DFB und DFB-Teams

Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident)

20.07.2016 - 19:28 Uhr
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#41
08.07.2018 - 22:33 Uhr
Zitat von Play-Maker

Weil du Äpfel mit Birnen vergleichst. Politiker sind bestimmten Zwängen unterworfen. Die können vielleicht nicht das machen was sie gerade möchten.
Aber man kann natürlich kritisieren, dass Paris von Katar und Schalke von Gazprom gesponsert werden.


Draxler, Trapp und Guardiola sind keine Politiker und lassen sich gut bezahlt von Katar vor den Karren spannen. Tönnies ist kein Politiker und pflegt eine Freundschaft mit Putin. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft Lothar Matthäus gibt sich für PR-Termine mit Ramsan Kadyrow her (Salah übrigens auch, gehört aber eher nicht hierher), der Ehrenspielführer Franz Beckenbauer gibt ***** ische Kommentare zu den Menschenrechten im Katar ab.

Hat sich dafür auch nur ein einziger öffentlich entschuldigt? Klar, ist nicht das schrecklich skandalöse Niveau von einem Privatfoto mit dem Präsidenten der Türkei, bei dem ein Vereinstrikot überreicht wird, dennoch aber grundsätzlich vergleichbar.
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#42
09.07.2018 - 11:48 Uhr
Um mal den Bogen zum Thema und Thread zu schlagen, mit all diesen Entwicklungen ist weder die Türkei noch Erdogan alleine (so verwerflich und tragisch sie für die Menschen ist). Wenn Grindel dies also kritisieren möchte, sollte er an anderer Stelle nicht so ausgiebig schweigen. Ich kann nicht Özil für seine Nähe kritisieren, andere aber für die selbe Nähe zu teilweise noch schlimmeren Systemen unbehelligt lassen. Moral ist nicht selektiv und Putins Russland, die Golfstaaten und China um keinen Deut besser. Da scheinen für Grindel aber weniger Probleme, weniger persönliche wirtschaftliche Verknüpfungen oder andere Interessen zu bestehen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zinedine am 09.07.2018 um 12:31 Uhr bearbeitet
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#43
09.07.2018 - 12:49 Uhr
Wofür sollte er sich entschuldigen? Er hat den Staatschef des Herkunftslands seiner Eltern getroffen, ein Foto gemacht und ihm ein Arsenal-Trikot geschenkt. Özil hat Erdogan nicht einmal einen pathehtischen Spruch auf das Trikot geschmiert, wie es Gündogan tat.

Was wirft man ihm vor? Das er als Deutscher mit türkischen Wurzeln wesentlich sensibler sein muss als ein "Bio-Deutscher"? Oder liegt es daran, dass Erdogan so unglaublich schlimm ist? Ich höre jedenfalls keinen Aufschrei der Schalker, wenn sich Tönnies mal wieder mit seinem Buddy Putin trifft. Arabische Unrechtsölstaaten? Kein Problem, von den Bayern bis zum DFB wird sich da auf abartigste Art angebiedert um sich die Taschen voll zu machen. In Leverkusen gegen Saudi Arabien kicken zu lassen und sich über Özil zu echauffieren ist beinahe grotesk absurd.

Vor ein paar Jahren hat Lothar Matthäus (einer der Özil-Kritiker) ein paar gut bezahlte Auftritte für Ramsan Kadyrow absolviert. Mit geht diese Heuchelei nur noch auf den Sack.

Du hast recht es ist ein Witz er hat ein Foto gemacht mit einem Staatschef von einem NATO Partner und Eu -anwärter ! Und nun soll jeder der auf einem Foto zu sehen ist mit jemand der "uns" nicht PAST zurück treten oder was ? Dann hätten wir keine Wirtschaftchefs keine WM und keine Politiker mehr .
Özil hat ein Foto mit kleinen Text ohne Inhalt gemacht .Zur Freude seiner Eltern oder warum auch immer ?
aus Höflichkeit oder ....... .egal selbst wen er ihn mag ist es sein Problem .So ein Mist alles nur weil viele gegen Flüchtlinge Hetzen und sich alle Stark am RECHTEM RAND machen wollen .Traurig ,traurig .

•     •     •

Rockythomas
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#44
09.07.2018 - 15:18 Uhr
Wir brauchen uns nicht aufzuregen denn es sind alle samt Heuchler die von den Medien abhängig sind.
Leider liegt die wahre Macht heute in den Händen der Medien und unsere prominenten wissen ganz genau sobald sie einer anderen Meinung sind spielen sie mit dem Feuer.

Könnt ihr euch noch an Lothar Matthäus seine Reportage bei bei Sky erinnern.
Soll ich jetzt lügen ☺️
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Skythe-12 am 09.07.2018 um 15:19 Uhr bearbeitet
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#45
09.07.2018 - 15:30 Uhr
Zitat von Fonzie

Also gilt das auch für Rummenigge, Tönnies, Grindel selbst, Bierhoff, Guardiola, Draxler (spielt immerhin für einen Katar-Club) usw.?

Erdogan wird übrigens auch von deutschen Politikern besucht, es gibt Fotos mit Merkel usw. .

Also, warum sollte ich an einen Mesut Özil höhere Maßstäbe anlegen? Nur weil er für die Nationalmannschaft kickt?


Zunächst einmal zu den deutschen Politikern: Politiker sind Repräsentanten unseres Staates. Deren Aufgabe ist die Gestaltung der Beziehungen mit anderen Staaten, zumindest in der Außenpolitik. Sie müssen mit Erdogan usw. reden, denn nur durch diplomatische Beziehungen lassen sich Konflikte friedlich lösen oder mindestens deeskalieren. Außerdem sind wir ja nicht nur Deutschland, wir sind eine europäische, ja sogar eine Weltgemeinschaft. Der Herr Erdogan ist nicht die Türkei. Da gibt es genung Leute die mit seinem Kurs nicht einverstanden sind. Jene darf unsere Weltgemeinschaft nicht im Stich lassen. Dafür sorgen in erster Linie unsere Politiker.

Zitat von BobDasSchaf

Das mag vielleicht sein, tatsächlich ist das erstmal nicht rassistisch. Wenn man aber sieht, dass es die selben Leute nicht stört, dass der DFB das Fußballmärchen in Russland abfeiert (Ist Putin noch der lupenreine Demokrat von einst? Gibt's da nicht auch diesen Ukrainekonflikt?), die FIFA eine zutiefst korrupte Organisation ist die Verbindungen zu diversen Despoten pflegt/e (wo war noch gleich der Aufschrei von Grindel und Bierhoff?) Vereine wie Bayern München usw. die wunderbaren Trainingsanlagen der Golfstaaten preisen (Jemen, Syrien, ist ne Monarchie eigentlich besser als ne schleichende Diktatur?), Mrd in und mit China verdient werden (wie ist eigentlich die Lage der Journalisten in China? Immerhin führen die keine Kriege in der Nachbarschaft sondern zündeln nur vor der eigenen Küste rum), dann muss man sich die Frage stellen warum ein sehr ähnliches Verhalten beim einen OK ist, beim anderen aber nen riesigen Shitstorm folgt (Was hat der hoch geschätzte Kaiser zu Sklaven auf Stadionbaustellen gesagt?), dann muss man sich schon fragen ob da ne braune Unterwäsche getragen wird. Klar, vielleicht schießen sich Grindel und Co auch nur auf Özil ein weil er ein gutes und wehrloses Opfer abgibt, das wäre dann aber nicht minder verkommen. Das sie sich dabei mit dem Braunen Mobb gemein machen spricht nur noch viel mehr gegen sie. Ich kann nicht mit lauter Bankräubern im Bus sitzen und den einzigen schwarzen Taschendieb als Kriminellen brandmarken ohne mich dem Rassismusvorwurf auszusetzen...
Ich hab mich mal nur auf den Fußball beschränkt, da gibt es natürlich auch Beispiele aus anderen Gesellschaftsbereichen


Ich halte die Teilnahme vom DFB und allen anderen Verbänden, ja auch das Feiern der russischen WM Party, für äußerst wichtig. Nur durch diesen interkulturellen Austausch lernen die Russen welche Werte und Freiheiten andere Länder haben. Schau dir doch einfach die Berichte an, die Polizei ist auf einmal freundlich usw. Diese Erfahrungen wird die russischen Bevölkerung nachhaltig verändern. Unrechtsstaaten lassen sich nur auf diese Weise friedlich stürzen, indem die Bevölkerung eine Veränderung von innen anstößt. Je mehr Rechte eingefordert werden, umso schwächer wird bspw. Putin. Damit ist die Teilnahme des DFBs auch im Einklang mit der Politik der deutschen Bundesregierung. Konflikte deeskalieren und Veränderungen im Land durch interkulturellen Austausch anstoßen.

Zur FIFA und Bayern kann ich dir nur zustimmen. Das ist eine große Sauerei. Nur leider sind die beiden zu mächtig um sich irgendeiner Verantwortung stellen zu müssen. Solange Sponsoren, Unternehmen und Zuschauer bedingungslos an ihnen festhalten besteht weiterhin Narrenfreiheit. Werden ARD und ZDF von der Berichterstattung aussteigen? Werden keine Fans mehr in die Allianzarena kommen? Das ist utopisch.

Özil hatte eine ähnliche Lobby auch noch vor der WM. Er war sportlich unverzichtbar. Nach dem Debakel ist das nun nicht mehr so. Die Kritik, die jetzt von Bierhoff und Grindel kommt, nachdem Özil angreifbar geworden ist, ist natürlich absolut stillos. Aber die Kritik ist berechtigt und kein Rassismus, genauso wie die Kritik an der FIFA und Bayern. Nur das Özil nicht mehr die Position hat diese Kritik auszuhalten. FIFA und Bayern hingegen schon. Das ist tatsächlich unfair.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von R_Conaldo am 09.07.2018 um 15:35 Uhr bearbeitet
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#46
09.07.2018 - 15:57 Uhr
Zitat von R_Conaldo
Zitat von Fonzie

Also gilt das auch für Rummenigge, Tönnies, Grindel selbst, Bierhoff, Guardiola, Draxler (spielt immerhin für einen Katar-Club) usw.?

Erdogan wird übrigens auch von deutschen Politikern besucht, es gibt Fotos mit Merkel usw. .

Also, warum sollte ich an einen Mesut Özil höhere Maßstäbe anlegen? Nur weil er für die Nationalmannschaft kickt?


Zunächst einmal zu den deutschen Politikern: Politiker sind Repräsentanten unseres Staates. Deren Aufgabe ist die Gestaltung der Beziehungen mit anderen Staaten, zumindest in der Außenpolitik. Sie müssen mit Erdogan usw. reden, denn nur durch diplomatische Beziehungen lassen sich Konflikte friedlich lösen oder mindestens deeskalieren. Außerdem sind wir ja nicht nur Deutschland, wir sind eine europäische, ja sogar eine Weltgemeinschaft. Der Herr Erdogan ist nicht die Türkei. Da gibt es genung Leute die mit seinem Kurs nicht einverstanden sind. Jene darf unsere Weltgemeinschaft nicht im Stich lassen. Dafür sorgen in erster Linie unsere Politiker.

Zitat von BobDasSchaf

Das mag vielleicht sein, tatsächlich ist das erstmal nicht rassistisch. Wenn man aber sieht, dass es die selben Leute nicht stört, dass der DFB das Fußballmärchen in Russland abfeiert (Ist Putin noch der lupenreine Demokrat von einst? Gibt's da nicht auch diesen Ukrainekonflikt?), die FIFA eine zutiefst korrupte Organisation ist die Verbindungen zu diversen Despoten pflegt/e (wo war noch gleich der Aufschrei von Grindel und Bierhoff?) Vereine wie Bayern München usw. die wunderbaren Trainingsanlagen der Golfstaaten preisen (Jemen, Syrien, ist ne Monarchie eigentlich besser als ne schleichende Diktatur?), Mrd in und mit China verdient werden (wie ist eigentlich die Lage der Journalisten in China? Immerhin führen die keine Kriege in der Nachbarschaft sondern zündeln nur vor der eigenen Küste rum), dann muss man sich die Frage stellen warum ein sehr ähnliches Verhalten beim einen OK ist, beim anderen aber nen riesigen Shitstorm folgt (Was hat der hoch geschätzte Kaiser zu Sklaven auf Stadionbaustellen gesagt?), dann muss man sich schon fragen ob da ne braune Unterwäsche getragen wird. Klar, vielleicht schießen sich Grindel und Co auch nur auf Özil ein weil er ein gutes und wehrloses Opfer abgibt, das wäre dann aber nicht minder verkommen. Das sie sich dabei mit dem Braunen Mobb gemein machen spricht nur noch viel mehr gegen sie. Ich kann nicht mit lauter Bankräubern im Bus sitzen und den einzigen schwarzen Taschendieb als Kriminellen brandmarken ohne mich dem Rassismusvorwurf auszusetzen...
Ich hab mich mal nur auf den Fußball beschränkt, da gibt es natürlich auch Beispiele aus anderen Gesellschaftsbereichen


Ich halte die Teilnahme vom DFB und allen anderen Verbänden, ja auch das Feiern der russischen WM Party, für äußerst wichtig. Nur durch diesen interkulturellen Austausch lernen die Russen welche Werte und Freiheiten andere Länder haben. Schau dir doch einfach die Berichte an, die Polizei ist auf einmal freundlich usw. Diese Erfahrungen wird die russischen Bevölkerung nachhaltig verändern. Unrechtsstaaten lassen sich nur auf diese Weise friedlich stürzen, indem die Bevölkerung eine Veränderung von innen anstößt. Je mehr Rechte eingefordert werden, umso schwächer wird bspw. Putin. Damit ist die Teilnahme des DFBs auch im Einklang mit der Politik der deutschen Bundesregierung. Konflikte deeskalieren und Veränderungen im Land durch interkulturellen Austausch anstoßen.

Zur FIFA und Bayern kann ich dir nur zustimmen. Das ist eine große Sauerei. Nur leider sind die beiden zu mächtig um sich irgendeiner Verantwortung stellen zu müssen. Solange Sponsoren, Unternehmen und Zuschauer bedingungslos an ihnen festhalten besteht weiterhin Narrenfreiheit. Werden ARD und ZDF von der Berichterstattung aussteigen? Werden keine Fans mehr in die Allianzarena kommen? Das ist utopisch.

Özil hatte eine ähnliche Lobby auch noch vor der WM. Er war sportlich unverzichtbar. Nach dem Debakel ist das nun nicht mehr so. Die Kritik, die jetzt von Bierhoff und Grindel kommt, nachdem Özil angreifbar geworden ist, ist natürlich absolut stillos. Aber die Kritik ist berechtigt und kein Rassismus, genauso wie die Kritik an der FIFA und Bayern. Nur das Özil nicht mehr die Position hat diese Kritik auszuhalten. FIFA und Bayern hingegen schon. Das ist tatsächlich unfair.


Bitte nenne auch nur ein Beispiel bei der ein Machthaber durch Erfahrungen der Bevölkerung bei einem Sportgroßereignis irgendwie Probleme bekam. Vielmehr ist es doch wie bei Deutschland 1936, da wurde die Verfolgung auch kurz zurückgefahren und gezeigt wie freundlich und toll alles ist (damit will ich keinen Vergleich ziehen sondern einen Mechanismus verdeutlichen). Am Ende wird das nationale Prestige gestärkt, die Bevölkerung kann sich hinter einem Ziel versammeln und die Probleme vergessen, nach innen zeigt man wie akzeptiert man International ist. Am Ende stärken solche Ereignisse nur das bestehende System (egal ob autoritär oder demokratisch, Merkel hat ja vom Sommermärchen auch etwas profitiert). Wenn das ganze wirklich irgendwie gefährlich für Putins machterhalt wäre, hätte er sicher keine Mrd. in das Projekt gesteckt. Am Ende geht es auch Grindel nur um sein gutes Geschäft, genau wie der Bundesregierung die auf ein zehntelprozent Wirtschaftswachstum spektuliert und den kleinen Mann auf der Straße der sich freut wenn die Gasrechnung etwas billiger wird. Moral? Wandel? Klar! Wir (DFB Grindel, Bierhoff) geben Özil einen mit, zeigen wie toll wir sind und setzen ein Zeichen das uns nichts kostet. Da macht man sich dann auch gerne den braunen Unterton zueigen und wenn wer Kritik übt, dann schieben wir es auf die sportliche Leistung. Was? Andere waren noch deutlich schlechter? Özil hat oft sogar gute Pässe gespielt? Egal, er wird unser Sündenbock und verbunden mit der rassistischen Stimmung gegen Türken und Einwanderer in bestimmten Teilen der Bevölkerung bekommen wir das auch super durch. Ist das dann Rassistisch? Vielleicht nicht, es ist dennoch zutiefst schäbig, oportunistisch und genug um aus seinem Amt entfernt zu werden...
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#47
09.07.2018 - 17:13 Uhr
Als ob der Fall Özil das Hauptproblem ist. Nein, es ist nur das Beispiel, wie passiv der DFB sich hinter sein Zugpferd "Nationalelf" stellt und sich im Schein der vermeidlichen Sonne abfeiern lässt.

Ein mal vorab: Deutschland hat kein Naturrecht an der Teilnahme im Halbfinale und es ist so "normal" wie selbstverständlich, dass nach einer überragenden Weltmeisterschaft in Brasilien im Prinzip ein Neuanfang stehen sollte. Wir sind zwar "Weltmeister", aber im Grunde hat man nur 3-4 Wochen eine WM-Endrunde mit einem Finalsieg abgeschlossen. Den Titel darf man zwar führen, sich aber nicht so aufführen.

Das man seitens des DFB vorbehaltlos das Tandem Bierhoff/Löw für die Geschichtsschreibung an der Front lässt ist verantwortungslos. Und das was im Moment passiert ist einfach nur schlechtes Management.

Man stelle sich das mal in der freien Wirtschaft vor: Der Konzernchef, der grade das schlechteste Geschäftsjahr seit Jahrzehnten einfährt, fragt seinen Vertriebsleiter ob er weiter machen will und schickt seinen Markendesigner vor um die ganze Angelegenheit vor der Presse und vor den Kunden zu moderieren.

Die Analyse überlasst man den Verantwortlichen, ohne neutrale Berater, ohne einen Plan B. Und bevor das Ergebnis der Analyse da ist, freut man sich erst mal, dass die Verantwortlichen bleiben. Wer soll das verstehen? An der Börse würde ein solches Unternehmen grade explodieren und die Chefs stünden mit einem Pappkarton vor dem Arbeitsamt.

Alle Fehler, die man machen konnte hat man mit einer professionellen Konsequenz gemacht.

- Das Leistungsprinzip wurde ausser Kraft gesetzt
- Arrogante kommunikative Positionierung
. Festhalten an spieltaktischen Plänen, die sich nicht an der weltweiten Entwicklung des Fußballs orientieren.
- Prinzip Hoffnung und das Gelaber von der Turniermannschaft anstatt frischer Wund und Mut

Manchmal habe ich sogar den Verdacht, dass man aus Rücksicht vor den Werbepartner nicht viel mehr Spieler aussortiert hat. Ich mag jetzt nicht auf den Bayern herumhacken. Aber Spieler wie Müller, Boateng, Neuer hatten aus sportlicher Sicht nichts in diesem WM-Kader zu suchen. Aber es sind halt die (werbewirksamen) Gesichter der Nationalelf.

Es ging dem DFB inkl. Löw und Co. nur darum, die nächsten historischen Meilensteine zu setzen. Der 5. Stern in Form der Titelverteidigung. Kein Mensch hätte sich in Deutschland aufgeregt, wenn man neben einigen etablierten Spielern eine frische und mutige Truppe nach Russland geschickt hätte. Und wenn so eine frische, ambitionierte Truppe dann eben früh wieder im Flieger gesessen hätte, dann wäre man in Deutschland sogar noch stolz gewesen, weil man den Mut hatte den Schritt in die Zukunft zu gehen.

Und in einem Punkt hatte Toni Kroos gefühlt Recht: Ja, zumindest ich habe in der 2. Halbzeit des Schweden-Spiels gedacht: "Hoffentlich kommt diese pomadige Stehgeiger-Truppe nicht auch noch mit diesem Fußball durch".

Und die Öffentlichkeitsarbeit des DFB rund um den "Türken-Fall" ist einfach nur amateurhaft.
Aber auch das Ei, hat sich der DFB selbst ins Nest gesetzt. Wenn man im Erfolgsfall die Kanzler-Selfies in der Kabine zulässt, dann darf ich nun einmal auch nicht meckern, wenn sich ein Spieler im Rahmen seiner ausländischen Wurzeln, in politisch-zweifalhaften Szenarien wiederfindet.

Aber auch hier: Deutschland ist tolerant! - Wenn man die richtige Meinung hat! Und der DFB hat noch nicht mal eine Meinung oder einen Verhaltenskodex. Aber wer will schon eine Messlatte, an der man sich im Ernstfall auch messen lassen will.

Was will man Özil den -bitte schön- überhaupt vorwerfen? Er hat sich vor einen politischen Karren spannen lassen. Sein Problem. Vor 10 hätten wir ihm aus dem Türkei-Billigurlaub zugewinkt und etwas von Völkerverbindung und Toleranz erzählt. Aber jetzt wo wir in Deutschland eine ebenso überflüssige wie häßliche Ausländer-, Flüchtlings und Migrationsdebatte haben, ist dann erst mal die Empörung groß. So weit hat uns die politische Debatte dann schon (mal wieder) gebracht.

Bei dem Krisenmanagement wird mir im Moment echt übel. Aber Hauptsache die Vermarktungsfirma von O. Bierhoff und die Nivea - Werbung läuft....
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#48
09.07.2018 - 23:01 Uhr
Zitat von Fonzie
Zitat von Play-Maker

Man kann ja Grindel für viele kritisieren. Für vieles zurecht. Aber das sich Özil äußern muss sofern er noch eine Zukunft in der Nationalmannschaft haben möchte steht doch außer Frage. Özil und Gündogan haben die ganze Lawine verursacht. Gündogan hat versucht es gerade zu bügeln. Jetzt ist Özi an der Reihe. Denn ansonsten hört das ganze nie auf.
Entweder eine Entschuldigung von Özil oder halt der Rücktritt.


Wofür sollte er sich entschuldigen? Er hat den Staatschef des Herkunftslands seiner Eltern getroffen, ein Foto gemacht und ihm ein Arsenal-Trikot geschenkt. Özil hat Erdogan nicht einmal einen pathehtischen Spruch auf das Trikot geschmiert, wie es Gündogan tat.

Was wirft man ihm vor? Das er als Deutscher mit türkischen Wurzeln wesentlich sensibler sein muss als ein "Bio-Deutscher"? Oder liegt es daran, dass Erdogan so unglaublich schlimm ist? Ich höre jedenfalls keinen Aufschrei der Schalker, wenn sich Tönnies mal wieder mit seinem Buddy Putin trifft. Arabische Unrechtsölstaaten? Kein Problem, von den Bayern bis zum DFB wird sich da auf abartigste Art angebiedert um sich die Taschen voll zu machen. In Leverkusen gegen Saudi Arabien kicken zu lassen und sich über Özil zu echauffieren ist beinahe grotesk absurd.

Vor ein paar Jahren hat Lothar Matthäus (einer der Özil-Kritiker) ein paar gut bezahlte Auftritte für Ramsan Kadyrow absolviert. Mit geht diese Heuchelei nur noch auf den Sack.


Ich gehe mit dir völlig konform, dass Heuchelei wenn es um die eigene Haut oder das eigene Geld geht, sehr weit verbreitet ist und ich finde dies auch total verwerflich.
Im vorliegenden Fall geht es Grindel und Bierhoff um die eigene Haut und jetzt wird Özil zum Sündenbock gemacht.
Das jetzige Verhalten ist völlig daneben und ich fände es gut wenn Özil beim nächsten Länderspiel spielt und Bierhoff und Grindel bis dahin geteert und gefedert aus der Stadt getrieben worden wären-aber beides wegen der Sache und nicht wegen Özil, denn jetzt kommt der Teil bei dem ich eben nicht deiner Meinung bin und zwar die Frage was wirft man ihm (Özil) vor.

Denn ganzen bullsh... von wegen Hymne, Integration, Herkunft hier, Herkunft dort, können wir mal getrost in die Nostalgietonne derer treten, die sich ein anderes Land wünschen als jenes, das wir in großen Teilen der Bevölkerung heute zum Glück haben.
Ich ärgere mich eigentlich über zwei Dinge:
1. Dass zwei Medienprofis 27 und 29 Jahre, die seit vielen Jahren in diesem von der Öffentlichkeit hochbeachteten Geschäft tätig sind, so kurz vor dem wichtigsten Turnier ihres Sports eine solche Aktion durchziehen. Ihnen musste es m.E. klar gewesen sein, dass ein Teil der Bevölkerung sie dafür nicht mit Palmwedeln am Stadiontor empfangen wird, da ihnen selbst klar sein musste, dass Erdogan von einem Großteil der deutschen Bevölkerung momentan nicht für den Friedesnnobelpreis vorgeschlagen werden würde. Wenn sie das vor zwei Jahren gemacht hätten-zähneknirschend ja-aber nicht einen Monat vor der WM.
2. Ich werfe ihnen auch vor, dass sie ein politisches Statement abgegeben haben und aktive Wahlkampfhilfe geleistet haben. Für mich sollte Fußball unpolitisch sein und niemand sollte seine Popularität dazu nutzen, um politische Statements abzugeben. Hierbei ist es mir übrigens völlig gleich, ob es sich dabei um Erdogan, Putin oder Merkel oder Macron handelt. Für mich sollten auch dieses Merkelkuscheln der NM aufhören, da dies auch eine Form der Wahlkampfhilfe(auch wenn nicht unmittelbar vor Wahlen) für Merkel ist, da sie damit Bürgernähe und Offenheit bei Deutschland liebstem Freizeitvergnügen demonstrieren kann. Repräsentativ für Termine die quasi Pflicht sind beim Staatsoberhaupt im Schloß Bellevue und fertig.

Da die beiden Jungs wie schon angesprochen Medienprofis sind, Berater haben und die Stimmung zu politischen Themen sicher sehr zielsicher transportiert bekommen, bin ich fest davon überzeugt, dass sie dies alles im Vorfeld billigend in Kauf genommen haben. Eben das werfe ich Özil und Gündogan vor, was natürlich deine Beispiele( Matthäus etc.) keinen Deut besser macht.
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#49
10.07.2018 - 08:28 Uhr
Mich interessiert das Özil-Thema nicht sonderlich, aber es wird wohl niemand in Frage stellen, dass Tönjes und Matthäus sich mit ihrem Verein / Nationalmannschaft identifizieren. Özil hingegen guckt nach Fehlpässen genervt in die Luft, anstatt in die Defensive umzuschalten und man weiß nie, ober er von sich oder seinen Mitspielern genervt ist, die einen falschen Laufweg hatten. Immerhin wird das Spiel ein großes Stück auf ihn zugeschnitten. Interviews gibt er auch selten. Dazu das nicht Singen der Hymne. Zur Politik hat er gesagt:

Özil: Ich bin Fußballer. Über Politik rede ich nicht. Sehen Sie: Egal, was ich sage, es wird bei gewissen Leuten in den falschen Hals kommen. Das will ich nicht.

Welt am Sonntag: Auch um die deutsch-türkischen Beziehungen steht es aktuell nicht zum Besten.

Özil: Bitte, noch einmal: Ich bin kein Politiker. Da sollen andere Leute was zu sagen. Ich kann es eh nicht beeinflussen.

https://www.welt.de/sport/fussball/article163153522/Noch-heute-muss-ich-mich-konzentrieren-wenn-ich-Deutsch-rede.html

Jeder einzelne Punkt für sich würde wohl nicht negativ anecken. Podolski bspw. singt die Hymne nicht, gibt aber lustige Interviews und hat ne positive Körpersprache auf dem Platz. Bei Özil ist ein großes Vakuum da in das gewisse Leute Schwachsinn reininterpretieren. Ich weiß nicht was da für Grindel/Bierhoff/Löw so schwierig ist, dem Spieler das klarzumachen.

"Ich bin Fußballer. Über Politik rede ich nicht." und dann Erdogan besuchen, naja. Wenn so ein Erdogan-Besuch gemacht wird, sollte man im Vorfeld oder spätestens im Nachhinein auch erklären können was dahintersteckt, um gewissen Leuten erst gar keine Grundlage zu liefern. Aber dass Grindel vom eigentlichen sportlichen Problem (Löw) ablenken will und Özil als Sündenbock präsentieren will geht mal garnicht. Für den DFB war die Erdogan-Affäre schon seit Wochen abgehakt und mit Sicherheit auch so mit dem Spieler abgesprochen. Aber jetzt soll der Spieler nochmal vor die Mikros, "in seinem eigenen Interesse", alles klar.
Reinhard Grindel (Ex-DFB-Präsident) |#50
10.07.2018 - 16:45 Uhr
Zitat von enkidu
Mich interessiert das Özil-Thema nicht sonderlich, aber es wird wohl niemand in Frage stellen, dass Tönjes und Matthäus sich mit ihrem Verein / Nationalmannschaft identifizieren. Özil hingegen guckt nach Fehlpässen genervt in die Luft, anstatt in die Defensive umzuschalten und man weiß nie, ober er von sich oder seinen Mitspielern genervt ist, die einen falschen Laufweg hatten. Immerhin wird das Spiel ein großes Stück auf ihn zugeschnitten. Interviews gibt er auch selten. Dazu das nicht Singen der Hymne. Zur Politik hat er gesagt:

Özil: Ich bin Fußballer. Über Politik rede ich nicht. Sehen Sie: Egal, was ich sage, es wird bei gewissen Leuten in den falschen Hals kommen. Das will ich nicht.

Welt am Sonntag: Auch um die deutsch-türkischen Beziehungen steht es aktuell nicht zum Besten.

Özil: Bitte, noch einmal: Ich bin kein Politiker. Da sollen andere Leute was zu sagen. Ich kann es eh nicht beeinflussen.

https://www.welt.de/sport/fussball/article163153522/Noch-heute-muss-ich-mich-konzentrieren-wenn-ich-Deutsch-rede.html

Jeder einzelne Punkt für sich würde wohl nicht negativ anecken. Podolski bspw. singt die Hymne nicht, gibt aber lustige Interviews und hat ne positive Körpersprache auf dem Platz. Bei Özil ist ein großes Vakuum da in das gewisse Leute Schwachsinn reininterpretieren. Ich weiß nicht was da für Grindel/Bierhoff/Löw so schwierig ist, dem Spieler das klarzumachen.

"Ich bin Fußballer. Über Politik rede ich nicht." und dann Erdogan besuchen, naja. Wenn so ein Erdogan-Besuch gemacht wird, sollte man im Vorfeld oder spätestens im Nachhinein auch erklären können was dahintersteckt, um gewissen Leuten erst gar keine Grundlage zu liefern. Aber dass Grindel vom eigentlichen sportlichen Problem (Löw) ablenken will und Özil als Sündenbock präsentieren will geht mal garnicht. Für den DFB war die Erdogan-Affäre schon seit Wochen abgehakt und mit Sicherheit auch so mit dem Spieler abgesprochen. Aber jetzt soll der Spieler nochmal vor die Mikros, "in seinem eigenen Interesse", alles klar.


Özil ist halt ein introvertierter schüchterner Mensch. Aus ihm wird nie ein Sergio Ramos oder Mark van Bommel. Er war schon immer so. Egal ob bei Werder, Real, Arsenal oder in der Nationalmannschaft. Zum Vergleich. Thomas Müller schreit und meckert während des Spiels auch immer rum. Trotzdem kriegt er seit 2014 in der Nationalmannschaft nichts gebacken. Man sollte endlich Özils Naturell akzeptieren.

Zum Thema Erdogan besuchen. Soweit ich weiß war das eine Veranstaltung für türkischstämmige Sportler. Erdogan kam dann auch und wollte ein Foto. Kann mir wirklich vorstellen dass sich Özil nichts dabei gedacht hat. Er scheint ja auch allgemein nicht der Hellste zu sein. Ganz anders bei Gündogan. Bei dem steckt schon gewisses Kalkül dahinter.

Sonst stimme ich dir zu. Alle Parteien haben sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Und normalerweise müssten alle Parteien ihren Hut nehmen. Stattdessen fangen 2 Parteien an wie wild um sich zu schlagen. Sodass man jetzt sogar Özil in Schutz nehmen muss.
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