Schattenkader steht: So plant der HSV für die Bundesliga – Bitte an Kühne „wäre erbärmlich“
Bevor für Merlin Polzin und den Hamburger SV das Abenteuer Bundesliga beginnt, hat der Trainer noch ein sportliches Ziel. Wenn der Partyrausch abgeklungen ist, möchte er beim Saisonfinale bei der SpVgg Greuther Fürth am Sonntag (15:30 Uhr) die Zweitliga-Meisterschaft holen. „Keiner trainiert, um Zweiter zu werden“, sagte der 34-Jährige. Danach geht die Arbeit aber erst so richtig los. Die Rothosen gehen in die Detailplanung für die neue Saison.
HSV-Legende und Nachwuchschef Horst Hrubesch hat dafür schon einen klaren Wunsch formuliert. „Wir müssen sehen, dass wir dann eine Mannschaft haben, die auch in der ersten Liga bestehen kann und nicht um den Abstieg spielt, sondern eben dort versucht, gleich von Anfang an in der Liga mitzuspielen“, meinte der 74-Jährige nach dem Aufstieg bei „Sky“. Dafür traf sich der Aufsichtsrat schon vor dem entscheidenden 6:1-Sieg gegen den SSV Ulm am Samstagmittag.
Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa präsentierten dem Gremium einen langen Katalog an möglichen Transferzielen. „Die Liste war sehr umfangreich. Mit bekannten Namen, aber auch neuen“, gab der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Papenfuß in einer Medienrunde einen Einblick. „Die Planungen von Stefan und Claus sind schon relativ weit. Wir werden einen spielfähigen Kader für die erste Liga haben.“ Für konkrete Schritte braucht es aber noch die Beteiligung von Polzin, dessen Vertrag sich durch den Aufstieg automatisch verlängert hat.
Der HSV-Coach soll sich aber erst mal noch auf das letzte sportliche Ziel der Zweitliga-Meisterschaft konzentrieren. Kurz darauf wird die Kaderplanung in die heiße Phase gehen. „Dafür brauchen wir auch den Coach und den lassen wir jetzt erst mal ein paar Tage in Ruhe“, kündigte Kuntz bei „Bild TV“ an. Der Sportvorstand bezifferte die Bundesliga-Tauglichkeit auf gerade mal 50 Prozent. „Wir müssen unsere Mannschaft verstärken, um eine Chance zu haben, in der Bundesliga eine Rolle zu spielen. Wir müssen dafür schon ein bisschen was tun“, unterstrich Kuntz auch im „Doppelpass“.
Entsprechend dürfte es beim HSV zu einem kleinen Umbruch kommen. „Wir haben für alle Positionen unsere Lieblingskandidaten in unserem Schattenkader und wollen auch mit den Spielern, die beim HSV sind, über ihre Perspektive sprechen“, führte Kuntz weiter aus, schloss einen Großangriff auf den Transfermarkt mithilfe von Investor Klaus-Michael Kühne aber aus. „Es ist nicht unser Anspruch, Herrn Kühne anzurufen und ihn um Kohle zu bitten. Das wäre erbärmlich.“
Wie viel Geld genau der HSV in neue Spieler investieren kann, ist noch offen. Der Etat wird sich aber von 23 Millionen auf über 40 Millionen Euro fast verdoppeln. Einen großen Anteil machen dabei die höheren TV-Gelder aus. Allerdings werden auch die Gehälter der HSV-Profis steigen. „Wir haben finanziell nicht sofort den Anschluss zu Vereinen wie Mainz und Union Berlin“, bremste Kuntz zu hohe Erwartungen. „Wir müssen ideenreich vorgehen.“ Überlegungen gebe es schon viele. „Wir wollen in der Liga mittelfristig und auf Dauer eine gute Rolle spielen als HSV.“
HSV muss Personalien um Selke klären – Keine automatische Verlängerung
Zunächst dürfte der Blick der Verantwortlichen auf den aktuellen Kader gehen: Wem wird der Sprung in die Bundesliga zugetraut und wem nicht? Wer sucht eine neue Herausforderung? Wer könnte ein Jahr vor Vertragsende noch eine Ablöse einspielen? Zu den Kandidaten zählt auch der designierte Zweitliga-Torschützenkönig Davie Selke (30). Laut „Sky“ hat sich sein Vertrag durch den Aufstieg entgegen anderer Berichte doch noch nicht automatisch bis 2026 verlängert. Das deckt sich mit Transfermarkt-Informationen. Bislang konnte man sich in den Gesprächen nicht einigen, wenngleich man schon vor Monaten eine Einigung hatte erzielen wollen. Nach der Saison sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.
„Wir setzen uns hin, wenn der Trubel etwas weniger geworden ist“, kündigte Selke nach dem Aufstieg an. „Ich haue für den Verein alles raus. Es bedeutet mir viel, was die Leute mir zurückgeben.“ Allerdings soll der Angreifer sowohl aus der Bundesliga als auch aus dem Ausland bessere Offerten vorliegen haben. Die „Bild“ beziffert die Chancen auf einen Verbleib auf 50:50. Mit Westerlo-Torjäger Matija Frigan (22) hat der HSV einen möglichen Nachfolger bereits ausgemacht.
Auch Ludovit Reis (24) wird umworben. Dem Mittelfeldmann soll ein Angebot vom Club Brügge vorliegen, mit dem er an der Champions League teilnehmen könnte. Bleibt eine Verlängerung aus, dürfte ihn der HSV wohl zu Geld machen.
Zu den Spielern mit 2026 endendem Vertrag gehört auch Aufstiegsheld Ransford Königsdörffer (23). Mit ihm sollen zeitnah Gespräche geführt werden. In der Bundesliga könnten seine Qualitäten noch mal mehr zur Geltung kommen, weshalb der HSV wohl auf eine Verlängerung setzen dürfte. Fraglich aber, wie Königsdörffer selbst seine Zukunft sieht. Er hatte betont, sich erst nach der Saison Gedanken machen zu wollen. Verlängert werden soll zudem auch mit Rechtsverteidiger William Mikelbrencis (21).
Klarer erscheint der Blick auf die Leihspieler. Marco Richter (27, Mainz) und Adedire Mebude (20, Westerlo) werden den HSV wieder verlassen. Adam Karabec (21) würden die Verantwortlichen durchaus gerne halten, die Kaufoption soll laut „Bild“ bei 4,2 Mio. Euro plus Boni liegen. Zu viel für den HSV, der neue Verhandlungen mit Sparta Prag anstrebt. Offen ist noch, ob für Innenverteidiger Dennis Hadzikadunic (26) erneut die FIFA-Sonderregelung im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine greift oder er nach Rostov zurückkehren muss. Immanuel Pherai (23), der hauptsächlich nur noch von der Bank kommt, könnte den HSV zudem per Ausstiegsklausel verlassen, sollte ein entsprechendes Angebot eintrudeln.
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Letzte Beiträge Newsforum
Ich persönlich fände es auch sehr gefährlich wenn man jetzt wieder aufs Ganze gehen würde und Schritte überspringen wollen würde.
Ich möchte keine Haarspalterei betreiben, tue es dennoch
Der erste gesicherte Platz ist doch wohl Platz 15 und damit auch der Platz der den Klassenerhalt sichert. Den Klassenerhalt kann ich aber auch über Platz 16 noch sichern, was aber wohl kaum das Ziel eines Aufsteigers sein wird.
sehr gut ausgedrückt 🙂👍️
Der Sprung von der 2. in die 1. Liga ist in meinen Augen so heftig, wie seit Jahren nicht mehr. Ein Großteil der der Konkurrenz spielt auf einem ganz anderen Niveau, hat Kader mit einem MW von deutlich über 150 Mio.
Man muss damit rechnen, dass sich diese Qualität auf Dauer durchsetzt. Man also sicher 2-5 Jahre braucht, um den Blick in der Tabelle auch mal nach oben zu richten. Und besonders frustierend, wenn sich Leistungsträger frühzeitig heraus kristallisieren und dem Ruf des Geldes folgen....
. Natürlich nimmt man sich einen gesicherten Platz als Ziel. Macht mit Sicherheit JEDER Aufsteiger so.
Ganz bestimmt nicht JEDER Aufsteiger. Vereine wie Bielefeld,Heidenheim,Pauli oder Kiel sind wirtschaftlich mit ABSTAND die schwächste Mannschaft in der Liga gewesen,alleine deshalb können die nur das Ziel Klassenerhalt und nichts anderes gehabt haben. Natürlich ist der Wunsch was anderes aber Wunsch und Ziel sind 2 paar Schuhe. Das Ziel war für die Vereine schlicht Klassenerhalt.
Der HSV ist aber keiner dieser "normalen" Aufsteiger und da würde ich ein höheres Ziel schon eher verstehen. Dennoch sollte man hier nicht einen Schritt vor dem nächsten machen sondern einen Schritt nach dem anderen.
Ich möchte keine Haarspalterei betreiben, tue es dennoch
Der erste gesicherte Platz ist doch wohl Platz 15 und damit auch der Platz der den Klassenerhalt sichert. Den Klassenerhalt kann ich aber auch über Platz 16 noch sichern, was aber wohl kaum das Ziel eines Aufsteigers sein wird.
- Geb./Alter:
- 20.01.1995 (31)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Basaksehir FK
- Vertrag bis:
- 30.06.2027
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- 2,80 Mio. €
- Gesamtmarktwert:
- 117,15 Mio. €
- Wettbewerb:
- Bundesliga
- Trainer:
- Merlin Polzin
- Kadergröße:
- 29
- Letzter Transfer:
- Terem Moffi












