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Wolles Risiko! Plaudern wie der Trainer.

20.06.2022 - 18:33 Uhr
Wir halten seit 2014 am Tikitaka - Fußball fest, den Ball über unendlich viele Stationen zirkulieren zu lassen bis sich die entscheidende Lücke auf tut, wir uns am besten bis zur Torline durchkombinieren.
Der Weltfussball ist aber intensiver, schneller vorallem auch auf Umkehrspiel weniger auf Ballbesitz ausgelegt. Alle sind taktisch defensiv so gut geschult dass sie Antworten auf unsere Art zu spielen parat haben. Wenn dann noch die die unsere Offensive auf Touren bringen sollen außer Form sind ( Wirtz, Musiala, Sane), Kimmich als eigentlicher Leader ebenso, Tah und Rüdiger sowieso kein IV- Team auf Weltklasseniveau darstellen reicht es eben nicht.
Wenn man als Trainer grossspurig als Ziel den Titel ausgibt und dann so scheitert kann es eigentlich kein Weiter mit ihm geben. Aber er hat sich schon geäußert weiter machen zu wollen. Unterm Strich hat man gegen die mit Abstand schwächste Mannschaft hoch gewonnen und dann 3x schlechte Leistungen geboten. In keinem Spiel zu Null gespielt obwohl wir in den 4 absolvierten Spielen auf keinen Gegner mit Weltspitzenniveau trafen

•     •     •

"Sage niemals :" Es ist nur ein Spiel ! "
Zitat von Shax_
Wobei ich die Zeit unter Nagelsmann nicht so schlecht abgespeichert habe.

Du hast sehr konstant in Freundschaftsspielen und Quali Siege geholt, wenn auch nicht alles gewonnen. Das habe ich früher anders in Erinnerung, wo man immer das Gefühl hatte, auf die Spiele hat erst gar keiner Bock.

Ich dachte, man kann daraus eine Siegermentalität aufbauen.

Bei der EM sah das auch sehr ordentlich aus. Eigentlich hatte man Spanien am Anschlag, bis der Sieg durch die Finger Cucurellas glitt.

Dann jetzt ein frühzeitiger Gruppensieg mit einem starken Comeback-Sieg gegen eine sehr gute Elfenbeinküste. Auch eine Seltenheit für Deutschland in Gruppenphasen nicht erstmal einmal zu patzen.
Dass dann das bedeutungslose Spiel gegen Ecuador daneben geht, geschenkt, mich hat eher geärgert, dass man da nicht Spieler geschont hat.

Dass ausgerechnet ein Team wie Paraguay uns dann die Grenzen aufzeigt passt finde ich nicht wirklich zur Zeit unter Nagelsmann. Das wirkt eher wie ein Rückfall der Spieler in alte Probleme von davor.

Dass Frankreich schwer geworden wäre, ist dann ein ganz anderes Thema.

Nichtsdestotrotz - da sind wir wieder bei Nagelsmann - verstehe ich nicht warum ein Sane gegen Paraguay so lange spielen darf, der nichts kreiert wenn’s eng ist - als Konterspieler und tatsächlich Arbeiter gegen den Ball hätte das gegen bessere Teams passen können. Aber bring doch hier mal Leweling.

Und auch Undav - bester Joker - hier komplett verbrannt, weil man sich getrieben fühlt?

Die Ausfälle von Schlotterbeck (Offensivstandards) und Karl (Sane-Verdränger) vielleicht auch schmerzhafter als gedacht.

Wie auch immer - jetzt dürfte Nagelsmann verbrannt sein.
Kimmich, Goretzka, Neuer, Rüdiger, Sane auch.
Zeit intensiv die Alternativen aufzubauen.
Bisseck, El Mala, Schade und Co.



Ohne das jetzt böse zu meinen aber du hast einen Punkt in deiner Betrachtung einfach außer Acht gelassen und das ist der, der uns immer zu Titeln geführt hat oder auch unter Wollitz so stark gemacht hat. Gewinnen zu wollen, weil ich es will, nicht, weil ich es muss oder jemand erwartet. In der Nationalmannschaft und auch der deutschen Gesellschaft läuft in den letzten 10 Jahren einiges schief und das geht leider miteinander einher und dann an dieser Generation Spieler eben auch nicht vorbei.

Schau dir die anderen Nationen an, die eigentlich nicht die Übermannschaften sind, wie z.b. USA, Kanada, Ecuador oder jetzt gestern ganz prominent Paraguay. Die lassen ihr Herz auf dem Platz, die sind impulsiv, gewillt, mit einer Leidenschaft, die so viel auslösen kann, wenn man sie aus Überzeugung anwendet. Das gibt es bei uns in der N11 seit Jahren nicht mehr.

Die können alle erzählen, dass sie wollten. Aber jedes Mal aufs Neue wird klar, die anderen wollten es mehr, mit ihren ganz eigenen Mitteln. Und da müssen wir ansetzen, bei der Wertekultur. Talent gibt es überall, das abzurufen, ist die Krux - gerade bei den großen Turnieren.
Ich finde schon, dass man langsam wieder einen sehr starken Kader beisammen hat. Nicht so gut, dass man zwingend Weltmeister als Erwartung haben muss. Aber Halbfinale hätte schon ein sehr neutrales Ziel sein können. Natürlich abhängig vom Baum. Triffst du früher auf andere Top4 Teams, ist es halt so.

Es sind für mich maximal einzelne Spieler wie Sane oder Goretzka, wo man sich fragt ob man da nicht den Generationswechsel hätte beschleunigen können und Positionen wie RV wo es halt nur mit Kompromiss geht.

Aber das hast du bei fast allen Teams.

Außer vielleicht Frankreich. Beim Rest kann man schon diskutieren. Spanien, England vielleicht noch. Wobei Spanien zB auch der echte Neuner fehlt.
Unterschiedspieler haben wir eigentlich sogar wieder mehr. Nur die Form war jetzt nicht annähernd am Höhepunkt.

Auch die Spielidee hat gegen kleine Teams ja wie beschrieben unter Nagelsmann wieder gut funktioniert. U.a. Weil man nach Standards besser wurde. Wie man ja letztlich gestern auch erfolgreich gezeigt hatte.

Das jetzt zu herauszupicken empfinde ich als falsch. Nur weil ausgerechnet Paraguay nun eben die Wahrscheinlichkeiten bezwungen hat, was irgendwann immer passieren kann. Die eigene nicht-optimale Leistung löscht ja nicht den Fakt, dass es genug gravierendere Körpereinsätze als den von Anton gab, die weder zu Elfmetern noch Karten führten. Beides kann stimmen: Wir habens vermasselt, Paraguay sich aber auch komplett durchgemogelt.

Verlieren wir dann kämpferisch 2:0 gg Frankreich, ist das Fazit zumindest emotional in der Breite anders.
Aber auch das Spiel hätte erstmal gespielt werden müssen.

2014 haben wir ja vor Brasilien auch nicht die Sterne vom Himmel gespielt.

Wie auch immer - ich sehe absolut Potenzial in den künftig verfügbaren Spielern. Jetzt gilt es das zu formen. Vor allem mental.
Zitat von Cottbus08


Die können alle erzählen, dass sie wollten. Aber jedes Mal aufs Neue wird klar, die anderen wollten es mehr, mit ihren ganz eigenen Mitteln. Und da müssen wir ansetzen, bei der Wertekultur. Talent gibt es überall, das abzurufen, ist die Krux - gerade bei den großen Turnieren.
Mumpitz. Welche „Werte“ willst DU denn bitte jahrelangen Profis von Bayern, Liverpool, Madrid, Arsenal etc. vermitteln, die diese zu Gewinnern macht und ihnen die „Faulpelzigkeit“ austreibt? Ich meine, das unterstellst du hier ja durch die Blume. Den Spielern wäre die Nationalmannschaft egal und sie würden das nicht mit genug Liebe fürs Vaterland angehen, oder sie sind zu verzogen und ruhen sich auf den Lorbeeren anderer aus. Dafür hat es jeder von denen auf individuellem Level recht weit gebracht, findest du das nicht seltsam?

In Gesamtlaufstrecke, Sprints und ähnlichen Werten lag die deutsche Mannschaft in der Spitze aller 48 Teams dieser WM. Sind das Parameter die belegen, wie faul man ist? Sind das Werte die belegen, dass man „es nicht will“?
Die Spielerauswahl eines deutschen Nationaltrainers ist jedenfalls stark genug, um Paraguay, die ja beileibe keine goldene Generation am Start haben, schlagen zu können. Frankreich ist ja nicht der Maßstab, die haben gerade eine goldene Generation. Uns fehlen v.a. ordentliche Mittelstürmer, für eine ordentliche Abwehr braucht man ja nicht Weltklasse auf allen Positionen. Echte Flügel wären ja da gewesen, Alternativen auf RV natürlich auch. Nagelsmann wollte seinen Kader genauso zusammenstellen, wie er es tat. Er wollte Kimmich als RV für diesen Dreierketten-Aufbau, er wollte es asymmetrisch über links aufziehen, er wollte Sane als rechten Schienenspieler statt ordentlichen Außenstürmer, er wollte das Zentrum verdichten und er wollte Neuer zurückholen . Das waren ja alles keine alternativlosen Entscheidungen, einzig auf der MS Position sehe ich tatsächlich ein, dass ihm Alternativen fehlten. Deshalb verstehe ich auch gar nicht, wie man da zögern kann. Nagelsmann hat seine Ding probiert, was er darf und muss, es hat nicht geklappt, dann gibt es die Konsequenzen. Mein Gott, er hat doch keinen Anspruch darauf komme was da wolle für 12 Jahre Bundestrainer zu sein. Wieso auch? Man kann die deutsche Nationalmannschaft anders aufstellen und einstellen, als bei dieser WM, natürlich geht das. Und da der Spielerpool eines Nationalteams endlich ist, kommt es drauf an, was der Trainer daraus macht. Jetzt ist es Zeit für jemand neues und einen neuen Ansatz. Es gibt doch gar keinen Grund, mit derselben Person nochmal weiter zu machen.

Und Nagelsmanns Leben endet dadurch doch auch nicht. Freiwilliger Rücktritt, danke für alles, gesichtswahrend für alle Beteiligten und weiter geht seine Karriere. Er hat doch noch so viele Jahre vor sich. Will Nagelsmann den Rest seines Lebens Bundestrainer bleiben?!?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCE-Happosai am 30.06.2026 um 15:11 Uhr bearbeitet
Zitat von Ovidiu_Burca

Zitat von Cottbus08

Die können alle erzählen, dass sie wollten. Aber jedes Mal aufs Neue wird klar, die anderen wollten es mehr, mit ihren ganz eigenen Mitteln. Und da müssen wir ansetzen, bei der Wertekultur. Talent gibt es überall, das abzurufen, ist die Krux - gerade bei den großen Turnieren.
Mumpitz. Welche „Werte“ willst DU denn bitte jahrelangen Profis von Bayern, Liverpool, Madrid, Arsenal etc. vermitteln, die diese zu Gewinnern macht und ihnen die „Faulpelzigkeit“ austreibt? Ich meine, das unterstellst du hier ja durch die Blume. Den Spielern wäre die Nationalmannschaft egal und sie würden das nicht mit genug Liebe fürs Vaterland angehen, oder sie sind zu verzogen und ruhen sich auf den Lorbeeren anderer aus. Dafür hat es jeder von denen auf individuellem Level recht weit gebracht, findest du das nicht seltsam?

In Gesamtlaufstrecke, Sprints und ähnlichen Werten lag die deutsche Mannschaft in der Spitze aller 48 Teams dieser WM. Sind das Parameter die belegen, wie faul man ist? Sind das Werte die belegen, dass man „es nicht will“?


Ja, "Wertekultur" ist halt so eine richtige Allgemeinphrase, passt immer irgendwie. Das traurige ist ja, dass die Mannschaft es schon versucht hat, aber jetzt, bei dieser WM, in diesen Spielen eben nicht besser war. Deshalb verkraftet man das Ausscheiden ja auch ganz gut, denn da ist ja nicht ein potentieller Weltmeister unglücklich ausgeschieden sondern eine Mannschaft, die eben nicht besser war. Und dafür gibt es sportliche Gründe, vor allem eine nicht funktionierende taktische Idee. Kommt vor, im Vereinsfußball wird deshalb ja auch "ständig" der Trainer gewechselt, immer auf der Suche nach der Konstellation, bei der es "Klick" macht. Niemand würde auf die Idee kommen, Vereinsfußball kulturell zu erklären, und wer es doch täte, macht sich halt lächerlich. Aber bei Nationalmannschaftsfußball kommt es immer ganz schnell zu solchen Erklärungen, Mannschaft als Spiegel der Gesellschaft und so weiter und so fort ... Aber irgendwie immer nur bei Misserfolg und nie vollständig angewandt. Durchlebt das Land Frankreich gerade eine goldene Ära, weil ihre Nationalmannschaft das non plus ultra ist? Deutschland ist vorgestern Weltmeister in Beach Handball geworden, eine Sportart, von deren Existenz ich vorgestern erfahren habe. Wie verhält sich das zu unserem Ausscheiden bei der Fußball WM der Herren, was bedeutet das für unsere Wertekultur?

Nagelsmanns Taktik und darauf basierende Mannschaftszusammensetzung waren Mist. Ärgerlich, jetzt bitte die sportlichen Konsequenzen ziehen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCE-Happosai am 30.06.2026 um 15:35 Uhr bearbeitet
Zitat von FCE-Happosai

Zitat von Ovidiu_Burca

Zitat von Cottbus08

Die können alle erzählen, dass sie wollten. Aber jedes Mal aufs Neue wird klar, die anderen wollten es mehr, mit ihren ganz eigenen Mitteln. Und da müssen wir ansetzen, bei der Wertekultur. Talent gibt es überall, das abzurufen, ist die Krux - gerade bei den großen Turnieren.
Mumpitz. Welche „Werte“ willst DU denn bitte jahrelangen Profis von Bayern, Liverpool, Madrid, Arsenal etc. vermitteln, die diese zu Gewinnern macht und ihnen die „Faulpelzigkeit“ austreibt? Ich meine, das unterstellst du hier ja durch die Blume. Den Spielern wäre die Nationalmannschaft egal und sie würden das nicht mit genug Liebe fürs Vaterland angehen, oder sie sind zu verzogen und ruhen sich auf den Lorbeeren anderer aus. Dafür hat es jeder von denen auf individuellem Level recht weit gebracht, findest du das nicht seltsam?

In Gesamtlaufstrecke, Sprints und ähnlichen Werten lag die deutsche Mannschaft in der Spitze aller 48 Teams dieser WM. Sind das Parameter die belegen, wie faul man ist? Sind das Werte die belegen, dass man „es nicht will“?


Ja, "Wertekultur" ist halt so eine richtige Allgemeinphrase, passt immer irgendwie. Das traurige ist ja, dass die Mannschaft es schon versucht hat, aber jetzt, bei dieser WM, in diesen Spielen eben nicht besser war. Deshalb verkraftet man das Ausscheiden ja auch ganz gut, denn da ist ja nicht ein potentieller Weltmeister unglücklich ausgeschieden sondern eine Mannschaft, die eben nicht besser war. Und dafür gibt es sportliche Gründe, vor allem eine nicht funktionierende taktische Idee. Kommt vor, im Vereinsfußball wird deshalb ja auch "ständig" der Trainer gewechselt, immer auf der Suche nach der Konstellation, bei der es "Klick" macht. Niemand würde auf sie Idee kommen, Vereinsfußball kulturell zu erklären, und wer es doch täte, macht sich halt lächerlich. Aber bei Nationalmannschaftsfußball kommt es immer ganz schnell zu solchen Erklärungen, Mannschaft als Spiegel der Gesellschaft und so weiter und so fort ... Aber irgendwie immer nur bei Misserfolg und nie vollständig angewandt. Durchlebt das Land Frankreich gerade eine goldene Ära, weil ihre Nationalmannschaft das non plus ultra ist? Deutschland ist vorgestern Weltmeister in Beach Handball geworden, eine Sportart, von deren Existenz ich vorgestern erfahren habe. Wie verhält sich das zu unserem Ausscheiden bei der Fußball WM der Herren, was bedeutet das für unsere Wertekultur?

Nagelsmanns Taktik und darauf basierende Mannschaftszusammensetzung waren Mist. Ärgerlich, jetzt bitte die sportlichen Konsequenzen ziehen.
Es gibt Handball am Strand? Klingt eigentlich lustig. Aber immerhin, wir sind wieder wer! Im Basketball ja schließlich auch amtierender Europa- und Weltmeister.

Die Nationalmannschaft hat‘s mit voller Bereitschaft probiert, nur waren die gewählten Mittel und Werkzeuge völlig ineffektiv und man konnte keine Alternative finden. Aber egal war das gestern sicherlich keinem auf dem Feld, gerade auch mit dem Rucksack der letzten 10 Jahre und dem Druck der sofort aufkommt, wenn man einmal nicht völlig souverän spielt. Die tragen ja alle nicht nur ihr eigenes Päckchen, sondern auch das Versagen der vorherigen Mannschaften mit sich rum.

Selbst wenn die Hälfte der NM denken würde, dass sie Deutschland hassen und das ein shithole wäre - was einige Leute sicher denken wollen - würden die alle in so einem Turnier trotzdem alles geben, schon weil sie gewinnen wollen und besser als ihre Gegner sein wollen, um am Ende über allen anderen zu stehen. Den Ehrgeiz hat jeder auf diesem Niveau.

Irgendwas stimmt in der Chemie des gesamten Teams ganz offensichtlich nicht, das ist klar. Man könnte sich fragen wie Pavlovic und Nmecha so bodenlos einbrechen konnten über den Verlauf von nur 4 Spielen, oder warum Wirtz und Sané null Breite halten und beim ersten Ballkontakt sofort nach innen ziehen (meist mit Raumverlust!) obwohl dort jeder gegnerische Spieler lungert., oder zig andere Themen, die für mich nicht nachvollziehbar sind. Ich sehe da auch keine Zukunft für Nagelsmann, zwischen irgendwem liegt da vieles im Argen.

Aber deren Einsatz das Ding unbedingt gewinnen zu wollen sehe ich nicht als mangelhaft an. Trifft dann auch auf Nagelsmann zu. Der wollte auch aber wtf. am Ende.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ovidiu_Burca am 30.06.2026 um 15:42 Uhr bearbeitet
Zitat von Ovidiu_Burca

Zitat von Cottbus08

Die können alle erzählen, dass sie wollten. Aber jedes Mal aufs Neue wird klar, die anderen wollten es mehr, mit ihren ganz eigenen Mitteln. Und da müssen wir ansetzen, bei der Wertekultur. Talent gibt es überall, das abzurufen, ist die Krux - gerade bei den großen Turnieren.
Mumpitz. Welche „Werte“ willst DU denn bitte jahrelangen Profis von Bayern, Liverpool, Madrid, Arsenal etc. vermitteln, die diese zu Gewinnern macht und ihnen die „Faulpelzigkeit“ austreibt? Ich meine, das unterstellst du hier ja durch die Blume. Den Spielern wäre die Nationalmannschaft egal und sie würden das nicht mit genug Liebe fürs Vaterland angehen, oder sie sind zu verzogen und ruhen sich auf den Lorbeeren anderer aus. Dafür hat es jeder von denen auf individuellem Level recht weit gebracht, findest du das nicht seltsam?

In Gesamtlaufstrecke, Sprints und ähnlichen Werten lag die deutsche Mannschaft in der Spitze aller 48 Teams dieser WM. Sind das Parameter die belegen, wie faul man ist? Sind das Werte die belegen, dass man „es nicht will“?


Nein, kein Mumpitz. Absolut die Wahrheit. Glückwunsch, dass du in diesen Statistiken vorne bist, sicherlich auch bei Schüssen ins nichts. Aber weder bei Gegentoren in Bezug auf Gegnerqualität, noch bei xG, noch bei geschossenen Toren hast du auch nur annähernd Kontakt zur Weltspitze.

Warum das im Vereinsfußball anders ist? Weil sie dort Leute haben, die sie besser machen und von denen sie geführt werden. Um bei deinen Beispielen zu bleiben - Olise, Kane; Szoboslai, Salah, Van Dijk; Saka, Rice.

Wir haben keinen einzigen Führungsspieler, nicht mal annähernd eine Identität, wofür der deutsche Fußball stehen soll oder könnte. Nicht mal mehr Malocherfußball passt, weil wir nicht mal damit Ertrag haben. Wir laufen der Musik hinterher, in allen Belangen.

Dazu noch die ganzen sinnlosen hausgemachten Baustellen für die Menschen und Medien von außen a la Baumann/Neuer, Sane, El Mala, Undav.

Also doch, wir haben ein Problem mit der Wertekultur und das auf vielen Ebenen. Wenn du irgendwo Überzeugung oder grundlegende Prinzipien erkannt hast, bin ich dafür offen.

Um mal noch den Bogen auf den absolut unpassenden Vergleich einzugehen - unser Fußball sah nämlich sehr wie Handball aus. Kann ich persönlich drauf verzichten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Cottbus08 am 30.06.2026 um 20:07 Uhr bearbeitet
Das Problem ist, dass wir kaum Straßenfussballer mehr haben, die gerne zocken und nach unkonventionellen Lösungen suchen. Vielleicht ein Rüdiger, er ist aber halt ein Abwehrspieler. Ansonsten viel Einheitsbrei aus den NLZ. 2014 hatten wir Charaktere wie Özil (zumindest damals noch), Schweni, Klose, Kroos, Mertesacker, Podolski und paar mehr könnte man noch finden.

Für mich spielten wir irgendwie seelenlos, und das nicht nur gestern. Irgendwie verklemmt. Zwischen uns und bspw. der Leichtigkeit der Franzosen lagen leider die Welten.

•     •     •

„Die Tradition ist so ein komplexes Phänomen, dass man es schon nicht auf das Gründungsjahr reduzieren kann. Da kommen viele Dinge zusammen. Tradition ist so etwas wie ein Fundus an Grundwerten, an gemeinsamen Erfahrungen, an Ritualen, die für viele Menschen bewusstseinsstiftend wirken, die viele Menschen als Teil ihres Lebens und ihrer eigenen Vergangenheit verstehen." - Hansi Küpper
Ich finde dass man den Spielern auch keinen Gefallen tat (Nagelsmann) als Ziel den WM-Titel auszurufen. Die Mannschaft stellt internationales Mittelmaß dar und kann diesen Ansprüchen einfach auch gar nicht gerecht werden. Daran kann eine Mannschaft auch zerbrechen.
Wir haben seit Klose keinen Zielspieler von Weltniveau. Was waren das für Zeiten als der Bundestrainer die Qual der Wahl zwischen Völler, Klinsmann, Kirsten und Bierhoff hatte... Wir hatten früher viele Spieler die an sich selbst den Anspruch hatten Führungsspieler sein zu wollen und das auf dem Platz dann auch demonstrierten. Der Einzige der heute versucht diesem Anspruch gerecht zu werden aber selbst ja leider auch außer Form war ist Kimmich. Und wenn man leistungsmäßig nicht voran gehen kann ist es schwer zu führen. Die Einen sind jung und in Sachen WM, allgem. Turnieren unerfahren (Musiala, Wirtz, Pavlolvic), Sane immer eine Wundertüte, unsere IV nicht auf Weltniveau. Spiele gewinnst du vorne, Meisterschaften hinten. Aber wir spielen so gut wie nie zu Null. Wir versuchen den Gegner im Handballstil immer rund herum um den Strafraum zu bespielen, bis zum bitteren Ende
auszukombinieren, spielen taktisch eindimensional, durchschaubar.
Wir versuchen Tikitaka während der Weltfussball schneller, geradliniger, etwas weniger auf Ballbesitz und auch mehr auf schnelle Unkehrmomente ausgerichtet geworden ist.
Man sollte einfach taktisch flexibler werden, sich auch den fussballerischen Möglichkeiten unseres Kaders anpassen.

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"Sage niemals :" Es ist nur ein Spiel ! "

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Max_Mustermann am 01.07.2026 um 09:32 Uhr bearbeitet
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