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Quo vadis, VfL?

14.06.2021 - 16:06 Uhr
Da wir so einen Thread noch nicht haben, denke ich, es könnte ganz nützlich sein, hier unabhängig tagesaktueller Ereignisse über die mittel- und langfristigen Perspektiven des VfL Osnabrück zu diskutieren. Vom Thema Infrastruktur, über Spielphilospohie hin zur langfristigen finanziellen Sicherung und Ligenzugehörigkeit.

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Fan: VfL Osnabrück, VfB Stuttgart
Sympathien: Vancouver Whitecaps, New York City FC
Zeige Ergebnisse 1-5 von 5.
Quo vadis, VfL? |#1
27.09.2021 - 16:20 Uhr
Quo Vadis - #2

Acht Wochen sind seit der letzten Prognose vergangen. Mittlerweile ist es durchaus Zeit ein kleines Fazit zu ziehen.

10 Spiele, 17 Punkte und Platz 4. Werder Bremen geschlagen und im NfV-Pokal auch problemlos in die nächste Runde eingezogen. Mit dem Blick auf die reinen Zahlen kann man als Außenstehender durchaus zufrieden sein. Zur Wahrheit sei aber auch gesagt, dass die Tabelle sehr eng ist und sich noch kein richtiges Spitzenteam herauskristallisiert hat. Dies erwarte ich auch diese Saison nicht.

Nach einem verheißungsvollen Auftakt in Saarbrücken folgten unglückliche Niederlagen gegen Wiesbaden und Duisburg, die durch glückliche Siege vs. Meppen oder Dortmund kompensiert wurden. Auch sehr überzeugende Siege wie z.B. gegen Viktoria Köln oder Türkgücü München konnten bereits verbucht werden. Nach sechs Spielen ohne Niederlage in Folge wurde dem VfL im letzten Gastspiel in Kaiserslautern dann zum ersten Mal diese Saison die Grenzen aufgezeigt. Über 90 Minuten kam man nicht in die Zweikampf und konnte den Matchplan nicht an den Spielverlauf anpassen, sodass die Wucht und Kompaktheit des Gegners uns vollends den Zahn gezogen hat.

Schernings Spielidee scheint dabei auch beim VfL zu greifen. Manchmal fehlt mir noch ein zusätzlicher Plan B im Spiel, wenn das vertikale Spiel wie am Samstag wider erwarten nicht funktioniert. Ansonsten würde ich noch gerne die mangelnde Restverteidigung bei eigenen Standardsituation ankreiden - dies scheint jedoch mit einkalkuliert zu sein. Erfolg tragen die Standards dafür bislang aber eher weniger - obgleich die Ecken z.B. zu Saisonbeginn vs. Bremen noch eines unserer großen Stärken waren.

Unsere Neuzugänge haben sich zum Teil sehr schnell an die neue Liga gewöhnt und sowohl Härte, als auch Tempo angenommen. Herauszuheben ist dabei sicherlich unsere linke Seite um Kleinhansl und Opoku, die zusammen vom Talent und Offensivdrang so auch zusammen eine Liga höher wirbeln könnten.
Opoku, der ja im letzten Beitrag quasi noch als "letzte Patrone" angekündigt wurde, hat uns qualitativ noch einmal eine ganze Ecke nach vorne gebracht. Ein Spieler dieser Güteklasse in Liga 3 zu holen - dafür muss man Shapourzadeh ausdrücklich loben.
Auch Traoré hat sich nach unglücklichen Start ordentlich gemacht - bei ihm hat man manchmal das Gefühl, dass er defensiv noch etwas besser stehen könnte und sich meist nicht um taktische Vorgaben schert.
Anlaufschwierigkeiten hatte zunächst Lukas Kunze gehabt. Mittlerweile gehört er zum festen Glied der Mannschaft und bekommt in jedem Spiel seine Einsatzminuten.
Sören Bertram enttäuscht mich bisher noch - hier habe ich mir mehr Qualität im Passspiel und Abschluss gewünscht. Auch Felix Higl kann sein überzeugendes Spiel in der Vorbereitung noch nicht in der Liga auf den Platz bringen.
Bleiben noch Andrew Wooten und Olli Wähling, die endlich wieder ernste Alternativen sind. Wooten bringt eine Menge Präsenz vorne mit rein: ein echter Bulle. Sollte er vernünftig gefüttert werden, traue ich ihm eine Menge zu. Zukünftig würde ich mich über eine Offensivreihe bestehend aus Opoku, Wooten und Heider sehr freuen.

Von den Bestandsspielern ist sicherlich Sese Klaas als Spieler mit dem größten Sprung zu nennen. Auch Sven "Toni Kroos" Köhler gefällt mir - vor allem seine unnachahmliche Ballsicherheit. Im Passspiel darf er auch noch mehr den Scherning-Stil (vertikal) annehmen. Aber vermutlich braucht es auch den Spieler, der das Spiel ordnet und hin und wieder Tempo rausnimmt.

Etwas schade finde ich, dass anscheinend Spieler wie Möller und Hakim Traoré doch sehr weit vom Platz weg sind. Hier wäre dann vielleicht eine Leihe angebracht im Winter. Bei Möller scheint es ja doch nicht vollends zu reichen für den VfL. Es würde mich nicht wundern, wenn er über dem zweiten Bildungsweg wie Krasniqi in der Regionalliga durchstartet.

Insgesamt hat der VfL dieses Jahr echt eine schlagkräftige Truppe zusammen, die jetzt im Heimspiel-Monat Oktober sich im oberen Tabellendrittel festsetzen muss. Die Aufgaben sehen durchaus machbar aus - mit den Fans im Rücken kann hier hoffentlich eine kleine Serie gestartet werden. Ich bin guter Dinge. Meine Prognose für die Winterpause: Top 5!

Wie zufrieden seid ihr mit dem bisherigen Saisonverlauf und dem Potential der Truppe? Wo seht ihr noch Schwachstellen?

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"Erneuert das Dach, renoviert die Toiletten, zapft das Bier schneller und grillt die Wurst ein wenig besser – aber wagt es nicht, den 2000 und den Tausenden, für die sie stellvertretend geschrien und gesungen haben, die Bremer Brücke zu nehmen." - H. Pistorius

"Wer es nicht erlebt hat und es nicht in seinem Herzen trägt, der kann nicht empfinden, was den Mythos Bremer Brücke ausmacht und wie er wirkt." - D. Thioune

Dieser Beitrag wurde zuletzt von bremerbruecke am 25.11.2021 um 12:58 Uhr bearbeitet
Quo vadis, VfL? |#2
25.11.2021 - 12:57 Uhr
Quo vadis - #03

Wohin geht die Reise unserer Mannschaft? Weitere acht Wochen sind vergangen, sodass es sich durchaus lohnt einen Blick auf die Truppe und den Verein zu werfen.

Beginnend vielleicht mit dem Führungswechsel im e.V. - hier wurde vor zwei Wochen eine durchaus harmonische Jahreshauptversammlung abgehalten. Hülsmann hat als Präsident abgedankt und wurde durch den ehemaligen Lokalpolitiker und Bürgermeister von Hasbergen, Holger Elixmann, ersetzt. Dieser war bereits in den letzten Jahren u.A. beim Lauschangriff, dem Fanradio des VfL, aktiv. Weiterhin kann ich ihn nicht einschätzen, aber er vertritt in erster Linie die Interessen des Fussballs (auch wenn er natürlich dies nicht so gesagt hat) und das befürworte ich schon mal. Spannend ist auch, dass die Fanabteilung mittlerweile in nahezu allen Ämtern einen Vertreter aus ihren Reihen gewählt hat. So werden hoffentlich auch hier einige Themen weiter auf den Weg gebracht und die Interessen der Fanabteilung weiterhin gewahrt.

Seit der Übernahme von Welling als Geschäftsführer beim VfL hat sich meines Erachtens einiges getan. Viele soziale Projekte wurden angestoßen, die ich allesamt sehr begrüße. Hier sticht sicherlich die Aktion der Gemeinwohl-Tickets heraus. Eine wirklich herausragende Aktion, die gerne auch übermedial mehr Beachtung finden darf. Man merkt einfach, dass Welling solche Aktionen wichtig sind und er auf einer ganz anderen Ebene hinsichtlich Kommunikation steht, als es noch Wehlend war. Dieser war stets distanziert und kühl sowie auf die Finanzen bedacht. Welling steht für Werte und möchte hier in Zukunft noch einiges umsetzen. Hierzu wurde auch eine Umfrage ins Leben gerufen - wer noch nicht teilgenommen hat, möge sich diese Minuten bitte nehmen. Insgesamt gefällt mir dieser Kurs des VfL ausgesprochen gut.

## Kommen wir einmal zu unserer Lizenzspielermannschaft ##

Nach 16 Spieltagen steht unser VfL auf Platz 2 in der Liga - und nirgends in der Stadt herrscht auch nur ein Fünkchen Euphorie. Liegt dies auch bedingt durch die Corona-Fälle daran, dass gerade wirklich in Ruhe gearbeitet wird und das gesamte Umfeld in den letzten Jahren gesehen hat, wie schnell das Ruder auch in die andere Richtung schlagen kann?

Fakt ist, dass unser VfL in der Hinrunde fast kontinuierlich besser performed hat, als in der Rückrunde. Da es zum Thema Trainingszentrum keine wesentlichen neuen Erkenntnisse für diese Saison gibt, können wir uns hier vermutlich auf eine weitere harte Rückrunde einstellen. Hoffentlich ist dieses Thema dann spätestens zum nächsten Jahr erledigt, sodass der Nachteil hinsichtlich Trainingsplätze kompensiert ist. Wie auch immer die Lösung dann aussehen mag (Schinkelberg!?).

In der Liga scheint sich mehr und mehr eine Spitzentruppe herauszukristallisieren. Dazu gehört der VfL. Ebenso dabei sind Magdeburg, Braunschweig, Kaiserslautern, Mannheim, Saarbrücken und... der SV Meppen. Die Nachbarn aus dem Emsland erleben gerade die Reunion von Darmstadt und Paderborn. Verrückt, aber ich traue ihnen auch einiges zu - eben, weil Sie im Vergleich zu den vielen anderen Teams ohne Druck aufspielen können.

Im letzten Quo Vadis habe ich auf dem Platz die fehlende Konterabsicherung bei Ecken sowie die eigene Standardschwäche identifiziert. Hinsichtlich der Konterabsicherung steht unser VfL zwar immer noch hoch, allerdings sichert er mittlerweile etwas mehr ab (2 Mann) und lässt den Sheriff damit nicht mehr in aller Regelmäßigkeit in 1 vs. 2 laufen.
Unsere Quote nach Eckbällen hat sich auch merklich verbessert: Opoku konnte allein in den letzten Spielen drei Ecken mustergültig auf Köhler und Simakala servieren. Auch Gugganig war bekanntlich im Pokal nach Kleinhansl-Ecke erfolgreich. Gerne mehr davon. Bezüglich Freistöße ist man ja weiterhin beim VfL nach den Jahren von Alvarez und Kerk verwöhnt - hier scheint dieses Jahr keiner an dessen ruhenden Bällen anzuknüpfen. Vielleicht muss ich es aber nur beschreien und Simakala beweist mir dann zum Beginn der Rückrunde das Gegenteil..

Simakala ist sowieso der Gewinner der letzten Wochen. Ich habe ihn bereits verflucht und fast als Fehleinkauf abgestempelt. Mittlerweile beweist er, dass er eine absolute Bereicherung für unser Spiel sein kann - hat er doch in den letzten Spielen so einige Abwehrreihen vor Probleme gestellt.

Mit Wähling kommt im Winter hoffentlich noch ein Mann dazu, der eine weitere spielerische Komponente in unser Spiel bringen kann. An großartige Veränderungen im Kader innerhalb der Transferperiode glaube ich nicht. Eventuell wird ein Talent wie Möller, Hakim Traoré oder Sprekelmeyer abgegeben/verliehen. Neuzugänge sehe ich keine, zumindest keine direkte Position auf der es Sinn macht im Winter nachzulegen. Am ehesten noch der Angriff, da wir hier sehr "erfahren" (bewusst nicht alt! zwinker ) aufgestellt sind.

Zuletzt schwebt ja auch mittlerweile über den VfL die Corona-Wolke. Heider und Taffertshofer sind in Isolation, sodass manche das Gerücht verbreiten, dass diese nicht geimpft seien. Ich enthalte mich dessen und verweise auf einen überragenden Kommentar von NOZ-Redakteur Kraus zu diesem Thema.

In den nächsten Wochen gilt es für den VfL sich in der Spitzengruppe festzusetzen und ein kleines Polster zum Tabellenmittelfeld aufzubauen. Hier bieten sich die Heimspiele gegen kleine Teams wie Freiburg II und Havelse natürlich an. Wobei gerade in diese Partien ist natürlich unser VfL wieder prädestiniert dafür, sich schwer zu tun - wie das jeder "große" Klub dieser Liga sicherlich von sich behauptet. Mit den Punkten kann man dann Mitte Dezember mit breiter Brust in das Spitzenspiel in Magdeburg gehen - hier hängen die Trauben hoch.

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"Erneuert das Dach, renoviert die Toiletten, zapft das Bier schneller und grillt die Wurst ein wenig besser – aber wagt es nicht, den 2000 und den Tausenden, für die sie stellvertretend geschrien und gesungen haben, die Bremer Brücke zu nehmen." - H. Pistorius

"Wer es nicht erlebt hat und es nicht in seinem Herzen trägt, der kann nicht empfinden, was den Mythos Bremer Brücke ausmacht und wie er wirkt." - D. Thioune
Quo vadis, VfL? |#3
09.02.2022 - 15:24 Uhr
Quo Vadis - #05

6 Spiele || 3 Siege - 3 Remis - 0 Niederlagen

Saarbrücken (H) - 2:1
Wiesbaden (A) - 0:0
Würzburg (H) - 2:0
Dortmund (A) - 2:2
Duisburg (A) - 6:3
Türkgücü (H) - 1:1


Die Saison 2021/2022 schreiter weiter in großen Schritten voran und so ist bereits auch mit sechs Spieltagen in der Rückrunde der Grundstein der restlichen Saison nach dem Winter gesetzt. Dabei hat unser VfL sich erstaunlich gut geschlagen und konnte zwölf Punkte aus sechs Spielen holen. Dazu ist der VfL weiterhin ungeschlagen in 2022, wenn auch es gegen den BVB "II" sehr eng war hinten raus. Der gewonnene Punkt in Dortmund wird durch die extrem dumm verlorenen zwei Punkte gegen Türkgücü wieder wett gemacht. Mit drei Punkten in diesem Spiel wäre man sehr groß im Rennen um den Aufstieg und hätte sich durch die letzten Spiele wieder richtig zurückgespult ins Haifischbecken. So hat man weiterhin eine gute Position im Schatten der Top-Teams. Positiv stimmt mich, dass man in der Rückrunde in den ersten sechs Spielen zwei Punkte mehr holen konnte, als noch in der Hinrunde. Die Tendenz ist also positiv.

Insgesamt ist der VfL, der ja sonst saisonübergreifend als Fahrstuhlmannschaft bekannt ist, dieses Jahr innerhalb einer Spielzeit eine Fahrstuhlmannschaft von den Ergebnissen her. Dies lässt sich, wenn man sich mal die einzelnen Phasen der Saison anschaut, auch an den geholten Punkten belegen.

Spieltag 1-4: 4/12
Spieltag 5-9: 13/15
Spieltag 10-11: 0/6
Spieltag 12-15: 10/12
Spieltag 16-19: 2/12
Spieltag 20-25: 12/18


Streng genommen kann man sogar, nimmt man lediglich die ersten vier Spieltage des Rückrundenstarts, davon sprechen, dass sich der VfL bereits wieder durch die zwei Remis zuletzt, in einer schwächeren Phase (2/6) befindet. Die gilt es jetzt in den nächsten zwei Spielen gegen Köln und Braunschweig zu brechen. Ziel muss es sein, dass der VfL mehr Konstanz in die Ergebnisse bekommt und sich noch mehr für seine spielerische Überlegenheit auf dem Feld belohnt.

Perspektiven mit Blick auf die Tabelle und den Aufstiegskampf liegen aus meiner Sicht noch absolut alle Karten auf dem Tisch und bis auf Magdeburg dürfte noch kein Team durch sein. Da kann sich auch Kaiserslautern noch nicht zu sicher sein, wenn auch dessen Abwehr (erst 13 Gegentore!) wirklich ein Pfund im Aufstiegskampf ist.
Der Aufstieg wird in den Spielen der Teams gegeneinander in den nächsten Wochen entschieden. Der VfL spielt noch gegen Braunschweig (27.), Meppen (28.), Kaiserslautern (29.), 1860 (34.), Mannheim (35.) sowie Magdeburg (38.). Lediglich Saarbrücken konnte man bereits bezwingen. Die anderen Teams spielen untereinander ebenfalls noch nahezu alle gegeneinander. Die nächsten Wochen werden zeigen, wo die Reise hingeht. Ein "Vorteil" - wenn es denn dieses Jahr überhaupt einer ist für den VfL.. - ist sicherlich, dass Braunschweig, Lautern und Mannheim, die mMn noch die größten Konkurrenten um Platz 2/3 sind, noch bei uns zu Gast sind. Magdeburg wird am letzten Spieltag sicherlich schon aufgestiegen sein. Nach dem Kaiserslautern-Spiel - im nächsten Quo Vadis - wird man sehen, in welche Richtung sich die Saison entwickelt..

Kaiserslautern: Magdeburg (26. H), Mannheim (27 A), 1860 (23 A), Osnabrück (29 A), Saarbrücken (34 H)
Saarbrücken: Meppen (29 H), Braunschweig (30 A), 1860 (32 A), Mannheim (33 H), Kaiserslautern (34 A)
Braunschweig: Osnabrück (27 A), Mannheim (29 A), Saarbrücken (30 H), Magdeburg (36 H), Meppen (37 A)
Osnabrück: Braunschweig (27 H), Meppen (28 A), Kaiserslautern (29 H), 1860 (34 A), Mannheim (35 H), Magdeburg (38 H)
Mannheim: Kaiserslautern (27 H), Braunschweig (29 H), 1860 (31 H), Saarbrücken (33 A), Osnabrück (35 A)
Meppen: 1860 (26 H), Osnabrück (28 H), Saarbrücken (29 A), Magdeburg (31 A), Braunschweig (37 H)
1860: Meppen (26 A), Kaiserslautern (23 H), Mannheim (31 A), Saarbrücken (32 H), osnabrück (34 H), Magdeburg (37 A)


Meppen wird sich sicherlich auf kurz oder lang aus der Spitzengruppe verabschieden. Gegen die unteren Teams haben sie sehr konstant ihre Punkte eingefahren in der Hinrunde, aber gegen die anderen Top-Teams bisher 6/27 Punkten geholt. Drei davon zu Saisonbeginn gegen Kaiserslautern, die ja bekanntlich erst im September das Fussballspielen angefangen haben.

Noch ein kurzer Blick zum abgelaufenen Transfer-Fenster: Traoré und Möller weg, dafür mit Emeka Oduah ein weiteres Offensivtalent dazugeholt. Sprekelmeyer an Lotte verliehen für Spielzeit. Alles in allem haben wir uns nicht verschwächt und können einem Talent mehr Spielzeit geben. Ob Oduah uns diese Rückrunde bereits helfen kann, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht zu bewerten. Klaas wird gehen, aber zeigt eindrucksvoll wie man sich trotz dessen weiter reinhängt und Leistung zeigen kann. Das Schaufenster für Ihn wird Woche für Woche größer.

Ich freue mich auf die nächsten Wochen, die wie oben zu sehen, gespickt mit vielen Top-Begegnungen sind und in der sich die Spreu vom Weizen trennt. Der VfL hat sich durch den erfolgreichen Rückrundenauftakt überhaupt erst zurück in die Verlosung gespielt. Will man auf Dauer wirklich noch ganz oben angreifen, muss der VfL solche Aussetzer wie zuletzt gegen Türkgücü München in den Griff bekommen und seine chronische Offensivschwäche in den Heimspielen abschalten.

In diesem Sinne. NfdV!

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"Erneuert das Dach, renoviert die Toiletten, zapft das Bier schneller und grillt die Wurst ein wenig besser – aber wagt es nicht, den 2000 und den Tausenden, für die sie stellvertretend geschrien und gesungen haben, die Bremer Brücke zu nehmen." - H. Pistorius

"Wer es nicht erlebt hat und es nicht in seinem Herzen trägt, der kann nicht empfinden, was den Mythos Bremer Brücke ausmacht und wie er wirkt." - D. Thioune
Quo vadis, VfL? |#4
08.03.2022 - 09:58 Uhr
Quo Vadis - #06

Der VfL 2021/2022 ist mir auch nach 28 Spieltagen weiterhin ein Rätsel. Die 0:1-Niederlage gegen Kaiserslautern hat dabei die Probleme des VfL in diesem Jahr nahezu perfekt aufgezeigt. Probleme, weshalb der VfL eben dieses Jahr keine Spitzenmannschaft ist und es aus meiner Sicht (verdient) nicht zum Aufstieg reichen wird, obwohl man eben spielerisch oft in den Partien nicht die schlechtere Mannschaft auf dem Feld ist.

Problem 1: Abschlussschwäche

Kein Spiel hat dies besser gezeigt, als die Niederlage gestern. Irgendwann kann man die Aluminiumtreffer und vergebenen Großchancen auch nicht mehr mit fehlenden Spielglück erklären. Es ist viel mehr mangelnde Qualität in vorderster Reihe.
Der NDR hat dies in seinem Aufstiegscheck auch sehr fein mit Daten unterfüttert:

Quelle: NDR
Die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning tritt sehr dominant auf, hat im Schnitt mit 28,19 Minuten pro Partie die zweithöchste Ballbesitzzeit (57 %). Nur Magdeburg (32,14 Min./61 %) ist besser. Das große "Aber" ist die mangelnde Effizienz. Der VfL verwandelt nur 21,04 % seiner Torchancen (Rang 15 im Ligavergleich). Überhaupt kommen bei den Niedersachsen lediglich 34,44 % ihrer vielen Schüsse aufs Tor (Platz 17). So liegt die Trefferwahrscheinlichkeit pro Versuch bei mageren 10 %. Genauso schwach performt hier nur noch der insolvente Tabellen-16. Türkgücü München.


Dieses Problem ist ja auch bereits in der Hinrunde zum Tragen gekommen. Dennoch hat man sich im Winter dagegen entschieden auf dieser Position nachzujustieren und damit den Aufstieg zu forcieren und die Wahrscheinlichkeit auf diesen zu erhöhen. Kaiserslautern ist mit Terrence Boyd hier sehr hohes finanzielles Risiko gegangen, das hat sich gestern aber auch ausgezahlt. Ich möchte mir aktuell nicht ausmalen, was der VfL macht, wenn Heider ausfällt. In zentraler Reihe hat man sich ja seine einzige Alternative im Kader, Wooten, selbst demontiert. Eines der größten Missverständnisse der letzten Dekade beim VfL. Vielleicht erfährt man irgedwann noch mal, wieso er nicht spielt - ist die Spielprämie so hoch? Hat er sich etwas zu Schulden kommen lassen?

Problem 2: Heimschwäche

Platz 10 in der Heimtabelle bei einem Torverhältnis von 14:9 in 14 Spielen. Viel zu viele 0:1-Niederlagen gegen Wiesbaden, Duisburg, Zwickau, Kaiserslautern und Freiburg. Dazu Nullnummern daheim gegen Halle und Havelse. Das ist als Spitzenteam einfach viel zu wenig. Es wird suggeriert, dass man mutigen und offensiven Fussball spielt, aber kommt in Heimspielen fast nie zum Torerfolg. Die Kracher kommen alle noch zu ihrem Gastspiel an der Bremer Brücke. Langsam sollten die Medien gut daran tun, dass Sie nicht mehr vom Nimbus / Mythos Bremer Brücke sprechen, sondern die Spiele angehen, wie andere auch. Vermutlich sind wir über die letzten 18 Monate eines der schwächsten Heimteams im deutschen Profifussball.

Gegen Kaiserslautern hat das Team es auch in den ersten Minuten nicht geschafft, dass der Funke vom Rasen auf die Zuschauerränge überspringt. Dies kann ich nur aus Erzählungen sagen, war selbst leider verhindert.

Problem 3: Schwiegersohn-Mentalität

Erneut kann man den Bogen spannen zum Gegner am Wochenende. Dort spielen bedeutend mehr Dreckssäcke wie Boyd, Klingenburg, Wunderlich oder Tomiak. Diese Spieler sind eklig und ziehen zur not auch mal dreckig die Punkte. Alvarez war so einer. Spieler, die du selbst beim Gegner hasst, aber in deinem Team liebst. Wir haben davon viel zu wenige. Ich würde maximal Beermann und Kleinhansl dieses Prädikat verleihen. Wir haben sehr viele Kicker, die richtig guten Fussball spielen, aber eben auch diese Schwiegersohn-Mentalität auf dem Platz verkörpern. Sinnbildlich Spieler wie Traoré oder Wähling, der es zB nicht schafft gegen Türkgücü in der letzten Minute einfach ein dreckiges Foul zu spielen, um den drohenden Konter zu unterbinden. An diesen Charakteren fehlt es der Truppe.

Problem 4: Taktische Unflexibilität

Jeder Gegner weiß, dass der VfL ihn im 4-3-3 erwartet. Grundsätzlich betont man stets, dass man sein Spiel durchdrücken möchte. Einige Gegner (bspw. Kaiserslautern im Hinspiel, Duisburg im ersten Spiel) haben bereits bewiesen, wie Sie unser System knacken können. Falls unser Spiel in der ersten Halbzeit nicht auf geht, beweist Scherning eine große taktische Unflexibilität und ein schwaches In-Game-Coaching. Man verweist da stets auf Thioune, der dies ja perfekt konnte und sein Team auf den Gegner angepasst hat. Bei uns wird maximal das 4-3-3 aufgelöst und ein ZM als ZDM etwas zurückgezogen. Dazu sieht man immer die gleichen Wechsel (bspw. Higl/Bertram auf dem Flügel oder Haas für Kleinhansl), stets die gleichen 14-15 Spieler auf dem Rasen. Mir fällt aus dem Stehgreif lediglich das Hinspiel gegen Viktoria Berlin ein als der VfL auf lange Bälle umgestellt hat und damit erfolgreich war. Ich würde mir wünschen, wenn Scherning auch anders reagiert im Spiel - und da können es nicht sinnfreie Dreierwechsel sein, die dann alle Außenverteidiger aus dem Spiel nehmen ca. 15 Minuten vor dem Ende wie am Samstag. Das Zeichen war All-in, aber jegliche Struktur wurde zu diesem Zeitpunkt aus dem Spiel genommen. Ich sehe keine Weiterentwicklung in der Spielanlage der Jungs im Vergleich zum Hinspiel.

Was bleibt?

Es sind weiterhin 10 Spiele zu gehen. Der VfL schreibt weiterhin das Buch der Drama-Queen, wie man ihn kennt. Vermutlich wird er gegen Braunschweig gewinnen, damit der Spannungsbogen nicht abfällt und am Ende es verduseln. Letztendlich ist das Ziel, welches es mit der Mannschaft zu erreichen gilt, Platz 4. Vor allem aufgrund des dummen Pokalaus gegen Meppen. Hier ist noch alles drin. Es sind weiterhin alle Teams im Rennen um - mind. - Platz 3. 1860 München wird noch eine große Rolle spielen, wenn Türkgücü wirklich zurückzieht vor dem Stichtag, wonach es neusten Medienberichten ja aussieht.

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"Erneuert das Dach, renoviert die Toiletten, zapft das Bier schneller und grillt die Wurst ein wenig besser – aber wagt es nicht, den 2000 und den Tausenden, für die sie stellvertretend geschrien und gesungen haben, die Bremer Brücke zu nehmen." - H. Pistorius

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Quo vadis, VfL? |#5
06.10.2022 - 18:47 Uhr
Quo Vadis - #08

Lange kein Update mehr hier - zu groß war im Sommer der Frust über die verpassten Möglichkeiten der vergangenen Saison.

Mittlerweile ist eine Transferphase um und sogar bereits der Trainer gewechselt worden - oder freundlich verpackt: "abgeworben worden". Aus diesem glücklichen Umstand hat man mit Tobi Schweinsteiger an der Seitenlinie nun den Turnaround schaffen können.

Dies mündete zuletzt in einem berauschenden 5:0-Sieg gegen Waldhof Mannheim. Das vierte Spiel ohne Niederlage, lediglich ein Gegentreffer. Der Trainer hat seine Lehren aus dem ersten wilden Spiel gegen Oldenburg gezogen und in den ersten Wochen zunächst die Defensive stabilisiert, um im Anschluss nun die ersten Offensivideen zu implementieren.

Die NOZ hat die aktuellen Entwicklungen auch bereits in einem Artikel zusammengefasst, auf dem ich gerne Bezug nehmen möchte. Zunächst wurde die Defensive deutlich stabilisiert. Die Zeiten in denen der VfL extrem hoch gestanden ist und so einen Konter nach dem nächsten gefressen hat, scheinen zunächst einmal vorbei. Insbesonders gefällt mir hier die Umschaltbewegung bei Ballverlusten. Auch in der Vorwärtsbewegung scheint Schweinsteiger den Jungs die Leinen losgeschnitten haben. Alleine die Abschlüsse aus der zweiten Reihe lassen den Stammtisch-Fussballfan aufhorchen und dessen Herzen höher schlagen. Die Ausbeute aus den Standardsituationen gilt es - trotz vorhandener Chancen - noch weiter zu erhöhen. Mit Danneberg ist hier aber auch weiter der alte Mann verantwortlich - hoffentlich können wir hier dennoch eine Weiterentwicklung sehen. Es ist für mich unbegreiflich - schon immer! - wieso man es nach Ecken und Freistößen nicht schafft mehr Kapital zu schlagen.

Im Umfeld der einschlägigen Fanforen erhält Shapourzadeh oft Kritik. Für die Verpflichtung von Schweinsteiger würde ich ihn dagegen ausdrücklich loben wollen. Diese authentische Art hat etwas von Daniel Thioune und lässt den VfLer hoffen, dass die Zeiten des Feldhoff-Graus irgendwann vergessen werden. Auch die Neuzugänge haben durchaus eingeschlagen - wenn auch nicht alle. Ein Niemann bringt die Truppe deutlich voran und scheint ein fehlendes Puzzle-Teil zu sein. Habe ich die Raute zu Beginn noch begrüßt, so sehe ich auch klar ein, dass dieses Projekt gescheitert ist und Simakala auf dem Flügel zu alter Stärke avanciert. Gyamfi als Tank hinten drin hat etwas von Lucio oder BigNick. Mit dieser Spielweise wird er schnell zum Publikumsliebling werden. Tesche im Mittelfeld ist eine Bank - so ballsicher, so passsicher. Neuzugänge wie Satkus, Wulff oder Engelhardt benötigen anscheinend etwas mehr Zeit sich an die Liga anzupassen. Die bekommen sie aber auch, weil man derzeit ein stabiles Gerüst einer ersten Elf entwickelt.

In der "Schweinsteiger-Tabelle" ist der VfL schon mal auf einem starken dritten Platz vorgerückt. Knapp hinter Dynamo Dresden. Es steht also ein echtes Spitzenspiel an! Gefolgt von weiteren Top-Spielen gegen 1860 München und Elversberg.

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