| Geburtsdatum | 23.09.2005 |
|---|---|
| Alter | 20 |
| Nat. |
England |
| Größe | 1,91m |
| Vertrag bis | 30.06.2030 |
| Position | Zentrales Mittelfeld |
| Fuß | rechts |
| Akt. Verein | Borussia Dortmund |
Leistungsdaten: 26/27
| Wettbewerb | wettbewerb | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Insgesamt | 1 | - | - | ||
![]() | DFL-Supercup | 1 | - | - | |
Jobe Bellingham [7]
08.06.2025 - 20:18 Uhr
10.08.2026 - 20:43 Uhr
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Ich sehe ihn eher neben einem spielmachenden DM.
Da könnte er seine Stärken, die er unzweifelhaft auch hat ausspielen.
Jobe Bellingham wird nie ein sonderlich filigraner Spielertyp werden, aber als Arbeitstier im Mittelfeld halte ich ihn sogar für etwas unterschätzt.
10.08.2026 - 21:02 Uhr
Zitat von MrSimpson
Ich sehe ihn eher neben einem spielmachenden DM.
Da könnte er seine Stärken, die er unzweifelhaft auch hat ausspielen.
Jobe Bellingham wird nie ein sonderlich filigraner Spielertyp werden, aber als Arbeitstier im Mittelfeld halte ich ihn sogar für etwas unterschätzt.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Ich sehe ihn eher neben einem spielmachenden DM.
Da könnte er seine Stärken, die er unzweifelhaft auch hat ausspielen.
Jobe Bellingham wird nie ein sonderlich filigraner Spielertyp werden, aber als Arbeitstier im Mittelfeld halte ich ihn sogar für etwas unterschätzt.
Wir sind durch Kovac 5 Kette etwas eingeschränkt
Er ist, gerade nach seinem aktuellen Stand ja schon nen Tier.
4-3–3
—-Mr. Zdm— Bellingham
———Nmecha——
Oder
————Mr zdm——
Nmecha—— Bellingham
Finde Bellingham hat sich gemacht aber Nmecha täten ne Absicherung nach hinten gut
10.08.2026 - 21:39 Uhr
Zitat von ricow58
Was soll dieser Text schlussendlich aussagen?
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Was soll dieser Text schlussendlich aussagen?
Ist das nicht offensichtlich?
Dass ich die Kritik, wenn man das überhaupt so nennen sollte, ich würde es persönliche Einschätzung nennen, nachvollziehbar und gerechtfertigt ist, aber offensichtlich ist das für einige eben nicht und sie haben mal wieder Schwierigkeiten mit negativen Ansichten zu gewissen Spielern und scheinen zu erwarten, dass jeder Spieler sich entwickeln kann, auf das Niveau, was es benötigt, und auch zu einem Spielerprofil, was aktuell eben ein anderes ist.
Dachte eigentlich, das wäre so aus meinem Beitrag zu verstehen gewesen, erst recht durch das "Pferde-Beispiel".
Nmecha spielt doch nur so tief, weil er das am besten von allen Mittelfeldspielern, die dafür infrage kommen, spielen kann, dem Spiel am ehesten Struktur geben kann. Hätte man aber einen Spieler, der diesen Part übernehmen könnte, könnte man ihn auch dort einsetzen, wo er hingehört, nämlich offensiver auf der 8, weshalb eben die Frage erlaubt sein sollte, was der Gedanke hinter Jobe gewesen sein soll, denn im Grund stellt er auf keiner Position und für die dafür notwendige Rolle die bestmögliche Option dar und kann sich dahin entwickeln.
Es wird kein reiner Abräumer auf der 6 benötigt, sondern jemand, der von dort die Fäden zieht, aber dennoch auch gegen den Ball gewisse Fähigkeiten mit sich bringt. Im Ballbesitz, im Spielaufbau ist Jobe für diese Rolle einfach zu ungeeignet und wird die Fähigkeiten, die es dafür benötigt, nicht mehr so ausbauen können.
Für die etwas offensivere Position ist er einfach nicht agil, beweglich und kreativ genug, sein Passspiel einfach zu schwach, was nicht automatisch schlecht bedeutet, sondern da liegen Welten zu Nmecha, Jude etc..
Wozu braucht es also letztendlich einen Spielertypen wie Jobe, der vor allem im eigenen Ballbesitz eine signifikante Hilfe darstellt? Um den Wachhund für Nmecha zu spielen und sein Passprofil besteht überwiegend aus Sicherheitspässen/Querpässen? Taugt er als Verbindungsspieler, der den Ball aus der Tiefe ins letzte Drittel trägt, vor allem wenn die Räume eng sind?
In einem System wie dem aktuellen, wo du mit 3 IVs und 2 Schienenspielern agierst, bleiben eben nur 2 zentrale Mittefeldrollen übrig, die eben von Spielern besetzt werden sollten, die entweder beide flexibel sind oder zumindest gut zueinander passen. Wenn wir aber die Spiele mit Nmecha und Jobe analysieren, dann stehen sie sich zu oft im Weg, die Abstände sind zu gering/eng und sie ergänzen sich einfach nicht.
Der Mehrwert von Nmecha ist für jeden, selbst taktischen Laien, sofort erkennbar, was auch bei Jude der Fall war, aber bei Jobe ist das nicht der Fall, denn er passt einfach nicht so wirklich ins System und das, so die These, wird sich auch nicht mehr ändern, nicht, weil er sich nicht noch verbessern wird, sondern weil er sich nicht in Bereichen verbessern wird, die wichtig sind, weil, siehe Renn- und Dressurpferd, du aus ihm keinen anderen Spielertypen mehr machen kannst. Natürlich kannst du gewisse Schwächen etwas abmindern und Stärken weiter herausarbeiten, aber er wird nicht agiler, beweglicher, kreativer, passsicherer/-stärker oder Pressing-resistenter werden bzw. nicht so deutlich, dass man von einem veränderten Spieler sprechen kann.
Aus ihm wird ein besserer Jobe, aber kein Nmecha, Jude oder einer der anderen Spieler, vom Profil/Typus her.
Entweder, er wird sein spezielles Profil so schärfen, dass man das System dahingehend anpasst, damit es mehr zu Geltung bringt, man verändert das System komplett, also eher hin zur 4er-Kette, und findet eine Besetzung, die harmoniert, die Symbiosen ermöglicht, man lässt es so und gibt sich damit zufrieden, dass es halt solide ist und halt zumeist ganz ok funktioniert, oder man gibt ihn irgendwann wieder ab und holt einen Spieler, der passender ist für die Investition und der sportlich einen Mehrwert bzw. eine Entwicklung ermöglicht, die mit den gesetzten Zielen übereinstimmt.
Ist ja bei anderen Spielern und Positionen/Rollen dasselbe Spiel. Du kannst weiter mit Beier als LOM/ROM/HS spielen und das funktioniert in den meisten Spielen soweit ganz gut, weil die individuelle Qualität der Mannschaft in der Liga den meisten, zum Teil deutlich, überlegen ist, oder du erkennst, dass du dort andere Spieler/-typen/-profile benötigst und holst dort eben Spieler wie Karetsas, El Mala etc. mit der Möglichkeit, dich vor allem mittelfristig zu verbessern.
Die eine Seite möchte weiter mit Nmecha im ZM spielen, in der Hoffnung, aus ihm wird ein Nmecha bzw. ein Jude, oder die bessere Jobe-Version wäre gut genug, sowie einige glauben, dass es auch mit einem Beier statt Spielern wie Karetsas, El Mala etc. erfolgreich(er) funktionieren kann, während die andere Seite froh darüber ist, dass womöglich Beier eben nicht mehr da spielt, sondern eben Spieler wie Karetsas, El Mala, "Sancho" etc., sodass diese wollen, dass man ein passenderen Spieler statt der soliden Lösung holt, um nach oben eben mehr Entwicklungsspielraum für die gesamte Mannschaft zu haben.
Hoffentlich ist es jetzt verständlich genug.
10.08.2026 - 21:46 Uhr
Zitat von MrSimpson
Ich sehe ihn eher neben einem spielmachenden DM.
Da könnte er seine Stärken, die er unzweifelhaft auch hat ausspielen.
Jobe Bellingham wird nie ein sonderlich filigraner Spielertyp werden, aber als Arbeitstier im Mittelfeld halte ich ihn sogar für etwas unterschätzt.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Ich sehe ihn eher neben einem spielmachenden DM.
Da könnte er seine Stärken, die er unzweifelhaft auch hat ausspielen.
Jobe Bellingham wird nie ein sonderlich filigraner Spielertyp werden, aber als Arbeitstier im Mittelfeld halte ich ihn sogar für etwas unterschätzt.
Im aktuellen System, mit 3 IVs, 2 Schienenspielern und nur einem weiteren ZM/DM neben ihm? Welche Rolle soll er da vor allem im Spielaufbau und in der Transition übernehmen, sodass man von einem guten Fit für die Mannschaft sprechen könnte?
Hätte man wenigstens einen spielstarken AV, der invers agieren und unterstützen kann, erst recht in einem anderen System mit 4er-Kette, ok, dann wäre das etwas anderes, aber wenn du als Mannschaft, die über viel Ballbesitz verfügt, mit 3 IVs aufbaust und AVs wie Svensson und Ryerson, dabei neben dem einzigen ZM/DM, der über strukturgebende Fähigkeiten verfügt, wie Nmecha einen wie Jobe stellst, löst du doch nicht eher Probleme statt zusätzlich welche zu schaffen.
Natürlich funktioniert das, vor allem in der Liga, gegen die meisten Gegner irgendwie schon, und wenn man die Spiele mittels Flanken und Standards gewinnt, aber das Vorhaben soll es doch eigentlich sein, sich offensiv, im eigenen Ballbesitz zu verbessern, wieder reproduktiv mehr Chancen zu erspielen nicht zu erarbeiten, sodass eben Jobe in einem 2er-Mittelfeld nicht als die Toplösung anzusehen ist, oder warum siehst du ihn da passend?
10.08.2026 - 23:44 Uhr
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Was mir bei deiner Argumentation zu kurz kommt, ist die Frage, ob Jobe überhaupt in genau die Rolle hineinwachsen muss, die du für ihn definierst. Du beschreibst sehr ausführlich, welche Eigenschaften ihm für einen spielgestaltenden Sechser fehlen und leitest daraus anschließend ab, dass sein Profil für eine Ballbesitzmannschaft nur bedingt geeignet sei. Das ist mir zu eng gedacht. Ein Mittelfeld funktioniert schließlich nicht dadurch, dass beide Spieler dieselben Aufgaben übernehmen. Jobe kann genauso gut derjenige sein, der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft.
Deshalb finde ich auch diese wiederholten Aussagen darüber, was er "niemals können wird", unnötig kategorisch. Du kannst natürlich Zweifel daran haben, dass aus ihm ein überragender Stratege wird. Die habe ich ebenfalls. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sein Profil langfristig nicht funktioniert. Entscheidend ist doch, welche Rolle man ihm gibt und welche Spieler man ihm zur Seite stellt.
Vielleicht wird er irgendwann ein deutlich kompletterer Mittelfeldspieler, vielleicht bleiben seine Stärken hauptsächlich in den Bereichen, die er heute bereits mitbringt. Beides kann für Borussia Dortmund wertvoll sein. Er muss überhaupt nicht das komplette Mittelfeldspiel beherrschen oder außergewöhnliche Fähigkeiten als Spielgestalter entwickeln. Wenn er sein aktuelles Paket punktuell verbessert und innerhalb einer passenden Rollenverteilung zuverlässig auf hohem Niveau abruft, kann er hier problemlos über Jahre Stammspieler sein.
Und genau das ist für mich momentan der relevante Maßstab. Nicht die Frage, ob er irgendwann irgendeinem Idealbild eines modernen Sechsers entspricht, sondern ob er gut genug wird, um Borussia Dortmund regelmäßig besser zu machen. Auf diesem Weg sehe ich ihn derzeit ziemlich deutlich. Alles Weitere kann man dann beurteilen, wenn seine Entwicklung tatsächlich stattgefunden hat und nicht bereits heute mit erstaunlicher Gewissheit vorwegnehmen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Coq-au-vin am 10.08.2026 um 23:48 Uhr bearbeitet
11.08.2026 - 07:00 Uhr
Zitat von Coq-au-vin
Was mir bei deiner Argumentation zu kurz kommt, ist die Frage, ob Jobe überhaupt in genau die Rolle hineinwachsen muss, die du für ihn definierst. Du beschreibst sehr ausführlich, welche Eigenschaften ihm für einen spielgestaltenden Sechser fehlen und leitest daraus anschließend ab, dass sein Profil für eine Ballbesitzmannschaft nur bedingt geeignet sei. Das ist mir zu eng gedacht. Ein Mittelfeld funktioniert schließlich nicht dadurch, dass beide Spieler dieselben Aufgaben übernehmen. Jobe kann genauso gut derjenige sein, der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft.
Deshalb finde ich auch diese wiederholten Aussagen darüber, was er "niemals können wird", unnötig kategorisch. Du kannst natürlich Zweifel daran haben, dass aus ihm ein überragender Stratege wird. Die habe ich ebenfalls. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sein Profil langfristig nicht funktioniert. Entscheidend ist doch, welche Rolle man ihm gibt und welche Spieler man ihm zur Seite stellt.
Vielleicht wird er irgendwann ein deutlich kompletterer Mittelfeldspieler, vielleicht bleiben seine Stärken hauptsächlich in den Bereichen, die er heute bereits mitbringt. Beides kann für Borussia Dortmund wertvoll sein. Er muss überhaupt nicht das komplette Mittelfeldspiel beherrschen oder außergewöhnliche Fähigkeiten als Spielgestalter entwickeln. Wenn er sein aktuelles Paket punktuell verbessert und innerhalb einer passenden Rollenverteilung zuverlässig auf hohem Niveau abruft, kann er hier problemlos über Jahre Stammspieler sein.
Und genau das ist für mich momentan der relevante Maßstab. Nicht die Frage, ob er irgendwann irgendeinem Idealbild eines modernen Sechsers entspricht, sondern ob er gut genug wird, um Borussia Dortmund regelmäßig besser zu machen. Auf diesem Weg sehe ich ihn derzeit ziemlich deutlich. Alles Weitere kann man dann beurteilen, wenn seine Entwicklung tatsächlich stattgefunden hat und nicht bereits heute mit erstaunlicher Gewissheit vorwegnehmen.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Was mir bei deiner Argumentation zu kurz kommt, ist die Frage, ob Jobe überhaupt in genau die Rolle hineinwachsen muss, die du für ihn definierst. Du beschreibst sehr ausführlich, welche Eigenschaften ihm für einen spielgestaltenden Sechser fehlen und leitest daraus anschließend ab, dass sein Profil für eine Ballbesitzmannschaft nur bedingt geeignet sei. Das ist mir zu eng gedacht. Ein Mittelfeld funktioniert schließlich nicht dadurch, dass beide Spieler dieselben Aufgaben übernehmen. Jobe kann genauso gut derjenige sein, der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft.
Deshalb finde ich auch diese wiederholten Aussagen darüber, was er "niemals können wird", unnötig kategorisch. Du kannst natürlich Zweifel daran haben, dass aus ihm ein überragender Stratege wird. Die habe ich ebenfalls. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sein Profil langfristig nicht funktioniert. Entscheidend ist doch, welche Rolle man ihm gibt und welche Spieler man ihm zur Seite stellt.
Vielleicht wird er irgendwann ein deutlich kompletterer Mittelfeldspieler, vielleicht bleiben seine Stärken hauptsächlich in den Bereichen, die er heute bereits mitbringt. Beides kann für Borussia Dortmund wertvoll sein. Er muss überhaupt nicht das komplette Mittelfeldspiel beherrschen oder außergewöhnliche Fähigkeiten als Spielgestalter entwickeln. Wenn er sein aktuelles Paket punktuell verbessert und innerhalb einer passenden Rollenverteilung zuverlässig auf hohem Niveau abruft, kann er hier problemlos über Jahre Stammspieler sein.
Und genau das ist für mich momentan der relevante Maßstab. Nicht die Frage, ob er irgendwann irgendeinem Idealbild eines modernen Sechsers entspricht, sondern ob er gut genug wird, um Borussia Dortmund regelmäßig besser zu machen. Auf diesem Weg sehe ich ihn derzeit ziemlich deutlich. Alles Weitere kann man dann beurteilen, wenn seine Entwicklung tatsächlich stattgefunden hat und nicht bereits heute mit erstaunlicher Gewissheit vorwegnehmen.
Ich sehe es so, dass man Bellingham nicht mit seinem Bruder vergleichen darf, auch wenn es sich offensichtlich anbietet. Genau dies ist eine Befürchtung von Jobe vor seinem Wechsel gewesen.
In meinen Augen ist er das verbindende Element, ein Ballschlepper, in einem Dreiermittelfeld aus einem kreativen Spielgestalter, einem defensiven Sechser zur Absicherung und eben dem dynamischen Achter, der Jobe eher ist. Und da sehe ich ihn auf einem guten Bundesliganiveau. Ob er sich da noch deutlich steigern kann, werden wir dann sehen. Mir reicht es, wenn er 10 Jahre lang unangefochtener Stammspieler bei uns bliebe.
11.08.2026 - 08:31 Uhr
Zitat von MrSimpson
Ich sehe ihn eher neben einem spielmachenden DM.
Da könnte er seine Stärken, die er unzweifelhaft auch hat ausspielen.
Jobe Bellingham wird nie ein sonderlich filigraner Spielertyp werden, aber als Arbeitstier im Mittelfeld halte ich ihn sogar für etwas unterschätzt.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Ich sehe ihn eher neben einem spielmachenden DM.
Da könnte er seine Stärken, die er unzweifelhaft auch hat ausspielen.
Jobe Bellingham wird nie ein sonderlich filigraner Spielertyp werden, aber als Arbeitstier im Mittelfeld halte ich ihn sogar für etwas unterschätzt.
"Arbeitstier im Mittelfeld" trifft es glaube ich ganz gut, um Bellingham als Spielertyp zu charakterisieren. Das Problem daran: so einen Spielertyp kann es nur neben einem Strategen und einem Spielverbinder geben. Also nur in einem 3er Zentrum. Dabei haben wir durch die Karetsas Verpflichtung und den allgemeinen Mangel an Kreativität in der Offensivabteilung aber bereits vorgegeben, dass es bei einem 3er Zentrum eher einen 10er geben sollte, statt eines Arbeitstiers. 3er Zentrum spielen wir aktuell aber nicht, wodurch die Fähigkeiten eines Spezialisten gefragt wären, der er schlicht nicht ist. Spätestens ohne Nmecha, der eben auch sehr viele Allroundfähigkeiten mitbringt, aber eben mit größeren Stärken. Das ist ja auch das Leid eines Sabitzers, den man - zwar mit anderen Fähigkeiten - in dieselbe Kategorie einordnen könnte. Das sind Spieler, die in vielem unterstützen können, aber die Funktion als Ballverteiler, Spielverbinder oder gar Kreativer nicht in Hauptverantwortung tragen können, um die Rolle eines Spezialisten einnehmen zu können, die es erst erlauben alle Mittelfeldfunktionen abzudecken. Dafür sind sie in jedem Bereich mit zu vielen Schwächen ausgestattet, die sie auch mit noch so viel Erfahrung und Training nicht auf ein gutes Niveau umkehren werden.
Bei Bellingham ist es vor allem das Spielverständnis. Er macht hier einfach zu viele Fehler, teilweise auch wiederkehrend und ist vor allem zu langsam darin das Spiel zu erfassen und Räume zu identifizieren. Seine Freilaufbewegung allein war zu Beginn hier eine kleine Katastrophe. Das ist einiges besser geworden zwar, aber weit weg von gut. Wir sehen immer noch zu häufig, dass er zu eng rund um Nmecha steht oder sich in Räume bewegt, in denen er nur sehr schwer anspielbar wird, insbesonere wenn der Ball auf den Nebenmann im Zentrum geht. Da wird auch vieles von Kovac vorgegeben sein, gerade in Bezug darauf, wie eng auf einer Linie die 6er häufig stehen, was dafür sorgt, dass sie unter Druck nur schwer miteinander spielen können, ohne sich gegenseitig noch mehr Druck aufzuhalsen, der immer schwieriger aufzulösen wird. Die Freilaufbewegung ist aber gar nicht das größte Problem an Bellinghams Spiel. Schaut man sich mal an, wie er ein Spiel zu steuern versucht, dann sieht man leider sehr schnell, dass er als Stratege kein Talent hat. Muss man leider so hart sagen. Zwar kann er durchaus Bälle verteilen, aber weder hat er ein gutes Gespür dafür, wie man das Tempo kontrolliert, noch ist er gut darin Situationen abzuschätzen, wie sie sich entwickeln.
Gegen Oberhausen zuletzt hatte sich jemand die Mühe gemacht, um mal die Bellingham Szenen zu cutten, woran man einiges gut veranschaulichen kann:
https://youtu.be/7TlnOTwGij0?t=40
Hier bietet er sich aktiv an, was erst mal gut ist, wobei er direkt wieder zum Absender prallen lässt, sodass aus einer initial dynamischen Situation eine komplett statische wird, bei der die 6er wieder sehr eng auf einer Linie agieren, was im Ballbesitz nicht wirklich nützlich ist. Bellingham fordert dann direkt nochmal den Ball, ist aber nicht mehr in der Bewegung, hat Lerma durch die enge Positionierung zueinander als Anspielstation nun verloren, wird langsam zugestellt von 3 Mann und hat nach vorne keine Anspielstationen, was er aber erst sieht, als er den Ball annimmt, weil er bis dahin nur seine Optionen nach hinten gecheckt hat. Er muss abdrehen und spielt dann auf den AIV weiter. In der Bundesliga ist das ein Pressingtrigger, in einer Situation mit wenig übrig gebliebener Hilfe. Sah man übrigens auch in Japan, wie so etwas dann schnell kritisch werden kann.
https://youtu.be/7TlnOTwGij0?t=48
Der Pass auf Lerma packt ebenjenen in eine Box mit 3-4 Spielern um sich herum, die schnell Zugriff erzeugen könnten, ohne direkt eine glasklare Anspielstation zu haben. Dieser Pass hat keinen Mehrwert und Bellingham hatte dabei keinen Druck diesen Ball überhaupt zu spielen. Lerma löst das dann zwar auch nicht gerade gut, hätte über Wessels auflösen können, um dann nachzugehen, aber eigentlich sollte das Spiel gar nicht in den Raum gesteuert werden, weil Oberhausen dort gut besetzt war. Das ist von Bellingham in meinen Augen ein Pass, damit ein Pass gespielt wird, aber kein Pass, der die Situation öffnet oder in irgendeiner Weise verbessert, obwohl er massig Zeit am Ball hätte in der Situation. Zumal er dann im Anschluss auch ziemlich im Deckungsschatten weiterläuft, statt sich schnell wieder gut anspielbar zu machen, um den Ball von Lerma zurückzuholen und dann direkt in einer Position zu sein, in der er das Spiel verlagern könnte.
https://youtu.be/7TlnOTwGij0?t=53
Wieder lässt er Lerma nur die Chance schnell auf Wessels zu spielen oder maximal unter Druck gesetzt zu werden. Hier sieht man dann auch gut eine gröbere Schwäche in Bellinghams Freilaufbewegung. Denn er geht dem Pass nach, in einen Raum, der schon so besetzt war, dass es dort zu eng ist. Damit nimmt sich Bellingham komplett selbst aus dem Spiel und Lerma muss es entweder mit einer Aufdrehbewegung lösen oder einem schlechten Rückpass in die Kette, weil er schon gar keine klare Passwinkel mehr hat, als er den Ball auch nur annimmt. Bellingham darf diesen Pass einfach niemals spielen. Da ist für die Spielfortsetzung nichts vorbereitet und der Druck auf den Passempfänger sofort hoch, während die Bewegung von Bellingham im Anschluss die Situation sogar noch weiter verschlechtert - wie gesagt: das ist genau so keine Seltenheit von ihm, wenn auch nicht mehr so schlimm, wie zu Beginn hier. Geht vielleicht mit Nmecha, weil der es auflösen kann, aber das macht es taktisch betrachtet trotzdem nicht gut.
https://youtu.be/7TlnOTwGij0?t=73
Again: Thema Freilaufbewegung, aber auch Positionsspiel. Bellingham läuft hier zu weit durch, ist zu gierig auf die Vorwärtsbewegung, statt clever zu sein und will den Pass in den Raum, zeigt es sogar an. Oberhausen hat das aber schon längst zugestellt, nur Bellingham sieht es offenbar nicht. Der Pass its für Lerma schlicht nicht mehr möglich, geht dadurch dann in den Rücken von Bellingham. Statt einer Situation, in der er das Spiel vor sich gehabt hätte, hat er es nun wieder im Rücken und Oberhausen kann wieder Druck aufbauen. Bellingham muss es dann nach hinten auflösen. Kostet wieder Zeit und bringt nur dem Gegner etwas.
Was zudem auch in diesem Video in jeder Szene klar wird: Bellingham kann das Tempo des Spiels nicht variieren. Ist es gemütlich, bleibt es das. Spielt er schnell, dann ausschließlich aus dem Flow des Spiels heraus, weil er das Spiel bereits vor sich hat und nicht erst den Überblick gewinnen muss. Bellingham hat einfach rein gar nichts von einem Strategen, außer vielleicht den technischen und physischen Möglichkeiten eines klassischen 6ers. Ich sehe daher nicht, wie er jemals der Spezialist werden soll, der in jedem Mittelfeld gefragt ist, sondern es spricht alles dafür, dass er immer der Allrounder bleibt, der in fast allen Bereichen gut unterstützen kann, aber halt keine Aufgabe tragend übernehmen darf. Er wird immer der Spieler sein, der taktisch mit einem 10er konkurrieren müsste und der Frage, ob man kreativ auf ebendiesen verzichten kann oder nicht. Zumal wir uns eben auch bewusst sein müssen, dass das Ballbesitzspiel und daher die Anforderungen daran unter Kovac nicht gerade das größte Thema sind.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 11.08.2026 um 08:34 Uhr bearbeitet
11.08.2026 - 14:00 Uhr
Zitat von Coq-au-vin
Was mir bei deiner Argumentation zu kurz kommt, ist die Frage, ob Jobe überhaupt in genau die Rolle hineinwachsen muss, die du für ihn definierst. Du beschreibst sehr ausführlich, welche Eigenschaften ihm für einen spielgestaltenden Sechser fehlen und leitest daraus anschließend ab, dass sein Profil für eine Ballbesitzmannschaft nur bedingt geeignet sei. Das ist mir zu eng gedacht. Ein Mittelfeld funktioniert schließlich nicht dadurch, dass beide Spieler dieselben Aufgaben übernehmen. Jobe kann genauso gut derjenige sein, der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft.
Deshalb finde ich auch diese wiederholten Aussagen darüber, was er "niemals können wird", unnötig kategorisch. Du kannst natürlich Zweifel daran haben, dass aus ihm ein überragender Stratege wird. Die habe ich ebenfalls. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sein Profil langfristig nicht funktioniert. Entscheidend ist doch, welche Rolle man ihm gibt und welche Spieler man ihm zur Seite stellt.
Vielleicht wird er irgendwann ein deutlich kompletterer Mittelfeldspieler, vielleicht bleiben seine Stärken hauptsächlich in den Bereichen, die er heute bereits mitbringt. Beides kann für Borussia Dortmund wertvoll sein. Er muss überhaupt nicht das komplette Mittelfeldspiel beherrschen oder außergewöhnliche Fähigkeiten als Spielgestalter entwickeln. Wenn er sein aktuelles Paket punktuell verbessert und innerhalb einer passenden Rollenverteilung zuverlässig auf hohem Niveau abruft, kann er hier problemlos über Jahre Stammspieler sein.
Und genau das ist für mich momentan der relevante Maßstab. Nicht die Frage, ob er irgendwann irgendeinem Idealbild eines modernen Sechsers entspricht, sondern ob er gut genug wird, um Borussia Dortmund regelmäßig besser zu machen. Auf diesem Weg sehe ich ihn derzeit ziemlich deutlich. Alles Weitere kann man dann beurteilen, wenn seine Entwicklung tatsächlich stattgefunden hat und nicht bereits heute mit erstaunlicher Gewissheit vorwegnehmen.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Was mir bei deiner Argumentation zu kurz kommt, ist die Frage, ob Jobe überhaupt in genau die Rolle hineinwachsen muss, die du für ihn definierst. Du beschreibst sehr ausführlich, welche Eigenschaften ihm für einen spielgestaltenden Sechser fehlen und leitest daraus anschließend ab, dass sein Profil für eine Ballbesitzmannschaft nur bedingt geeignet sei. Das ist mir zu eng gedacht. Ein Mittelfeld funktioniert schließlich nicht dadurch, dass beide Spieler dieselben Aufgaben übernehmen. Jobe kann genauso gut derjenige sein, der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft.
Deshalb finde ich auch diese wiederholten Aussagen darüber, was er "niemals können wird", unnötig kategorisch. Du kannst natürlich Zweifel daran haben, dass aus ihm ein überragender Stratege wird. Die habe ich ebenfalls. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sein Profil langfristig nicht funktioniert. Entscheidend ist doch, welche Rolle man ihm gibt und welche Spieler man ihm zur Seite stellt.
Vielleicht wird er irgendwann ein deutlich kompletterer Mittelfeldspieler, vielleicht bleiben seine Stärken hauptsächlich in den Bereichen, die er heute bereits mitbringt. Beides kann für Borussia Dortmund wertvoll sein. Er muss überhaupt nicht das komplette Mittelfeldspiel beherrschen oder außergewöhnliche Fähigkeiten als Spielgestalter entwickeln. Wenn er sein aktuelles Paket punktuell verbessert und innerhalb einer passenden Rollenverteilung zuverlässig auf hohem Niveau abruft, kann er hier problemlos über Jahre Stammspieler sein.
Und genau das ist für mich momentan der relevante Maßstab. Nicht die Frage, ob er irgendwann irgendeinem Idealbild eines modernen Sechsers entspricht, sondern ob er gut genug wird, um Borussia Dortmund regelmäßig besser zu machen. Auf diesem Weg sehe ich ihn derzeit ziemlich deutlich. Alles Weitere kann man dann beurteilen, wenn seine Entwicklung tatsächlich stattgefunden hat und nicht bereits heute mit erstaunlicher Gewissheit vorwegnehmen.
Wir müssen natürlich nicht einer Meinung sein, aber die Basis einer Diskussion sollten wir schon beide treffen.
Ich habe jetzt mehrere Beiträge verfasst und in jedem geschrieben, dass Jobe kein schlechter Spieler ist und sich sicher entwickeln wird. Warum er mMn nicht optimal passt, was eben nicht bedeutet, dass er gänzlich ungeeignet wäre, habe ich ausgeführt und das ist bezogen auf die aktuellen Rahmenbedingungen, denn wenn man in einem System spielt, welches nur mit 2 Mittelfeldspielern im Zentrum agiert, dann sollte selbst ein taktischer/analytischer Laie verstehen, dass es da nicht auf allerhöchstem Niveau ausreichend ist, wenn neben einem Spieler, der das Spiel gestalten soll, in dem Fall Nmecha, obwohl er eigentlich eine andere Rolle bekleiden sollte, einen zu stellen, der eben limitiert ist, der ein eher begrenztes/eingeschränktes Profil besitzt. Das wäre etwas anderes, wenn du in einem 3er-Mittelfeld agieren würdest, oder du in der letzten Kette einen IV hast, der im Ballbesitz vorrücken und eine spielgestaltende Rolle übernehmen kann, sodass du neben ihm Jobe stellen und Nmecha etwas höher als Verbinder schieben kannst, denn aktuell ist es ja so, dass du im Grunde nur 1,5 Aufbauspieler hast, einen halben mit Schlotti, da er nur eingeschränkt aufgrund seiner Position agieren kann und eben Nmecha, denn sowohl Jobe als auch die beiden Schienenspieler sind da nur sehr eingeschränkt zu verwenden.
Man spielt also mit 3 IVs, 2 Schienenspielern und Nmecha und Jobe in der Zentrale. Sollte also Nmecha mehr oder weniger aus dem Spiel genommen werden bzw. sein Aktionsradius eingeschränkt werden, wird man im Aufbau- und Ballbesitzspiel sofort limitiert, weil die Rolle eben nur bedingt bis kaum von Jobe übernommen werden kann und da liegt mMn das große Problem am System, warum man offensiv zu oft so harmlos war und sich für ein Topteam aus dem Spiel heraus zu wenig Chancen erspielen konnte und um so mehr auf Flanken und Standards angewiesen war.
Du beschreibst ja im Grunde mit "der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft" die Probleme, denn der BVB ist keine Mannschaft, die über weniger Ballbesitz als der/die Gegner verfügt, sondern hat mehr, weshalb eben die Stärken vor allem im Ballbesitz vorhanden sein sollten, ohne natürlich so gravierende Schwächen zu besitzen, dass das gegen den Ball zum Problem werden würde.
Jobe spielt eben nicht in einem englischen Team, wo es oftmals, plakativ formuliert, rauf und runter geht, es eher ein wildes Spiel ist, sodass seine Stärken, sein Profil eher zur Geltung kommen würde, sondern das Spiel in der Bundesliga ist kontrollierter und gerade beim BVB solltest du als Mittelfeldspieler dem Team im Ballbesitz überdurchschnittlich helfen können.
Wo und wie hilft er denn dem Team im Ballbesitz, daran zu arbeiten, das, was auch die Verantwortlichen samt Trainer fordern, die Offensive zu verbessern? Nmecha, der eigentlich ja auch kein strukturgebender 6er ist, muss aber diese Rolle ausführen, weil es sonst keiner kann, so gut kann, denn eigentlich, siehe die ersten beiden Spieler bei der WM, gehört er auf die 8, zwischen die Linien der Gegner, um von dort auch kreativ werden zu können, statische Situationen im Ballbesitz auflösen zu können. Das kann aber Jobe nicht, weshalb er im Ballbesitz nur eingeschränkt einsetzbar ist.
Das ist doch die Quintessenz meiner Beiträge und @bvbbc hat das auch mal wieder treffend ausgeführt, denn es sollte doch im Fußball darum gehen, sich so gut es geht aufzustellen, Spieler in eine Mannschaft zu formen, die sich im systemischen Konstrukt ergänzen und das sehe ich im aktuellen System von Kovac nicht, sodass ich Jobe als Bremse sehe. Stellt man irgendwann auf 4er-Kette und 3er-Mittelfeld um, verändern sich die Parameter sofort und wir haben eine andere Diskussionsgrundlage, nur können wir aktuell eben nicht sagen, was er wie könnte, wenn, sondern was er aktuell leisten kann.
11.08.2026 - 14:45 Uhr
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Wir müssen natürlich nicht einer Meinung sein, aber die Basis einer Diskussion sollten wir schon beide treffen.
Ich habe jetzt mehrere Beiträge verfasst und in jedem geschrieben, dass Jobe kein schlechter Spieler ist und sich sicher entwickeln wird. Warum er mMn nicht optimal passt, was eben nicht bedeutet, dass er gänzlich ungeeignet wäre, habe ich ausgeführt und das ist bezogen auf die aktuellen Rahmenbedingungen, denn wenn man in einem System spielt, welches nur mit 2 Mittelfeldspielern im Zentrum agiert, dann sollte selbst ein taktischer/analytischer Laie verstehen, dass es da nicht auf allerhöchstem Niveau ausreichend ist, wenn neben einem Spieler, der das Spiel gestalten soll, in dem Fall Nmecha, obwohl er eigentlich eine andere Rolle bekleiden sollte, einen zu stellen, der eben limitiert ist, der ein eher begrenztes/eingeschränktes Profil besitzt. Das wäre etwas anderes, wenn du in einem 3er-Mittelfeld agieren würdest, oder du in der letzten Kette einen IV hast, der im Ballbesitz vorrücken und eine spielgestaltende Rolle übernehmen kann, sodass du neben ihm Jobe stellen und Nmecha etwas höher als Verbinder schieben kannst, denn aktuell ist es ja so, dass du im Grunde nur 1,5 Aufbauspieler hast, einen halben mit Schlotti, da er nur eingeschränkt aufgrund seiner Position agieren kann und eben Nmecha, denn sowohl Jobe als auch die beiden Schienenspieler sind da nur sehr eingeschränkt zu verwenden.
Man spielt also mit 3 IVs, 2 Schienenspielern und Nmecha und Jobe in der Zentrale. Sollte also Nmecha mehr oder weniger aus dem Spiel genommen werden bzw. sein Aktionsradius eingeschränkt werden, wird man im Aufbau- und Ballbesitzspiel sofort limitiert, weil die Rolle eben nur bedingt bis kaum von Jobe übernommen werden kann und da liegt mMn das große Problem am System, warum man offensiv zu oft so harmlos war und sich für ein Topteam aus dem Spiel heraus zu wenig Chancen erspielen konnte und um so mehr auf Flanken und Standards angewiesen war.
Du beschreibst ja im Grunde mit "der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft" die Probleme, denn der BVB ist keine Mannschaft, die über weniger Ballbesitz als der/die Gegner verfügt, sondern hat mehr, weshalb eben die Stärken vor allem im Ballbesitz vorhanden sein sollten, ohne natürlich so gravierende Schwächen zu besitzen, dass das gegen den Ball zum Problem werden würde.
Jobe spielt eben nicht in einem englischen Team, wo es oftmals, plakativ formuliert, rauf und runter geht, es eher ein wildes Spiel ist, sodass seine Stärken, sein Profil eher zur Geltung kommen würde, sondern das Spiel in der Bundesliga ist kontrollierter und gerade beim BVB solltest du als Mittelfeldspieler dem Team im Ballbesitz überdurchschnittlich helfen können.
Wo und wie hilft er denn dem Team im Ballbesitz, daran zu arbeiten, das, was auch die Verantwortlichen samt Trainer fordern, die Offensive zu verbessern? Nmecha, der eigentlich ja auch kein strukturgebender 6er ist, muss aber diese Rolle ausführen, weil es sonst keiner kann, so gut kann, denn eigentlich, siehe die ersten beiden Spieler bei der WM, gehört er auf die 8, zwischen die Linien der Gegner, um von dort auch kreativ werden zu können, statische Situationen im Ballbesitz auflösen zu können. Das kann aber Jobe nicht, weshalb er im Ballbesitz nur eingeschränkt einsetzbar ist.
Das ist doch die Quintessenz meiner Beiträge und @bvbbc hat das auch mal wieder treffend ausgeführt, denn es sollte doch im Fußball darum gehen, sich so gut es geht aufzustellen, Spieler in eine Mannschaft zu formen, die sich im systemischen Konstrukt ergänzen und das sehe ich im aktuellen System von Kovac nicht, sodass ich Jobe als Bremse sehe. Stellt man irgendwann auf 4er-Kette und 3er-Mittelfeld um, verändern sich die Parameter sofort und wir haben eine andere Diskussionsgrundlage, nur können wir aktuell eben nicht sagen, was er wie könnte, wenn, sondern was er aktuell leisten kann.
Zitat von Coq-au-vin
Was mir bei deiner Argumentation zu kurz kommt, ist die Frage, ob Jobe überhaupt in genau die Rolle hineinwachsen muss, die du für ihn definierst. Du beschreibst sehr ausführlich, welche Eigenschaften ihm für einen spielgestaltenden Sechser fehlen und leitest daraus anschließend ab, dass sein Profil für eine Ballbesitzmannschaft nur bedingt geeignet sei. Das ist mir zu eng gedacht. Ein Mittelfeld funktioniert schließlich nicht dadurch, dass beide Spieler dieselben Aufgaben übernehmen. Jobe kann genauso gut derjenige sein, der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft.
Deshalb finde ich auch diese wiederholten Aussagen darüber, was er "niemals können wird", unnötig kategorisch. Du kannst natürlich Zweifel daran haben, dass aus ihm ein überragender Stratege wird. Die habe ich ebenfalls. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sein Profil langfristig nicht funktioniert. Entscheidend ist doch, welche Rolle man ihm gibt und welche Spieler man ihm zur Seite stellt.
Vielleicht wird er irgendwann ein deutlich kompletterer Mittelfeldspieler, vielleicht bleiben seine Stärken hauptsächlich in den Bereichen, die er heute bereits mitbringt. Beides kann für Borussia Dortmund wertvoll sein. Er muss überhaupt nicht das komplette Mittelfeldspiel beherrschen oder außergewöhnliche Fähigkeiten als Spielgestalter entwickeln. Wenn er sein aktuelles Paket punktuell verbessert und innerhalb einer passenden Rollenverteilung zuverlässig auf hohem Niveau abruft, kann er hier problemlos über Jahre Stammspieler sein.
Und genau das ist für mich momentan der relevante Maßstab. Nicht die Frage, ob er irgendwann irgendeinem Idealbild eines modernen Sechsers entspricht, sondern ob er gut genug wird, um Borussia Dortmund regelmäßig besser zu machen. Auf diesem Weg sehe ich ihn derzeit ziemlich deutlich. Alles Weitere kann man dann beurteilen, wenn seine Entwicklung tatsächlich stattgefunden hat und nicht bereits heute mit erstaunlicher Gewissheit vorwegnehmen.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Zitat von Coq-au-vin
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Zitat von Ballzumir
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Zitat von Coq-au-vin
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Zitat von BigDogTinyHome
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Quote from air_riedle
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Quote from Coq-au-vin
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Quote from MrSimpson
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Quote from AubaBVBschnub
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Quote from Seppinho
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Quote from bvb_rockzz
Was du beschreibst, bezieht sich auf die Rolle als ZM mit Avancen Richtung ZOM, aber das sehe ich nicht eine Sekunde als seine Aufgabe, schon gar nicht, wenn Nmecha neben ihm ist. Er ist bei uns DM mit mehr Fähigkeiten, als ein DM haben müsste: Ja, er ist kein Stratege und auch keiner für die "intelligenten Pässe", aber aufgrund seiner extremen Physis, der enormen Zweikampfstärke, seiner Pressingresistenz und dem sehr zuverlässigen Basic-Passspiel sehe ich uns da schon sehr gut im DM aufgestellt. Im Vergleich in der Liga: Ein Stiller ist nach vorne besser (das was du beschreibst, erfüllt er) als Bellingham, ein Sano ist nach hinter der bessere Zerstörer als Bellingham. Finde ich zumindest. Jobe ist halt zwischendrin, weder DER geniale ZM, noch ein waschechter DM.
Gerade die Pressingresistenz sehe ich aber keineswegs bei Jobe.
Er ist körperlich kräftig und nicht komplett nutzlos am Ball, aber diese Rolle als Zerstörer kommt ihm doch besser entgegen, als wenn er irgendwas kreieren müsste.
Deshalb sieht das auch immer schlagartig schlechter aus, wenn er neben Sabitzer statt Nmecha spielt.
Aber für den top 6er fehlt dann halt leider das strategische.. Das Ballverteilen, etc.
Und da fehlt halt auch taktisch einiges, was nicht mal eben aufgearbeitet werden kann.
Wie du schon sagst, ist Jobe weder der geniale ZM, noch ein waschechter DM, aber dann muss man halt leider die Frage stellen: Was ist er denn dann?
Denn stand jetzt ist er ein Spieler, der deutliche Schwächen zeigt, welche durch Nebenleute aufgefangen werden müssen.
Aber wenn wir jetzt eben einen waschechten DM hätten, der eben als Stratege das Spiel aufbaut, könnte Nmecha noch besser die Spielverbindung schließen, die Schienen können höher schieben, etc.
Natürlich kann er sich noch entwickeln, aber wenn man die Aussage trifft, dass er aktuell eher ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, dann ist diese Aussage erstmal nicht falsch.
Jobe ist eigentlich eher ein klassischer Box to Box Spieler.
Den versucht man verzweifelt irgendwie in ein System zu drücken in dem es kein Platz für ihn gibt, in der Hoffnung, daß er sich verbessern kann.
Weder ist er Stratege, noch ist er Abräumer. Er ist extrem physisch, laufstark und fleißig und kann Löcher Stopfen.
Daher würde ich nicht sagen, daß er ein Schwachpunkt in der Mannschaft ist, sondern in der Rolle, die er besetzt, abfällt.
Analog zu Chukwuemeka, der seine Rolle auch nicht gefunden hat.
Ich würde ihn da nicht vorschnell als Schwachpunkt abstempeln. Jobe ist gerade einmal 20 und hat in der vergangenen Saison erstmals über einen längeren Zeitraum in einer deutlich tieferen Rolle gespielt. Gerade im Laufe der Rückrunde war zu sehen, dass er sich dort zunehmend wohler fühlt und er selbst sagt auch, dass ihm diese defensivere Ausrichtung liegt. Kovac selbst sagt ja immer wieder, wie intensiv er an seinem Spiel arbeitet und hat ihm dann über die Saison immer mehr Spielzeit gegeben. Dazu kommt, dass der Verein langfristig mit ihm plant und er körperlich bislang ausgesprochen robust ist. Das sind ziemlich gute Voraussetzungen, um sich aus der Tiefe Schritt für Schritt mehr Verantwortung im Spielaufbau zu erarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch offensiv wieder mehr Einfluss zu nehmen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass völlig unterschätzt wird, wie lange die Entwicklung auf solchen sensiblen Positionen dauert. Es ist eher die Ausnahme, dass ein 20 Jähriger im zentralen Mittelfeld schon defensiv sauber steht, das Spiel lenkt, unter Druck konstant die richtigen Entscheidungen trifft und gleichzeitig offensiv Akzente setzt. Gerade auf der Sechs kommen viele Dinge erst mit Erfahrung, Spielpraxis und einem besseren Gefühl für Räume und Situationen. Dafür hat Jobe in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf dieser Position bereits eine ordentliche Entwicklung genommen. Entscheidend ist da glaub ich weniger, was ihm heute noch fehlt, sondern welche Schritte er in den nächsten zwei oder drei Jahren noch machen kann.
Man sollte auch nur mal an das erste Jahr von Ilkay zurückdenken und wie er dann irgendwann explodiert ist. Im ersten Jahr wurde er doch noch mehr verteufelt als es jetzt bei Jobe der Fall ist und Kloppo hat ihn dann ja zeitweise ganz rausgenommen.
Das größte Problem bei der Erwartungshaltung an Jobe ist fast wie erwartet, dass man eine genauso schnelle Eingewöhnung erwartet hat wie bei Jude.
Aber das Potential ist doch unverkennbar.
Anderes Beispiel das mir noch einfallen würde auf einer ähnlichen Position ist Merino. Nicht jeder Spieler entfaltet sofort sein Potential. Das heißt natürlich nicht, dass jeder Spieler explodiert irgendwann, aber bei Jobe bin ich guter Dinge.
Gündogan hatte aber halt auch grundsätzlich die Voraussetzungen, um diesen Sprung zu machen, und hat seine Fähigkeiten selbst in seiner anfangs noch sehr fehlerbehafteten Saison immer wieder angedeutet.
Bei Jobe sind nicht nur die physischen Voraussetzungen, insbesondere die Dynamik, sondern auch die mentalen Aspekte einfach etwas ganz anderes. An Dynamik wird er vermutlich kaum noch groß zulegen können. Da wird man hoffen müssen, dass er sich gedanklich weiterentwickelt, schneller Lösungen findet und Situationen früher erkennt. Bisher zeigt sich da aber leider nur sehr wenig Entwicklung in diesem Bereich. Gefühlt verlangsamt er das Spiel mit nahezu jedem Kontakt und braucht immer ein bis zwei Schritte mehr, um seine Füße zu sortieren und den Ball weiterzuspielen als die meisten anderen.
Dazu spielt er zu 90 % Sicherheitspässe. Vertikalpässe sieht man eigentlich nur, wenn er überhaupt keinen Druck hat, und selbst dann sind die von der Qualität her eher überschaubar.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir neben Nmecha keinen klassischen Abräumer brauchen. Nmecha läuft trotz seiner offensiven Stärken defensiv bereits unfassbar viele Räume zu. Was mir daneben aber fehlen würde, wäre ein Spieler, der aus der Tiefe strategischer den Spielaufbau übernimmt und das Tempo des Spiels diktiert.
...und da bekomme ich bei Jobe langsam Bauchschmerzen, weil ich zunehmend Zweifel habe, ob er sich tatsächlich in eine solche Rolle hineinentwickeln kann.
Ich glaube, da werden zwei Dinge etwas miteinander vermischt. Physische Dynamik im Sinne von Antritt und Explosivität ist für einen tiefen Mittelfeldspieler überhaupt keine zwingende Voraussetzung, Busquets, Pirlo oder Xabi Alonso sind dafür ziemlich offensichtliche Beispiele. Entscheidend ist vielmehr die Dynamik im Kopf: vororientieren, Räume erkennen, den nächsten Pass schon vor der Ballannahme sehen und dadurch mit wenigen Kontakten spielen. Genau dort hat Jobe sicherlich noch Entwicklungspotenzial, aber das ist mit 20 Jahren und nach seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen auf der Sechs nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Interessanterweise beschreibt ihn der BVB ja selbst sogar als aggressiven und intensiven Spieler mit hoher Ballgewinnqualität und Jobe sieht sich grundsätzlich als Box to Box Spieler in einer Doppelsechs. Sein Problem ist also meines Erachtens weniger fehlende körperliche Dynamik, als noch fehlende Selbstverständlichkeit und Geschwindigkeit in der Entscheidungsfindung. Daraus jetzt schon abzuleiten, dass er sich nicht zu einem strategisch stärkeren Sechser entwickeln kann, finde ich bei einem 20 Jährigen deutlich zu früh. Muss man abwarten, zur Not früh genug wieder trennen.
Vergleich doch mal Bellinghams Bewegungen in den Räumen, sein Stellungsspiel und sein Passpiel mit einem 17 Jährigen Eichhorn oder einem 18 Jährigen Bouaddi. Da sieht man schon, daß er vermutlich nie ein besonders herausstechender Stratege sein wird. Sicherlich kann er in dem Bereich noch dazu lernen und sich etwas verbessern aber z.B. einem Sabitzer hat das mit dem Ball auch mit 32 Jahren nichts genützt, wenngleich der sicherlich gegen den Ball ein gutes Stellungsspiel hat.
Das sind für mich aber auch ziemlich ungeeignete Maßstäbe. Bouaddi ist eines der größten Mittelfeldtalente Europas und mit 18 bereits außergewöhnlich weit. Er kommt schon auf fast 100 Pflichtspiele im Profibereich und hat dabei längst auch auf Champions League Niveau gespielt. Ihn als Vergleich heranzuziehen bedeutet im Grunde, Jobe an einem absoluten Ausnahmetalent zu messen. Ein Weltstar wird Jobe aller Voraussicht nicht, aber das muss er auch überhaupt nicht.
Eichhorn ist ebenfalls ein riesiges Talent, hat seine bisherigen Erfahrungen im Männerfußball aber ausschließlich in der 2. Bundesliga und im Pokal gesammelt und ist gerade erst nach Leverkusen gewechselt und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Wie sein Stellungsspiel und seine Entscheidungsfindung unter dauerhaftem Bundesliga und internationalem Druck aussehen, muss man genauso erst einmal abwarten.
Gerade deshalb finde ich es etwas kurios, ausgerechnet diese beiden als Beleg dafür anzuführen, dass man bei Jobe mit 20 schon erkennen könne, wo seine endgültige Grenze liegt. Entwicklung verläuft nicht linear und schon gar nicht bei zentralen Mittelfeldspielern.
Ich würde die herangezogenen Spieler zum Vergleich nicht anhand ihres Talentlevels bewerten, sondern eher anhand ihrer Profile und Fähigkeiten, die sie bereits mitbringen und die im Verlauf einfach nur begrenzt verbessert werden können.
Plakativ formuliert kannst du aus einem eher laufstarken, physischen Spieler, der in anderen Fähigkeitsbereichen zwar durchschnittlich bis gut ist, aber eben limitiert, keinen technisch versierten Spielgestalter machen, der bereits über fast als angeboren zu bezeichnende Spielintelligenz und Kreativität verfügt.
Wir haben hier sogar die Möglichkeit, zwei Brüder direkt vergleichen zu können, die im Grunde denselben Weg gegangen sind, aber eben dennoch unterschiedlich sind, denn Jobe hat einfach nicht diese Dynamik, den Antritt, die Beweglichkeit und auch die Spielintelligenz, ist auch im Passspiel, vor allem dem vertikalen, nicht gut genug wie Jude es war und aktuell ist, sodass man bereits sagen kann, dass er seinem Bruder in diversen Fähigkeitsbereichen unterlegen ist, was nicht bedeutet, dass er sich nicht noch verbessern kann und wird, denn das wird sicher der Fall sein, aber eben nicht in dem benötigten Ausmaße und das dürfte der Kern der Diskussion sein, Jobe einfach nicht der Spielertyp wird, den es aber benötigen würde, vor allem wenn der Plan ist bzw. sogar sein muss, Nmecha etwas höher agieren zu lassen, denn wenn man das macht, benötigt man eben das spielgestaltende Element von Nmecha aus der abgelaufenen Saison in Person eines anderen Spielers und das kann Job nicht leisten und wird es aller Voraussicht nach auch niemals können.
Jobe hat schon ein sehr spezielles Profil und seine Stärken sind eher in Bereichen zu finden, die man sicher auch gebrauchen kann, aber eben nur in begrenzten Rahmenbedingungen, weil seine Schwächen eben auch vorhanden sind und man diese nicht einfach abtrainieren und ins Positive entwickeln kann. Das mag in der Theorie vieler möglich sein, aber aus einem Pferd, was gute Anlagen für ein Rennpferd besitzt, kannst du mit genug Training und Erfahrung kein Dressurpferd machen. (Man möge mir das Beispiel zugestehen.)
Wer Jobe und Jude hat bereits bei Birmingham und/bzw. Sunderland hat spielen sehen, hat bereits dort die unterschiedlichen Profile erkennen können, auch wenn sie sich rein optisch durchaus ähneln mögen.
Wer Jobe und Jude beim BVB hat spielen sehen, der sollte erkannt haben, dass Jude sich nicht nur schneller und auf höherem Level adaptieren konnte, weil er womöglich der talentiertere ist, sondern seine Fähigkeiten sind einfach breitgefächerter im positiven Sinn ausgebildet gewesen, sodass bei ihm einfach mehr Stärken erkennbar waren und nach wie vor sind.
Wie andere bereits erwähnt haben, hat sich der Fußball verändert, der Fußball in der Championship ist zudem ein sehr spezieller, der Fußball wird immer schneller, agiler, erfordert viel bessere Handlungsschnelligkeit und das sind u. a. Bereiche, wo Job limitierter ist als andere, trotz des Talentes, das er unbestritten besitzt.
Kurzum: Bellingham ist in gewissen Bereichen, die mit den Jahren immer wichtiger in zentralen Positionen/Rollen geworden sind, sichtbar Schwächen bzw. seine Fähigkeiten sind nicht auf dem Niveau ausgebildet/vorhanden, wie es sein möchte und es ist nicht zu erwarten, weil das einfach nicht einfach so von jedem Spieler/-typus erlernbar/verbesserbar ist, sodass man nicht einfach glauben sollte, dass Jobe halt etwas länger benötigt als andere, talentiertere Spieler, aber gewisse Fähigkeiten dennoch verbessern wird.
Was ein Nmecha kann, konnte und womöglich können würde und was nicht, konnte man bereits bei City und Wolfsburg sehen, bei Beier, Adeyemi, Ryerson etc. ebenso, und so ist das auch bei Jobe der Fall. Wer also erwartet, Jobe würde agiler, handlungsschnelller und somit Pressing-resistenter werden, auch kreativer und passstärker, der wird meiner Voraussicht nach enttäuscht werden und erwartet etwas, was Jobe nicht leisten können wird, womöglich, weil man es sich einfach wünscht, erst recht nicht, wenn man kontraproduktiv agiert und mehr Muskelmasse aufbaut. Das mag in anderer Hinsicht helfen, aber stellt bei anderen physischen Bereichen wie Agilität, Beweglichkeit etc. eher ein Hindernis dar.
Ich vermute, dass Jobe ein Spieler ist und zukünftig bleiben wird, der nur dezidiert für Ballbesitzmannschaften infrage kommt, der eigentlich zu einer anderen Art von Fußball besser passt, und auch wenn Kovac-Ball nicht dem typischen Ballbesitzfußball entspricht, um es vorsichtig auszudrücken, sind dennoch die Elemente notwendig und somit auch die Profile, weil man eben häufig den Ball hat und gegen tiefstehende Gegner aktiv und kreativ sein muss.
Er ist eher der Typ Can als der Typ Nmecha/Jude und erst recht nicht der Typ Rodri/Busquets, weshalb er sowohl als 6er und als 8er, der Verbindung herstellt, nur bedingt geeignet ist.
Deshalb ist er kein schlechter Spieler und wird sich nicht nicht entwickeln, sondern erfüllt einfach nicht das erforderliche Spielerprofil.
Ich würde an jene gerne die Frage richten, die da konträrer Meinung sind, wo sie Jobe aktuell und zukünftig sehen, also in welcher Rolle in einer Ballbesitzmannschaft, erst recht unter der Voraussetzung, dass man mit 3 IVs agiert und eben flexible Spieler benötigt, die eben über kein sehr spezifisches, eingeschränktes Fähigkeiten-Profil verfügen.
Was mir bei deiner Argumentation zu kurz kommt, ist die Frage, ob Jobe überhaupt in genau die Rolle hineinwachsen muss, die du für ihn definierst. Du beschreibst sehr ausführlich, welche Eigenschaften ihm für einen spielgestaltenden Sechser fehlen und leitest daraus anschließend ab, dass sein Profil für eine Ballbesitzmannschaft nur bedingt geeignet sei. Das ist mir zu eng gedacht. Ein Mittelfeld funktioniert schließlich nicht dadurch, dass beide Spieler dieselben Aufgaben übernehmen. Jobe kann genauso gut derjenige sein, der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft.
Deshalb finde ich auch diese wiederholten Aussagen darüber, was er "niemals können wird", unnötig kategorisch. Du kannst natürlich Zweifel daran haben, dass aus ihm ein überragender Stratege wird. Die habe ich ebenfalls. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sein Profil langfristig nicht funktioniert. Entscheidend ist doch, welche Rolle man ihm gibt und welche Spieler man ihm zur Seite stellt.
Vielleicht wird er irgendwann ein deutlich kompletterer Mittelfeldspieler, vielleicht bleiben seine Stärken hauptsächlich in den Bereichen, die er heute bereits mitbringt. Beides kann für Borussia Dortmund wertvoll sein. Er muss überhaupt nicht das komplette Mittelfeldspiel beherrschen oder außergewöhnliche Fähigkeiten als Spielgestalter entwickeln. Wenn er sein aktuelles Paket punktuell verbessert und innerhalb einer passenden Rollenverteilung zuverlässig auf hohem Niveau abruft, kann er hier problemlos über Jahre Stammspieler sein.
Und genau das ist für mich momentan der relevante Maßstab. Nicht die Frage, ob er irgendwann irgendeinem Idealbild eines modernen Sechsers entspricht, sondern ob er gut genug wird, um Borussia Dortmund regelmäßig besser zu machen. Auf diesem Weg sehe ich ihn derzeit ziemlich deutlich. Alles Weitere kann man dann beurteilen, wenn seine Entwicklung tatsächlich stattgefunden hat und nicht bereits heute mit erstaunlicher Gewissheit vorwegnehmen.
Wir müssen natürlich nicht einer Meinung sein, aber die Basis einer Diskussion sollten wir schon beide treffen.
Ich habe jetzt mehrere Beiträge verfasst und in jedem geschrieben, dass Jobe kein schlechter Spieler ist und sich sicher entwickeln wird. Warum er mMn nicht optimal passt, was eben nicht bedeutet, dass er gänzlich ungeeignet wäre, habe ich ausgeführt und das ist bezogen auf die aktuellen Rahmenbedingungen, denn wenn man in einem System spielt, welches nur mit 2 Mittelfeldspielern im Zentrum agiert, dann sollte selbst ein taktischer/analytischer Laie verstehen, dass es da nicht auf allerhöchstem Niveau ausreichend ist, wenn neben einem Spieler, der das Spiel gestalten soll, in dem Fall Nmecha, obwohl er eigentlich eine andere Rolle bekleiden sollte, einen zu stellen, der eben limitiert ist, der ein eher begrenztes/eingeschränktes Profil besitzt. Das wäre etwas anderes, wenn du in einem 3er-Mittelfeld agieren würdest, oder du in der letzten Kette einen IV hast, der im Ballbesitz vorrücken und eine spielgestaltende Rolle übernehmen kann, sodass du neben ihm Jobe stellen und Nmecha etwas höher als Verbinder schieben kannst, denn aktuell ist es ja so, dass du im Grunde nur 1,5 Aufbauspieler hast, einen halben mit Schlotti, da er nur eingeschränkt aufgrund seiner Position agieren kann und eben Nmecha, denn sowohl Jobe als auch die beiden Schienenspieler sind da nur sehr eingeschränkt zu verwenden.
Man spielt also mit 3 IVs, 2 Schienenspielern und Nmecha und Jobe in der Zentrale. Sollte also Nmecha mehr oder weniger aus dem Spiel genommen werden bzw. sein Aktionsradius eingeschränkt werden, wird man im Aufbau- und Ballbesitzspiel sofort limitiert, weil die Rolle eben nur bedingt bis kaum von Jobe übernommen werden kann und da liegt mMn das große Problem am System, warum man offensiv zu oft so harmlos war und sich für ein Topteam aus dem Spiel heraus zu wenig Chancen erspielen konnte und um so mehr auf Flanken und Standards angewiesen war.
Du beschreibst ja im Grunde mit "der absichert, Räume schließt, Zweikämpfe führt, zweite Bälle gewinnt und einem spielstärkeren Partner Freiheiten verschafft" die Probleme, denn der BVB ist keine Mannschaft, die über weniger Ballbesitz als der/die Gegner verfügt, sondern hat mehr, weshalb eben die Stärken vor allem im Ballbesitz vorhanden sein sollten, ohne natürlich so gravierende Schwächen zu besitzen, dass das gegen den Ball zum Problem werden würde.
Jobe spielt eben nicht in einem englischen Team, wo es oftmals, plakativ formuliert, rauf und runter geht, es eher ein wildes Spiel ist, sodass seine Stärken, sein Profil eher zur Geltung kommen würde, sondern das Spiel in der Bundesliga ist kontrollierter und gerade beim BVB solltest du als Mittelfeldspieler dem Team im Ballbesitz überdurchschnittlich helfen können.
Wo und wie hilft er denn dem Team im Ballbesitz, daran zu arbeiten, das, was auch die Verantwortlichen samt Trainer fordern, die Offensive zu verbessern? Nmecha, der eigentlich ja auch kein strukturgebender 6er ist, muss aber diese Rolle ausführen, weil es sonst keiner kann, so gut kann, denn eigentlich, siehe die ersten beiden Spieler bei der WM, gehört er auf die 8, zwischen die Linien der Gegner, um von dort auch kreativ werden zu können, statische Situationen im Ballbesitz auflösen zu können. Das kann aber Jobe nicht, weshalb er im Ballbesitz nur eingeschränkt einsetzbar ist.
Das ist doch die Quintessenz meiner Beiträge und @bvbbc hat das auch mal wieder treffend ausgeführt, denn es sollte doch im Fußball darum gehen, sich so gut es geht aufzustellen, Spieler in eine Mannschaft zu formen, die sich im systemischen Konstrukt ergänzen und das sehe ich im aktuellen System von Kovac nicht, sodass ich Jobe als Bremse sehe. Stellt man irgendwann auf 4er-Kette und 3er-Mittelfeld um, verändern sich die Parameter sofort und wir haben eine andere Diskussionsgrundlage, nur können wir aktuell eben nicht sagen, was er wie könnte, wenn, sondern was er aktuell leisten kann.
Was mich an der Diskussion inzwischen etwas irritiert, ist gar nicht deine Einschätzung von Jobe an sich, sondern die Art, wie du aus einer möglichen Interpretation seines Profils immer wieder die einzig folgerichtige machst. Formulierungen sinngemäß nach dem Motto, wer Jobe und Jude gesehen habe, müsse bestimmte Dinge eigentlich erkannt haben, haben für mich einen ziemlich belehrenden Unterton. Damit wird eine unterschiedliche Bewertung irgendwann nicht mehr diskutiert, sondern unterschwellig zu einer Frage gemacht, wer den Spieler richtig verstanden hat und wer nicht. Genau das finde ich unnötig.
Zumal du dir die Frage nach seiner möglichen Rolle inzwischen ein Stück weit selbst beantwortest. Du siehst ihn neben einem spielmachenden Sechser, wo er seine Stärken ausspielen kann. Ja, genau dort kann ich ihn mir ebenfalls vorstellen. Dann sprechen wir aber nicht mehr darüber, ob Jobe grundsätzlich zum Fußball des BVB passt, sondern darüber, welche Aufgabenverteilung im Mittelfeld am besten zu ihm passt. Das ist ein erheblicher Unterschied.
Mir ist der Maßstab dabei auch ein anderer. Ich muss bei Jobe nicht zuerst danach suchen, was ihm zu einem kompletten Spielgestalter fehlt, sondern danach, ob das, was er bereits kann, einer guten Dortmunder Mannschaft hilft. Und dafür gibt es inzwischen durchaus Anhaltspunkte. Wir haben sogar schon Spiele gesehen, in denen er als tiefster Mittelfeldspieler funktioniert hat, während die spielerisch anspruchsvolleren Aufgaben stärker auf die Spieler vor beziehungsweise neben ihm verteilt wurden. Er muss also nicht zwangsläufig selbst derjenige sein, der permanent das Tempo diktiert und jede vertikale Lösung kreiert.
Das ist für mich ohnehin der entscheidende Punkt bei einer Mannschaft. Spielerprofile müssen sich ergänzen und nicht jeder Mittelfeldspieler muss dieselben Fähigkeiten auf höchstem Niveau besitzen. Wenn Jobe viel gegen den Ball arbeitet, Räume absichert, körperliche Präsenz einbringt und das Spiel zuverlässig verbindet, kann daneben jemand anderes stärker für Progression und Kreativität verantwortlich sein. Dass du selbst inzwischen eine solche Konstellation für sinnvoll hältst, zeigt doch eigentlich, dass sein Profil keineswegs so unpassend ist, wie es zwischenzeitlich dargestellt wurde.
Man kann seine Schwächen weiterhin klar benennen und trotzdem feststellen, dass es bereits heute ziemlich gut funktionieren kann. Diese beiden Gedanken schließen sich überhaupt nicht aus. Und genau deshalb würde der Diskussion etwas weniger Gewissheit darüber, was andere eigentlich "erkannt haben sollten", aus meiner Sicht ganz guttun.
11.08.2026 - 16:05 Uhr
Ich lese hier schon eine Weile mit und wollte zu der Jobe-Diskussion auch mal einen Gedanken einwerfen.
Bei der grundsätzlichen Kritik an seinem Profil kann ich einiges nachvollziehen. Ich sehe in Jobe aktuell auch keinen Spieler, der sich wahrscheinlich zu einem strategischen 6er entwickelt, der das Spiel aus der Tiefe steuert, das Tempo vorgibt und regelmäßig Lösungen gegen hohes Pressing findet. Natürlich kann und wird er sich in diesen Bereichen noch verbessern, aber ich glaube auch nicht, dass das irgendwann seine große Stärke sein wird.
Die Frage ist für mich aber, ob er das in diesem System überhaupt zwingend können muss.
Das Problem bei Jobe/Nmecha sehe ich vor allem dann, wenn die beiden tatsächlich zu zweit den zentralen Aufbau tragen sollen. Dann hängt sehr viel an Nmecha und Jobe muss Aufgaben übernehmen, die nicht unbedingt zu seinen Stärken passen. Gleichzeitig wird Nmecha dadurch relativ tief gebunden, obwohl er seine Qualitäten auch weiter vorne einbringen könnte.
Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass man das etwas anders löst. Svensson fände ich dafür interessant. Wenn er im Ballbesitz von der linken Schiene neben Nmecha einrückt, hätte man dort eine zusätzliche Anspielstation und könnte Jobe etwas höher in den linken Halbraum schieben.
Mit Ball könnte das beispielsweise eher so aussehen:
El Mala – Guirassy – Ryerson/Beier
Jobe – Karetsas
Svensson – Nmecha
Schlotterbeck – Anton – Gadou
Svensson müsste dafür aus meiner Sicht auch gar nicht plötzlich zum Spielmacher werden. Es würde schon helfen, wenn er dort sauber verbindet, zusätzliche Passwinkel schafft und Nmecha etwas von der alleinigen Verantwortung im Aufbau nimmt. Dazu hat man mit Schlotterbeck noch einen IV, der selbst Progression erzeugen kann.
Der für mich interessante Teil wäre dann aber vor allem Jobe. Wenn man ihn 10–15 Meter höher bekommt und häufiger erst nach der ersten überspielten Pressinglinie einbindet, verändern sich auch die Anforderungen an ihn.
Dann muss er nicht permanent mit dem Rücken zum gegnerischen Pressing das Spiel strukturieren, sondern kann häufiger Situationen bekommen, in denen er das Spiel vor sich hat. Dort könnten seine Physis und sein Balltransport wesentlich besser zur Geltung kommen. Er kann nach Ballannahmen Raum überbrücken, einen Gegenspieler binden und dadurch wiederum Räume für El Mala oder Guirassy öffnen.
Dazu kommt seine körperliche Präsenz. Gerade gegen tiefere Gegner fehlt Dortmund aus dem Mittelfeld teilweise jemand, der konsequent in den Strafraum nachstößt. Wenn El Mala links ins 1-gegen-1 geht oder Karetsas auf der anderen Seite zwischen den Linien den Ball bekommt, könte Jobe aus dem Halbraum immer wieder die Box attackieren. Dann hätte Guirassy neben sich einen weiteren physisch starken Spieler, den die gegnerische Kette aufnehmen muss.
Auch nach Ballverlusten könnte diese Position gut zu ihm passen. Jobe müsste nicht zuerst 30 Meter zurücklaufen, sondern wäre bereits dort, wo Dortmund den Ball möglichst schnell zurückgewinnen möchte. Seine Physis, Reichweite und Zweikampfstärke könnten im Gegenpressing deutlich wertvoller sein als wenn er hauptsächlich als tiefer Ballverteiler eingesetzt wird.
Und vielleicht ist das am Ende sogar die interessanteste Perspektive bei ihm: nicht versuchen, aus ihm einen Strategen zu machen, sondern einen sehr guten Two-way-Achter, der einer spielstärkeren Struktur Dinge gibt, die andere Spieler weniger mitbringen – Physis im Zentrum, Ballgewinne, zweite Bälle, Läufe aus der Tiefe, zusätzliche Boxbesetzung und die Möglichkeit, nach überspieltem Pressing mit Ball Raum zu gewinnen.
Ob er darin irgendwann internationales Topniveau erreicht, kann heute natürlich niemand wissen. Aber das wäre für mich zumindest eine Rolle, die wesentlich näher an seinen vorhandenen Stärken liegt als die des tiefen Spielgestalters.
Ob Svensson wiederum die eingerückte Rolle unter Druck wirklich gut genug spielen kann, ist natürlich eine andere Frage. Grundsätzlich fände ich den Ansatz aber interessant. Perspektivisch könnte vielleicht sogar Prates für so eine Hybridrolle infrage kommen, wenn er sich technisch und in der Vororientierung entsprechend entwickelt.
Wenn Kovač dagegen bei einer relativ klassischen Doppelsechs aus Jobe und Nmecha bleibt, kann ich viele der hier genannten Kritikpunkte nachvollziehen. Dann sehe ich die Kombination im Ballbesitz ebenfalls nicht optimal.
Vielleicht liegt die Lösung bei Jobe deshalb weniger darin, darauf zu hoffen, dass aus ihm irgendwann ein anderer Spielertyp wird, sondern eher darin, seine Rolle etwas zu verändern und die Aufbauverantwortung anders zu verteilen.
Bei der grundsätzlichen Kritik an seinem Profil kann ich einiges nachvollziehen. Ich sehe in Jobe aktuell auch keinen Spieler, der sich wahrscheinlich zu einem strategischen 6er entwickelt, der das Spiel aus der Tiefe steuert, das Tempo vorgibt und regelmäßig Lösungen gegen hohes Pressing findet. Natürlich kann und wird er sich in diesen Bereichen noch verbessern, aber ich glaube auch nicht, dass das irgendwann seine große Stärke sein wird.
Die Frage ist für mich aber, ob er das in diesem System überhaupt zwingend können muss.
Das Problem bei Jobe/Nmecha sehe ich vor allem dann, wenn die beiden tatsächlich zu zweit den zentralen Aufbau tragen sollen. Dann hängt sehr viel an Nmecha und Jobe muss Aufgaben übernehmen, die nicht unbedingt zu seinen Stärken passen. Gleichzeitig wird Nmecha dadurch relativ tief gebunden, obwohl er seine Qualitäten auch weiter vorne einbringen könnte.
Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass man das etwas anders löst. Svensson fände ich dafür interessant. Wenn er im Ballbesitz von der linken Schiene neben Nmecha einrückt, hätte man dort eine zusätzliche Anspielstation und könnte Jobe etwas höher in den linken Halbraum schieben.
Mit Ball könnte das beispielsweise eher so aussehen:
El Mala – Guirassy – Ryerson/Beier
Jobe – Karetsas
Svensson – Nmecha
Schlotterbeck – Anton – Gadou
Svensson müsste dafür aus meiner Sicht auch gar nicht plötzlich zum Spielmacher werden. Es würde schon helfen, wenn er dort sauber verbindet, zusätzliche Passwinkel schafft und Nmecha etwas von der alleinigen Verantwortung im Aufbau nimmt. Dazu hat man mit Schlotterbeck noch einen IV, der selbst Progression erzeugen kann.
Der für mich interessante Teil wäre dann aber vor allem Jobe. Wenn man ihn 10–15 Meter höher bekommt und häufiger erst nach der ersten überspielten Pressinglinie einbindet, verändern sich auch die Anforderungen an ihn.
Dann muss er nicht permanent mit dem Rücken zum gegnerischen Pressing das Spiel strukturieren, sondern kann häufiger Situationen bekommen, in denen er das Spiel vor sich hat. Dort könnten seine Physis und sein Balltransport wesentlich besser zur Geltung kommen. Er kann nach Ballannahmen Raum überbrücken, einen Gegenspieler binden und dadurch wiederum Räume für El Mala oder Guirassy öffnen.
Dazu kommt seine körperliche Präsenz. Gerade gegen tiefere Gegner fehlt Dortmund aus dem Mittelfeld teilweise jemand, der konsequent in den Strafraum nachstößt. Wenn El Mala links ins 1-gegen-1 geht oder Karetsas auf der anderen Seite zwischen den Linien den Ball bekommt, könte Jobe aus dem Halbraum immer wieder die Box attackieren. Dann hätte Guirassy neben sich einen weiteren physisch starken Spieler, den die gegnerische Kette aufnehmen muss.
Auch nach Ballverlusten könnte diese Position gut zu ihm passen. Jobe müsste nicht zuerst 30 Meter zurücklaufen, sondern wäre bereits dort, wo Dortmund den Ball möglichst schnell zurückgewinnen möchte. Seine Physis, Reichweite und Zweikampfstärke könnten im Gegenpressing deutlich wertvoller sein als wenn er hauptsächlich als tiefer Ballverteiler eingesetzt wird.
Und vielleicht ist das am Ende sogar die interessanteste Perspektive bei ihm: nicht versuchen, aus ihm einen Strategen zu machen, sondern einen sehr guten Two-way-Achter, der einer spielstärkeren Struktur Dinge gibt, die andere Spieler weniger mitbringen – Physis im Zentrum, Ballgewinne, zweite Bälle, Läufe aus der Tiefe, zusätzliche Boxbesetzung und die Möglichkeit, nach überspieltem Pressing mit Ball Raum zu gewinnen.
Ob er darin irgendwann internationales Topniveau erreicht, kann heute natürlich niemand wissen. Aber das wäre für mich zumindest eine Rolle, die wesentlich näher an seinen vorhandenen Stärken liegt als die des tiefen Spielgestalters.
Ob Svensson wiederum die eingerückte Rolle unter Druck wirklich gut genug spielen kann, ist natürlich eine andere Frage. Grundsätzlich fände ich den Ansatz aber interessant. Perspektivisch könnte vielleicht sogar Prates für so eine Hybridrolle infrage kommen, wenn er sich technisch und in der Vororientierung entsprechend entwickelt.
Wenn Kovač dagegen bei einer relativ klassischen Doppelsechs aus Jobe und Nmecha bleibt, kann ich viele der hier genannten Kritikpunkte nachvollziehen. Dann sehe ich die Kombination im Ballbesitz ebenfalls nicht optimal.
Vielleicht liegt die Lösung bei Jobe deshalb weniger darin, darauf zu hoffen, dass aus ihm irgendwann ein anderer Spielertyp wird, sondern eher darin, seine Rolle etwas zu verändern und die Aufbauverantwortung anders zu verteilen.
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