


Erstmal danke für das umfangreiche Feedback an euch, sehts mir nach wenn ich nicht auf alles im Detail eingehen kann.

Zu deinem Kommentar und dem dadrüber:
Genau darum geht es doch. Bei aller berechtigten Kritik an Bosz:
was sind die Konsequenzen aus dieser Entscheidung? Nicht nur die kurzfristigen (Europa League), sondern insbesondere die mittel- bis langfristigen? Welches Signal sendet man gerade (unbewusst) an die Mannschaft und das Umfeld? Was wird sich bei euch ändern, dass nicht nur der nächste Trainer Erfolg haben wird, sondern ihr auch als Verein langfristig?

Das ist die entscheidende Frage, die du stellst.
In der aktuellen Situation ist Bosz das Bauernopfer aber eben aufgrund der letzten Auftritte auch nicht mehr tragbar.
Er hat meines Erachtens die Mannschaft verloren und auch selbst mut- und ratlos gewirkt.

Die Option sich die letzten 8 Spiele durchzuwurschteln und dann im Sommer MIT Bosz den großen Umbruch zu starten ist spätestens mit dem Hertha Spiel gestorben.
Das war ein Offenbarungseid sondergleichen und wie hätte das weitergehen sollen?
Du kannst im Sommer ja nicht den kompletten Kader austauschen, die Risse die jetzt entstanden sind und bis Saisonende noch weiter entstanden wären, hätte man auch mit großem Umbruch nicht mehr ausgemerzt.

Die Entlassung war somit leider alternativlos, auch wenn Bosz zu 100% die ärmste Sau in diesem Szenario ist.
Mit Wolf und Herrmann kommt nun eine Übergangslösung um möglichst nochmal einen Impuls zu setzen und zugleich sich den Sommer offen zu halten.

Wenn du mich fragst, gehören zum großen Umbruch im Sommer nicht nur die Spieler und Trainer sondern vor allem die sportliche Führung.
Völler möchte 2022 eh aufhören, dann soll er bitte direkt gehen und in dieser Situation seinem Nachfolger die Möglichkeit geben den Kader von Grund auf selbst zu gestalten. Durch die vielen auslaufenden Verträge und Karriereende der Benders wird das Gehaltsbudget und auch die Anzahl der Spieler einiges hergeben um wirklich einen großen Cut zu machen.

Im Hintergrund sollte nun schon die Planungen laufen. Mein Wunschszenario wäre Rangnick als Sportvorstand, der hätte nun genug Zeit und auch von Vereinsseite genügend Kapazitäten hier relativ kurzfristig alles umzukrempeln.

Ich sehe aber leider kommen, dass Völler und Rolfes abhängig von der restlichen Saison bei Wolf bleiben oder eben den nächsten Versuch starten mit Seoane oder weiß der Geier.
Und dann kommt es genau dazu, was du beschrieben hast, in 1,5 Jahren geht das Thema von vorne los.

Die Möglichkeit zum großen Cut in allen Bereichen ist im Sommer da und der MUSS sowohl Spieler, Trainer und Geschäftsführung betreffen ansonsten geht es eben weiter im Hamsterrädchen...

•     •     •

"Das ist doch völlig normal. Wenn zwei international erfahrene Mannschaften aufeinandertreten, dann geht es schonmal etwas ruppig zu."
Jens Nowotny
Peter Bosz |#157
23.03.2021 - 13:29 Uhr
Zitat von Erichson81
Zitat von Geronimo1000

Zitat von Erichson81

Zitat von Geronimo1000

Hallo liebe Leverkusener, mal ne ehrliche Frage zum Trainerwechsel:

Ich habe als Kind dem 'Underdog' Leverkusen immer die Daumen gedrückt, und seit jeher eure Entwicklung aktiv mitverfolgt. Bei aller berechtigter Kritik an Bosz habe ich aus der Ferne betrachtet trotzdem Bauchschmerzen beim Trainerwechsel. Mir fällt kaum eine Truppe ein, die in entscheidenden Momenten so wenig widerstandsfähig wie eure Mannschaft ist.
Zum Vergleich:l in Leipzig wird bei schlechten Ergebnissen die Mannschaft in die Verantwortung genommen, sowohl vom Trainer (Hasenhüttl/Rangnick/Nagelsmann) als auch von der sportlichen Leitung. Im Gegensatz dazu wird bei euch gefühlt immer der Trainer vor die Tür gesetzt, weil das die einfachste Lösung ist. Unabhängig davon, wie überzeugt man grundsätzlich von seiner Spielidee ist.

Wie seht ihr das? Was ist eure Einschätzung? Ich kann das nur bedingt beurteilen aus der Ferne, aber ich habe ehrlich den Eindruck das sich insbesondere in eurer Mannschaft ein ganz gefährliche Mentalität eingeschlichen hat, die kontraproduktiv für jegliche gehobenen Ambitionen ist.


Hast du eigentlich die letzten drei Monate von Leverkusen verfolgt oder wieso so ein Beitrag?

Bern den ersten Pflichtspielsieg in DE erlaubt. In Essen raus geflogen gegen einen RL Verein.

Schlechts bis gar kein igm-coaching. Dauerhaftes Festhalten an Spieler die völlig außer Form sind.

Grauenhafte Leistungen in der BL und kaum Punkte geholt.

Also wenn man ihn Mitte Feb. entlassen hätte, dann wäre ich vllt. noch bei dir, aber am 23.03.21 ist der Schritt leider schon 1-2 Wochen zu spät.

Natürlich haben wir auch ein Problem in der Mannschaft, aber weil Bosz ein Sturkopf ist, ist die Entlassung leider die letzte Möglichkeit.

Ich mag Peter menschlich und auch seinen Fußball, aber leider verfällt er immer in alte Muster und kann nicht aus der Haut auch mal auf Ergebnisfußball umzustellen, wenn es sein muss.

Danke für die tollen Spiele und die Zeit in LEV. Alles Gute für die Zukunft!


Erstmal danke für das umfangreiche Feedback an euch, sehts mir nach wenn ich nicht auf alles im Detail eingehen kann.

Zu deinem Kommentar und dem dadrüber:
Genau darum geht es doch. Bei aller berechtigten Kritik an Bosz:
was sind die Konsequenzen aus dieser Entscheidung? Nicht nur die kurzfristigen (Europa League), sondern insbesondere die mittel- bis langfristigen? Welches Signal sendet man gerade (unbewusst) an die Mannschaft und das Umfeld? Was wird sich bei euch ändern, dass nicht nur der nächste Trainer Erfolg haben wird, sondern ihr auch als Verein langfristig?


Kann ich alles verstehen, aber dann nenne mir mal Beispiele. Deine o. g. Trainer (Hasenhüttl/Rangnick/Nagelsmann). Haben die mal drei !!! Monate überhaupt nicht geliefert? Trotz der schlechten Leistungen und Ergebnisse immer und immer wieder den gleichen Käse spielen lassen? Sorry, aber wenn man über so einen Zeitraum den Bock nicht umgestoßen bekommt, dann spricht nichts dafür, dass es langfristig noch was wird.

Dazu ist Leverkusen noch nie gegen einen Verein aus der RL rausgeflogen. Und selbst die Niederlage geht auf seinen Stolz, wenn man 1:0 führt - gerade im Pokalwettbewerb, dann muss man auch mal ein Ergebnis halten und nicht weiter Holland offen spielen lassen.

Klar muss man die Mannschaft hinterfragen, aber er hat halt einfach drei Monate schlechte Arbeit abgeliefert und nicht wirklich gezeigt, dass er eine Lösung hat.


Interessante Einschätzung. Genau da trennen sich meiner Meinung nach unsere Ansichten. Ich glaube dass die Leistungskultur in Leipzig ein Faktor dafür ist, dass man sich als Mannschaft nicht so gehen lässt. Weil jeder Spieler weiß, dass dann nicht nur der Trainer hinterfragt wird. In Leipzig hätten solche Phasen wie bei euch jetzt unter Bosz mit hoher Garantie Konsequenzen für den Kader, ggfs. sogar für einige im Team um das Team.

Aus meiner Sicht stehen Dortmund und Leipzig vor euch, und Gladbach sitzt euch inzwischen im Nacken. Auf der einen Seite zolle ich eurer sportlichen Leitung Respekt dafür, dass ihr euch solange in der Bundesligaspitze gehalten habt. Gleichzeitig ist ein schleichender(!) Trend zu erkennen, dass ihr nach und nach überholt und abgehängt werdet.

Dortmund und Leipzig arbeiten mit dem Anspruch die Lücke zu Bayern zu schließen und da zu sein, wenn sie schwächeln. Gladbach, Wolfsburg und Frankfurt arbeiten mit dem Ziel, die Lücke zur Spitzengruppe und euch zu schließen. Aber worauf arbeitet ihr hin? Welche eurer (Personal-)Entscheidungen trägt diese langfristige Handschrift? Da ich das aus der Distanz betrachte, freue ich mich ehrlich über Input den ich schlicht und ergreifend bisher übersehen habe. Und glaub mir, ich gönne euch oder Leipzig endlich einen großen Titel. Mir geht dieses Traditionsgeschwafel auf den Sack, als ob irgendwelche Vereine ein Erbrecht auf Erfolge hätten, unabhängig davon wie dilettantisch sie geführt werden.

Ich halte eure Mannschaft nicht für resilient genug, und der Abgang der Bender's wird menschlich richtig weh tun. Mich würde es nicht mal überraschen, wenn nach 2 Siegen unter Wolf sich irgendein Spieler hinstellt und so nen Mist wie "Der neue Trainer redet viel mehr mit uns" von sich gibt.
Peter Bosz |#158
23.03.2021 - 14:18 Uhr
Zitat von Evilhorst
um aufzuzeigen wie gut Chancen waren und wie gut die Abschlussqualitäten eines Spielers sind und dazu taugt diese Statistik nun einmal sehr wohl. Sie sagt VIEL mehr darüber aus, wer mehr offensive Möglichkeiten hat in einem Spiel als alle anderen Statistiken, die wir zur Verfügung haben.


Jeder kann sehen, dass man x mal aus irgendwelchen Positionen aufs Tor geschossen hat (wenn man alle Torschüsse in einer Zusammenfassung sieht). Aber daraus ergibt sich nicht die Qualität der Chancen und die Wahrscheinlichkeit, dass daraus Tore erzielt werden.

Hier im Thread werden Schlussfolgerungen aus den Werten gezogen. Beispielsweise zur Treffsicherheit der Spieler. Natürlich ist die ein Aspekt, der den Wert beeinflusst. Es ist aber nicht der einzige Aspekt, sondern nur einer von vielen, der den Wert beeinflusst. Beziehungsweise, die Treffsicherheit resultiert nicht aus einer fixen Qualität eines Spielers, sondern aus der Spielweise. Wenn es dauernd Missverständnisse zwischen den Spielern gibt, dann wird auch beim besten Torjäger die Treffsicherheit im Abschluss - aus den auf dem Papier identischen Positionen - sinken.

Leute ziehen hier die Schlussfolgerung, dass wir in der Hinrunde einfach Glück oder Treffsicherheit im Abschluss hatten. Das ist nicht der Fall. Wir spielen völlig anders, die Spieler haben laufend Missverständnisse, die Chancen entstehen zufällig und unvorbereitet, die Spieler spielen mit der Brechstange, worunter die Konzentration und Präzision leidet (nicht nur im Abschluss, sondern schon bei den Pässen und Flanken), und so weiter, und so weiter. All das fließt nicht in die Werte ein und am Ende wirkt es so, als ob man wie in der Hinrunde spielt. Nur halt nicht trifft und hinten unglückliche Gegentore bekommt. Wir bekommen keine unglücklichen Gegentore über Wochen hinweg. Hinten herrscht Chaos, der Gegner legt sich uns zurecht, und er schießt entsprechend überlegt, ruhig, selbstbewusst und treffsicher.



"Schick war hier frei vor dem Torwart. Also klarer geht doch eine Chance kaum, da erscheint mir ein Elfmeter fast schon als schwerer."

Position von Spieler/Torwart/Ball anschauen, Verlauf der Situation anschauen, Spielverlauf anschauen.

Dass Chancen aus solchen Positionen vergeben werden, indem der Torwart angeschossen wird, sieht man dauernd. Hinzu kommen der Verlauf der Situation (das geht noch, weil Schick nicht aus dem Gewühl kommt, sondern im Hintergrund lauert, sich die Situation in Ruhe anschauen kann, dann reinläuft und eigentlich Ruhe haben müsste) und vor allem der Spielverlauf.

Kurz bevor er an den Ball kommt:
https://www.bilder-upload.eu/bild-89a0e9-1616499641.jpg.html

Links am Torwart vorbei? Rechts? Durch die Beine? Drüber? Haken schlagen?

Vorher anders zum Ball laufen war jedenfalls nicht möglich. Schick hat gut gelauert und hat schnell reagiert, als der Ball vom Alario-Zweikampf zur Seite rollte. Schnell im Antritt war er da auch. Und dann der Abschluss. Was hat er im Abschluss falsch gemacht?


Ich würde sagen, die beste Option wäre es gewesen, wenn er mit dem linken Fuß sich den Ball auf den rechten Fuß gelegt hätte, also eine Art Haken, und dann möglichst hart noch hoch in die lange Torecke gegen die Laufrichtung von Guendouzi.

Für mich sieht es nicht so aus, als hätte er direkt in die lange Ecke schießen können. Kurze auch nicht. Durch die Beine sieht auch schwierig aus. Drüber auch nicht.


Ich garantiere Dir: Von den Berliner Torschützen hätte allenfalls Cunha den - aus dieser Situation, mit diesem Spielverlauf - mit einer ordentlichen Wahrscheinlichkeit gemacht. Die anderen beiden nicht.


Nebenbei: Legt er ihn sich noch auf den rechten Fuß und vertändelt ihn dabei, fällt die Situation aus den xG-Werten raus, oder? Wir hätten dann also schlechtere Chancen gehabt. Weil unser Stürmer nicht direkt allein vor dem Torwart abgeschlossen hätte (da der Torwart nah an ihn herankommt, sich groß/breit macht, die Beine zu hat), sondern sich den Ball an ihm vorbeilegen wollte, um ihn dann sicher zu verwandeln (dann wäre es eine 100%ige Chance gewesen, die man verwandeln muss).



Wir kennen doch übrigens solche Phasen mit vermeintlich schlechter Chancenverwertung schon zur Genüge. Was haben wir damals unter Roger Schmidt über die Chancenverwertung geschimpft. Auch damals eine Folge der Spielweise, der Spielsituationen, des Frusts der Spieler.

Zitat von Evilhorst
Um dann nochmal die Kurve zu Bosz zu kriegen, schließlich geht es ja um seine Aussagen bezüglich unserer Chancen. Da hat der Mann dann einfach Recht und das ist keine schlechte Analyse, die irgendwelche negativen Dinge offenbart. Es stimmt und gegen Bielefeld war das genauso.


Gut, wir kommen da nicht zusammen.

Ich finde Bosz super und mich ärgert, dass er jetzt unnötig entlassen wird. Nicht unnötig, weil wir vernünftig spielen (das tun wir nicht), nicht unnötig, weil Taktik und taktische Umsetzung durch die Spieler stimmen (das tun sie nicht), nicht unnötig, weil man das Gefühl hat, dass die Mannschaft noch dem Trainer gefolgt ist oder dass der Trainer noch ein Konzept hatte. Davon war in den letzten Spielen nichts mehr zu sehen. Aber unnötig, weil an der Saison sowieso nichts mehr zu retten ist und man sich anschauen könnte, wie es sich bis Sommer entwickelt (während man gleichzeitig verhindert, dass die Spieler Abwanderungsgedanken entwickeln, weil sie nicht mehr mit dem Trainer können/wollen...wobei man da dann auch ganz gut analysieren kann, welche Spieler man auch austauschen sollte). Unnötig, weil man sich sammeln könnte und versuchen könnte, aus der taktischen, spielerischen Krise rauszukommen und wieder als Mannschaft aufzutreten (davon ist schon länger nur sehr wenig zu sehen). Unnötig, weil es nur Sinn gemacht hätte, wenn man einen aussichtsreichen Nachfolger in der Hinterhand gehabt hätte, der schon mal erfolgreich gearbeitet hat oder der aufgrund von interessanten Ansätzen vielversprechend ist. Eine Übergangslösung macht überhaupt keinen Sinn. Im Gegenteil: Wenn die Spieler von der Übergangslösung nichts halten, dann verlieren sie erst recht den Respekt vor dem Verein und die Lust daran, für den Verein zu spielen. Bei Bosz konnte man ja wenigstens sagen: 2 Jahre lang hat es gut mit ihm funktioniert, und wenn die Spieler sich anstrengen, als Team spielen und das rausholen, was sie - in Verbindung mit der Taktik - können, dann sind sie weiterhin erfolgreich. Jetzt muss man darauf hoffen, dass die Spieler nicht schon nach wenigen Tagen/Wochen oder sogar von Beginn an denken, dass das Trainerteam ihrem Anspruch nicht genügt.



Aber das waren Aussagen von Bosz, die ich erschreckend fand. Bis Januar hat er die Dinge klar analysiert und auch in den öffentlichen Interviews/Pressekonferenzen angesprochen. Die Analysen wurden da leider schon im Januar immer oberflächlicher und ratloser ("Wir haben schlecht gespielt"), natürlich auch redundant. Aber jetzt in den letzten Wochen war das ein Schönreden, das ich so schlimm bei den letzten Trainern nicht in Erinnerung habe. Unter Roger Schmidt waren beim 2:6 gegen Dortmund ja wirklich Fortschritte zu erkennen, und ihm wird die Aussage immer noch um die Ohren gehauen, weil sie deplatziert erschien angesichts seiner drohenden und dann folgenden Entlassung.


So hatte sich Roger geäußert:
https://www.youtube.com/watch?v=774YJtPr7J4
Trotz 2:6! Roger Schmidt: "Ein guter Schritt" | Borussia Dortmund - Bayer 04 Leverkusen 6:2

Man muss aber auch sagen: Das klang bei Roger so, als ob er wüsste, dass es das gewesen sein könnte. Und bei Bosz klang es auch so.

https://www.youtube.com/watch?v=wfm4xRb8NsA
0:3 – Werkself unterliegt in Berlin | PK nach Hertha BSC vs Bayer 04 Leverkusen | Bundesliga


Zitat von Evilhorst
Das bedeutet keineswegs, dass wir jedes Spiel unsere Chancen nicht machen. In diesen beiden Spielen, war dies aber eindeutig der Fall. Das macht deine Kritik generell natürlich nicht unnötig ich teile sie sogar zum Großteil, es zeigt aber auf, dass du dich hier etwas eingeschossen hast und eventuell die Dinge etwas nuancierter betrachten könntest.


Fair enough daumen-hoch

Aber auch gegen Bielefeld sehe ich, wenn ich die Highlights von DAZN noch mal durchgehe, nicht die ganz großen Chancen und auf jeden Fall eine deutliche Überlegenheit für Bielefeld (hätte eher 1:3 als 1:2 ausgehen müssen). Die von Amiri zu Beginn kann man besser schießen, wenn man ein Linksfuß ist. Trotzdem nicht ganz einfach, sondern unter Druck. Gray mit einer dicken Chance. Das war ein Hochkaräter, der eigentlich im Tor landen muss.

Ansonsten riesige Chancen für Bielefeld und mehrfach Glück für uns. In der Zusammenfassung fehlen natürlich noch die vielen Abschnitte, in denen wir krampfhaft angelaufen sind und die Konterchancen, die Bielefeld nicht gut ausgespielt hat. Auch das muss man bei der Analyse bedenken.

Auch gegen Bielefeld geben die xg-Werte nicht den Spielverlauf und die Chancen wider. Und umgekehrt in der Hinrunde bei unseren erfolgreichen Spielen auch nicht.
Peter Bosz |#159
24.03.2021 - 09:03 Uhr
Zitat von nargile
Zitat von Red_Devil

Grundsätzlich bin ich ganz zufrieden mit der Entscheidung. Abgesehen von der völlig falschen Entwicklung bin ich nunmal überhaupt kein Fan von Ballbesitzfussball, daher haben mich unsere Spiele unter Bosz oft nicht gefesselt.

Vor wenigen Tagen/Wochen war ich aber dennoch komplett gegen einen Rausschmiss, eben weil ich endlich mal eine Konstante auf der Trainerbank haben möchte. Doch das ist spätestens seit dem Berlin-Debakel gekippt. Von Bosz kam Nichts, wirklich keinen Zentimeter ist er von seiner Philosophie abgerückt. Das hat mich wohl am meisten gestört. Genau deswegen hat er ja schon in Dortmund seine Koffer packen müssen und hier wollte er es besser machen und habe aus seinen Fehlern gelernt. Das hatte er offensichtlich nicht. Es wurde also nicht besser sondern nur noch schlimmer, von daher ist es letztlich dann doch - gegen alle meine Gründe aus den vorherigen Wochen - die absolut richtige Entscheidung.

Dazu macht es mir die Sache einfacher, auch für meine Prinzipien. Denn ich habe mir nach dem Spiel gegen Berlin geschworen, kein Spiel mehr diese Saison anzuschauen wenn Bosz Trainer bleibt. Glück gehabt. daumen-hoch



Da gehe ich nicht mit konform. Bosz ist seiner Philosophie doch eben nicht treu geblieben. In unseren besten Phasen waren das jedenfalls nicht solche Flankenexzesse wie zuletzt. Wir haben doch gar keine Geduld mehr in Ballbesitz gehabt und erst recht nicht mehr versucht, uns mit Tempo durch das Zentrum zu kombinieren. Wir haben einfach jeden Ball reingelöffelt, statt ihn nochmal über das Mittelfeld laufen und verlagern zu lassen, oder aus der Distanz drauf gehalten.

Ich spreche nicht von seiner gesamten Zeit bei uns sondern ausdrücklich von den letzten Wochen. Und da kann ich beim besten Willen keinen neuen Impuls von ihm erkennen. Spiel für Spiel das selbe Personal mit dem selben Muster wie wir aufspielen. Hinten total anfällig und vorne über weite Strecken harmlos. Dazu lassen wir unsere Chancen aus, die weniger durch ein Konzept sondern vielmehr durch Einzelaktionen entstehen. Genau in dieser Phase hätte ich mir eine Anpassung gewünscht, sei es personell (Aranguiz ist völlig verloren gewesen auf der Sechs), sei es im Kollektiv (anderes System das den Fokus wieder mehr auf die Defensive richtet zB). Aber für mich blieb er da stur und ist deshalb erneut an seiner Sturheit gescheitert.

Dass es zuvor gut lief, habe ich ja auch oft betont und deshalb blieb ich wie erwähnt bis vor kurzem noch Pro Bosz, weil man eben auch gesehen hat wie schön die Zeit mit ihm sein kann. In der Negativphase zeigt sich aber oft, wie stark letztlich ein Trainer wirklich ist und wie er improvisieren kann/muss, doch das konnte ich wie erwähnt bei Bosz überhaupt nicht erkennen. In Dortmund war ja auch nicht alles schlecht, der Saisonstart war ja auch gut, doch in der Abwärtsspirale fehlten ihm dann einfach die Ideen und vielleicht auch der Mut es anders zu versuchen. Genau wie bei uns.

Zitat von Berbo91
Das kann ich so nicht stehen lassen. 2 Jahre lang hat er gute Arbeit hier geleistet.

Wir hatten auch in der ersten Rückrunde mit Brandt, Havertz, Aranguiz schon eine Niederlagenserie. Da haben wir uns gefangen. Ob es an Umstellungen des Trainers lag, ist offen. Aber jedenfalls hatten sich bei uns zum Saisonende hin die beiden offensiven Außen verletzt (Anmerkung: Wir haben aktuell mit Bailey, Diaby, Bellarabi, Frimpong und Grey 5 offensive Außen auf mehr oder weniger gutem Niveau, so viele wie seit vielen Jahren nicht mehr...2 natürlich erst seit der Winterpause). Was hatte Bosz gemacht? Volland auf Außen, asymmetrisches System mit vielen zentralen Mittelfeldspielern, Kurzpassspiel und außen laufstarken Spielern (Volland und Weiser).

Das kann, darf und sollte man nicht damit vergleichen, dass man in Dortmund schon nach ein paar Monaten keine Lust auf Bosz mehr hatte, nachdem er einen sensationellen Saisonstart mit Traumfußball mit ihnen hingelegt hatte. Dass das Problem dort wie hier ein ähnliches gewesen ist, mag sein: Die Spieler waren nicht mehr dazu bereit, die nötigen Meter ohne Ball am Fuß (bei gegnerischem und eigenen Ballbesitz) zu machen, sich freizulaufen, als Mannschaft gegen den Ball zu arbeiten, geduldig zu kombinieren und das Spielsystem vernünftig umzusetzen. Der Fehler mag sein, dass es zu aufwendig ist. Dass es zwar konstant Erfolg bringt, wenn man es konsequent umsetzt, aber dass es bei Problemen hohen Aufwand für wenig Ertrag bedeutet, den die talentierten Spieler irgendwann nicht mehr (unterbewusst) bereit sind, in ausreichendem Maße zu leisten.

Das habe ich auch nicht abgestritten.

Dass er genau die gleichen Probleme mit den Spielern in Dortmund hatte, das kann und mag ich nicht beurteilen. Dafür ist es mir viel zu lange her und so genau habe ich mir die Spiele nicht angesehen bzw könnte mich jetzt noch dran erinnern. Fakt ist aber, dass er stur an seiner Idee festgehalten hatte, die ja offensichtlich auch funktioniert hatte. Bei uns ist er letztlich ähnlich gescheitert, weil er in der desaströsen Phase eben nicht die richtigen Schlüsse gezogen hat um groß etwas zu verändern. Ich bin zB auch absolut kein Fan von Herrlich, aber dem konnte man zumindest keine Passivität vorwerfen, da er öfters (für mich sogar zu oft) bereits spätestens zur Pause große Veränderungen vorgenommen hat. Zumindest hatte er die Situation akzeptiert, dass er eventuell ausgecoacht wurde, dass seine Idee für dieses Spiel nicht passte, und hat es zumindest anders versucht. Bosz packte zuletzt gerne mal Alario mit dazu aber grundsätzlich hat sich sonst nichts geändert - weder an unserem Spiel, das weiterhin auf müdes Ballgeschiebe ausgelegt war um dann bei aller Verzweiflung irgendwann blind den Ball in den Strafraum zu flanken.

Hätte ich alles nicht für möglich gehalten vor der Jahresbeginn. Denn wie du richtig sagst kannte man das alles von Bosz nicht mehr da er zuvor viele richtigen Entscheidungen traf und auch etliche Änderungen getroffen hat. Doch die letzten Wochen nicht mehr, genau darauf habe ich mich bezogen.
Peter Bosz |#160
24.03.2021 - 09:34 Uhr
Zitat von Berbo91
Zitat von xLeoZinHo_

Zitat von Berbo91

Ist das sicher, dass es definitiv nur bis Sommer geht?

Auf der PK wurde von Völler gesagt, dass natürlich nichts ausgeschlossen sei. Wenn die beiden also komplett überzeugen und in die CL einziehen oder daran kratzen und die Mannschaft sich wesentlich verbessert und sich für die beiden ausspricht, ist eine weitere Zusammenarbeit durchaus denkbar.
Allerdings wäre es auch dumm von Rudi, etwas anderes zu sagen. So hält er sich zumindest theoretisch die Option offen.
Aber ich bin mir sicher, dass man im Normalfall und beim Erreichen des Minimalsziels Europa League eine andere Lösung anstrebt.
Für mich persönlich hat Wolf auch zu wenig nachgewiesen, um hier die permanente Lösung zu sein.


Ist alles in Ordnung so.

Aber so kann man dann ja nicht damit argumentieren, dass man jetzt schon einen neuen Trainer für den Sommer verpflichten wird, was mit Bosz nicht möglich gewesen wäre. Zum einen wäre natürlich auch das möglich gewesen (entweder mit einem eingeweihten Trainer bis Saisonende Bosz, oder aber hinter seinem Rücken mit dem entsprechenden medialen Risiko), zum anderen läuft es jetzt wohl darauf hinaus, dass man bis Saisonende abwartet, wie die Übergangslösung sich macht. Und genau das hätte man ja mit Bosz auch machen können.

Bosz zu behalten und sich dennoch nach einem neuen Trainer umzusehen wäre aber keine vernünftige Option gewesen. Man führt dann Gespräche mit anderen Kandidaten und gibt Woche für Woche vor, Bosz weiterhin den Rücken zu stärken. Und das ja dann nicht über 1-2 Wochen sondern bis zum Sommer. Mal ganz davon abgesehen was wäre, wenn Bosz sich wie Phönix aus der Asche zurückmeldet und uns doch wieder in die Erfolgsspur bringen sollte. Dann würde man sich am Ende lächerlich machen wenn man doch den neuen Wunschkandidaten präsentiert.

Ein Festhalten an Bosz wäre nichts Halbes und nichts Ganzes finde ich, selbst wenn ihm klar wäre dass er nur noch bis Sommer seine Arbeit hier ausrichten dürfte. Obwohl man weiterhin sehr viel von ihm hält entlässt man ihn ja nur, um den europäischen Wettbewerb doch noch zu erreichen. Die klassiche Notbremse eben. Würde man an Bosz nur bis Sommer halten wollen, sehe ich keinen Grund nicht auch mit ihm in die neue Saison zu gehen so sehr wie man ihn schätzt.
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