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Perspektive der Eintracht

15.02.2009 - 01:30 Uhr
Perspektive der Eintracht |#721
14.03.2011 - 10:55 Uhr
Zitat von eagle1978:
Wo steht das ich irgendeinen für blöd halte?!?

Ich kanns nur nicht mehr hören, wie schlecht hier alles sein soll.....


wenn es besser wäre,wären wir wohl kaum in dieser Situation.
und zudem verfolgen viele hier die SGE schon seit den 70er Jahren.
Den Hinweis,wie es mal war,hättest du dir sparen können.
Perspektive der Eintracht |#722
14.03.2011 - 11:42 Uhr
Zitat von eagle1978:
Nein, eben nicht !!!!

Wie oft steht hier denn,dass HB nur noch weg muss..!?!

Hatten wir in all den Jahren davor einen Mann, der die Qualitäten von HB nur ansatzweise hatte!?!

Nenne mir einen..... ich gehe seit Mitte der 80er zur SGE..... also ich kenne keinen, wenn überhaupt denn noch Rolf Heller.... sonst waren das alles Leute, die sicherlich ihr Bestes getan hatten und das Beste auch wollten; aber das Ergebnis war in allen Punkten eine reine Katastrophe - sportlich, finanziell und in der öffentlichen Wahrnehmung !!!

Da sage ich nur SOWAS NIE MEHR WIEDER !!!!!!


Niemand bestreitet, dass HB hier sehr gute Arbeit in den Jahren nach dem Aufstieg geleistet hat und sich ein Vergleich zu den Personen die vorher dort tätig waren eigentlich verbietet, aber verrate mir bitte mal, was HB in den letzten 3 Jahren großes geleistet hat. Wenn ich mich auf diese Zeit beschränke und eine pro und contra Liste führen müsste, wäre die contraseite länger. Wesentlich.
Perspektive der Eintracht |#723
14.03.2011 - 12:00 Uhr
Das, was und wie es passiert ist kein Zufall. Ebenso wenig ist es unerklärlich oder Pech. Es ist hausgemacht, von vorn bis hinten. Spieler machen Fehler, die Führungsebene ebenfalls - aber an vorderster und entscheidender Front versagt der Trainer.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und meine Erfahrungen der vergangenen Monate runtergeschrieben und analysiert:

Training:

Im Training wird Spielerisch so gut wie nichts geübt. Das Training zeichnet sich durch die üblichen, bei allen Klubs längst eingeführten Passübungen auf engstem Raum und ein paar Standardübungen wie Flanken und Torschuss aus. Zu Beginn seiner Amtszeit ließ Skibbe noch vermelden, er würde mehrere Systeme einüben - und bei Bedarf und abhängig von der Spielsituation - spielen lassen. In der Praxis und den Trainingsspielen wurde und wird immer nur mit einer zentralen Spitze und zwei verhältnismäßig starren (und tor-ungefährlichen und dadurch für das Spielsystem ungeeigneten) Außen gespielt.
Ein paar Laufübungen, Sprints und Koordinationsübungen werden eingestreut, zu Beginn gibts häufig eine kurze Ansprache und nach exakt 90 Minuten ist das Training jeden Tag zu Ende. Mittwochs oder Donnerstags wird zwei Mal am Tag trainiert - die Intensität ist jeden Tag sehr ähnlich, zumal der Montag stets trainingsfrei ist und sonntags außer Auslaufen nicht viel passiert. Nach den Einheiten begeben sich die Profis idR zur Massage, Physio oder machen kurze Kardio-Tests. Nach nicht viel mehr als zwei, zweieinhalb Stunden am Stadion flitzen sie mit ihren Audis, BMWs, Porsches und Co. heimwärts - oder nehmen PR-Termine wahr.

Trainer:

Michael Skibbe galt bei seinen bisherigen Arbeitgebern stets als einer, der viel redet und wenig leistet. "Reden war noch nie Skibbes Problem" schrieb kürzlich ein Spiegel Redakteur in einem Beitrag. Was jedoch stets sein Problem war, ist das, das seit Monaten auch in Frankfurt grassiert: Stark beginnen, nur, um noch stärker abzustützen sowie Unstimmigkeiten im Team. Die der Polemik unverdächtige dpa schrieb bei Skibbes Entlassungen in Dortmund und Leverkusen unisono von genau den Entwicklungen und Problemen, die wir aktuell auch in Frankfurt erleben. Wir sind Augenzeugen der Wiederholung von (Skibbes) Trainergeschichte; mit dem Unterschied, dass in seinen vorherigen Mannschaften einige fussballerische Könner spielten, die durch individuelle Klasse dafür sorgen konnten, dass nur die eigenen gesteckten Ziele verfehlt wurden (Uefa Cup) und es nicht total ins Bodenlose ging. Das Prinzip war dort allerdings exakt dasselbe.
Skibbe ist jemand, der mit warmen Worten zu werben weiß. Er steht einem gewissen Medium sehr nah und profitiert in Frankfurt von freundschaftlichen Kontakten zu Leuten, die mit PR durchaus etwas anfangen können und wissen, wie sich Stimmungen leiten und manipulieren lassen. Als Beispiele seien die O-Töne genannt, die er bei der Antritts-PK aus der Lippe fallen ließ: 1. Aus Caio einen guten BuLi-Spieler machen, 2. die Heimspiele dominieren zu wollen, 3. offensiven, attraktiven Fußball spielen lassen zu wollen, 4. die Jugend zu fördern. Von Punkt 1 bis 4 sind das populistische und nur an die Volksseele gerichtete Aussagen; lediglich Punkt 3 sagt jeder Neue, bei egal welchem Verein. Das will nämlich aus irgendwelchen Gründen jeder hören.
Im Laufe der Monate hat Skibbe in vielen Situationen seine Art der Kommunikation und dessen Stoßrichtung bewiesen. Sei es bei den zahlreichen Transferwillen, oder bei Aussagen über seinen Arbeitgeber wie "wenn Eintracht Frankufrt X will, muss EF eben Y tun". Auch dort gilt wieder das Prinzip: Das Volk mag was von Aufbruch hören, also gebe ich ihnen Aufbruch. Die Appelle an die Fans vor dem Lauternspiel hatten dieselbe Zielrichtung.
Nüchtern betrachtet hat MS in Frankfurt wenig geleistet, dazu unten mehr. Was er aber getan hat ist: Alle Pfeile verschossen, und deren hatte er sowieso nicht viele im Köcher.

Spielsystem:

Während die Verteidigung dank Skibbe sowohl stabiler als auch spielerisch souveränder wirkt, hat die Doppelsechs 0 Zugriff zum Spiel. Defensiv räumen sie wenig ab, offensiv erschöpft sich ihr Repertoire in langen Bällen. Die Außenverteidiger entwickeln keinen Druck nach vorne, weil das Mittelfeld zu tief steht, sie ihre offensiven Außen nicht überlaufen können, bzw. sie dann geklumpt auf einem Fleck stehen. Einziges Offensivmittel: Pass auf einen der 6er, ein Außen (über)läuft - idR plump steil - und per Doppelpass soll der Ball zu ihm und der dann - idR aus dem Halbfeld - flanken. Die offensiven Außen ziehen, wie oben bereits erwähnt, nicht in die Mitte. Somit sind keine Anspielstationen zentral vorhanden und die Flankenqualität von Ochs und Köhler/Altintop ist dürftig - und selbst wenn diese kommen steht in der Mitte eben nur die eine Spitze. Diese ist dann gerade 180cm hoch, kopfballuntauglich (zumal gegen zwei IVs) und bekommt weder durch NACHrückende Zentrale Unterstützung noch durch einen gegenüber spielenden EINrückenden Außen. Mittlerweile kommt die Mannschaft aber nicht mal mehr bis zu diesem Punkt. Sie stagniert beim hinten spielerisch heraus kombinieren - danach passiert nichts mehr, außer lange Bälle in der Hoffnung, dass sich die IV des Gegners nochmal so dumm anstellt wie die 6,7 Pärchen die in der Hinrunde diesen Gefallen taten.
Die Torwartposition ist kein Problem.

Mentalität:

Eintracht Frankfurt zeichnete sich seit der "Wiedergeburt" bzw dem Wiederaufstieg durch etwas ebenso Banales wie Geniales aus: Das Team, die Spieler wussten und bekamen eingetrichtet, mehr machen, mehr arbeiten, mehr kämpfen zu müssen als die 17 anderen Clubs der Liga um zu bestehen. Ihre Ziele erreichten die Profis mit einer Einstellung der gefühlten Unterlegenheit, die aber dafür sorgte, dass sie sich mehr reinhängten, mehr ackerten - sowohl im Spiel als auch im Training - und von ihrem Naturell her eben Leisetreter waren.
Seitdem Skibbe Trainer ist, fand hier ein Paradigmenwechsel statt. Die Atittüde der gefühlten Unterlegenheit wurde, ebenso populitisch wie fatal, zum hässlichen Entlein gebranntmarkt und eine (verbal) offensive Marschrichtung eingeimpft. Jetzt hieß es nicht mehr: wir müssen uns strecken, sondern die anderen müssen sich strecken um gegen uns zu bestehen. An dieser Stelle nimmt der sportliche Niedergang seinen Anfang. Im Kopf nämlich. Plötzlich dachten Spieler, die Bundesligadurchschnitt sind, sie seien individuell stark genug um mehr zu reissen als die (vor allem von den Fans geschmähten) Mittelfeldränge. Dabei geht es nicht darum, nicht nicht mehr zu wollen - es geht um die Art und Weise wie das propagiert wird. Ich nehme als Beleg die zahlreichen Interviews mit einem Dutzend Spieler, die alle Töne von sich gaben, die man aus Frankfurt nicht kannte. Das zeugt von einer bestimmten Geisteshaltung.

Bruchhagen:

Nach der widerwilligen Trennung von Funkel, die aufgrund extremen offensiven Drucks zustande kam und auch Mitgleider des Aufsichtsrats ausgenutzt wurde, unterlage Bruchhagen einem Kompromiss-Zwang - und machte einen folgeschweren Fehler. Zum einen dürfte der AR darauf gepocht haben, den Funkel-Gegenentwurf zu installieren. Es waren damals verschiedene Kandidaten auf dem Markt und wurden auch gehört - Skibbes Konzept überzeugte die Verantwortlichen. In diesem Fall: Die Mitglieder des AR und HB, der die Vertragsverhandlungen führte und die Kandidaten lud. Skibbe bekam den Zuschlag und hat in seinem ersten Jahr sportlich das erreicht, was zu erwarten war: Die Wiederholung des bis dato besten Ergebnisses; mit Hilfe eines Kaders, der ebenso weitestgehend verletzungsfrei blieb wie im besten Funkel-Jahr. Kurzum: Skibbe führte uns dorthin zurück, wo wir - das Verletzungsseuchenjahr, in dem wir mit 33 Pkt eher zufällig in Liga 1 blieben ausgenommen - herkamen. Ergo hatte Bruchhagen weder Grund noch Argumente das Kapitel Skibbe zu beenden. Von dort aus ein dreiviertel Jahr vorgespult: Die erneute Vertragsverlängerung im Januar kam zu früh - obwohl auch dort keine wirkliche Alternative bestand, nach der besten Hinrunde der vergangenen 20 Jahren.
Nur Bruchhagen kann ein Signal senden, er ist die letzte Instanz die - und sei es noch so symbolisch - etwas bewegen kann. Eine Entlassung des Trainers, so sehr sie die Finanzen belasten würde, ist die allerletzte Option für Eintracht Frankfurt. Business as usual wird all das vernichten, was - vor allem HB - in 7 Jahren mühevoller Arbeit errichtet hat. Entlässt HB den Trainer nicht, steigt Frankfurt ab, Skibbe ist sowieso nicht mehr Trainer und ob HB einen (weiteren) Neuanfang gestalten darf ... das mag man bezweifeln dürfen. Die Krähen werden kommen, wenn wir abgestiegen sind. Im AR regt sich nur deshalb noch niemand, weil der Königsmörder selten König wird. Im Abstiegsfalle sieht das anders aus. Ich glaube nicht, dass HB so naiv ist etwas anderes zu glauben, aber um Langfristiges geht es sowieso nicht mehr. Nur noch um den Moment und da hilft nur noch Hau-Ruck. Dafür kann nur HB sorgen - und ist somit in der Verantwortung.

Hinrunde:

Die Vorbereitungsspiele verliefen holprig, vieles sah nach Stückwerk aus. Dem konnte man aber naturgemäß wenig Bedeutung beimessen. Das Pokalspiel gegen Wilhelmshaven war da schon deutlich aufschlussreicher. Die Anfangsviertelstunde war grausam. Drei Mal überlief uns der 4.klassige Gegner und hätte mind. 2 Tore schießen müssen. Am Ende gewannen wir - und der Deckel wurde drauf gemacht. Es wurde nicht weiter gefragt, wie man beinahe schon nach 15 Min. gegen einen Regionalligisten hätte ausscheiden können.
Dann begann die Runde. Die Ergebnisse und Spielweise sind bekannt. Das Spiel gegen Gladbach, der kurzzeitge "Wendepunkt", wurde aufgrund einer krassen Schiedsrichterrfehlentscheidung gewonnen (Idrissou-Tor), ebenso wie ein (!) Punkt gegen Freiburg aufgrund einer solchen zuvor verloren wurde. In der Folgezeit profitierten wir von viel Glück, sowohl von Schiri-Entscheidungen als auch der Tatsache, dass die kommenden Gegner (aus irgendwelchen Gründen) nicht auf unser bereits zu dieser Zeit total eindimensionalen Spielweise eingestellt waren und die Fehler begingen, die uns in die Karten spielten. In dieser Zeit sammelten wir die Punkte - innerhalb von 6,7 Wochen schien es so, als ob wir guten Fußball spielen und dazu erfolgreich sind. Dabei war dem nie so, es war eine gut verkaufte Illusion. Eine, die zu viel zu bereitwillig glauben wollten - mit dem "Gau" des Sieges gegen Dortmund. Das Pokalaus in Aachen hängt sicher auch mit dem frühen Platzverweis zusammen, aber spielerisch war auch das ein Offenbarungseid.

Rückrunde:

Nun, da endgültig kein Gegner mehr auf das eindimensionale System reinfällt und schlicht und ergreifend a) die rechte Seite zustellt und b) Gekas blockt, ist alles Frankfurter Pulver verschossen. So läuft es seit Spieltag 18 bis eineschließlich jetzt und wird auch so weitergehen - zumindest bis Skibbe entlassen ist.

Fans:

Bedingungslose Unterstützung, auch und gerade im Stadion, ist kontraproduktiv. Die Dauerbeschallung á la Frankfurt hat nämlich den Effekt, dass auf den Spielverlauf 0 reagiert wird und positive Aktionen selten wie Szenenapplaus bedacht und negative Aktionen nie mit der gebührenden Kritik bedacht werden. Es kann durchaus heilsam sein auch mal seinen Unmut zu bekunden - es ist ja nicht so, dass der nicht da wäre, er wird lediglich unterdrückt. Und dann kommen so Spiele wie Kaiserslautern: 90 Minuten kein Pfiff und nach Abpfiff ist die Masse der Zuschauer zu paralysiert von dem, was sie da eben sehen musste, um zu pfeifen, zu buhen, zu keifen und randalieren. Klar gab es Pfiffe, aber das ist doch alles nicht mal halbwegs angemessen gewesen.
Und wo sind jene, die immer bekunden ihnen gehe es um den Sport, um das Team um den Verein, jetzt, wenn Kritik auch symbolhaft gezeigt werden muss? In Stuttagrt , einem strukturell in gewisser Weise druchaus vergleichbaren Club, gingen sie diese Saison zwei Mal auf die Barrikaden, blockierten die Abfahrt des Teambusses und und und. Bei uns, wie sieht es da aus? Ohne eine Revolution vom Schreibtisch aus fordern zu wollen, geschweige denn an vorderster Front stehen zu können, aber in meinem Empfinden hat sich eine Art "es kann nicht sein, was nicht sein darf" Mentalität breit gemacht, weil ein Scheitern dieses Trainers für viele auch das eigene Scheitern bedeuten würde, bzw das Eingeständnis, dass der Dämon Funkel gar nicht so gehörnt war und der eigentliche Teufel gerade jetzt das Ruder in der Hand hält. Im Endeffekt können nur die, die wirklich so gut wie immer im Stadion und aktiv in der Szene sind und etwas organisieren (Fanclubs, gemeinschaftlich) etwas erreichen. Sie tun es nicht. In meiner Wahrnehmung aus den o.g. Gründen.

Lösung:

1. Trainerwechsel.
2. Systemumstellung, oder
3. taktisch komplette Neuausrichtung.

Soll heißen: Entweder 4-4-2 , flach oder mit Doppelsechs, oder Beibehaltung des Systems aber 24 Stunden am Tag (offensiv) Konterspiel und Standards sowie (defensiv) Verschieben, Pressing ab Mittellinie und Doppeln üben.

... und, falls es uns vergönnt ist dann in Liga 1 zu bleiben, komplette Formatierung der Mentalität und zurück zu einer Arbeitseinstellung und Spielethik, die der aus Funkels Zeiten entspricht. Aus einem einfachen Grund: In Frankfurt ist und muss das höchste der Gefühle sein, Bundesligafußball zu sehen und eine sich auftuende Chance - vor allem über den DFB-Pokal - zu nutzen. Personell bedeutet das: die verkaufen, die man sicher verkaufen kann (Schwegler, Ochs) und die, für die sich Interessenten finden.
Alles Gebabbel von Ambitionen, Angreifen, 50 Punkte etc. ist ebenso blödsinnig wie fatal. Funkel hat das seinerzeit gewusst und erkannt - der Bruch mit dieser Mentalität (nicht so sehr mit Funkel selbst) führt uns in die zweite Liga.
Perspektive der Eintracht |#724
14.03.2011 - 12:00 Uhr
Zitat von eagle1978:
Naja, meine nicht.....

Lassen wir mal das polemische außen vor; da steht aber auch wirklich überall zu lesen, das Eintracht Frankfurt ein hochgradig seriöser Verein ist !!!

Ich persönlich finde so etwas wichtig!! Mag sein, dass ich damit einer der wenigen bin, aber mir ist es eben wichtig, dass sich mein Verein auch öffentlich ein wenig aus der breiten Masse abhebt... und bei uns gab es eben in den letzten Jahren niemals diese internen Grabenkämpfe wie bei S04, beim HSV, in Köln zuletzt, selbst bei Bayern sind die dieses Jahr da....

Und auch wir hatten in den letzten Jahren viele kritische (mehr sogar als positive) Situationen zu überstehen!

Bei uns weiß man mittlerweile, woran man ist - mir gefällt so was!!

Da sagt nicht heute der Vorstand "der bleibt sicher" - und morgen isser weg..... sowas macht einen absolut unglaubwürdig.... gut so, dass das bei uns anders ist!!

Und es ist ja auch so, dass es bisher in den letzten Jahren seit dem Wiederaufstieg immer gut gegangen ist am Ende.... und wie gesagt, da waren auch noch kritischere Situationen dabei....daher übrigens habe ich auch seit Jahren mein Vertrauen in HB und seine Kollegen!!

Klaro kann es auch mal wieder schief gehen - doch schon in den letzten Jahren wären ja nach vielen Stimmen hier schon einige Trainer bei uns gewesen...... und entgegen dieser Ansichten sind wir am Ende niemals abgestiegen...!

Daher kann ich nicht finden, dass HB eine sehr lange negative Liste hat......


Du weichst der Frage völlig aus. Ich wollte wissen, was er in den letzten 3 Jahren so tolles geleistet hat.
Perspektive der Eintracht |#725
14.03.2011 - 12:16 Uhr
jetzt mal auf die restliche sasion bezogen ...

Zitat
Das Heimspiel gegen den FC St. Pauli dürfte die letzte Chance sein, die Kurve nach oben noch zu bekommen. Danach kommen bis zum 14. Mai noch Bremen, München und Köln an den Main, während die Eintracht bis Saisonende noch in Wolfsburg, Hoffenheim, Mainz und Dortmund antreten muss.

http://www.fnp.de/fnp/sport/special-eintracht/vertrauen-in-skibbe_rmn01.c.8751763.de.html

das sind doch mal perspektiven ( auch wenn ich nicht weiß, wo wir da noch punkte holen sollen ) :ugly

@eagle - der hinweis darauf, wo wir hergekommen sind, ist doch mittlerweile leicht überholt. wir sind mittlerweile ein fester bestandteil der bundesliga und da sollte man sich eher nach oben orientieren können, als sich mit einer solchen situation wie unserer derzeitigen auseinandersetzen zu müssen. klar standen wir mal kurz vor'm abgrund, aber das immer wieder anzuführen ist doch abgedroschen und liefert nur alibis.
Perspektive der Eintracht |#726
14.03.2011 - 12:23 Uhr
Bin auch pro Bruchhagen um das vorab klar zu äussern!

Vorteile:

Ausgezeichneter Manager in punkto Zahlen.Ausserdem schätze ich seine eher nüchterne Art..Ist ausserdem in meinen Augen ein Realist was den Fussball angeht.Will die Eintracht langfrisitig wieder zu einer Mannschaft machen die Auf die Europapokal Plätze angreifen kann.Setzt Gelder sinnvoll ein z.B in Infrastruktur (Neues Jugendinternat etc.)

Nachteile:

Die Transfers.Spieler die kommen sind zwar "GÜNSTIG" und haben uns bis zur aktuellen Situation immer in den letzten Jahren relativ schnell die Klasse gehalten...ABER Qualitativ nach vorne gebracht hat uns da der Großteil nicht!!!

Es wurden Leute geholt wie: Caio,Tzavellas,Altintop,Teber,Bajramovic,Clark,Korkmaz...Klar sind das auch Trainerwünsche gewesen.Frage: Bringen solche Leute uns weiter???

Vielleicht hilft da ein Vergleich.Ja wir sind Eintracht Frankfurt und haben Vergleichsweise wenig Geld zu Verfügung.ABER: Was macht ein Bader in Nürnberg? Was macht ein Dufner in Freiburg? Was macht ein Heidel in Mainz ? Das muss machbar sein.

Mein Fazit zu HB:

Ich glaube wir sollten Commandante Bruchagen weiterhin die Gelder sortieren und zählen lassen und uns einen Vernünftigen Mann für die Spielerverpflichtungen in Profis,U23 und vor allem A & B Jugend holen.Denke da z.B an Rachid Azzouzi von Fürth der immer wieder mit wenig Geldern Klasse Leute nach Fürth lockt.Auch die Jugend ist von denen wesentlich besser geworden die lezten Jahre.Und er baut auf junge & hungrige Leute die u.a in Juniorennationalmannchaften aufgeafllen sind oder bei Größeren Vereinen nicht zum Zuge kommen und noch ein bisschen Wettkampfpraxis brauchen.Ist natürlich nur ein Wunsch und würde mir persönlich gefallen...

Mein Fazit zu Skibbe:

SOFORT ENTLASSEN!!!

Wollte zu Beginn attraktiveren Offensivkontrollierten Fussball spielen lassen.Mit einer Spitze und Ochs und Köhler auf den "offensiven" Aussenpositionen,2 ehemaligen Aussenverteidigern?
Offensivfussball,auch kontrolliert,sieht anders aus!!!
Auch bei der ordentlich erbeuteten Hinrunde haben wir eher die Spiele mit Konterfussball gewonnen.Klar hatten wir auch ein paar gute Spiele wie das gegen Schalke zu Hause dabei.Aber wir hatten auch ne Menge Glück.87 Min gegen Dortmund,das 4:0 in MG wenn der Schiedsrichter nicht Oka`s TW-Fehler als Foul wertet liegen wir da nach ein paar Min. h9inten und das Spiel läuft evtl. anders vor kurzem das Heimspiel gegen Lautern wo Lakic den Ball nicht reinbekommt aus gut 4 Metern und und und...

Den Kader so auszudünnen.Das kann nicht wahr sein.Tosun und Korkmaz abgegeben.Die hätte auf alle Fälle ein paar Einsätze bekommen.Mühselig über Tosun zu disskutieren aber mit ein paar Minuten wäre ne Vertragsverlänerung auf alle Fälle drin gewesen!!!Konnte ja keiner vorhersehen?Nicht unbedingt.Aber keine ander Verein gibt einen Deutschen U 21 Nationalstürmer für ne halbe Mio € ab? Keiner! Und jeder der sagt das sein Vertrag ausgelaufen ist,belügt sich selber denn den hätte man ja vorzeitig und nicht erst diese Saison verlängern können.Der Mann hat in fast allen U-Nationalmannschaften gespielt! Wieder geschlafen, wobei das eher HB anzukreiden ist.

Ausserdem die Schlammschlacht mit Amanatidis.Erst als Kapitän und Identifikationsfigur zur Ersatzkraft gemacht,anschließend suspendiert und begnadigt...Keine Linie.

Die wöchentlich geilsten Sprüche von Ihm: DA WIRD MIR ÜBEL!!! Flosskeln und Fussballerweisheiten aus Tausend und 1 er Nacht.Nur Scheisse und dazu noch eine Auftreten...Nehmen wir die PK bei Amanatidis Suspendierung als Beispiel.Schlürft seinen Kaffee und basselt nur Müll.Danach wir "müssen den Bock jetzt umstossen" "Flanke,Kopfball,Tor" wir haben "gut trainiert".ERGEBNISSE ? SCHEISSE AUF`M PLATZ,NEBEN DEM PLATZ SIND WIR EIN SAUHAUFEN,SCHIESSEN KEINE TORE UND UNSER TRAINER DER SAUBERMANN TRITT NICHT ZURÜCK WEIL ER SONT HÖCHSTWARSCHEINLICH KEINE ABFINDUNG MEHR KASSIERT!

Wenn wir das nächste Heimspiel nicht gewinnen siehts böse aus und wir können uns schon mal wieder an den Gesang: 2.Liga tut schon weh,scheiß egal-Oh SGE gewöhnen...

SKIBBE RAUS !!!

•     •     •

Dragoslav Stepanovic

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag... auf die Frage, was die kommende Woche bringe.
---
Ich glaube, er ist DIN A4... auf die Frage, wie sein kommender Vertrag in Frankfurt aussehe.
Perspektive der Eintracht |#727
14.03.2011 - 12:32 Uhr
Zitat von Middelhesse:
Das, was und wie es passiert ist kein Zufall. Ebenso wenig ist es unerklärlich oder Pech. Es ist hausgemacht, von vorn bis hinten. Spieler machen Fehler, die Führungsebene ebenfalls - aber an vorderster und entscheidender Front versagt der Trainer.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und meine Erfahrungen der vergangenen Monate runtergeschrieben und analysiert:

Training:

Im Training wird Spielerisch so gut wie nichts geübt. Das Training zeichnet sich durch die üblichen, bei allen Klubs längst eingeführten Passübungen auf engstem Raum und ein paar Standardübungen wie Flanken und Torschuss aus. Zu Beginn seiner Amtszeit ließ Skibbe noch vermelden, er würde mehrere Systeme einüben - und bei Bedarf und abhängig von der Spielsituation - spielen lassen. In der Praxis und den Trainingsspielen wurde und wird immer nur mit einer zentralen Spitze und zwei verhältnismäßig starren (und tor-ungefährlichen und dadurch für das Spielsystem ungeeigneten) Außen gespielt.
Ein paar Laufübungen, Sprints und Koordinationsübungen werden eingestreut, zu Beginn gibts häufig eine kurze Ansprache und nach exakt 90 Minuten ist das Training jeden Tag zu Ende. Mittwochs oder Donnerstags wird zwei Mal am Tag trainiert - die Intensität ist jeden Tag sehr ähnlich, zumal der Montag stets trainingsfrei ist und sonntags außer Auslaufen nicht viel passiert. Nach den Einheiten begeben sich die Profis idR zur Massage, Physio oder machen kurze Kardio-Tests. Nach nicht viel mehr als zwei, zweieinhalb Stunden am Stadion flitzen sie mit ihren Audis, BMWs, Porsches und Co. heimwärts - oder nehmen PR-Termine wahr.

Trainer:

Michael Skibbe galt bei seinen bisherigen Arbeitgebern stets als einer, der viel redet und wenig leistet. "Reden war noch nie Skibbes Problem" schrieb kürzlich ein Spiegel Redakteur in einem Beitrag. Was jedoch stets sein Problem war, ist das, das seit Monaten auch in Frankfurt grassiert: Stark beginnen, nur, um noch stärker abzustützen sowie Unstimmigkeiten im Team. Die der Polemik unverdächtige dpa schrieb bei Skibbes Entlassungen in Dortmund und Leverkusen unisono von genau den Entwicklungen und Problemen, die wir aktuell auch in Frankfurt erleben. Wir sind Augenzeugen der Wiederholung von (Skibbes) Trainergeschichte; mit dem Unterschied, dass in seinen vorherigen Mannschaften einige fussballerische Könner spielten, die durch individuelle Klasse dafür sorgen konnten, dass nur die eigenen gesteckten Ziele verfehlt wurden (Uefa Cup) und es nicht total ins Bodenlose ging. Das Prinzip war dort allerdings exakt dasselbe.
Skibbe ist jemand, der mit warmen Worten zu werben weiß. Er steht einem gewissen Medium sehr nah und profitiert in Frankfurt von freundschaftlichen Kontakten zu Leuten, die mit PR durchaus etwas anfangen können und wissen, wie sich Stimmungen leiten und manipulieren lassen. Als Beispiele seien die O-Töne genannt, die er bei der Antritts-PK aus der Lippe fallen ließ: 1. Aus Caio einen guten BuLi-Spieler machen, 2. die Heimspiele dominieren zu wollen, 3. offensiven, attraktiven Fußball spielen lassen zu wollen, 4. die Jugend zu fördern. Von Punkt 1 bis 4 sind das populistische und nur an die Volksseele gerichtete Aussagen; lediglich Punkt 3 sagt jeder Neue, bei egal welchem Verein. Das will nämlich aus irgendwelchen Gründen jeder hören.
Im Laufe der Monate hat Skibbe in vielen Situationen seine Art der Kommunikation und dessen Stoßrichtung bewiesen. Sei es bei den zahlreichen Transferwillen, oder bei Aussagen über seinen Arbeitgeber wie "wenn Eintracht Frankufrt X will, muss EF eben Y tun". Auch dort gilt wieder das Prinzip: Das Volk mag was von Aufbruch hören, also gebe ich ihnen Aufbruch. Die Appelle an die Fans vor dem Lauternspiel hatten dieselbe Zielrichtung.
Nüchtern betrachtet hat MS in Frankfurt wenig geleistet, dazu unten mehr. Was er aber getan hat ist: Alle Pfeile verschossen, und deren hatte er sowieso nicht viele im Köcher.

Spielsystem:

Während die Verteidigung dank Skibbe sowohl stabiler als auch spielerisch souveränder wirkt, hat die Doppelsechs 0 Zugriff zum Spiel. Defensiv räumen sie wenig ab, offensiv erschöpft sich ihr Repertoire in langen Bällen. Die Außenverteidiger entwickeln keinen Druck nach vorne, weil das Mittelfeld zu tief steht, sie ihre offensiven Außen nicht überlaufen können, bzw. sie dann geklumpt auf einem Fleck stehen. Einziges Offensivmittel: Pass auf einen der 6er, ein Außen (über)läuft - idR plump steil - und per Doppelpass soll der Ball zu ihm und der dann - idR aus dem Halbfeld - flanken. Die offensiven Außen ziehen, wie oben bereits erwähnt, nicht in die Mitte. Somit sind keine Anspielstationen zentral vorhanden und die Flankenqualität von Ochs und Köhler/Altintop ist dürftig - und selbst wenn diese kommen steht in der Mitte eben nur die eine Spitze. Diese ist dann gerade 180cm hoch, kopfballuntauglich (zumal gegen zwei IVs) und bekommt weder durch NACHrückende Zentrale Unterstützung noch durch einen gegenüber spielenden EINrückenden Außen. Mittlerweile kommt die Mannschaft aber nicht mal mehr bis zu diesem Punkt. Sie stagniert beim hinten spielerisch heraus kombinieren - danach passiert nichts mehr, außer lange Bälle in der Hoffnung, dass sich die IV des Gegners nochmal so dumm anstellt wie die 6,7 Pärchen die in der Hinrunde diesen Gefallen taten.
Die Torwartposition ist kein Problem.

Mentalität:

Eintracht Frankfurt zeichnete sich seit der "Wiedergeburt" bzw dem Wiederaufstieg durch etwas ebenso Banales wie Geniales aus: Das Team, die Spieler wussten und bekamen eingetrichtet, mehr machen, mehr arbeiten, mehr kämpfen zu müssen als die 17 anderen Clubs der Liga um zu bestehen. Ihre Ziele erreichten die Profis mit einer Einstellung der gefühlten Unterlegenheit, die aber dafür sorgte, dass sie sich mehr reinhängten, mehr ackerten - sowohl im Spiel als auch im Training - und von ihrem Naturell her eben Leisetreter waren.
Seitdem Skibbe Trainer ist, fand hier ein Paradigmenwechsel statt. Die Atittüde der gefühlten Unterlegenheit wurde, ebenso populitisch wie fatal, zum hässlichen Entlein gebranntmarkt und eine (verbal) offensive Marschrichtung eingeimpft. Jetzt hieß es nicht mehr: wir müssen uns strecken, sondern die anderen müssen sich strecken um gegen uns zu bestehen. An dieser Stelle nimmt der sportliche Niedergang seinen Anfang. Im Kopf nämlich. Plötzlich dachten Spieler, die Bundesligadurchschnitt sind, sie seien individuell stark genug um mehr zu reissen als die (vor allem von den Fans geschmähten) Mittelfeldränge. Dabei geht es nicht darum, nicht nicht mehr zu wollen - es geht um die Art und Weise wie das propagiert wird. Ich nehme als Beleg die zahlreichen Interviews mit einem Dutzend Spieler, die alle Töne von sich gaben, die man aus Frankfurt nicht kannte. Das zeugt von einer bestimmten Geisteshaltung.

Bruchhagen:

Nach der widerwilligen Trennung von Funkel, die aufgrund extremen offensiven Drucks zustande kam und auch Mitgleider des Aufsichtsrats ausgenutzt wurde, unterlage Bruchhagen einem Kompromiss-Zwang - und machte einen folgeschweren Fehler. Zum einen dürfte der AR darauf gepocht haben, den Funkel-Gegenentwurf zu installieren. Es waren damals verschiedene Kandidaten auf dem Markt und wurden auch gehört - Skibbes Konzept überzeugte die Verantwortlichen. In diesem Fall: Die Mitglieder des AR und HB, der die Vertragsverhandlungen führte und die Kandidaten lud. Skibbe bekam den Zuschlag und hat in seinem ersten Jahr sportlich das erreicht, was zu erwarten war: Die Wiederholung des bis dato besten Ergebnisses; mit Hilfe eines Kaders, der ebenso weitestgehend verletzungsfrei blieb wie im besten Funkel-Jahr. Kurzum: Skibbe führte uns dorthin zurück, wo wir - das Verletzungsseuchenjahr, in dem wir mit 33 Pkt eher zufällig in Liga 1 blieben ausgenommen - herkamen. Ergo hatte Bruchhagen weder Grund noch Argumente das Kapitel Skibbe zu beenden. Von dort aus ein dreiviertel Jahr vorgespult: Die erneute Vertragsverlängerung im Januar kam zu früh - obwohl auch dort keine wirkliche Alternative bestand, nach der besten Hinrunde der vergangenen 20 Jahren.
Nur Bruchhagen kann ein Signal senden, er ist die letzte Instanz die - und sei es noch so symbolisch - etwas bewegen kann. Eine Entlassung des Trainers, so sehr sie die Finanzen belasten würde, ist die allerletzte Option für Eintracht Frankfurt. Business as usual wird all das vernichten, was - vor allem HB - in 7 Jahren mühevoller Arbeit errichtet hat. Entlässt HB den Trainer nicht, steigt Frankfurt ab, Skibbe ist sowieso nicht mehr Trainer und ob HB einen (weiteren) Neuanfang gestalten darf ... das mag man bezweifeln dürfen. Die Krähen werden kommen, wenn wir abgestiegen sind. Im AR regt sich nur deshalb noch niemand, weil der Königsmörder selten König wird. Im Abstiegsfalle sieht das anders aus. Ich glaube nicht, dass HB so naiv ist etwas anderes zu glauben, aber um Langfristiges geht es sowieso nicht mehr. Nur noch um den Moment und da hilft nur noch Hau-Ruck. Dafür kann nur HB sorgen - und ist somit in der Verantwortung.

Hinrunde:

Die Vorbereitungsspiele verliefen holprig, vieles sah nach Stückwerk aus. Dem konnte man aber naturgemäß wenig Bedeutung beimessen. Das Pokalspiel gegen Wilhelmshaven war da schon deutlich aufschlussreicher. Die Anfangsviertelstunde war grausam. Drei Mal überlief uns der 4.klassige Gegner und hätte mind. 2 Tore schießen müssen. Am Ende gewannen wir - und der Deckel wurde drauf gemacht. Es wurde nicht weiter gefragt, wie man beinahe schon nach 15 Min. gegen einen Regionalligisten hätte ausscheiden können.
Dann begann die Runde. Die Ergebnisse und Spielweise sind bekannt. Das Spiel gegen Gladbach, der kurzzeitge "Wendepunkt", wurde aufgrund einer krassen Schiedsrichterrfehlentscheidung gewonnen (Idrissou-Tor), ebenso wie ein (!) Punkt gegen Freiburg aufgrund einer solchen zuvor verloren wurde. In der Folgezeit profitierten wir von viel Glück, sowohl von Schiri-Entscheidungen als auch der Tatsache, dass die kommenden Gegner (aus irgendwelchen Gründen) nicht auf unser bereits zu dieser Zeit total eindimensionalen Spielweise eingestellt waren und die Fehler begingen, die uns in die Karten spielten. In dieser Zeit sammelten wir die Punkte - innerhalb von 6,7 Wochen schien es so, als ob wir guten Fußball spielen und dazu erfolgreich sind. Dabei war dem nie so, es war eine gut verkaufte Illusion. Eine, die zu viel zu bereitwillig glauben wollten - mit dem "Gau" des Sieges gegen Dortmund. Das Pokalaus in Aachen hängt sicher auch mit dem frühen Platzverweis zusammen, aber spielerisch war auch das ein Offenbarungseid.

Rückrunde:

Nun, da endgültig kein Gegner mehr auf das eindimensionale System reinfällt und schlicht und ergreifend a) die rechte Seite zustellt und b) Gekas blockt, ist alles Frankfurter Pulver verschossen. So läuft es seit Spieltag 18 bis eineschließlich jetzt und wird auch so weitergehen - zumindest bis Skibbe entlassen ist.

Fans:

Bedingungslose Unterstützung, auch und gerade im Stadion, ist kontraproduktiv. Die Dauerbeschallung á la Frankfurt hat nämlich den Effekt, dass auf den Spielverlauf 0 reagiert wird und positive Aktionen selten wie Szenenapplaus bedacht und negative Aktionen nie mit der gebührenden Kritik bedacht werden. Es kann durchaus heilsam sein auch mal seinen Unmut zu bekunden - es ist ja nicht so, dass der nicht da wäre, er wird lediglich unterdrückt. Und dann kommen so Spiele wie Kaiserslautern: 90 Minuten kein Pfiff und nach Abpfiff ist die Masse der Zuschauer zu paralysiert von dem, was sie da eben sehen musste, um zu pfeifen, zu buhen, zu keifen und randalieren. Klar gab es Pfiffe, aber das ist doch alles nicht mal halbwegs angemessen gewesen.
Und wo sind jene, die immer bekunden ihnen gehe es um den Sport, um das Team um den Verein, jetzt, wenn Kritik auch symbolhaft gezeigt werden muss? In Stuttagrt , einem strukturell in gewisser Weise druchaus vergleichbaren Club, gingen sie diese Saison zwei Mal auf die Barrikaden, blockierten die Abfahrt des Teambusses und und und. Bei uns, wie sieht es da aus? Ohne eine Revolution vom Schreibtisch aus fordern zu wollen, geschweige denn an vorderster Front stehen zu können, aber in meinem Empfinden hat sich eine Art "es kann nicht sein, was nicht sein darf" Mentalität breit gemacht, weil ein Scheitern dieses Trainers für viele auch das eigene Scheitern bedeuten würde, bzw das Eingeständnis, dass der Dämon Funkel gar nicht so gehörnt war und der eigentliche Teufel gerade jetzt das Ruder in der Hand hält. Im Endeffekt können nur die, die wirklich so gut wie immer im Stadion und aktiv in der Szene sind und etwas organisieren (Fanclubs, gemeinschaftlich) etwas erreichen. Sie tun es nicht. In meiner Wahrnehmung aus den o.g. Gründen.

Lösung:

1. Trainerwechsel.
2. Systemumstellung, oder
3. taktisch komplette Neuausrichtung.

Soll heißen: Entweder 4-4-2 , flach oder mit Doppelsechs, oder Beibehaltung des Systems aber 24 Stunden am Tag (offensiv) Konterspiel und Standards sowie (defensiv) Verschieben, Pressing ab Mittellinie und Doppeln üben.

... und, falls es uns vergönnt ist dann in Liga 1 zu bleiben, komplette Formatierung der Mentalität und zurück zu einer Arbeitseinstellung und Spielethik, die der aus Funkels Zeiten entspricht. Aus einem einfachen Grund: In Frankfurt ist und muss das höchste der Gefühle sein, Bundesligafußball zu sehen und eine sich auftuende Chance - vor allem über den DFB-Pokal - zu nutzen. Personell bedeutet das: die verkaufen, die man sicher verkaufen kann (Schwegler, Ochs) und die, für die sich Interessenten finden.
Alles Gebabbel von Ambitionen, Angreifen, 50 Punkte etc. ist ebenso blödsinnig wie fatal. Funkel hat das seinerzeit gewusst und erkannt - der Bruch mit dieser Mentalität (nicht so sehr mit Funkel selbst) führt uns in die zweite Liga.




Note: "sehr gut" !!!

Danke für deine Sicht der ich mich 100 % anschliesse !!!

•     •     •

Dragoslav Stepanovic

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag... auf die Frage, was die kommende Woche bringe.
---
Ich glaube, er ist DIN A4... auf die Frage, wie sein kommender Vertrag in Frankfurt aussehe.
Perspektive der Eintracht |#728
14.03.2011 - 13:07 Uhr
Zitat von Middelhesse:
Das, was und wie es passiert ist kein Zufall. Ebenso wenig ist es unerklärlich oder Pech. Es ist hausgemacht, von vorn bis hinten. Spieler machen Fehler, die Führungsebene ebenfalls - aber an vorderster und entscheidender Front versagt der Trainer
Michael Skibbe galt bei seinen bisherigen Arbeitgebern stets als einer, der viel redet und wenig leistet. "Reden war noch nie Skibbes Problem" schrieb kürzlich ein Spiegel Redakteur in einem Beitrag. Was jedoch stets sein Problem war, ist das, das seit Monaten auch in Frankfurt grassiert: Stark beginnen, nur, um noch stärker abzustützen sowie Unstimmigkeiten im Team. Die der Polemik unverdächtige dpa schrieb bei Skibbes Entlassungen in Dortmund und Leverkusen unisono von genau den Entwicklungen und Problemen, die wir aktuell auch in Frankfurt erleben. Wir sind Augenzeugen der Wiederholung von (Skibbes) Trainergeschichte; mit dem Unterschied, dass in seinen vorherigen Mannschaften einige fussballerische Könner spielten, die durch individuelle Klasse dafür sorgen konnten, dass nur die eigenen gesteckten Ziele verfehlt wurden (Uefa Cup) und es nicht total ins Bodenlose ging. Das Prinzip war dort allerdings exakt dasselbe.

Danke, das entspricht meiner Auffassung.

Bruchhagen:
Die erneute Vertragsverlängerung im Januar kam zu früh - obwohl auch dort keine wirkliche Alternative bestand, nach der besten Hinrunde der vergangenen 20 Jahren.

Wenn ich mich recht erinnere, wollte HB nicht sofort verlängern, sondern wurde "aufgefordert" den "besten Trainer seit Jahren" länger zu binden.

Lösung:
1. Trainerwechsel.
2. Systemumstellung, oder
3. taktisch komplette Neuausrichtung.

Soll heißen: Entweder 4-4-2 , flach oder mit Doppelsechs, oder Beibehaltung des Systems aber 24 Stunden am Tag (offensiv) Konterspiel und Standards sowie (defensiv) Verschieben, Pressing ab Mittellinie und Doppeln üben.

... und, falls es uns vergönnt ist dann in Liga 1 zu bleiben, komplette Formatierung der Mentalität und zurück zu einer Arbeitseinstellung und Spielethik, die der aus Funkels Zeiten entspricht. Aus einem einfachen Grund: In Frankfurt ist und muss das höchste der Gefühle sein, Bundesligafußball zu sehen und eine sich auftuende Chance - vor allem über den DFB-Pokal - zu nutzen. Personell bedeutet das: die verkaufen, die man sicher verkaufen kann (Schwegler, Ochs) und die, für die sich Interessenten finden.
Alles Gebabbel von Ambitionen, Angreifen, 50 Punkte etc. ist ebenso blödsinnig wie fatal. Funkel hat das seinerzeit gewusst und erkannt - der Bruch mit dieser Mentalität (nicht so sehr mit Funkel selbst) führt uns in die zweite Liga.


Nach dieser Rückrunde befürchte ich, dass sich sowieso schon einige der "besseren" Spieler mit neuen Vereinen in Verhandlungen befinden, das könnte die Erklärung für etliche "leblose" Spiele (und den internen Streit) sein.
Von daher kann man nur hoffen, dass man den Abstieg noch verhindern kann.
Einen Mannschftsumbruch muß und wird es wohl sowieso geben.
Was mich aber immer sehr wundert, dass ist, dass man von anderen Vereinen nichts lernen will, oder kann.
Alle Vereine die uns diese Saison so begeistern haben "System-Trainer" und junge Spieler, die laufwillig und fähig sind ein Überzahlspiel wirklich umzusetzen. :angry
Perspektive der Eintracht |#729
14.03.2011 - 21:30 Uhr
Zitat von Middelhesse:
Das, was und wie es passiert ist kein Zufall. Ebenso wenig ist es unerklärlich oder Pech. Es ist hausgemacht, von vorn bis hinten. Spieler machen Fehler, die Führungsebene ebenfalls - aber an vorderster und entscheidender Front versagt der Trainer.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und meine Erfahrungen der vergangenen Monate runtergeschrieben und analysiert:

Training:

Im Training wird Spielerisch so gut wie nichts geübt. Das Training zeichnet sich durch die üblichen, bei allen Klubs längst eingeführten Passübungen auf engstem Raum und ein paar Standardübungen wie Flanken und Torschuss aus. Zu Beginn seiner Amtszeit ließ Skibbe noch vermelden, er würde mehrere Systeme einüben - und bei Bedarf und abhängig von der Spielsituation - spielen lassen. In der Praxis und den Trainingsspielen wurde und wird immer nur mit einer zentralen Spitze und zwei verhältnismäßig starren (und tor-ungefährlichen und dadurch für das Spielsystem ungeeigneten) Außen gespielt.
Ein paar Laufübungen, Sprints und Koordinationsübungen werden eingestreut, zu Beginn gibts häufig eine kurze Ansprache und nach exakt 90 Minuten ist das Training jeden Tag zu Ende. Mittwochs oder Donnerstags wird zwei Mal am Tag trainiert - die Intensität ist jeden Tag sehr ähnlich, zumal der Montag stets trainingsfrei ist und sonntags außer Auslaufen nicht viel passiert. Nach den Einheiten begeben sich die Profis idR zur Massage, Physio oder machen kurze Kardio-Tests. Nach nicht viel mehr als zwei, zweieinhalb Stunden am Stadion flitzen sie mit ihren Audis, BMWs, Porsches und Co. heimwärts - oder nehmen PR-Termine wahr.

Trainer:

Michael Skibbe galt bei seinen bisherigen Arbeitgebern stets als einer, der viel redet und wenig leistet. "Reden war noch nie Skibbes Problem" schrieb kürzlich ein Spiegel Redakteur in einem Beitrag. Was jedoch stets sein Problem war, ist das, das seit Monaten auch in Frankfurt grassiert: Stark beginnen, nur, um noch stärker abzustützen sowie Unstimmigkeiten im Team. Die der Polemik unverdächtige dpa schrieb bei Skibbes Entlassungen in Dortmund und Leverkusen unisono von genau den Entwicklungen und Problemen, die wir aktuell auch in Frankfurt erleben. Wir sind Augenzeugen der Wiederholung von (Skibbes) Trainergeschichte; mit dem Unterschied, dass in seinen vorherigen Mannschaften einige fussballerische Könner spielten, die durch individuelle Klasse dafür sorgen konnten, dass nur die eigenen gesteckten Ziele verfehlt wurden (Uefa Cup) und es nicht total ins Bodenlose ging. Das Prinzip war dort allerdings exakt dasselbe.
Skibbe ist jemand, der mit warmen Worten zu werben weiß. Er steht einem gewissen Medium sehr nah und profitiert in Frankfurt von freundschaftlichen Kontakten zu Leuten, die mit PR durchaus etwas anfangen können und wissen, wie sich Stimmungen leiten und manipulieren lassen. Als Beispiele seien die O-Töne genannt, die er bei der Antritts-PK aus der Lippe fallen ließ: 1. Aus Caio einen guten BuLi-Spieler machen, 2. die Heimspiele dominieren zu wollen, 3. offensiven, attraktiven Fußball spielen lassen zu wollen, 4. die Jugend zu fördern. Von Punkt 1 bis 4 sind das populistische und nur an die Volksseele gerichtete Aussagen; lediglich Punkt 3 sagt jeder Neue, bei egal welchem Verein. Das will nämlich aus irgendwelchen Gründen jeder hören.
Im Laufe der Monate hat Skibbe in vielen Situationen seine Art der Kommunikation und dessen Stoßrichtung bewiesen. Sei es bei den zahlreichen Transferwillen, oder bei Aussagen über seinen Arbeitgeber wie "wenn Eintracht Frankufrt X will, muss EF eben Y tun". Auch dort gilt wieder das Prinzip: Das Volk mag was von Aufbruch hören, also gebe ich ihnen Aufbruch. Die Appelle an die Fans vor dem Lauternspiel hatten dieselbe Zielrichtung.
Nüchtern betrachtet hat MS in Frankfurt wenig geleistet, dazu unten mehr. Was er aber getan hat ist: Alle Pfeile verschossen, und deren hatte er sowieso nicht viele im Köcher.

Spielsystem:

Während die Verteidigung dank Skibbe sowohl stabiler als auch spielerisch souveränder wirkt, hat die Doppelsechs 0 Zugriff zum Spiel. Defensiv räumen sie wenig ab, offensiv erschöpft sich ihr Repertoire in langen Bällen. Die Außenverteidiger entwickeln keinen Druck nach vorne, weil das Mittelfeld zu tief steht, sie ihre offensiven Außen nicht überlaufen können, bzw. sie dann geklumpt auf einem Fleck stehen. Einziges Offensivmittel: Pass auf einen der 6er, ein Außen (über)läuft - idR plump steil - und per Doppelpass soll der Ball zu ihm und der dann - idR aus dem Halbfeld - flanken. Die offensiven Außen ziehen, wie oben bereits erwähnt, nicht in die Mitte. Somit sind keine Anspielstationen zentral vorhanden und die Flankenqualität von Ochs und Köhler/Altintop ist dürftig - und selbst wenn diese kommen steht in der Mitte eben nur die eine Spitze. Diese ist dann gerade 180cm hoch, kopfballuntauglich (zumal gegen zwei IVs) und bekommt weder durch NACHrückende Zentrale Unterstützung noch durch einen gegenüber spielenden EINrückenden Außen. Mittlerweile kommt die Mannschaft aber nicht mal mehr bis zu diesem Punkt. Sie stagniert beim hinten spielerisch heraus kombinieren - danach passiert nichts mehr, außer lange Bälle in der Hoffnung, dass sich die IV des Gegners nochmal so dumm anstellt wie die 6,7 Pärchen die in der Hinrunde diesen Gefallen taten.
Die Torwartposition ist kein Problem.

Mentalität:

Eintracht Frankfurt zeichnete sich seit der "Wiedergeburt" bzw dem Wiederaufstieg durch etwas ebenso Banales wie Geniales aus: Das Team, die Spieler wussten und bekamen eingetrichtet, mehr machen, mehr arbeiten, mehr kämpfen zu müssen als die 17 anderen Clubs der Liga um zu bestehen. Ihre Ziele erreichten die Profis mit einer Einstellung der gefühlten Unterlegenheit, die aber dafür sorgte, dass sie sich mehr reinhängten, mehr ackerten - sowohl im Spiel als auch im Training - und von ihrem Naturell her eben Leisetreter waren.
Seitdem Skibbe Trainer ist, fand hier ein Paradigmenwechsel statt. Die Atittüde der gefühlten Unterlegenheit wurde, ebenso populitisch wie fatal, zum hässlichen Entlein gebranntmarkt und eine (verbal) offensive Marschrichtung eingeimpft. Jetzt hieß es nicht mehr: wir müssen uns strecken, sondern die anderen müssen sich strecken um gegen uns zu bestehen. An dieser Stelle nimmt der sportliche Niedergang seinen Anfang. Im Kopf nämlich. Plötzlich dachten Spieler, die Bundesligadurchschnitt sind, sie seien individuell stark genug um mehr zu reissen als die (vor allem von den Fans geschmähten) Mittelfeldränge. Dabei geht es nicht darum, nicht nicht mehr zu wollen - es geht um die Art und Weise wie das propagiert wird. Ich nehme als Beleg die zahlreichen Interviews mit einem Dutzend Spieler, die alle Töne von sich gaben, die man aus Frankfurt nicht kannte. Das zeugt von einer bestimmten Geisteshaltung.

Bruchhagen:

Nach der widerwilligen Trennung von Funkel, die aufgrund extremen offensiven Drucks zustande kam und auch Mitgleider des Aufsichtsrats ausgenutzt wurde, unterlage Bruchhagen einem Kompromiss-Zwang - und machte einen folgeschweren Fehler. Zum einen dürfte der AR darauf gepocht haben, den Funkel-Gegenentwurf zu installieren. Es waren damals verschiedene Kandidaten auf dem Markt und wurden auch gehört - Skibbes Konzept überzeugte die Verantwortlichen. In diesem Fall: Die Mitglieder des AR und HB, der die Vertragsverhandlungen führte und die Kandidaten lud. Skibbe bekam den Zuschlag und hat in seinem ersten Jahr sportlich das erreicht, was zu erwarten war: Die Wiederholung des bis dato besten Ergebnisses; mit Hilfe eines Kaders, der ebenso weitestgehend verletzungsfrei blieb wie im besten Funkel-Jahr. Kurzum: Skibbe führte uns dorthin zurück, wo wir - das Verletzungsseuchenjahr, in dem wir mit 33 Pkt eher zufällig in Liga 1 blieben ausgenommen - herkamen. Ergo hatte Bruchhagen weder Grund noch Argumente das Kapitel Skibbe zu beenden. Von dort aus ein dreiviertel Jahr vorgespult: Die erneute Vertragsverlängerung im Januar kam zu früh - obwohl auch dort keine wirkliche Alternative bestand, nach der besten Hinrunde der vergangenen 20 Jahren.
Nur Bruchhagen kann ein Signal senden, er ist die letzte Instanz die - und sei es noch so symbolisch - etwas bewegen kann. Eine Entlassung des Trainers, so sehr sie die Finanzen belasten würde, ist die allerletzte Option für Eintracht Frankfurt. Business as usual wird all das vernichten, was - vor allem HB - in 7 Jahren mühevoller Arbeit errichtet hat. Entlässt HB den Trainer nicht, steigt Frankfurt ab, Skibbe ist sowieso nicht mehr Trainer und ob HB einen (weiteren) Neuanfang gestalten darf ... das mag man bezweifeln dürfen. Die Krähen werden kommen, wenn wir abgestiegen sind. Im AR regt sich nur deshalb noch niemand, weil der Königsmörder selten König wird. Im Abstiegsfalle sieht das anders aus. Ich glaube nicht, dass HB so naiv ist etwas anderes zu glauben, aber um Langfristiges geht es sowieso nicht mehr. Nur noch um den Moment und da hilft nur noch Hau-Ruck. Dafür kann nur HB sorgen - und ist somit in der Verantwortung.

Hinrunde:

Die Vorbereitungsspiele verliefen holprig, vieles sah nach Stückwerk aus. Dem konnte man aber naturgemäß wenig Bedeutung beimessen. Das Pokalspiel gegen Wilhelmshaven war da schon deutlich aufschlussreicher. Die Anfangsviertelstunde war grausam. Drei Mal überlief uns der 4.klassige Gegner und hätte mind. 2 Tore schießen müssen. Am Ende gewannen wir - und der Deckel wurde drauf gemacht. Es wurde nicht weiter gefragt, wie man beinahe schon nach 15 Min. gegen einen Regionalligisten hätte ausscheiden können.
Dann begann die Runde. Die Ergebnisse und Spielweise sind bekannt. Das Spiel gegen Gladbach, der kurzzeitge "Wendepunkt", wurde aufgrund einer krassen Schiedsrichterrfehlentscheidung gewonnen (Idrissou-Tor), ebenso wie ein (!) Punkt gegen Freiburg aufgrund einer solchen zuvor verloren wurde. In der Folgezeit profitierten wir von viel Glück, sowohl von Schiri-Entscheidungen als auch der Tatsache, dass die kommenden Gegner (aus irgendwelchen Gründen) nicht auf unser bereits zu dieser Zeit total eindimensionalen Spielweise eingestellt waren und die Fehler begingen, die uns in die Karten spielten. In dieser Zeit sammelten wir die Punkte - innerhalb von 6,7 Wochen schien es so, als ob wir guten Fußball spielen und dazu erfolgreich sind. Dabei war dem nie so, es war eine gut verkaufte Illusion. Eine, die zu viel zu bereitwillig glauben wollten - mit dem "Gau" des Sieges gegen Dortmund. Das Pokalaus in Aachen hängt sicher auch mit dem frühen Platzverweis zusammen, aber spielerisch war auch das ein Offenbarungseid.

Rückrunde:

Nun, da endgültig kein Gegner mehr auf das eindimensionale System reinfällt und schlicht und ergreifend a) die rechte Seite zustellt und b) Gekas blockt, ist alles Frankfurter Pulver verschossen. So läuft es seit Spieltag 18 bis eineschließlich jetzt und wird auch so weitergehen - zumindest bis Skibbe entlassen ist.

Fans:

Bedingungslose Unterstützung, auch und gerade im Stadion, ist kontraproduktiv. Die Dauerbeschallung á la Frankfurt hat nämlich den Effekt, dass auf den Spielverlauf 0 reagiert wird und positive Aktionen selten wie Szenenapplaus bedacht und negative Aktionen nie mit der gebührenden Kritik bedacht werden. Es kann durchaus heilsam sein auch mal seinen Unmut zu bekunden - es ist ja nicht so, dass der nicht da wäre, er wird lediglich unterdrückt. Und dann kommen so Spiele wie Kaiserslautern: 90 Minuten kein Pfiff und nach Abpfiff ist die Masse der Zuschauer zu paralysiert von dem, was sie da eben sehen musste, um zu pfeifen, zu buhen, zu keifen und randalieren. Klar gab es Pfiffe, aber das ist doch alles nicht mal halbwegs angemessen gewesen.
Und wo sind jene, die immer bekunden ihnen gehe es um den Sport, um das Team um den Verein, jetzt, wenn Kritik auch symbolhaft gezeigt werden muss? In Stuttagrt , einem strukturell in gewisser Weise druchaus vergleichbaren Club, gingen sie diese Saison zwei Mal auf die Barrikaden, blockierten die Abfahrt des Teambusses und und und. Bei uns, wie sieht es da aus? Ohne eine Revolution vom Schreibtisch aus fordern zu wollen, geschweige denn an vorderster Front stehen zu können, aber in meinem Empfinden hat sich eine Art "es kann nicht sein, was nicht sein darf" Mentalität breit gemacht, weil ein Scheitern dieses Trainers für viele auch das eigene Scheitern bedeuten würde, bzw das Eingeständnis, dass der Dämon Funkel gar nicht so gehörnt war und der eigentliche Teufel gerade jetzt das Ruder in der Hand hält. Im Endeffekt können nur die, die wirklich so gut wie immer im Stadion und aktiv in der Szene sind und etwas organisieren (Fanclubs, gemeinschaftlich) etwas erreichen. Sie tun es nicht. In meiner Wahrnehmung aus den o.g. Gründen.

Lösung:

1. Trainerwechsel.
2. Systemumstellung, oder
3. taktisch komplette Neuausrichtung.

Soll heißen: Entweder 4-4-2 , flach oder mit Doppelsechs, oder Beibehaltung des Systems aber 24 Stunden am Tag (offensiv) Konterspiel und Standards sowie (defensiv) Verschieben, Pressing ab Mittellinie und Doppeln üben.

... und, falls es uns vergönnt ist dann in Liga 1 zu bleiben, komplette Formatierung der Mentalität und zurück zu einer Arbeitseinstellung und Spielethik, die der aus Funkels Zeiten entspricht. Aus einem einfachen Grund: In Frankfurt ist und muss das höchste der Gefühle sein, Bundesligafußball zu sehen und eine sich auftuende Chance - vor allem über den DFB-Pokal - zu nutzen. Personell bedeutet das: die verkaufen, die man sicher verkaufen kann (Schwegler, Ochs) und die, für die sich Interessenten finden.
Alles Gebabbel von Ambitionen, Angreifen, 50 Punkte etc. ist ebenso blödsinnig wie fatal. Funkel hat das seinerzeit gewusst und erkannt - der Bruch mit dieser Mentalität (nicht so sehr mit Funkel selbst) führt uns in die zweite Liga.


Ich liebe dich :D
Perspektive der Eintracht |#730
15.03.2011 - 00:37 Uhr
Zitat von Middelhesse:

Im Training wird Spielerisch so gut wie nichts geübt. Das Training zeichnet sich durch die üblichen, bei allen Klubs längst eingeführten Passübungen auf engstem Raum und ein paar Standardübungen wie Flanken und Torschuss aus. Zu Beginn seiner Amtszeit ließ Skibbe noch vermelden, er würde mehrere Systeme einüben - und bei Bedarf und abhängig von der Spielsituation - spielen lassen. In der Praxis und den Trainingsspielen wurde und wird immer nur mit einer zentralen Spitze und zwei verhältnismäßig starren (und tor-ungefährlichen und dadurch für das Spielsystem ungeeigneten) Außen gespielt.
Ein paar Laufübungen, Sprints und Koordinationsübungen werden eingestreut, zu Beginn gibts häufig eine kurze Ansprache und nach exakt 90 Minuten ist das Training jeden Tag zu Ende. Mittwochs oder Donnerstags wird zwei Mal am Tag trainiert - die Intensität ist jeden Tag sehr ähnlich, zumal der Montag stets trainingsfrei ist und sonntags außer Auslaufen nicht viel passiert. Nach den Einheiten begeben sich die Profis idR zur Massage, Physio oder machen kurze Kardio-Tests. Nach nicht viel mehr als zwei, zweieinhalb Stunden am Stadion flitzen sie mit ihren Audis, BMWs, Porsches und Co. heimwärts - oder nehmen PR-Termine wahr.



Mit dem Absatz kann ich mich überhaupt nicht anfreunden
Ich dachte eigentlich die Zeiten des "Es wird zu lasch/falsch trainiert" wären vorbei, aber da hab ich mich wohl getäuscht
Ich werde nie verstehen, warum man Leute (nicht du) scheinbar erst zufrieden sind, wenn im Training Blut fliesst oder lieber das Vorurteil des faulen Millionärs pflegen, anstatt sich mit den wirklichen Ursachen unseres Absturzes zu befassen
Letztes Jahr wurde Skibbe Training noch einhellig gelobt, insbesondere im Vergleich zu dem von Funkel davor
Zigmal wurde darauf hingewiesen, dass man jetz schnelles Flachpassspiel regelmässig übt und unsere Trainingsspielformen denen des FC Barcelona gleichen
Und eineinhalb Jahre grösstenteils erfolgreicher Fussball in der Ära Skibbe sprechen eigentlich nicht für ein grundsätzliches Problem bei der Trainingsplanung

Die Frage warum Skibbe nichts ändert wird ja hier rauf und runter diskutiert, ich hab meine Meinung dazu auch schon gesagt aber selbst, wenn Skibbe jetzt verzweifelt etwas ändern wollte, könnte er das in der kurzen Zeit wahrscheinlich gar nicht befriedigend durchführen

Die Hauptansatzpunkte auf dem Weg der Besserung sind immer noch die Verunsicherung der Mannschaft, die man ihr nehmen muss und der fehlende Mut, den man wiedererwecken muss

Als Gyula Lorant in den Siebzigern zur Eintracht kam, hat der die längste Erfolgsserie in der Geschichte der SGE hingelegt: 21 Spiele ohne Niederlage!
Lorant hat die Spieler im Training einfach machen lassen und lieber mit den Zuschauern gequatscht, vor den Spielen gabs statt Teambesprechung Kaffe und Kuchen, die Spiele wurden trotzdem gewonnen
Aber kaum wurde mal wieder verloren, hiess es: "Der faule Sacke quatscht lieber mit den Rentnern, statt zu trainieren!"

Du kannst das ausgeklügelste und ausgewogenste Training aufbieten, wenn die Krise schon da ist, wirst du sie allein übers Training nicht wegkriegen

•     •     •

Sprengsätze für Fahrtkosten und Pennplätze
Weil Ich für solche Anlässe,Trend und das letzte Hemd setze

Dieser Beitrag wurde zuletzt von zeuge_yeboahs am 15.03.2011 um 00:39 Uhr bearbeitet
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