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Taktiktisch

19.02.2006 - 19:37 Uhr
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Taktiktisch |#41
27.02.2021 - 22:59 Uhr
Zitat von Knoiff
Zitat von tw6253

Zitat von Knoiff

Zitat von jonlin

Nach der offensiven Harmlosigkeit der ganzen Saison muss ich mal taktisch analysieren: Mittelfeld und Sturm passen überhaupt nicht zusammen.

Bei zwei großen Bullen wie Klos und Cordova musst du flanken ohne Ende. Das machen wir gar nicht, weil Doan und Vogi invertierte Aussen sind, die nach innen ziehen.

Entweder ich spiele auf vorne Kopfballstärke, dann brauche ich schnelles Umschaltspiel über die Außen und Flankenstärke.
Also:

LM Laursen (de Medina als LV)
RM Gebauer
Vorne drin Klos und Corodova.

Oder ich spiele auf schnelles Umschaltspiel mit kleinen Dreiecken und tiki Taka nach vorne. Mit Doan, Vlap Okugawa haben wir technisch feine Jungs dazu bekommen. Aber dann braucht man auch Stürmer, die sich mal für einen Doppelpass anbieten oder mal in die Schnittstellen sprinten.

Also:

LA Okugawa
OM Vlap
RA Doan
MS Vogi

Aber dieses hinten raus kombinieren oder langer Hafer aus Klos, der dann ablegt, um dann doch wieder sich zum Torwart zurück zu kombinieren, führt zu nix.


Wie auch immer. Was die Jungs verstehen müssen ist, dass es bei Ballbesitz nur zwei Möglichkeiten gibt. Direkt nach vorne oder schräg nach vorne. Der Rückwärtsball ist nur erlaubt, wenn die Seite zu ist oder der Druck zu groß wird.
Ich hab manchmal das Gefühl, dass Ortega bei uns Quarterback spielen soll und deshalb jeder Mittelfeldspieler lieber hinten rum spielt, statt selber nach vorne Lösungen zu suchen.


Kleine aber feine Analyse, sehe ich sehr ähnlich. Das große Problem ist, dass wir uns nicht richtig entscheiden können, ob wir fein hinten raus oder den langen Hafer spielen wollen. Die Abwehr steht für das Kombinationsspiel, währen der Sturm und die Außenstürmer für den langen Hafer stehen, was dazu führt, dass wir viel zu hohe vertikale Abstände haben und somit beides nicht funktioniert. Für den langen Hafer muss die Abwehr rausrücken, das Spiel eng machen und auf die zweiten Bälle gehen. Für das Kombinationsspiel müssen unsere Angreifer entgegen kommen um für Anspiele bereit zu sein.

Auch deinem Punkt mit den Flanken stimme ich zu, wobei man bei nach innen ziehenden Flügelspielern durch das hinterlaufen der Außenverteidiger zu Flanken kommen kann, aber das zeigen wir diese Saison null.


Laursen zeigt das zaghafte Ansätze, Brunner macht das überhaupt nicht. Das Hinterlaufen würde vermutlich sogar Räume für Vogi und Doan öffnen .

Wie aber schon rausgestellt berauben wir Klos etc. Ihrer Stärke bei hohen Bällen, quasi so wie wenn man CR7 ein Bein abhackt. Ich hoffe UN kann da was machen.


Ich glaube das das fehlen des Hinterlaufens mehr oder weniger eine taktische Anweisung ist, um nicht zu offen gegen Konter da zu stehen. Eine andere Erklärung hätte ich dafür nicht.


Ist es zu 100%. Und auch wenn es hier nicht gerne gehört wird aber genau das ist der Unterschied zwischen 1. und 2. Liga. In der 2. Liga waren wir fußballerisch das bessere Team und haben das Spiel den anderen aufgedrückt. Wir konnten im Mittelfeld eigentlich machen was wir wollten, unsere AVs Überlaufen und Flanken schlagen.

Wenn wir das in der 1. Liga versuchen wird dadurch die ein oder andere gefährlichere Torchance zwar zustande kommen, aber Konterabsicherung ist dann vermutlich Gg 0. Die beiden Flügelspieler+AVs sind vorne, der Stürmer sowieso und die Mittelfeldspieler müssen am strafraumstand stehen um die 2. Bälle zu erobern. Wenn wir dann mal den Ball verlieren greift die Qualität der 1. Liga und wir werden brutal ausgekontert. Gerade gegen Dortmund wäre das der falsche Ansatz gewesen
Taktiktisch |#42
01.07.2021 - 09:11 Uhr
Wir werden sicherlich mehrere Formationen einstudieren, die je nach Taktik des Gegners in der Bundesliga im Spiel angepasst werden. Vermutlich haben wir unter anderem deswegen auch auf viele polyvalente Spieler gesetzt. Beispielsweise Krüger, der sowohl vorne in der Box, als auch auf beiden Flügelpositionen spielen kann.

Ich ging bisher davon aus, dass wir ein 4-3-3, 4-4-2 mit Raute und 4-4-2 flach einstudieren werden. Offensichtlich kommt jetzt noch eine Formation mit 3er Kette hinzu.

Spielt der Gegner durchs Zentrum bietet sich beispielsweise das 4-4-2 mit Raute an, um die Mitte zuzumachen. Versucht der Gegner das Spiel breit zu machen, wird sicherlich das 4-4-2 flach gespielt, um auf den Flügeln doppeln zu können.

Wenn ich nun einen Okugawa als Beispiel nehme, dann wird dieser im 4-3-3 und im 4-4-2 mit Raute möglicherweise auf der 10 zu finden sein, im 4-4-2 flach dafür hingegen wieder auf den Außen, wohingegen Krüger dann vermutlich von den Außen in die Doppelspitze rücken wird.

Was ich damit sagen will ist, dass wir in der Bundesliga immer noch in jedem Spiel mit Ausnahme von Bochum und Fürth der Underdog sind. Das führt dazu, dass wir taktisch auf das Spiel des Gegners reagieren müssen und uns anpassen müssen. Aus diesem Grund finde ich es richtig verschiedene Systeme einzustudieren, um einfach noch flexibler auf den Gegner reagieren zu können. Aufgrund der polyvalenten Spieler müssten wir dafür im Spiel noch nichtmal wechseln.
Taktiktisch |#43
04.07.2021 - 00:05 Uhr
Ich tobe mich hier nochmal aus und würde gerne in eine taktische Diskussion mit euch als Community gehen.

Unter Kramer sind wir wesentlich flexibler aufgestellt als noch unter Neuhaus. Für mich ein großes Plus um im Bundesliga-Alltag zu bestehen und auf die verschiedensten Situationen reagieren zu können. Wenn man bedenkt, dass Frank Kramer keine Vorbereitung gemeinsam mit der Mannschaft hatte und 3 bis 4 verschiedene Systeme (4-4-2; 4-3-1-2, 4-3-3 (4-2-3-1)) in 11 Spielen spielen lassen hat, ist das sehr beachtlich. Vor allem kommt dazu, dass er so mutig war, die Mannschaft nach guten Spielen neu aufzustellen und das System an den Gegner anzupassen. Dies lässt mich mit Ausblick auf die kommende Saison einiges erahnen. Wir werden einen sehr flexiblen, kleinen Kader haben, der sehr variabel auf die unterschiedlichen Gegner reagieren kann. Grundvoraussetzung dabei ist immer die defensive Stabilität beizubehalten. Ich bin sehr gespannt, welche offensiven Lösungsansätze Kramer mit der Mannschaft erarbeiten möchte. Hier hat es in der Vergangenheit häufig gehakt. Im folgenden möchte ich euch meine Ideen zu eventuellen Spielideen von Kramer vorstellen und noch mögliche Baustellen im Kader beleuchten. Vorab, das Interesse an Ullmann ist für mich verbrieft, weshalb ich einfach mal hoffe, dass er in den kommenden Tagen bzw. Wochen den Weg zu uns findet.

Fangen wir mit dem 4-4-2 mit Doppelsechs aus der heutigen Partie in Verl an.

--Brunner (De Medina)------Pieper (Ramos)--------Nilsson (Van der Hoorn)-- Ullmann (Laursen)--
----------------------------------------Prietl (Kunze)----------Vasi (?????)------------------------------------------
Okugawa(Lasme, Gebauer)-----------------------------------------------------------------------------Krüger (Okugawa)
------------------------------------Serra (Lasme)------------------Klos (Krüger)-----------------------------------

Im 4-4-2 sind wir im Sturm sehr stark aufgestellt und können verschiedene Sturmduos mit unterschiedlichen Schwerpunkten bilden. Man wird sehen, ein Duo aus Klos, Serra oder Lasme sollte jede IV körperlich vor Probleme stellen. Es wird immer wieder Spiele geben, in denen Mannschaften mit unserer Körperlichkeit gar nicht klarkommen. Das Hinspiel gegen Hertha BSC und in der Rückrunde gegen Bayer Leverkusen sind mir dabei vor allem im Kopf geblieben, die wir für uns erfolgreich gestalten konnten. Mit Lasme und Krüger haben wir zwei potenzielle Spieler die sowohl in den Mitte als auch auf den Außenbahnen spielen können. Ich bin sehr gespannt, wo Kramer ihre großen Stärken sehen wird. Ich persönlich glaube eher, dass Lasme und Krüger ihre großen Stärken auf den Außen in einem System mit einer Spitze ausspielen können. Das 4-4-2 ist wesentlich defensiver, was wiederum viel Arbeit nach hinten nach sich zieht. Außerdem bieten sich viele Flankenläufe an, um das Spiel breit zu machen und einen Vorteil aus der Mehrzahl an Stürmern im Strafraum zu ziehen. Ich hoffe sehr, dass das Krüger auf den Außen kann. Voglsammer war im 4-4-2 nur bedingt geeignet, weil er defensiv einfach nicht gut genug ausgebildet wurde. Okugawa wär hier links sicher fleißiger. Ich weiß jedoch noch nicht genau warum, aber für mich ist Okugawa die ideale Schnittstelle zwischen Mittelfeld und Angriff, weshalb ich ihn eher in der Mitte sehe. Für die Außen ist er mir zu langsam und hat nicht genug Durchsetzungskraft. Aus diesem Grund werden wir wohl noch min. mit einem weiteren Außenbahnspieler nachlegen, der vornehmlich auf der rechten Seite arbeiten kann und auch defensiv gute Leistungen bringt. Gebauer ist hier sicher auch eine Option, aber wir brauchen hier einfach noch mehr Qualität und einen Unterschiedsspieler. Wie sehr wünscht man sich einen Spielertypen ala Claus zurück.

Solch ein Spielertyp könnte uns mit einer 3er Kette offensiv wie defensiv zusätzlich eine komplett neue Facette geben. Stellt euch mal vor, in diesem 3-5-2 hätten wir noch Claus auf rechts? grins

------Ramos (De Medina)---------Pieper--------Nilsson(Van der Hoorn)-----
-------------------Prietl (Kunze) ----------Vasi(??????)----------------------
??? (Gebauer, Brunner)-----Okugawa (Consbruch)-----------?Ullmann? (Laursen)
-------------Serra (Lasme)------------------Klos(Krüger)------------------

Meiner Meinung sind wir für dieses System perfekt ausgerüstet... bis auf die RM(RAV) Position. Brunner ist für diese Position einfach zu langsam. Gebauer könnte hier vielleicht wirklich seine Chance nutzen. Man wird es sehen. Defensiv sollten wir hier die Räume auf jeden Fall ziemlich eng machen können und gut ins Umschaltspiel kommen. In der Mitte hätten wir auf jeden Fall auch genau die richtigen Spieler dafür. Vasi, Prietl und Okuagwa sind dafür prädestiniert. Zumindest in meiner persönlichen Vorstellung.

Aus diesem Grund fände ich es auch toll, wenn wir noch häufiger ein 4-3-1-2 sehen werden, in dem wir auf unsere Außenspieler verzichten und uns komplett auf die Flanken unserer Außenverteidiger verlassen können. Nicht nur deswegen wünsche ich mir einen RM, der auch notfalls hinten rechts seine Akzente setzen kann. Halt einen Spielertyp wie Trimmel bei Union oder Claus. Ich hoffe Arabi kann so einen Spieler auftreiben oder ist mit so jemanden schon in Verhandlungen. Patrick Wimmer (auch aus Wien) könnte wie gesagt so jemand sein und soll bereits mit Bundesligisten kokettieren. Ähnliche Gerüchte gab es auch bereits bei Lasme vor ein paar Wochen.

--??(Brunner, De Medina, Gebauer)------Pieper (Ramos)--------Nilsson (Van der Hoorn)-- Ullmann (Laursen)--
---------------------------------?????????-------Prietl (Kunze)----------Vasi ------------------------------------------
------------------------------------------------------Okugawa------------------------------------------------------------
------------------------------------Serra (Lasme)------------------Klos (Krüger)-----------------------------------

In diesem System wäre natürlich ein weiterer Spielertyp ala Arne Maier Gold wert. Die Personalie hat sich laut Arne Friedrich nun leider erledigt. Ich denke mal, Arabi wird uns mit einer weiteren Personalie hier überraschen. Adrian Fein wäre hier mein Wunsch, allerdings könnte uns ein Spieler wie Gonzalo Castro hier natürlich mehrere Schritte voran bringen. Die 2 Spitzen sind in diesen bisherigen vorgestellten System ein weiteres großes Plus.

Das von Neuhaus präferierte System im 4-3-3 bzw. 4-2-3-1 wird der Mannschaft weiterhin sehr gute Dienste leisten und ist spielerisch wahrscheinlich das interessanteste System. Einerseits, weil die Mannschaft dieses System am Meisten verinnerlicht hat, anderseits, weil es einfach offensiv die meisten Möglichkeiten bietet. Mit Außenstürmern wie Lasme und Krüger gibt es immer die Möglichkeit nach innen zu ziehen und gleichzeitig die Chance, dass die Außenverteidiger hinterlaufen oder halbflanken schlagen können. Zusätzlich ist der Rückraum im Strafraum abgedeckt und die defensive Stabilität kontinuierlich gegeben. Meiner Meinung ist der Kader bisher für dieses System optimal aufgestellt.

--Brunner (De Medina)------Pieper (Ramos)--------Nilsson (Van der Hoorn)-- ?Ullmann? (Laursen)--
----------------------------------------Prietl (Kunze)----------Vasi (?????)------------------------------------------
---------------------------------------------------------Okugawa)------------------------------------------------------
-----------------------------Lasme---------------Klos (Serra)------------------Krüger-------------------------------

Die große Stärke von Okugawa kommt hier bestens zur Geltung. Zudem kann man leicht auf eine defensivere Variante mit Kunze oder dem Neuzugang im Mittelfeld umstellen. Auf den Außen zeigt sich auch hier, dass noch min. ein weiterer Spieler kommen muss. Gebauer ist für mich hier kaum ein Faktor.


Ich habe in meinen Ausführungen bewusst Hartel nicht mit einbezogen. Der BILD Artikel hat mich nur noch mehr darin bestätigt, dass ein Abgang nur noch Formsache ist. Arabi möchte das Gehalt eines Topverdieners einsparen und Hartel gleichzeitig nicht unter Wert verkaufen. Hier werden einige Parteien auf Zeit spielen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Spieler einen Markt hat und wir ihm keine Steine in den Weg legen werden. Zudem könnte ich mir vorstellen, dass uns Müller und Niemann per Leihe noch verlassen. Auch einen Abgang von Van der Hoorn würde ich wegen seines hohen Gehalts nicht komplett ausschließen. Arabi hat die Zu- und Abgangsseite schon sehr stark betont.
Mit einem RM, ZM und Ullmann bzw. LV ist wohl auf jeden Fall noch zu rechnen. Ich bin gespannt, ob Arabi noch einen weiteren Königstransfer aus dem Hut zaubert. Nach Doan im letzten Jahr erwartet man ja irgendwie doch noch etwas besonderes da vorne, auch wenn ich bisher von den Neuzugängen schwer begeistert bin.
Ziel ist es, mit 23 Spielern + 3 TW´s in die Saison zu gehen. Im Moment haben wir 22 Spieler im Kader, wobei man mit noch min. 3 Abgängen rechnen kann. Ich bin wirklich sehr gespannt und rechne noch mit 4-5 weiteren Zugängen, auch wenn das im Moment sehr viel klingt. Andererseits sollten wir die vielen Abgänge und Gehaltseinsparungen nicht unterschätzen. Die Zugänge sind noch recht jung und sollten finanziell auf jeden Fall nicht teuerer als die Spieler aus der vergangenen Saison sein.

Würde mich über taktische Einschätzungen und einen Austausch über die voraussichtlichen Systeme in der kommenden Saison freuen. Auch wenn das natürlich immer alles sehr hypothetisch ist und ich verstehe, wenn man sich bei diesem Rätselraten nicht beteiligen möchte. Arminia ist nunmal kein Managerspiel, trotzdem kann man sich ja manchmal als solcher auch ausprobieren.
Taktiktisch |#44
04.07.2021 - 10:44 Uhr
Was mir beim Arminia Podcast mit Frank Kramer aufgefallen ist, ist, dass er in Bezug auf die EM angeführt hat, dass ein Großteil der Teams mit 3er-Kette spielt und daher eine Tendenz in Sachen Spielsystem für ihn erkennbar sei. Das heißt natürlich nicht, dass wir automatisch deshalb auf 3er Kette umstellen werden, das Thema dürfte für Frank Kramer aber zumindest präsent sein.
Aktuell ist eine 3er Kette mit unserem aktuellem Spielermaterial für mich ausgeschlossen. Hintergrund ist, dass wir auf beiden Außen keine klassischen "Schienenspieler" haben.
Das könnte sich auf der linken Seite durch einen Transfer von Ullmann natürlich ändern, der anhand der Beschreibungen eigentlich genau diese Eigenschaften mitbringt.
Auf der rechten Seite sehe ich Brunner in einer 3er Kette auch eher als äußeren Innnenverteidiger. Bemerkenswert beim Testspiel gestern fand ich, dass Gebauer als RV aufgelaufen ist. Aufgrund seiner Schnelligkeit könnte er auch grundsätzlich die Voraussetzungen mitbringen. Qualitativ hat er mich bisher allerdings nicht überzeugt, so dass ich nicht mit ihm als Stammspieler in einer 3er/5er Kette planen würde.

Im 3-5-2 fände ich allerdings die Rolle von Krüger sehr interessant, die ich mir ähnlich zu Havertz in der Nationalmannschaft vorstellen könnte. Er selbst sagte in seiner Vorstellung ja auch, dass er gerne um einen anderen Stürmer "herum' spielt.

Grundsätzlich finde ich die 3er Kette interessant, allerdings brauchen wir dafür noch 2 "Schienenspieler".

Mit unserem bisherigen Kader sehe ich eigentlich das 4-3-3 am liebsten. Die Viererkette stellt sich mit Ausnahme des LV von selbst auf. Prieti als tiefer 6er und Abräumer vor der Abwehr und dann mit Okugawa und Vasi zwei Spielertypen, die sowohl in der Defensive, als auch in der Offensive, ihre Qualitäten haben und insbesondere im Pressing ihre Stärken haben.
In der Box vorne drin ein echter 9er (Serra, Klos) und auf den Außen zwei spielstarke Spieler, die ihre Stärken im Dribbling und Abschluss, sowie in der Vorbereitung haben (Krüger, hfftl. Lasme).
Bei dieser Formation müsste auf jeden Fall das Problem der Flanken und des Hinterlaufens gelöst werden. Stichwort Restverteidigung bei offensiven Außenverteidigern. Daran könnte man ja aber in der Vorbereitung arbeiten, beispielsweise zusätzliche Absicherung durch einen der 8er.

Auf die anderen denkbaren Formationen (4-4-2 flach, 4-4-2 mit Raute) würde ich an dieser Stelle nicht eingehen wollen.
Taktiktisch |#45
04.07.2021 - 23:44 Uhr
Zitat von KoyoDSC

Würde mich über taktische Einschätzungen und einen Austausch über die voraussichtlichen Systeme in der kommenden Saison freuen. Auch wenn das natürlich immer alles sehr hypothetisch ist und ich verstehe, wenn man sich bei diesem Rätselraten nicht beteiligen möchte. Arminia ist nunmal kein Managerspiel, trotzdem kann man sich ja manchmal als solcher auch ausprobieren.

Zunächst einmal danke für die interessanten Gedanken und dem Denkanstoß zu unserer taktischen Ausrichtung zur kommenden Saison. Hatte selbst vor, den Thread hochzuholen, gerade jetzt Richtung Bundesligastart.

Zitat von KoyoDSC
Unter Kramer sind wir wesentlich flexibler aufgestellt als noch unter Neuhaus. Für mich ein großes Plus um im Bundesliga-Alltag zu bestehen und auf die verschiedensten Situationen reagieren zu können. Wenn man bedenkt, dass Frank Kramer keine Vorbereitung gemeinsam mit der Mannschaft hatte und 3 bis 4 verschiedene Systeme (4-4-2; 4-3-1-2, 4-3-3 (4-2-3-1)) in 11 Spielen spielen lassen hat, ist das sehr beachtlich. Vor allem kommt dazu, dass er so mutig war, die Mannschaft nach guten Spielen neu aufzustellen und das System an den Gegner anzupassen. Dies lässt mich mit Ausblick auf die kommende Saison einiges erahnen. Wir werden einen sehr flexiblen, kleinen Kader haben, der sehr variabel auf die unterschiedlichen Gegner reagieren kann. Grundvoraussetzung dabei ist immer die defensive Stabilität beizubehalten. Ich bin sehr gespannt, welche offensiven Lösungsansätze Kramer mit der Mannschaft erarbeiten möchte.

Im Vergleich zu Neuhaus haben wir bei Kramer, wie ich finde, insgesamt einen strategisch aktiveren Ansatz beobachten können. Die Abwehrreihe orientierte sich regelmäßig einige Meter nach vorne. Die Grundformationen, die von dir angesprochen werden und die Kramer über die Saison präferierte, dienten primär dazu, zunächst einmal kompakter zu stehen und zugleich vermutlich für kürzere Wege zu sorgen - einerseits für die Vorbereitung gegen Ball und Gegner (Pressing) als für die Balleroberung bei zweiten Bällen nach eigenen Vorwärtspässen. Bei weiten und hohen Zuspielen, insbesondere durch Ortega, so meine Beobachtung, stand diese kompakte Enge nur bedingt im Mittelpunkt. Zielspieler hierbei war natürlich Klos, der linke Offensivakteur (Voglsammer) bewegte sich im Vergleich zu Doan vertikaler. Gelegentlich fand man bspw. Voglsammer im Mittelfeld, häufig besetzte er aber auch zentrale Bereiche nahe des Sturmzentrums. Nur so konnte man immer mal wieder Verteidigier aus der Kette binden und deren Rückwärtsbewegungen erschweren. Gerade dies ist für mich ein Hinweis, weshalb gerade Offensivakteure mit einem Profil eines Lasme oder Krüger verpflichtet wurden. Voglsammer konnte das schnelle und vertikale Einrücken in die Box nicht immer zielführend ausführen (vielleicht bis auf die Partie gegen Hoffenheim, wo dies am besten funktionierte). Von den Neuverpflichtungen erhofft man sich dahingehend wohl bessere Ergebnisse.

Die unter Kramer vorgeschobene Pressinghöhe - in ein vorderes Mittelfeldpressing - trug zunächst in Leverkusen (2:1) als auch gerade gegen Freiburg (1:0) zusätzliche Früchte. Gerade Freiburg kam durch die defensive Stabilität kaum nenennswert in die Partie. Entscheidend hierbei war, dass man genug Spieler in unmittelbare Ballnähe bekam und so die Aussichten auf hochwertige Balleroberungen und Offensivläufe verbesserte. Die hohe Pressinglinie und das frühe Anlaufen wurden uns jedoch in Gladbach (0:5) bspw zum Verhängnis. Dort agierte Kramer aus einer flachen Raute heraus (442 Doppel 6), wie schon beim erfolgreichen Auftritt in Leverkusen, allerdings mit dem Unterschied, dass das hohe Anlaufen der AV (Lucoqui, De Medina) in Gladbach weder zielführend noch bundesligatauglich war. Die fehlende Qualität der AV in der vorigen Saison (Brunner nehme ich aus der Verlosung raus, in Gladbach fiel er bspw aus) nimmt uns meiner Meinung nach teilweise die taktische Variabilität, die von dir angesprochen werden. Laursen muss zwingend von einem qualitativ besseren AV ersetzt werden, um die taktische Schablone zu erweitern.

Zitat von KoyoDSC
Im 4-4-2 sind wir im Sturm sehr stark aufgestellt und können verschiedene Sturmduos mit unterschiedlichen Schwerpunkten bilden. Man wird sehen, ein Duo aus Klos, Serra oder Lasme sollte jede IV körperlich vor Probleme stellen. Es wird immer wieder Spiele geben, in denen Mannschaften mit unserer Körperlichkeit gar nicht klarkommen. Das Hinspiel gegen Hertha BSC und in der Rückrunde gegen Bayer Leverkusen sind mir dabei vor allem im Kopf geblieben, die wir für uns erfolgreich gestalten konnten. Mit Lasme und Krüger haben wir zwei potenzielle Spieler die sowohl in den Mitte als auch auf den Außenbahnen spielen können. Ich bin sehr gespannt, wo Kramer ihre großen Stärken sehen wird. Ich persönlich glaube eher, dass Lasme und Krüger ihre großen Stärken auf den Außen in einem System mit einer Spitze ausspielen können. Das 4-4-2 ist wesentlich defensiver, was wiederum viel Arbeit nach hinten nach sich zieht. Außerdem bieten sich viele Flankenläufe an, um das Spiel breit zu machen und einen Vorteil aus der Mehrzahl an Stürmern im Strafraum zu ziehen.

Das von dir angesprochene 442 erinnert mich zu sehr an die Neuhaus-Formation. Problem hierbei ist eindeutig, dass sich in dem 442 oft eine eher breite, lineare Anlage mit wenig Verbindung zwischen den einzelnen Spielern zeigt (auch eben wieder in Verl, wobei man diese Partie natürlich nicht überbewerten sollte). Zudem konnte unser Personal der vorigen Saison durch ihr Bewegungsmuster im Spiel dieses selten durchbrechen. So entwickelten wir insgesamt allzu wenig Durchschlagskraft. Da bringt es auch nichts, wenn man, wie unter Neuhaus, ein relativ gutes Niveau an Ballzirkulation im Aufbauspiel von hinten heraus besitzt. Die flache Eröffnung, auch über die Einbindung von Tego, haben nur selten zu Ergebnissen geführt. Man ist letztendlich in diesem System davon abhängig, um und im Strafraum in den entscheidenden Situationen Kapital zu schlagen; dies ist uns letzte Saison kaum gelungen bzw. viel weniger als erhofft.

Nächstes wesentliches Problem in einem 442, oder generell einer Doppelspitze, ist die Besetzung eben dieses Sturmduos. Das klassische Standard-Duo besteht meist aus einem großen Torjäger und einem unterstützenden, spielenden Stürmer. Oder aber mittlerweile aus einer Kombination aus groß und schnell. Eine Doppelspitze mit Serra-Klos wird wenig zielführend sein, da beide ähnliche Stürmertypen sind (Spiel mit dem Rücken zur Tor, hohe Luftpräsenz, offensive Zweikampfführung mit Defiziten im Passspiel). Zur Erinnerung: in Leverkusen wurde Doan nominell als zweiter Stürmer geführt. Den großen Zielspieler Klos konnte man dort weitestgehend entschärfen, der etwas schnellere Doan (später Okugawa) konnte jedoch gleichzeitig den Freiraum in ein Tor umwandeln. Bleibt abzuwarten, inwieweit Lasme oder Krüger eben diese Rolle einnehmen können. Für mich sind die beiden eher typische Winger. Die Herausforderung aus einer 442/4222 Grundformation für Kramer wird es sein, die einrückenden Flügelspieler anzuspielen und einzubinden sowie in der Ballzirkulation nach vorne so viel Dynamik reinzubekommen, um gegen defensiv stabile Gegner den Deckungsschatten zu knacken. Vergangenes Jahr konnte man erkennen, dass die folgenden Anschlussaktionen ausblieben, wenn der Ball mal zu Okugawa, Voglsammer bzw. Doan kam. Oftmals liefen die übrigen Offensivakteure viel zu oft vom jeweils Ballführenden weg. Zum Ende der Saison verbesserte sich dies in meinen Augen.

Ähnliche Überlegungen bzw. Bedenken gelten auch zu dem von dir angesprochenem 352. Dort fehlen uns ohnehin die klassischen Schienenspieler. Wobei man sagen muss, dass die Dreierkette weiter an Popularität und Bedeutung gewinnt. Dennoch sehe ich kein Spielermaterial für dieses System.

Zitat von KoyoDSC

Das von Neuhaus präferierte System im 4-3-3 bzw. 4-2-3-1 wird der Mannschaft weiterhin sehr gute Dienste leisten und ist spielerisch wahrscheinlich das interessanteste System. Einerseits, weil die Mannschaft dieses System am Meisten verinnerlicht hat, anderseits, weil es einfach offensiv die meisten Möglichkeiten bietet. Mit Außenstürmern wie Lasme und Krüger gibt es immer die Möglichkeit nach innen zu ziehen und gleichzeitig die Chance, dass die Außenverteidiger hinterlaufen oder halbflanken schlagen können. Zusätzlich ist der Rückraum im Strafraum abgedeckt und die defensive Stabilität kontinuierlich gegeben. Meiner Meinung ist der Kader bisher für dieses System optimal aufgestellt.

(...)

Die große Stärke von Okugawa kommt hier bestens zur Geltung. Zudem kann man leicht auf eine defensivere Variante mit Kunze oder dem Neuzugang im Mittelfeld umstellen. Auf den Außen zeigt sich auch hier, dass noch min. ein weiterer Spieler kommen muss. Gebauer ist für mich hier kaum ein Faktor.

Darauf wird es hinauslaufen. Wie schon oben angedeutet und erwähnt, kommt es maßgeblich darauf an, die Winger besser ins Offensivspiel einzubinden. Auch waren sowohl Voglsammer als auch Doan meiner Meinung nach nicht die benötigten und typischen Flügelspieler, die gerade für unseren Spielstil vonnöten wären (nicht effektiv genug, Probleme beim schnellen Umschaltspiel; Doan hat dies zumindest durch sein starkes 1gg1 ausgeglichen). Ob Lasme oder Krüger da bessere Alternativen darstellen, wird man sehen. Allerdings scheinen auch die Handlungsträger erkannt zu haben, dass man auf den Außen wohl andere Spielercharaktere braucht. Gebauer letztes Jahr ging vom Profil her in die richtige Richtung, allerdings fehlt ihm anscheinend die letzte Qualität für die Bundesliga. Größter Vorteil in dem besagten 4231/433 bleibt die defensive Stabilität (7 Zu Null-Spiele letzte Saison in dieser Grundformation). Sodass man meines Erachtens letztendlich auf diesem Fundament arbeiten muss, um erneut ein erfolgreiches Jahr zu bestreiten.
Taktiktisch |#46
21.07.2021 - 23:21 Uhr
Zitat von Ugolini
Zitat von Floxcs

Im Vergleich zu manch anderen Bundesligisten haben wir wenig Freundschaftsspiele bisher bestritten, Weswegen ich glaube dass wir nochmal die 3er Kette sehen werden. Denn die in nur einem Spiel zu üben, halte ich für zu wenig im Hinblick auf den saisonstart


Ich glaube eh, dass wir einen richtig schlechten Saisonstart hinlegen werden.

A) viele neue Spieler, weil viele Abgänge.
Die Eingespieltheit, unser Prunkstück, kann zu Beginn nicht so vorhanden sein.

B) der entstandene Teamgeist der letzten Jahre geht dadurch auch zum Teil verloren. Denn die Spieler zuvor hatten eine gemeinsame Geschichte und hatte einiges zusammen erlebt. Da baut man nicht mal eben ein neues Team mit dem gleichen Teamgeist auf. Da muss ein neues Vertrauensverhältnis innerhalb des Teams erst wachsen...

C) die Vorbereitung mit Wasser in D und in AUT war alles andere als perfekt.

D) Es sind immer noch nicht alle Spieler da.


Ich verstehe deine Argumente in Bezug auf den Saisonstart nicht ganz. Ja, wir haben Veränderungen im Kader, aber unsere Eingespieltheit muss dabei doch nicht komplett verloren gegangen sein. Schauen wir uns die Mannschaft von unserem letzten Bundesligaspiel an. Keine Ahnung wie weit DE in Tokio kommen wird, aber da kann immer noch die gleiche 4er Abwehrreihe wie im letzten Saisonspiel auflaufen. Van der Hoorn hat auch schon gezeigt, dass auf ihn Verlass ist. Im Mittelfeld haben wir bis auf Maier niemand wichtigen verloren und uns in der breite stark verbessert. Man könnte auch argumentieren, dass der Konkurrenzkampf wesentlich höher ist und alle Spieler nochmal pusht. Maier war nicht schlecht, aber Kunze hat auch seine Qualitäten. Schöpf und Vasiliadis sind ein deutliches Upgrade und ein weiterer Neuzugang auf der Position soll folgen. Auf den Außenpositionen haben wir deutlich an individueller Qualität verloren, aber Doan und Voglsammer hatten auch ihre Schwächen und waren sehr leicht ausrechenbar. Gerade Voglsammer hatte zusätzlich massive Probleme nach hinten. Ich spekuliere natürlich schon, dass wir individuell noch nachlegen, aber Lasme, Krüger und Schöpf können doch auch für eine Überraschung sorgen. Der Teamgeist ist für mich weiterhin gegeben. Die Achse um Führungsspieler wie Ortega, Prietl, Klos bleibt weiterhin bestehen. Zusätzlich unsere Skandinavien Fraktion und die erweiterte Ösi-Abteilung. Voglsammer war an Willenskraft nicht zu schlagen und Doan für die gute Stimmung da, aber Spieler wie Krüger, Serra, Vasiliadis und Lasme bringen auch eine junge Dynamik rein, mit der sich jeder Fan identifizieren kann. Letztes Jahr sind um diese Zeit auch noch längst nicht alle Spieler zur Mannschaft gestoßen. Warten wir mal ab, gerade Spieler wie Ullmann oder Leihspieler wie Doan mit unglaublich hoher individueller Qualität brauchen meist nicht lange um im System anzukommen.
Taktiktisch |#47
02.08.2021 - 11:05 Uhr
Wie in meinem vorherigen Post angesprochen, würde ich in einem 433 spielen und wie folgt aufstellen mit unserem derzeitigen spielermaterial und Eindrücken der Vorbereitung:

Auf LV brauchen wir definitiv noch Verstärkung, wer auch immer dort kommt wird den Platz für Laursen einnehmen.

Von den Offensivspielern konnte bisher wenn überhaupt nur Klos ein wenig überzeugen, deswegen fiel es mir schwer die Flügel zu besetzen. Lasme hat gute Ansätze gezeigt, weswegen er dort spielt.

Eigentlich wollte ich das 3er-MF mit Prietl, Schöpf und Okugawa besetzen, da ich glaube dass es sehr gut zusammen funktionieren würde und auch die indiv. Qualität sehr gut ist. Allerdings hätte ich dann keinen für den LF gehabt, weswegen ich es erstmal so aufgestellt habe.

Alle anderen Spieler konnten mich leider nicht überzeugen und ich hoffe dass wir durch Transfers und leihen noch mehr an Qualität gewinnen können, gerade auf der LV Position und den Flügeln
Taktiktisch |#48
02.08.2021 - 11:57 Uhr
Bei vielen taktischen Überlegungen hier fällt auf, dass sich viele vor allem schnelle, wuselige Außenspieler wünschen, die bis zur Grundlinie durchmarschieren und dann zielgenaue Flanken in den Strafraum schlagen.

Soweit verständlich, seit vielen Jahren wird ja mal mehr und mal weniger erfolgreich bei vielen Vereinen so gespielt.

Was mir hier zu kurz kommt: unsere Spieler müssen sich hier mit den besten Spielern in Deutschland auf ihren Positionen messen. Und die Frage ist, ob es überhaupt realistisch für Arminia Bielefeld ist, Spieler verpflichten zu können, die eben diese besten Außenverteidiger in ganz Deutschland auf ihrem ureigensten Terrain in klassischer Art und Weise bezwingen können.

Seit Jahren fällt mir auf, dass der DSC da auch mal einen anderen Weg geht, der sich schon in der 2. Liga angedeutet hat.

Schaut man sich mal die Spieler an, die für die offensiven Außenpositionen verpflichtet bzw, dort eingesetzt wurden, waren das oft körperlich robuste Spieler, und es wäre wohl ziemlich naiv zu glaube, dass kein Konzept dahintersteckte.

Natürlich hat ein Außenspieler mit der Statur eines Mittelstürmers/Innenverteidigers oft Geschwindigkeitsnachteile und wird im Dribbling sicher nicht beispielsweise gegen Raphaël Guerreiro oder Wendell bestehen können. Aber wenigstens in Sachen Körperlichkeit/Zweikampf/Kopfball/Ballbehauptung darf man hier auf einen Vorteil oder (es sind ja nicht alle Außenverteidger der Liga unter 1,75 m) auf Ausgeglichenheit hoffen.

Das ist so ein bisschen Guerilla-Taktik. In einem direkten Vergleich sind wir nahezu auf jeder Position so ziemlich jedem Gegner in der Liga unterlegen. Und auch die Spieler, die wir mit unseren Mitteln dazubekommen können, werden daran vermutlich nichts signifikant ändern.

Also müssen wir kreative Wege gehen, und wenigstens an manchen Stellen für punktuelle Überlegenheit sorgen, gleichzeitig aber unsere Schwächen kompensieren. Wenn wir versuchen, so zu spielen wie die Großen, werden wir vermutlich scheitern. Anders vielleicht auch, aber dann haben wir es wenigstens versucht. Und so ganz schlecht sind wir in der jüngeren Vergangenheit mit der Kaderzusammenstellung und den Aufstellungen ja jetzt auch nicht gefahren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SvG0815 am 02.08.2021 um 11:59 Uhr bearbeitet
Taktiktisch |#49
02.08.2021 - 13:40 Uhr
Ich bin da ganz stark bei Sven. Aus mehreren Gründen.
Zum Einen erzeugt man mit dem Spiel über Außen deutlich weniger Gefahr als durch den Strafraum. Flanken sind tatsächlich in ihrer Gefährlichkeit maßlos überschätzt.
Zum Anderen beraubt man sich bei dem Spiel über Außen stark der möglichen Optionen, weil die Seitenlinie als zusätzlicher Verteidiger fungiert (im Extremfalls dann die Torauslinie als weiterer Verteidiger).
Da braucht es schon starke Einzelspieler, die aus Situation auf dem Flügel was machen können, siehe Kostic letztes Jahr gegen uns und selbst der war am Sechszehnerrand und nicht auf dem Flügel, siehe auch Svens Beitrag.
Die großen Spieler im Sturm sind mMn für die hohen Bälle geholt worden, nicht für Flanke. Und Hohe Bälle sind selbstverständlich ein Spielsystem ist, das natürlich nicht so schön anzuschauen ist und für das man keinen Beifall bekommt, dass aber einige Vorteile bietet.
Wie bereits beschrieben, ist das System sehr auf den Zufall abgestimmt, also wie springt der Ball, kann vielleicht ein Mittelfeldspieler den Ball bekommen, je nachdem wie der abspringt etc. Dabei macht der Zufall eine technische Überlegenheit, die die meisten Mannschaften uns gegenüber haben werden, teilweise zur Nichte. Im Prinzip das, was Jürgen Klopp immer mit seinem Kommentar, wir wollen den Gegner auf unser NIveau runterziehen, gesagt hat.
Weiterer Vorteil bei langen Bällen, die überbrücken des Mittelfelds ohne die Gefahr, dass die Bälle abgefangen werden und man ungeordnet steht. Worst Case ist ja eigentlich immer, dass ein Spieler ohne Behinderung auf eine Abwehrkette zulaufen kann, wird bei hohen Bällen zuminest nicht systembedingt zum Problem.
Und noch kurz zur Systematik, ich denke, wir werden diese Saison stark gegner-abhängig unterschiedliche Systeme sehen. Bei Gegner, die über die Flügel Druck erzeugen mit 3er/5er-Kette. Als Beispiel sei hier das gute Spiel der Ungarn gegen die Deutschen bei der EM genannt. Bei Gegnern die eher zentral kombinieren mit 4er-Kette. Die Offensivspieler werden dann auch nach Gegner angeordnet, Gegner mit 3er/5er-Kette sind eher anfällig für einen gute besetzten Zehnerraum mit Unterstützung, also wird es tendenziell die Raute geben. Bei Gegnern mit 4er-Kette eher ein 4-3-3 oder flaches 4-4-2 im die Kette auseinander zu ziehen.
Personell sind wir für alle Varianten so lala aufgestellt. Bei der 3er/5er-Kette passt Laursen eigentlich perfekt, offensiv deutlich stärker, defensiv eher schwächer, dafür müsste dann rechts vermutlich Schöpf spielen oder Gebauer macht noch einen Schritt.
Wichtig ist halt nur, dass man bei den hohen Bällen möglichst viele Spieler im Bereich der Viererkette bekommen, deswegen gehe ich mal davon aus, dass wir selten mit nur einem Stürmer spielen werden, was dann das 4-1-4-1 oder 4-2-3-1 eher ausschließt.
Taktiktisch |#50
02.08.2021 - 20:22 Uhr
Zum Thema Außernbahnen:

Ich glaube ein großes Problem bei der Geschichte sind unsere Außenverteidiger.
Ich bleibe einfach mal bei dem Beispiel Jo Clauss.
In Liga 2 wurde er etliche male von Brunner hinterlaufen, wodurch wir entweder in Überzahl gegenüber dem Außenverteidiger waren oder zumindest in Gleichzahl gegen LV und LM oder LV und IV.
Da kann man dann auch mal einen einfachen Doppelpass spielen und hat plötzlich ein paar Meter Platz.
Abgesehen davon, dass Doan wahrscheinlich auch mit mehr Platz nicht häufig geflankt hätte, war er zu 90% komplett alleine auf der Seite, und wenn einer mal raus kam war es Klos, wodurch eine Flanke auch überflüssig wurde.
Und auch wenn Clauss auf außen ein anderer Spielertyp ist, bleibt die Frage wie oft er wirklich eine Flanke in den 16er bekommt oder ob nicht einfach der LM und)oder der LV da noch ein Bein zwischen bekommen. Ich hätte auch gerne noch so einen Spielertypen um vielleicht auch Konter besser ausspielen zu können, so ein Spielertyp wird aber nicht unser komplettes offensiv Kollektiv besser machen sondern lediglich wie es Doan gemacht hat die ein oder andere Situation durch individuelle Klasse auflösen.
Das sich dadurch großartig etwas an der Herangehensweise ändert kann ich mir kaum vorstellen.
Ich hoffe einfach, dass Arabi noch ein paar Euro im Budget für eine Leihe offen gelassen hat und da nach so jemanden Ausschau gehalten wird.

Ich weiss auch nicht ob Lasme hier nicht ein bisschen vorschnell in eine Kategorie eingeordnet wird.
Wir haben alle noch nicht wirklich viel von ihm gesehen, da zu sagen, er kann nur das eine und das andere garnicht ist vielleicht etwas früh.
Nur weil er 1,90 groß ist, heißt es ja nicht, dass er nicht Flanken kann, vielleicht kann er sich ja auch durch einen geschickten Ellbogeneinsatz den Meter erarbeiten, damit der LV seinen Fuß nicht mehr rein bekommt, wozu ein kleinerer Spieler garnicht in der Lage wäre.

Prinzipiell glaube ich aber einfach, dass wir dieses Spiel welches JO Clauss, bzw. so einem Spielertypen, so liegt nicht so gut durchsetzen können weil einfach keine Überzahl durch die Außenverteidiger generiert werden kann.
Und vielleicht ist da auch einfach der Ansatz der offiziellen, die werden hunderte Spiele gesehen haben und analysiert haben was für ein Fußball mit unserem Etat möglich ist um mit qualitativ besseren Mannschaften mit zu halten und vielleicht sind sie da eben zu dem Entschluss gekommen, dass wir so ein klassisches Flügelspiel nicht (erfolgreich) spielen können.

Zum Thema System:
Wir müssen variabler werden um auch nochmal im Spiel reagieren zu können, da ist die 3er Kette erstmal eine logische Option, dass diese nicht sofort funktioniert und eben auch erstmal einstudiert werden muss dürfte jedem klar sein. Das dann die Testspiele dazu genutzt werden ist auch nur logisch.
Das 4-4-2 haben wir ganz gut drauf, da reicht es dann vielleicht auch mal wenn man da im Training den Fokus drauf legt.

Wir haben ja in der letzten Saison auch schon immer wieder Elemente der 3er Kette gesehen, Prietl der sich in die Kette hat fallen lassen, wodurch Nilsson und Pieper etwas weiter auseinander standen oder Maier der sich neben Nilsson hat fallen lassen wodurch Luco ein bisschen weiter Hochschieben konnte.

Das Argumente, dass wir solche Spielertypen nicht haben und das deswegen auf gar keinen Fall spielen können fällt für mich da also ein wenig raus.
Laursen kommt das vielleicht sogar entgegen, ein neuer LV kann das vielleicht auch und sollte Wimmer kommen, hätten wir für rechts auch mindestens 2 Spieler mit ihm und Schöpf die das drauf haben.
Und so wie sich Okugawa bislang gezeigt hat würde es mich nicht wundern wenn er plötzlich auch das drauf hat.

Außerdem muss man vllt. auch mal einen Spieler zu seinem Glück zwingen, nur weil Sie es noch nicht gespielt haben heißt es ja nicht, dass man das garnicht kann.

Silas und Massimo haben z.B. in Stuttgart viel auf der Position des Schienenspielers gespielt und waren eigentlich Stürmer.

Davies war vorher offensiver Außenbahspieler, ist jetzt einer der wertvollsten Außenverteidiger der Welt.

Clauss war mäßiger Außenverteidiger, wurde dann überragender Zweitliga Außenstürmer und ist jetzt ein überdurchschnittlicher Schienenspieler in der Ligue 1.

Schweini hat auf außen angefangen und war am Ende einer der besten 6er der Welt.

Die Liste könnte man wahrscheinlich endlos weiter führen.

Um den Bogen zu unserem Kader zu schlagen, könnte ich mir vorstellen, dass Lasme da einschlagen könnte.
Wie gesagt wir haben alle noch nicht übermäßig viel von ihm gesehen, aber er ist Physisch auf den ersten Blick extrem stark, vllt. marschiert er ja 90 Minuten das Feld hoch und runter und kocht mit seinen 1,94 die gegnerischen außen ab. Gegen Hannover hatte er auch die ein oder andere gute Bewegung dabei, sodass ich ihm auch zutraue mal ein 1 gegen 1 aufzulösen.

Ich hab jetzt auch schon mehrfach (nicht nur hier gelesen) das in Frage gestellt wird ob die Mannschaft die 5er Kette überhaupt mit trägt, da Frage ich mich dann wieder ob diejenigen mit in der Kabine sitzen, oder morgens zusammen mit Fabian Klos beim Bäcker stehen.
Da mich auch interessiert hat in wie weit die Mannschaft Einfluss auf die Taktik hat, habe ich das Manu Prietl beim vergangenen Kabinengespräch mal gefragt.
Da sagte er, dass da offen drüber gesprochen wird.
Wenn die Mannschaft das Gefühl hat, da läuft gar nichts zusammen wird das auch angesprochen, klar stellen die Jungs sich nicht hin und sagen wir spielen aber 4-3-3 wenn der Trainer sagt wir spielen 3-4-3, aber die Meinungen innerhalb der Mannschaft werden da mit Sicherheit mit einbezogen. Und wenn da einer einen taktischen Impuls an das Trainergespann ran trägt, wird demjenigen mit Sicherheit auch zugehört.
Jetzt war Kramer natürlich noch nicht wirklich da als das Kabinengespräch stattfand, aber warum sollte das plötzlich unter ihm anders laufen als unter anderen Coaches? Bislang gab es dafür keine wirklichen Anzeichen. Und wenn der Mannschaft da ein Weg aufgezeigt wird, denn Sie nicht mittragen würde, hätte Prietl dann seinen Vertrag verlängert? Hätten Pieper und Ortega dann nicht einen Wechsel forciert?


Mir geht das meckern schon wieder etwas zu früh los.
Stellen wir uns variabler auf, was das System angeht verlieren wir den Fokus auf das Wesentliche und haben garnicht die Spieler für andere Systeme.
Versuchen wir die Raute zu perfektionieren und studieren nichts anderes ein, war von Beginn an klar, dass ein System nicht reicht.

Egal was Kramer und Arabi machen, im Endeffekt wird es immer jemanden geben der von Anfang an mehr Ahnung hatte, so ist das im Fußball nun mal.
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