BVB - Sponsoren
16.07.2014 - 11:08 Uhr
29.05.2024 - 12:45 Uhr
Zitat von halbgott
Rheinmetall ist in Düsseldorf ansässig und hat 30.000 Mitarbeiter.
es wird ausdrücklich gesagt, daß die Partnerschaft für Event- und Hospitality-Angebote im Stadion sowie auf dem Vereinsgelände genutzt wird.
immer wieder wurde das fehlende Einnahmepotential durch Logen im BVB Stadion benannt. Auch der Standort Dortmund wurde als ungünstig benannt, völlig zu Recht.
Aber Rheinmetall zahlt jetzt mit rund 20 Mio weit überdurchschnittlich viel, wüsste nicht, daß es einen anderen Sponsor gibt, der nicht werbewirksam auf dem Trikot erscheint und so viel zahlt.
Rheinmetall ist in Düsseldorf ansässig und hat 30.000 Mitarbeiter.
es wird ausdrücklich gesagt, daß die Partnerschaft für Event- und Hospitality-Angebote im Stadion sowie auf dem Vereinsgelände genutzt wird.
immer wieder wurde das fehlende Einnahmepotential durch Logen im BVB Stadion benannt. Auch der Standort Dortmund wurde als ungünstig benannt, völlig zu Recht.
Aber Rheinmetall zahlt jetzt mit rund 20 Mio weit überdurchschnittlich viel, wüsste nicht, daß es einen anderen Sponsor gibt, der nicht werbewirksam auf dem Trikot erscheint und so viel zahlt.
Und warum zahlen die so viel ? Sicher nicht aus Gutmütigkeit gegenüber dem BVB und auch nicht, damit sie ihre Mitarbeiter mal in ne Loge setzen können.
Sondern weil man für das Überwinden der moralischen Grenzen mit zahlen muss.
Das sind doch genau die Verträge, die man über Jahre bei City, PSG etc kritisiert hat. Unverhältnismäßig hohe Zahlungen, um sich so öffentlich gut darzustellen. Und genau das nennt man Sportswashing
Dieser Beitrag wurde zuletzt von chrissi1989 am 29.05.2024 um 12:50 Uhr bearbeitet
29.05.2024 - 12:46 Uhr
Zitat von MichaelZorc
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da sich der BVB mMn schon seit längerem in eine falsche Richtung entwickelt, ich der Meinung bin, dass ein Fußballverein auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat (siehe z.B. unsere Satzung), habe ich mir mal die Arbeit gemacht und möchte ein paar Punkte aufführen:
~~~ Wer ist Rheinmetall? ~~~
Rheinmetall ist ein diversifiziertes Unternehmen, das in zwei Hauptgeschäftsbereichen tätig ist: Defence (gepanzerte Fahrzeuge, Waffensysteme, Munition, Luftverteidigungssysteme, elektronische Verteidigungssysteme, ...) und Automotive (Motorkomponenten, Abgassysteme, Pumpen, ...)
Der Anteil des Rüstungssegments an den Gesamteinnahmen des Unternehmens ist beträchtlich. Das Defence-Segment, zu dem die Rüstungs- und Verteidigungsaktivitäten gehören, macht einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes von Rheinmetall aus. In den letzten Jahren lag der Anteil oft bei etwa 60-70% des Gesamtumsatzes. Das Defence-Segment ist nicht nur ein großer Teil des Umsatzes, sondern auch ein wachsender Bereich des Unternehmens. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Verteidigungstechnologien ist in vielen Regionen der Welt gestiegen, was zu einem entsprechenden Umsatzwachstum in diesem Bereich geführt hat.
Rheinmetall getrennt von ihrem Rüstungssegement zu betrachten ergibt für mich keinerlei Sinn.
~~~ Was erhofft sich Rheinmetall? ~~~
# Image- und Markenverbesserung
Durch die Verbindung mit einem beliebten und positiv wahrgenommenen Fußballverein wie unserem BVB könnte Rheinmetall sein Image verbessern und sich als sozial verantwortliches Unternehmen positionieren. Dies könnte helfen, negative Assoziationen aufgrund kontroverser Rüstungsaktivitäten zu mildern und die Markenbekanntheit national und international zu steigern.
# Erschließung neuer Zielgruppen und Geschäftsmöglichkeiten
Wir bieten eine mediale Präsenz zur Erschließung neuer Zielgruppen und durch das Netzwerk des BVBs können sich neue Geschäftsmöglichkeiten und Kontakte in anderen Industriebereichen ergeben.
# Stärkung des Engagements und der Mitarbeiterbindung
Durch die Unterstützung von Sport- und Gemeinschaftsprojekten könnte Rheinmetall sein Engagement im Bereich der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) erhöhen: positives Image zur Stärkung des Engagements, und der Mitarbeitergewinnung/ -bindung.
Am Ende des Tages erhofft sich jede Firma durch Marketing und Sponsoring einen finanziellen Gewinn.
~~~ Warum ist Rheinmetall kein geeigneter Sponsor für den BVB? ~~~
# Moralische und ethische Bedenken
Der mMn wichtigste Punkt. Ich möchte keinem Verein zujubeln, welcher Moral und Ethik mit Füßen tritt.
Rheinmetall ist ein Rüstungsunternehmen, das Waffen und Militärtechnologie herstellt. Oft wird hier der Verteidigungskrieg in der Ukraine genannt.
ABER es gibt weitere konkrete Beispiele, welche man ebenfalls aufführen muss um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen:
- Rheinmetall hat Waffen an Saudi-Arabien geliefert, die im Jemenkrieg eingesetzt wurden. Dieser Konflikt hat zu einer erheblichen humanitären Krise mit zahlreichen zivilen Opfern geführt.
- Rheinmetall lieferte Waffen an die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg zum Einsatz kamen. Diese Waffenlieferungen sind umstritten, da sie in einem Konfliktgebiet verwendet wurden, das von schweren Menschenrechtsverletzungen geprägt ist.
- Umgehung von Exportkontrollen durch Tochtergesellschaften in anderen Ländern wie Italien und Südafrika um Waffen an umstrittene Empfängerländer zu liefern.
- Rheinmetall hat Geschäfte mit Regimen gemacht, die für ihre schlechten Menschenrechtsbilanzen bekannt sind, darunter Länder wie Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls in den Jemenkrieg involviert sind.
- Rheinmetall war in den 1990er Jahren in den Skandal um die Lieferung von Streumunition verwickelt, einer Waffengattung, die international wegen ihrer verheerenden Auswirkungen auf Zivilisten geächtet ist.
- Panzerlieferungen an Katar, was aufgrund der politischen Lage und der Rolle Katars in regionalen Konflikten kontrovers diskutiert wurde.
- Rheinmetall wird oft für seine mangelnde Transparenz und öffentliche Kommunikation über die Endverwendung seiner Produkte und seine Geschäftspraktiken kritisiert.
Der BVB hat sich immer als Verein präsentiert, der soziale Verantwortung und ethische Werte hochhält. Eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das direkt mit dem Militär und bewaffneten Konflikten in Verbindung steht, widerspricht diesen Werten. Wie man hier im Forum, oder auf allen weiteren Plattformen sieht wird eine solche Verbindung von vielen Fans und Außenstehenden als moralisch problematisch empfunden.
Es gibt viele andere potenzielle Sponsoren, die besser zu den Werten und der Philosophie des BVB passen. Unternehmen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Technologie oder sozialer Verantwortung könnten eine positivere und weniger kontroverse Partnerschaft darstellen. Der BVB sollte sich nach Sponsoren umsehen, die das positive Image des Vereins unterstützen und fördern. Und nicht welche, die als Verrat an diesen Prinzipien gesehen werden können.
# Image und Öffentlichkeitswahrnehmung
Der BVB ist ein weltweit bekannter Verein mit einer großen und vielfältigen Fangemeinde. Ein Sponsoring-Deal mit einem Rüstungsunternehmen könnte das öffentliche Image des Vereins schädigen und negative Reaktionen sowohl von Fans als auch von der breiten Öffentlichkeit hervorrufen. Dies könnte zu einem Rückgang der Unterstützung und einem Imageverlust führen. Auch die Attraktivität für andere Sponsoren könnte deutlich zurückgehen, da diese u.U. nicht neben Rheinmetall zu sehen sein wollen.
# Politische Kontroversen
Die Rüstungsindustrie ist oft in politische Kontroversen verwickelt, sei es durch Waffendeals mit problematischen Regimen oder durch die Teilnahme an internationalen Konflikten. Ein Sponsoring-Deal mit Rheinmetall wird den BVB in politische Debatten hineinziehen, die den Verein und seine Fans spalten könnten. Wird in der Zukunft über Rheinmetall diskutiert, so wird auch immer der BVB in Reichweite des Diskurs sein und reingezogen werden, sei es nur durch unzählige Memes oder Jubelbilder mit Sponsorenlogo.
# Unterstützung und Engagement der Fans
Ein großer Teil der Stärke und des Erfolgs von Borussia Dortmund liegt in der leidenschaftlichen und engagierten Fanbasis. Diese Fans identifizieren sich stark mit den Werten und der Philosophie des Vereins (EchteLiebe).
Ein Beispiel aus der Fußballwelt: Während der Diskussionen um das Sponsoring durch Qatar Airways beim FC Bayern München haben viele Fans ihre Unzufriedenheit offen gezeigt, was zu Protesten und einem Rückgang des Fanengagements führte.
Ähnliche Reaktionen werden mMn auftreten, wenn der BVB eine Partnerschaft mit Rheinmetall eingehen wird. Dies wird nicht nur die Beziehung zwischen Verein und Fans belasten, sondern auch die Stimmung und Unterstützung im Stadion beeinträchtigen. Man liest hier im Forum zu Hauf, dass eine Entfremdung stattfindet und für viele gehört ein Kriegswaffenhersteller nicht in ein Stadion voll jubelnder Fans.
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da sich der BVB mMn schon seit längerem in eine falsche Richtung entwickelt, ich der Meinung bin, dass ein Fußballverein auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat (siehe z.B. unsere Satzung), habe ich mir mal die Arbeit gemacht und möchte ein paar Punkte aufführen:
~~~ Wer ist Rheinmetall? ~~~
Rheinmetall ist ein diversifiziertes Unternehmen, das in zwei Hauptgeschäftsbereichen tätig ist: Defence (gepanzerte Fahrzeuge, Waffensysteme, Munition, Luftverteidigungssysteme, elektronische Verteidigungssysteme, ...) und Automotive (Motorkomponenten, Abgassysteme, Pumpen, ...)
Der Anteil des Rüstungssegments an den Gesamteinnahmen des Unternehmens ist beträchtlich. Das Defence-Segment, zu dem die Rüstungs- und Verteidigungsaktivitäten gehören, macht einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes von Rheinmetall aus. In den letzten Jahren lag der Anteil oft bei etwa 60-70% des Gesamtumsatzes. Das Defence-Segment ist nicht nur ein großer Teil des Umsatzes, sondern auch ein wachsender Bereich des Unternehmens. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Verteidigungstechnologien ist in vielen Regionen der Welt gestiegen, was zu einem entsprechenden Umsatzwachstum in diesem Bereich geführt hat.
Rheinmetall getrennt von ihrem Rüstungssegement zu betrachten ergibt für mich keinerlei Sinn.
~~~ Was erhofft sich Rheinmetall? ~~~
# Image- und Markenverbesserung
Durch die Verbindung mit einem beliebten und positiv wahrgenommenen Fußballverein wie unserem BVB könnte Rheinmetall sein Image verbessern und sich als sozial verantwortliches Unternehmen positionieren. Dies könnte helfen, negative Assoziationen aufgrund kontroverser Rüstungsaktivitäten zu mildern und die Markenbekanntheit national und international zu steigern.
# Erschließung neuer Zielgruppen und Geschäftsmöglichkeiten
Wir bieten eine mediale Präsenz zur Erschließung neuer Zielgruppen und durch das Netzwerk des BVBs können sich neue Geschäftsmöglichkeiten und Kontakte in anderen Industriebereichen ergeben.
# Stärkung des Engagements und der Mitarbeiterbindung
Durch die Unterstützung von Sport- und Gemeinschaftsprojekten könnte Rheinmetall sein Engagement im Bereich der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) erhöhen: positives Image zur Stärkung des Engagements, und der Mitarbeitergewinnung/ -bindung.
Am Ende des Tages erhofft sich jede Firma durch Marketing und Sponsoring einen finanziellen Gewinn.
~~~ Warum ist Rheinmetall kein geeigneter Sponsor für den BVB? ~~~
# Moralische und ethische Bedenken
Der mMn wichtigste Punkt. Ich möchte keinem Verein zujubeln, welcher Moral und Ethik mit Füßen tritt.
Rheinmetall ist ein Rüstungsunternehmen, das Waffen und Militärtechnologie herstellt. Oft wird hier der Verteidigungskrieg in der Ukraine genannt.
ABER es gibt weitere konkrete Beispiele, welche man ebenfalls aufführen muss um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen:
- Rheinmetall hat Waffen an Saudi-Arabien geliefert, die im Jemenkrieg eingesetzt wurden. Dieser Konflikt hat zu einer erheblichen humanitären Krise mit zahlreichen zivilen Opfern geführt.
- Rheinmetall lieferte Waffen an die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg zum Einsatz kamen. Diese Waffenlieferungen sind umstritten, da sie in einem Konfliktgebiet verwendet wurden, das von schweren Menschenrechtsverletzungen geprägt ist.
- Umgehung von Exportkontrollen durch Tochtergesellschaften in anderen Ländern wie Italien und Südafrika um Waffen an umstrittene Empfängerländer zu liefern.
- Rheinmetall hat Geschäfte mit Regimen gemacht, die für ihre schlechten Menschenrechtsbilanzen bekannt sind, darunter Länder wie Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls in den Jemenkrieg involviert sind.
- Rheinmetall war in den 1990er Jahren in den Skandal um die Lieferung von Streumunition verwickelt, einer Waffengattung, die international wegen ihrer verheerenden Auswirkungen auf Zivilisten geächtet ist.
- Panzerlieferungen an Katar, was aufgrund der politischen Lage und der Rolle Katars in regionalen Konflikten kontrovers diskutiert wurde.
- Rheinmetall wird oft für seine mangelnde Transparenz und öffentliche Kommunikation über die Endverwendung seiner Produkte und seine Geschäftspraktiken kritisiert.
Der BVB hat sich immer als Verein präsentiert, der soziale Verantwortung und ethische Werte hochhält. Eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das direkt mit dem Militär und bewaffneten Konflikten in Verbindung steht, widerspricht diesen Werten. Wie man hier im Forum, oder auf allen weiteren Plattformen sieht wird eine solche Verbindung von vielen Fans und Außenstehenden als moralisch problematisch empfunden.
Es gibt viele andere potenzielle Sponsoren, die besser zu den Werten und der Philosophie des BVB passen. Unternehmen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Technologie oder sozialer Verantwortung könnten eine positivere und weniger kontroverse Partnerschaft darstellen. Der BVB sollte sich nach Sponsoren umsehen, die das positive Image des Vereins unterstützen und fördern. Und nicht welche, die als Verrat an diesen Prinzipien gesehen werden können.
# Image und Öffentlichkeitswahrnehmung
Der BVB ist ein weltweit bekannter Verein mit einer großen und vielfältigen Fangemeinde. Ein Sponsoring-Deal mit einem Rüstungsunternehmen könnte das öffentliche Image des Vereins schädigen und negative Reaktionen sowohl von Fans als auch von der breiten Öffentlichkeit hervorrufen. Dies könnte zu einem Rückgang der Unterstützung und einem Imageverlust führen. Auch die Attraktivität für andere Sponsoren könnte deutlich zurückgehen, da diese u.U. nicht neben Rheinmetall zu sehen sein wollen.
# Politische Kontroversen
Die Rüstungsindustrie ist oft in politische Kontroversen verwickelt, sei es durch Waffendeals mit problematischen Regimen oder durch die Teilnahme an internationalen Konflikten. Ein Sponsoring-Deal mit Rheinmetall wird den BVB in politische Debatten hineinziehen, die den Verein und seine Fans spalten könnten. Wird in der Zukunft über Rheinmetall diskutiert, so wird auch immer der BVB in Reichweite des Diskurs sein und reingezogen werden, sei es nur durch unzählige Memes oder Jubelbilder mit Sponsorenlogo.
# Unterstützung und Engagement der Fans
Ein großer Teil der Stärke und des Erfolgs von Borussia Dortmund liegt in der leidenschaftlichen und engagierten Fanbasis. Diese Fans identifizieren sich stark mit den Werten und der Philosophie des Vereins (EchteLiebe).
Ein Beispiel aus der Fußballwelt: Während der Diskussionen um das Sponsoring durch Qatar Airways beim FC Bayern München haben viele Fans ihre Unzufriedenheit offen gezeigt, was zu Protesten und einem Rückgang des Fanengagements führte.
Ähnliche Reaktionen werden mMn auftreten, wenn der BVB eine Partnerschaft mit Rheinmetall eingehen wird. Dies wird nicht nur die Beziehung zwischen Verein und Fans belasten, sondern auch die Stimmung und Unterstützung im Stadion beeinträchtigen. Man liest hier im Forum zu Hauf, dass eine Entfremdung stattfindet und für viele gehört ein Kriegswaffenhersteller nicht in ein Stadion voll jubelnder Fans.
Ein absolut lesenswerter Beitrag, auch wenn ich bei der Bewertung des Deals anderer Meinung bin.
Rheinmetall mag zwar der erste Konzern sein, den man unmittelbar mit der Rüstungsindustrie assoziiert, aber ich glaube, dass diverse andere Unternehmen, die bereits im deutschen Sport als Sponsor tätig sind, dort auch Umsätze generieren. Zumindest würde ich mal bei allen in der Automotive-, Chemie-, Elektronikindustrie usw. genau hinschauen, ob sie nicht doch irgendwo in Zulieferketten von Militärprodukten auftauchen.
Evonik zum Beispiel ist ein solches Chemieunternehmen. Ich will da nichts unterstellen, aber mich würde es überhaupt nicht wundern, wenn zum Beispiel einige der Raketentriebstoffe im Portfolio auch für Rüstungszwecke verwendet würden. Und da viele von der Moral sprechen, stellt sich mir doch die Frage, wo die Grenze gezogen werden soll. Ist der, der Rakete zusammenbaut moralisch verwerflich, aber der, der die Elektronik liefert, welche die Rakete steuert oder den Treibstoff, der die Rakete antreibt, nicht?
Mir fällt es schwer, da eine Grenze zu ziehen und wenn man konsequent ist, müsste man daher schon lange viel mehr Sponsoren verdammen. Gleiches gilt für mich bei den dubiosen Deals mit moralisch-fragwürdigen Regimen. Die Liste solcher Unternehmen im Sportsponsoring ist sehr, sehr, sehr lang.
Damit will ich die Geschichte der Deals von Rheinmetall nicht beschönigen, sondern verdeutlichen, dass das Sponsorengeschäft schon lange und wahrscheinlich seit Beginn nicht ohne moralische Verstrickungen war. Rheinmetall macht das Ganze nur für alle noch deutlicher sichtbar. Etwaige rote Linien, so sie denn existieren, sind schon lange überschritten und bloß, weil viele es nicht mitbekommen haben, stieße es mir falsch auf nur bei Rheinmetall den moralischen Zeigefinger zu heben, aber all die anderen durchzuwinken.
29.05.2024 - 12:49 Uhr
Zitat von edinho99
Egal wie man zu dem Deal steht: Es ist ein riesiges PR-Problem zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Ich frage mich warum man diesen Deal abschließen musste und auch warum als Zeitpunkt der Bekanntgabe dann nicht zumindest bis nächste Woche gewartet wurde...
Egal wie man zu dem Deal steht: Es ist ein riesiges PR-Problem zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Ich frage mich warum man diesen Deal abschließen musste und auch warum als Zeitpunkt der Bekanntgabe dann nicht zumindest bis nächste Woche gewartet wurde...
Weil wir schon im CL Finale werben dürfen...
29.05.2024 - 12:54 Uhr
Ab hier ist dann mal wieder temporär geschlossen. Es macht keinen Sinn hier zu diskutieren, wenn 90% den größten Bockmist schreiben, sich keiner an die Regeln hält und es beleidigend wird.
29.05.2024 - 15:40 Uhr
Zitat von wololo
Ein absolut lesenswerter Beitrag, auch wenn ich bei der Bewertung des Deals anderer Meinung bin.
Rheinmetall mag zwar der erste Konzern sein, den man unmittelbar mit der Rüstungsindustrie assoziiert, aber ich glaube, dass diverse andere Unternehmen, die bereits im deutschen Sport als Sponsor tätig sind, dort auch Umsätze generieren. Zumindest würde ich mal bei allen in der Automotive-, Chemie-, Elektronikindustrie usw. genau hinschauen, ob sie nicht doch irgendwo in Zulieferketten von Militärprodukten auftauchen.
Evonik zum Beispiel ist ein solches Chemieunternehmen. Ich will da nichts unterstellen, aber mich würde es überhaupt nicht wundern, wenn zum Beispiel einige der Raketentriebstoffe im Portfolio auch für Rüstungszwecke verwendet würden. Und da viele von der Moral sprechen, stellt sich mir doch die Frage, wo die Grenze gezogen werden soll. Ist der, der Rakete zusammenbaut moralisch verwerflich, aber der, der die Elektronik liefert, welche die Rakete steuert oder den Treibstoff, der die Rakete antreibt, nicht?
Mir fällt es schwer, da eine Grenze zu ziehen und wenn man konsequent ist, müsste man daher schon lange viel mehr Sponsoren verdammen. Gleiches gilt für mich bei den dubiosen Deals mit moralisch-fragwürdigen Regimen. Die Liste solcher Unternehmen im Sportsponsoring ist sehr, sehr, sehr lang.
Damit will ich die Geschichte der Deals von Rheinmetall nicht beschönigen, sondern verdeutlichen, dass das Sponsorengeschäft schon lange und wahrscheinlich seit Beginn nicht ohne moralische Verstrickungen war. Rheinmetall macht das Ganze nur für alle noch deutlicher sichtbar. Etwaige rote Linien, so sie denn existieren, sind schon lange überschritten und bloß, weil viele es nicht mitbekommen haben, stieße es mir falsch auf nur bei Rheinmetall den moralischen Zeigefinger zu heben, aber all die anderen durchzuwinken.
Zitat von MichaelZorc
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da sich der BVB mMn schon seit längerem in eine falsche Richtung entwickelt, ich der Meinung bin, dass ein Fußballverein auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat (siehe z.B. unsere Satzung), habe ich mir mal die Arbeit gemacht und möchte ein paar Punkte aufführen:
~~~ Wer ist Rheinmetall? ~~~
Rheinmetall ist ein diversifiziertes Unternehmen, das in zwei Hauptgeschäftsbereichen tätig ist: Defence (gepanzerte Fahrzeuge, Waffensysteme, Munition, Luftverteidigungssysteme, elektronische Verteidigungssysteme, ...) und Automotive (Motorkomponenten, Abgassysteme, Pumpen, ...)
Der Anteil des Rüstungssegments an den Gesamteinnahmen des Unternehmens ist beträchtlich. Das Defence-Segment, zu dem die Rüstungs- und Verteidigungsaktivitäten gehören, macht einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes von Rheinmetall aus. In den letzten Jahren lag der Anteil oft bei etwa 60-70% des Gesamtumsatzes. Das Defence-Segment ist nicht nur ein großer Teil des Umsatzes, sondern auch ein wachsender Bereich des Unternehmens. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Verteidigungstechnologien ist in vielen Regionen der Welt gestiegen, was zu einem entsprechenden Umsatzwachstum in diesem Bereich geführt hat.
Rheinmetall getrennt von ihrem Rüstungssegement zu betrachten ergibt für mich keinerlei Sinn.
~~~ Was erhofft sich Rheinmetall? ~~~
# Image- und Markenverbesserung
Durch die Verbindung mit einem beliebten und positiv wahrgenommenen Fußballverein wie unserem BVB könnte Rheinmetall sein Image verbessern und sich als sozial verantwortliches Unternehmen positionieren. Dies könnte helfen, negative Assoziationen aufgrund kontroverser Rüstungsaktivitäten zu mildern und die Markenbekanntheit national und international zu steigern.
# Erschließung neuer Zielgruppen und Geschäftsmöglichkeiten
Wir bieten eine mediale Präsenz zur Erschließung neuer Zielgruppen und durch das Netzwerk des BVBs können sich neue Geschäftsmöglichkeiten und Kontakte in anderen Industriebereichen ergeben.
# Stärkung des Engagements und der Mitarbeiterbindung
Durch die Unterstützung von Sport- und Gemeinschaftsprojekten könnte Rheinmetall sein Engagement im Bereich der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) erhöhen: positives Image zur Stärkung des Engagements, und der Mitarbeitergewinnung/ -bindung.
Am Ende des Tages erhofft sich jede Firma durch Marketing und Sponsoring einen finanziellen Gewinn.
~~~ Warum ist Rheinmetall kein geeigneter Sponsor für den BVB? ~~~
# Moralische und ethische Bedenken
Der mMn wichtigste Punkt. Ich möchte keinem Verein zujubeln, welcher Moral und Ethik mit Füßen tritt.
Rheinmetall ist ein Rüstungsunternehmen, das Waffen und Militärtechnologie herstellt. Oft wird hier der Verteidigungskrieg in der Ukraine genannt.
ABER es gibt weitere konkrete Beispiele, welche man ebenfalls aufführen muss um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen:
- Rheinmetall hat Waffen an Saudi-Arabien geliefert, die im Jemenkrieg eingesetzt wurden. Dieser Konflikt hat zu einer erheblichen humanitären Krise mit zahlreichen zivilen Opfern geführt.
- Rheinmetall lieferte Waffen an die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg zum Einsatz kamen. Diese Waffenlieferungen sind umstritten, da sie in einem Konfliktgebiet verwendet wurden, das von schweren Menschenrechtsverletzungen geprägt ist.
- Umgehung von Exportkontrollen durch Tochtergesellschaften in anderen Ländern wie Italien und Südafrika um Waffen an umstrittene Empfängerländer zu liefern.
- Rheinmetall hat Geschäfte mit Regimen gemacht, die für ihre schlechten Menschenrechtsbilanzen bekannt sind, darunter Länder wie Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls in den Jemenkrieg involviert sind.
- Rheinmetall war in den 1990er Jahren in den Skandal um die Lieferung von Streumunition verwickelt, einer Waffengattung, die international wegen ihrer verheerenden Auswirkungen auf Zivilisten geächtet ist.
- Panzerlieferungen an Katar, was aufgrund der politischen Lage und der Rolle Katars in regionalen Konflikten kontrovers diskutiert wurde.
- Rheinmetall wird oft für seine mangelnde Transparenz und öffentliche Kommunikation über die Endverwendung seiner Produkte und seine Geschäftspraktiken kritisiert.
Der BVB hat sich immer als Verein präsentiert, der soziale Verantwortung und ethische Werte hochhält. Eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das direkt mit dem Militär und bewaffneten Konflikten in Verbindung steht, widerspricht diesen Werten. Wie man hier im Forum, oder auf allen weiteren Plattformen sieht wird eine solche Verbindung von vielen Fans und Außenstehenden als moralisch problematisch empfunden.
Es gibt viele andere potenzielle Sponsoren, die besser zu den Werten und der Philosophie des BVB passen. Unternehmen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Technologie oder sozialer Verantwortung könnten eine positivere und weniger kontroverse Partnerschaft darstellen. Der BVB sollte sich nach Sponsoren umsehen, die das positive Image des Vereins unterstützen und fördern. Und nicht welche, die als Verrat an diesen Prinzipien gesehen werden können.
# Image und Öffentlichkeitswahrnehmung
Der BVB ist ein weltweit bekannter Verein mit einer großen und vielfältigen Fangemeinde. Ein Sponsoring-Deal mit einem Rüstungsunternehmen könnte das öffentliche Image des Vereins schädigen und negative Reaktionen sowohl von Fans als auch von der breiten Öffentlichkeit hervorrufen. Dies könnte zu einem Rückgang der Unterstützung und einem Imageverlust führen. Auch die Attraktivität für andere Sponsoren könnte deutlich zurückgehen, da diese u.U. nicht neben Rheinmetall zu sehen sein wollen.
# Politische Kontroversen
Die Rüstungsindustrie ist oft in politische Kontroversen verwickelt, sei es durch Waffendeals mit problematischen Regimen oder durch die Teilnahme an internationalen Konflikten. Ein Sponsoring-Deal mit Rheinmetall wird den BVB in politische Debatten hineinziehen, die den Verein und seine Fans spalten könnten. Wird in der Zukunft über Rheinmetall diskutiert, so wird auch immer der BVB in Reichweite des Diskurs sein und reingezogen werden, sei es nur durch unzählige Memes oder Jubelbilder mit Sponsorenlogo.
# Unterstützung und Engagement der Fans
Ein großer Teil der Stärke und des Erfolgs von Borussia Dortmund liegt in der leidenschaftlichen und engagierten Fanbasis. Diese Fans identifizieren sich stark mit den Werten und der Philosophie des Vereins (EchteLiebe).
Ein Beispiel aus der Fußballwelt: Während der Diskussionen um das Sponsoring durch Qatar Airways beim FC Bayern München haben viele Fans ihre Unzufriedenheit offen gezeigt, was zu Protesten und einem Rückgang des Fanengagements führte.
Ähnliche Reaktionen werden mMn auftreten, wenn der BVB eine Partnerschaft mit Rheinmetall eingehen wird. Dies wird nicht nur die Beziehung zwischen Verein und Fans belasten, sondern auch die Stimmung und Unterstützung im Stadion beeinträchtigen. Man liest hier im Forum zu Hauf, dass eine Entfremdung stattfindet und für viele gehört ein Kriegswaffenhersteller nicht in ein Stadion voll jubelnder Fans.
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da sich der BVB mMn schon seit längerem in eine falsche Richtung entwickelt, ich der Meinung bin, dass ein Fußballverein auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat (siehe z.B. unsere Satzung), habe ich mir mal die Arbeit gemacht und möchte ein paar Punkte aufführen:
~~~ Wer ist Rheinmetall? ~~~
Rheinmetall ist ein diversifiziertes Unternehmen, das in zwei Hauptgeschäftsbereichen tätig ist: Defence (gepanzerte Fahrzeuge, Waffensysteme, Munition, Luftverteidigungssysteme, elektronische Verteidigungssysteme, ...) und Automotive (Motorkomponenten, Abgassysteme, Pumpen, ...)
Der Anteil des Rüstungssegments an den Gesamteinnahmen des Unternehmens ist beträchtlich. Das Defence-Segment, zu dem die Rüstungs- und Verteidigungsaktivitäten gehören, macht einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes von Rheinmetall aus. In den letzten Jahren lag der Anteil oft bei etwa 60-70% des Gesamtumsatzes. Das Defence-Segment ist nicht nur ein großer Teil des Umsatzes, sondern auch ein wachsender Bereich des Unternehmens. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Verteidigungstechnologien ist in vielen Regionen der Welt gestiegen, was zu einem entsprechenden Umsatzwachstum in diesem Bereich geführt hat.
Rheinmetall getrennt von ihrem Rüstungssegement zu betrachten ergibt für mich keinerlei Sinn.
~~~ Was erhofft sich Rheinmetall? ~~~
# Image- und Markenverbesserung
Durch die Verbindung mit einem beliebten und positiv wahrgenommenen Fußballverein wie unserem BVB könnte Rheinmetall sein Image verbessern und sich als sozial verantwortliches Unternehmen positionieren. Dies könnte helfen, negative Assoziationen aufgrund kontroverser Rüstungsaktivitäten zu mildern und die Markenbekanntheit national und international zu steigern.
# Erschließung neuer Zielgruppen und Geschäftsmöglichkeiten
Wir bieten eine mediale Präsenz zur Erschließung neuer Zielgruppen und durch das Netzwerk des BVBs können sich neue Geschäftsmöglichkeiten und Kontakte in anderen Industriebereichen ergeben.
# Stärkung des Engagements und der Mitarbeiterbindung
Durch die Unterstützung von Sport- und Gemeinschaftsprojekten könnte Rheinmetall sein Engagement im Bereich der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) erhöhen: positives Image zur Stärkung des Engagements, und der Mitarbeitergewinnung/ -bindung.
Am Ende des Tages erhofft sich jede Firma durch Marketing und Sponsoring einen finanziellen Gewinn.
~~~ Warum ist Rheinmetall kein geeigneter Sponsor für den BVB? ~~~
# Moralische und ethische Bedenken
Der mMn wichtigste Punkt. Ich möchte keinem Verein zujubeln, welcher Moral und Ethik mit Füßen tritt.
Rheinmetall ist ein Rüstungsunternehmen, das Waffen und Militärtechnologie herstellt. Oft wird hier der Verteidigungskrieg in der Ukraine genannt.
ABER es gibt weitere konkrete Beispiele, welche man ebenfalls aufführen muss um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen:
- Rheinmetall hat Waffen an Saudi-Arabien geliefert, die im Jemenkrieg eingesetzt wurden. Dieser Konflikt hat zu einer erheblichen humanitären Krise mit zahlreichen zivilen Opfern geführt.
- Rheinmetall lieferte Waffen an die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg zum Einsatz kamen. Diese Waffenlieferungen sind umstritten, da sie in einem Konfliktgebiet verwendet wurden, das von schweren Menschenrechtsverletzungen geprägt ist.
- Umgehung von Exportkontrollen durch Tochtergesellschaften in anderen Ländern wie Italien und Südafrika um Waffen an umstrittene Empfängerländer zu liefern.
- Rheinmetall hat Geschäfte mit Regimen gemacht, die für ihre schlechten Menschenrechtsbilanzen bekannt sind, darunter Länder wie Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls in den Jemenkrieg involviert sind.
- Rheinmetall war in den 1990er Jahren in den Skandal um die Lieferung von Streumunition verwickelt, einer Waffengattung, die international wegen ihrer verheerenden Auswirkungen auf Zivilisten geächtet ist.
- Panzerlieferungen an Katar, was aufgrund der politischen Lage und der Rolle Katars in regionalen Konflikten kontrovers diskutiert wurde.
- Rheinmetall wird oft für seine mangelnde Transparenz und öffentliche Kommunikation über die Endverwendung seiner Produkte und seine Geschäftspraktiken kritisiert.
Der BVB hat sich immer als Verein präsentiert, der soziale Verantwortung und ethische Werte hochhält. Eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das direkt mit dem Militär und bewaffneten Konflikten in Verbindung steht, widerspricht diesen Werten. Wie man hier im Forum, oder auf allen weiteren Plattformen sieht wird eine solche Verbindung von vielen Fans und Außenstehenden als moralisch problematisch empfunden.
Es gibt viele andere potenzielle Sponsoren, die besser zu den Werten und der Philosophie des BVB passen. Unternehmen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Technologie oder sozialer Verantwortung könnten eine positivere und weniger kontroverse Partnerschaft darstellen. Der BVB sollte sich nach Sponsoren umsehen, die das positive Image des Vereins unterstützen und fördern. Und nicht welche, die als Verrat an diesen Prinzipien gesehen werden können.
# Image und Öffentlichkeitswahrnehmung
Der BVB ist ein weltweit bekannter Verein mit einer großen und vielfältigen Fangemeinde. Ein Sponsoring-Deal mit einem Rüstungsunternehmen könnte das öffentliche Image des Vereins schädigen und negative Reaktionen sowohl von Fans als auch von der breiten Öffentlichkeit hervorrufen. Dies könnte zu einem Rückgang der Unterstützung und einem Imageverlust führen. Auch die Attraktivität für andere Sponsoren könnte deutlich zurückgehen, da diese u.U. nicht neben Rheinmetall zu sehen sein wollen.
# Politische Kontroversen
Die Rüstungsindustrie ist oft in politische Kontroversen verwickelt, sei es durch Waffendeals mit problematischen Regimen oder durch die Teilnahme an internationalen Konflikten. Ein Sponsoring-Deal mit Rheinmetall wird den BVB in politische Debatten hineinziehen, die den Verein und seine Fans spalten könnten. Wird in der Zukunft über Rheinmetall diskutiert, so wird auch immer der BVB in Reichweite des Diskurs sein und reingezogen werden, sei es nur durch unzählige Memes oder Jubelbilder mit Sponsorenlogo.
# Unterstützung und Engagement der Fans
Ein großer Teil der Stärke und des Erfolgs von Borussia Dortmund liegt in der leidenschaftlichen und engagierten Fanbasis. Diese Fans identifizieren sich stark mit den Werten und der Philosophie des Vereins (EchteLiebe).
Ein Beispiel aus der Fußballwelt: Während der Diskussionen um das Sponsoring durch Qatar Airways beim FC Bayern München haben viele Fans ihre Unzufriedenheit offen gezeigt, was zu Protesten und einem Rückgang des Fanengagements führte.
Ähnliche Reaktionen werden mMn auftreten, wenn der BVB eine Partnerschaft mit Rheinmetall eingehen wird. Dies wird nicht nur die Beziehung zwischen Verein und Fans belasten, sondern auch die Stimmung und Unterstützung im Stadion beeinträchtigen. Man liest hier im Forum zu Hauf, dass eine Entfremdung stattfindet und für viele gehört ein Kriegswaffenhersteller nicht in ein Stadion voll jubelnder Fans.
Ein absolut lesenswerter Beitrag, auch wenn ich bei der Bewertung des Deals anderer Meinung bin.
Rheinmetall mag zwar der erste Konzern sein, den man unmittelbar mit der Rüstungsindustrie assoziiert, aber ich glaube, dass diverse andere Unternehmen, die bereits im deutschen Sport als Sponsor tätig sind, dort auch Umsätze generieren. Zumindest würde ich mal bei allen in der Automotive-, Chemie-, Elektronikindustrie usw. genau hinschauen, ob sie nicht doch irgendwo in Zulieferketten von Militärprodukten auftauchen.
Evonik zum Beispiel ist ein solches Chemieunternehmen. Ich will da nichts unterstellen, aber mich würde es überhaupt nicht wundern, wenn zum Beispiel einige der Raketentriebstoffe im Portfolio auch für Rüstungszwecke verwendet würden. Und da viele von der Moral sprechen, stellt sich mir doch die Frage, wo die Grenze gezogen werden soll. Ist der, der Rakete zusammenbaut moralisch verwerflich, aber der, der die Elektronik liefert, welche die Rakete steuert oder den Treibstoff, der die Rakete antreibt, nicht?
Mir fällt es schwer, da eine Grenze zu ziehen und wenn man konsequent ist, müsste man daher schon lange viel mehr Sponsoren verdammen. Gleiches gilt für mich bei den dubiosen Deals mit moralisch-fragwürdigen Regimen. Die Liste solcher Unternehmen im Sportsponsoring ist sehr, sehr, sehr lang.
Damit will ich die Geschichte der Deals von Rheinmetall nicht beschönigen, sondern verdeutlichen, dass das Sponsorengeschäft schon lange und wahrscheinlich seit Beginn nicht ohne moralische Verstrickungen war. Rheinmetall macht das Ganze nur für alle noch deutlicher sichtbar. Etwaige rote Linien, so sie denn existieren, sind schon lange überschritten und bloß, weil viele es nicht mitbekommen haben, stieße es mir falsch auf nur bei Rheinmetall den moralischen Zeigefinger zu heben, aber all die anderen durchzuwinken.
Moralisch gesehen, kann ich die Diskussion um den Rheinmetall-Deal durchaus nachvollziehen, jedoch ist es immer wieder erstaunlich, wo einzelne Menschen die Grenze ziehen.
Als der Ukrainekrieg begann, standen die Politiker im Bundestag und beklatschten 100 Mrd EUR für die Landesverteidigung auszugeben. Boris Pistorius, der mehr Waffen, Aufrüstung und eine Sanierung der Truppe fordert, ist bei gefühlt jeder Passantenbefragung einer der beliebtesten Politiker Deutschlands und viele Menschen in der BRD fordern ein starkes Deutschland. Waffenpolitik, Rüstungskosten etc. sind mittlerweile wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Was verspricht sich Rheinmetall von diesem Deal? Das wurde vor allem oben im Beitrag eigentlich ganz gut zusammengefasst. Es geht um Image, eine breitere Wahrnehmung in der Bevölkerung etc. Eigentlich vergleichbar mit dem, was die netten Öl-Milliardäre aus dem nahen Osten getan haben oder aber die Oligarchen und Gaskonzerne aus der ehemaligen Sowjetunion. Entsprechend würde ich Rheinmetall und den Deal mit dem BVB auch in eine ähnliche Schublade stecken, wie ich es selbst bei dem Katar-Deal vom FC Bayern getan habe.
Die eigentliche Frage die sich mir aber stellt ist, wie Leute die Moralkeule schwingen können, mit Austritt aus dem Verein drohen, den BVB als kapitalistischen moralisch verwerflichen Verein brandmarken etc.
Was war der Aufschrei damals groß, als die deutschen Autobauer Affen vergast haben, ein Pharmakonzern Milliarden für behinderte Kinder und Strafen aufgrund von Pflanzenschutzmitteln zahlen musste. Doch sind eben die Vereine, die sich seit Jahren von diesen Unternehmen bezahlen lassen im Mittelpunkt des Fußballs und der Gesellschaft. Fast jedes Unternehmen (abgesehen von ein paar Dienstleistern und mittelständischen Unternehmen) hat doch Flecken auf der weißen Weste. Nestle, Bayer, BASF, Rheinmetall, Volkswagen, Gazprom,...die Liste ist ewig lang. Unternehmen die von der Bundesregierung beschäftigt werden, die mit vielen Unternehmen in Deutschland Geschäfte machen und sich mit ihren Handlungen auf der arabischen Halbinsel und in Afrika in fragwürdige Affären begeben haben. Shein und die halbe Fast-Fashion Industrie beschäftigt nachweislich Kinder in Indien, Bangladesch und anderen asiatischen Ländern, aber der Aufschrei wäre nur halb so groß, wenn der BVB auf einmal C&A, Esprit oder H&M auf der Bande/dem Trikot hätte.
Am Ende sehe ich die moralische Verantwortung deshalb etwas differenziert, kann aber jeden verstehen, der die direkte Kooperation mit Waffenherstellern als besonders kritisch sieht.
Für mich ist leider ein Großteil der zahlungskräftigen Unternehmen moralisch zumindest in einigen Bereichen verwerflich. Damit habe ich mich mittlerweile abgefunden. Kritisch hinterfragen sollte man die Deals von Rheinmetall, das ist sicherlich korrekt, andererseits geschieht 95 % der Geschäfte von Rheinmetall unter Zustimmung der Bundesregierung und ich würde mich aktuell ehrlicherweise nicht unbedingt als moralisch überlegen bezeichnen und entsprechend die Tätigkeit von Rheinmetall als legal bezeichnen, das reicht am Ende zumindest für mehr als die Kinderarbeit von Shein, die systematisch die Bildungschancen von Kindern blockiert.
Wichtiger auf moralischer Ebene sind für mich Themen wie häusliche Gewalt, Straftaten bei Spielern etc. Entsprechend sehe ich eine Verpflichtung von Greenwood, Weiterbeschäftigung von Schulz,...als deutlich kritischer an im Vergleich zu einem Sponsoring-Deal mit Rheinmetall. Spieleralternativen findet der BVB wahrscheinlich einfacher als geeignete Sponsoren, die die nötigen Gelder in die Hand nehmen um den Verein wettbewerbsfähig zu halten.
29.05.2024 - 15:48 Uhr
Zitat von MichaelZorc
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da sich der BVB mMn schon seit längerem in eine falsche Richtung entwickelt, ich der Meinung bin, dass ein Fußballverein auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat (siehe z.B. unsere Satzung), habe ich mir mal die Arbeit gemacht und möchte ein paar Punkte aufführen:
~~~ Wer ist Rheinmetall? ~~~
Rheinmetall ist ein diversifiziertes Unternehmen, das in zwei Hauptgeschäftsbereichen tätig ist: Defence (gepanzerte Fahrzeuge, Waffensysteme, Munition, Luftverteidigungssysteme, elektronische Verteidigungssysteme, ...) und Automotive (Motorkomponenten, Abgassysteme, Pumpen, ...)
Der Anteil des Rüstungssegments an den Gesamteinnahmen des Unternehmens ist beträchtlich. Das Defence-Segment, zu dem die Rüstungs- und Verteidigungsaktivitäten gehören, macht einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes von Rheinmetall aus. In den letzten Jahren lag der Anteil oft bei etwa 60-70% des Gesamtumsatzes. Das Defence-Segment ist nicht nur ein großer Teil des Umsatzes, sondern auch ein wachsender Bereich des Unternehmens. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Verteidigungstechnologien ist in vielen Regionen der Welt gestiegen, was zu einem entsprechenden Umsatzwachstum in diesem Bereich geführt hat.
Rheinmetall getrennt von ihrem Rüstungssegement zu betrachten ergibt für mich keinerlei Sinn.
~~~ Was erhofft sich Rheinmetall? ~~~
# Image- und Markenverbesserung
Durch die Verbindung mit einem beliebten und positiv wahrgenommenen Fußballverein wie unserem BVB könnte Rheinmetall sein Image verbessern und sich als sozial verantwortliches Unternehmen positionieren. Dies könnte helfen, negative Assoziationen aufgrund kontroverser Rüstungsaktivitäten zu mildern und die Markenbekanntheit national und international zu steigern.
# Erschließung neuer Zielgruppen und Geschäftsmöglichkeiten
Wir bieten eine mediale Präsenz zur Erschließung neuer Zielgruppen und durch das Netzwerk des BVBs können sich neue Geschäftsmöglichkeiten und Kontakte in anderen Industriebereichen ergeben.
# Stärkung des Engagements und der Mitarbeiterbindung
Durch die Unterstützung von Sport- und Gemeinschaftsprojekten könnte Rheinmetall sein Engagement im Bereich der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) erhöhen: positives Image zur Stärkung des Engagements, und der Mitarbeitergewinnung/ -bindung.
Am Ende des Tages erhofft sich jede Firma durch Marketing und Sponsoring einen finanziellen Gewinn.
~~~ Warum ist Rheinmetall kein geeigneter Sponsor für den BVB? ~~~
# Moralische und ethische Bedenken
Der mMn wichtigste Punkt. Ich möchte keinem Verein zujubeln, welcher Moral und Ethik mit Füßen tritt.
Rheinmetall ist ein Rüstungsunternehmen, das Waffen und Militärtechnologie herstellt. Oft wird hier der Verteidigungskrieg in der Ukraine genannt.
ABER es gibt weitere konkrete Beispiele, welche man ebenfalls aufführen muss um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen:
- Rheinmetall hat Waffen an Saudi-Arabien geliefert, die im Jemenkrieg eingesetzt wurden. Dieser Konflikt hat zu einer erheblichen humanitären Krise mit zahlreichen zivilen Opfern geführt.
- Rheinmetall lieferte Waffen an die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg zum Einsatz kamen. Diese Waffenlieferungen sind umstritten, da sie in einem Konfliktgebiet verwendet wurden, das von schweren Menschenrechtsverletzungen geprägt ist.
- Umgehung von Exportkontrollen durch Tochtergesellschaften in anderen Ländern wie Italien und Südafrika um Waffen an umstrittene Empfängerländer zu liefern.
- Rheinmetall hat Geschäfte mit Regimen gemacht, die für ihre schlechten Menschenrechtsbilanzen bekannt sind, darunter Länder wie Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls in den Jemenkrieg involviert sind.
- Rheinmetall war in den 1990er Jahren in den Skandal um die Lieferung von Streumunition verwickelt, einer Waffengattung, die international wegen ihrer verheerenden Auswirkungen auf Zivilisten geächtet ist.
- Panzerlieferungen an Katar, was aufgrund der politischen Lage und der Rolle Katars in regionalen Konflikten kontrovers diskutiert wurde.
- Rheinmetall wird oft für seine mangelnde Transparenz und öffentliche Kommunikation über die Endverwendung seiner Produkte und seine Geschäftspraktiken kritisiert.
Der BVB hat sich immer als Verein präsentiert, der soziale Verantwortung und ethische Werte hochhält. Eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das direkt mit dem Militär und bewaffneten Konflikten in Verbindung steht, widerspricht diesen Werten. Wie man hier im Forum, oder auf allen weiteren Plattformen sieht wird eine solche Verbindung von vielen Fans und Außenstehenden als moralisch problematisch empfunden.
Es gibt viele andere potenzielle Sponsoren, die besser zu den Werten und der Philosophie des BVB passen. Unternehmen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Technologie oder sozialer Verantwortung könnten eine positivere und weniger kontroverse Partnerschaft darstellen. Der BVB sollte sich nach Sponsoren umsehen, die das positive Image des Vereins unterstützen und fördern. Und nicht welche, die als Verrat an diesen Prinzipien gesehen werden können.
# Image und Öffentlichkeitswahrnehmung
Der BVB ist ein weltweit bekannter Verein mit einer großen und vielfältigen Fangemeinde. Ein Sponsoring-Deal mit einem Rüstungsunternehmen könnte das öffentliche Image des Vereins schädigen und negative Reaktionen sowohl von Fans als auch von der breiten Öffentlichkeit hervorrufen. Dies könnte zu einem Rückgang der Unterstützung und einem Imageverlust führen. Auch die Attraktivität für andere Sponsoren könnte deutlich zurückgehen, da diese u.U. nicht neben Rheinmetall zu sehen sein wollen.
# Politische Kontroversen
Die Rüstungsindustrie ist oft in politische Kontroversen verwickelt, sei es durch Waffendeals mit problematischen Regimen oder durch die Teilnahme an internationalen Konflikten. Ein Sponsoring-Deal mit Rheinmetall wird den BVB in politische Debatten hineinziehen, die den Verein und seine Fans spalten könnten. Wird in der Zukunft über Rheinmetall diskutiert, so wird auch immer der BVB in Reichweite des Diskurs sein und reingezogen werden, sei es nur durch unzählige Memes oder Jubelbilder mit Sponsorenlogo.
# Unterstützung und Engagement der Fans
Ein großer Teil der Stärke und des Erfolgs von Borussia Dortmund liegt in der leidenschaftlichen und engagierten Fanbasis. Diese Fans identifizieren sich stark mit den Werten und der Philosophie des Vereins (EchteLiebe).
Ein Beispiel aus der Fußballwelt: Während der Diskussionen um das Sponsoring durch Qatar Airways beim FC Bayern München haben viele Fans ihre Unzufriedenheit offen gezeigt, was zu Protesten und einem Rückgang des Fanengagements führte.
Ähnliche Reaktionen werden mMn auftreten, wenn der BVB eine Partnerschaft mit Rheinmetall eingehen wird. Dies wird nicht nur die Beziehung zwischen Verein und Fans belasten, sondern auch die Stimmung und Unterstützung im Stadion beeinträchtigen. Man liest hier im Forum zu Hauf, dass eine Entfremdung stattfindet und für viele gehört ein Kriegswaffenhersteller nicht in ein Stadion voll jubelnder Fans.
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da sich der BVB mMn schon seit längerem in eine falsche Richtung entwickelt, ich der Meinung bin, dass ein Fußballverein auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat (siehe z.B. unsere Satzung), habe ich mir mal die Arbeit gemacht und möchte ein paar Punkte aufführen:
~~~ Wer ist Rheinmetall? ~~~
Rheinmetall ist ein diversifiziertes Unternehmen, das in zwei Hauptgeschäftsbereichen tätig ist: Defence (gepanzerte Fahrzeuge, Waffensysteme, Munition, Luftverteidigungssysteme, elektronische Verteidigungssysteme, ...) und Automotive (Motorkomponenten, Abgassysteme, Pumpen, ...)
Der Anteil des Rüstungssegments an den Gesamteinnahmen des Unternehmens ist beträchtlich. Das Defence-Segment, zu dem die Rüstungs- und Verteidigungsaktivitäten gehören, macht einen signifikanten Teil des Gesamtumsatzes von Rheinmetall aus. In den letzten Jahren lag der Anteil oft bei etwa 60-70% des Gesamtumsatzes. Das Defence-Segment ist nicht nur ein großer Teil des Umsatzes, sondern auch ein wachsender Bereich des Unternehmens. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Verteidigungstechnologien ist in vielen Regionen der Welt gestiegen, was zu einem entsprechenden Umsatzwachstum in diesem Bereich geführt hat.
Rheinmetall getrennt von ihrem Rüstungssegement zu betrachten ergibt für mich keinerlei Sinn.
~~~ Was erhofft sich Rheinmetall? ~~~
# Image- und Markenverbesserung
Durch die Verbindung mit einem beliebten und positiv wahrgenommenen Fußballverein wie unserem BVB könnte Rheinmetall sein Image verbessern und sich als sozial verantwortliches Unternehmen positionieren. Dies könnte helfen, negative Assoziationen aufgrund kontroverser Rüstungsaktivitäten zu mildern und die Markenbekanntheit national und international zu steigern.
# Erschließung neuer Zielgruppen und Geschäftsmöglichkeiten
Wir bieten eine mediale Präsenz zur Erschließung neuer Zielgruppen und durch das Netzwerk des BVBs können sich neue Geschäftsmöglichkeiten und Kontakte in anderen Industriebereichen ergeben.
# Stärkung des Engagements und der Mitarbeiterbindung
Durch die Unterstützung von Sport- und Gemeinschaftsprojekten könnte Rheinmetall sein Engagement im Bereich der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) erhöhen: positives Image zur Stärkung des Engagements, und der Mitarbeitergewinnung/ -bindung.
Am Ende des Tages erhofft sich jede Firma durch Marketing und Sponsoring einen finanziellen Gewinn.
~~~ Warum ist Rheinmetall kein geeigneter Sponsor für den BVB? ~~~
# Moralische und ethische Bedenken
Der mMn wichtigste Punkt. Ich möchte keinem Verein zujubeln, welcher Moral und Ethik mit Füßen tritt.
Rheinmetall ist ein Rüstungsunternehmen, das Waffen und Militärtechnologie herstellt. Oft wird hier der Verteidigungskrieg in der Ukraine genannt.
ABER es gibt weitere konkrete Beispiele, welche man ebenfalls aufführen muss um sich ein Bild vom Unternehmen zu machen:
- Rheinmetall hat Waffen an Saudi-Arabien geliefert, die im Jemenkrieg eingesetzt wurden. Dieser Konflikt hat zu einer erheblichen humanitären Krise mit zahlreichen zivilen Opfern geführt.
- Rheinmetall lieferte Waffen an die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg zum Einsatz kamen. Diese Waffenlieferungen sind umstritten, da sie in einem Konfliktgebiet verwendet wurden, das von schweren Menschenrechtsverletzungen geprägt ist.
- Umgehung von Exportkontrollen durch Tochtergesellschaften in anderen Ländern wie Italien und Südafrika um Waffen an umstrittene Empfängerländer zu liefern.
- Rheinmetall hat Geschäfte mit Regimen gemacht, die für ihre schlechten Menschenrechtsbilanzen bekannt sind, darunter Länder wie Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls in den Jemenkrieg involviert sind.
- Rheinmetall war in den 1990er Jahren in den Skandal um die Lieferung von Streumunition verwickelt, einer Waffengattung, die international wegen ihrer verheerenden Auswirkungen auf Zivilisten geächtet ist.
- Panzerlieferungen an Katar, was aufgrund der politischen Lage und der Rolle Katars in regionalen Konflikten kontrovers diskutiert wurde.
- Rheinmetall wird oft für seine mangelnde Transparenz und öffentliche Kommunikation über die Endverwendung seiner Produkte und seine Geschäftspraktiken kritisiert.
Der BVB hat sich immer als Verein präsentiert, der soziale Verantwortung und ethische Werte hochhält. Eine Partnerschaft mit einem Unternehmen, das direkt mit dem Militär und bewaffneten Konflikten in Verbindung steht, widerspricht diesen Werten. Wie man hier im Forum, oder auf allen weiteren Plattformen sieht wird eine solche Verbindung von vielen Fans und Außenstehenden als moralisch problematisch empfunden.
Es gibt viele andere potenzielle Sponsoren, die besser zu den Werten und der Philosophie des BVB passen. Unternehmen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Technologie oder sozialer Verantwortung könnten eine positivere und weniger kontroverse Partnerschaft darstellen. Der BVB sollte sich nach Sponsoren umsehen, die das positive Image des Vereins unterstützen und fördern. Und nicht welche, die als Verrat an diesen Prinzipien gesehen werden können.
# Image und Öffentlichkeitswahrnehmung
Der BVB ist ein weltweit bekannter Verein mit einer großen und vielfältigen Fangemeinde. Ein Sponsoring-Deal mit einem Rüstungsunternehmen könnte das öffentliche Image des Vereins schädigen und negative Reaktionen sowohl von Fans als auch von der breiten Öffentlichkeit hervorrufen. Dies könnte zu einem Rückgang der Unterstützung und einem Imageverlust führen. Auch die Attraktivität für andere Sponsoren könnte deutlich zurückgehen, da diese u.U. nicht neben Rheinmetall zu sehen sein wollen.
# Politische Kontroversen
Die Rüstungsindustrie ist oft in politische Kontroversen verwickelt, sei es durch Waffendeals mit problematischen Regimen oder durch die Teilnahme an internationalen Konflikten. Ein Sponsoring-Deal mit Rheinmetall wird den BVB in politische Debatten hineinziehen, die den Verein und seine Fans spalten könnten. Wird in der Zukunft über Rheinmetall diskutiert, so wird auch immer der BVB in Reichweite des Diskurs sein und reingezogen werden, sei es nur durch unzählige Memes oder Jubelbilder mit Sponsorenlogo.
# Unterstützung und Engagement der Fans
Ein großer Teil der Stärke und des Erfolgs von Borussia Dortmund liegt in der leidenschaftlichen und engagierten Fanbasis. Diese Fans identifizieren sich stark mit den Werten und der Philosophie des Vereins (EchteLiebe).
Ein Beispiel aus der Fußballwelt: Während der Diskussionen um das Sponsoring durch Qatar Airways beim FC Bayern München haben viele Fans ihre Unzufriedenheit offen gezeigt, was zu Protesten und einem Rückgang des Fanengagements führte.
Ähnliche Reaktionen werden mMn auftreten, wenn der BVB eine Partnerschaft mit Rheinmetall eingehen wird. Dies wird nicht nur die Beziehung zwischen Verein und Fans belasten, sondern auch die Stimmung und Unterstützung im Stadion beeinträchtigen. Man liest hier im Forum zu Hauf, dass eine Entfremdung stattfindet und für viele gehört ein Kriegswaffenhersteller nicht in ein Stadion voll jubelnder Fans.
Sehr guter Beitrag und damit ist eigentlich alles zu dem Thema gesagt.
29.05.2024 - 15:51 Uhr
Zitat von BVB_OS
(...)
(...)
So viel geschrieben und doch ohne jeglichen Inhalt. Vollgehauen mit Scheinargumenten und verqueren Vergleichen.
Zitat von ForzaBorussia
Als Elefant im Porzellanladen sollte man sich zurückhalten oder Monsanto Leverkusen? Die unaufgearbeitete Zeit 1933-1945 lassen wir mal beiseite.
Als Elefant im Porzellanladen sollte man sich zurückhalten oder Monsanto Leverkusen? Die unaufgearbeitete Zeit 1933-1945 lassen wir mal beiseite.
Das kann doch wahrlich nicht ernsthaft gemeint sein. Es gibt tatsächlich Betrachtungsweisen und Argumente für solch einen Deal, aber bitte bleibt doch auf einem halbwegs vernünftigem Niveau. Ich bin jetzt raus hier. Zum Schluss zitiere ich mich einfach mal selber...
Zitat von MichaelZorc
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
29.05.2024 - 16:03 Uhr
Mir und meinen Kumpels geht es um den Verein. Ich hoffe das unsere Fans ein Zeichen setzen, weil es geht bei diesem Deal um nichts als das liebe Geld. Rheinmetall hat nichts mit den Werten des BVB zu tun aber daran wurde dabei vom Vorstand nicht gedacht.
29.05.2024 - 16:07 Uhr
Zitat von MichaelZorc
So viel geschrieben und doch ohne jeglichen Inhalt. Vollgehauen mit Scheinargumenten und verqueren Vergleichen.
Das kann doch wahrlich nicht ernsthaft gemeint sein. Es gibt tatsächlich Betrachtungsweisen und Argumente für solch einen Deal, aber bitte bleibt doch auf einem halbwegs vernünftigem Niveau. Ich bin jetzt raus hier. Zum Schluss zitiere ich mich einfach mal selber...
So viel geschrieben und doch ohne jeglichen Inhalt. Vollgehauen mit Scheinargumenten und verqueren Vergleichen.
Zitat von ForzaBorussia
Als Elefant im Porzellanladen sollte man sich zurückhalten oder Monsanto Leverkusen? Die unaufgearbeitete Zeit 1933-1945 lassen wir mal beiseite.
Als Elefant im Porzellanladen sollte man sich zurückhalten oder Monsanto Leverkusen? Die unaufgearbeitete Zeit 1933-1945 lassen wir mal beiseite.
Das kann doch wahrlich nicht ernsthaft gemeint sein. Es gibt tatsächlich Betrachtungsweisen und Argumente für solch einen Deal, aber bitte bleibt doch auf einem halbwegs vernünftigem Niveau. Ich bin jetzt raus hier. Zum Schluss zitiere ich mich einfach mal selber...
Zitat von MichaelZorc
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Da ich leider immer öfter feststellen muss, dass es vielen Menschen schwer fällt komplexe Inhalte zu diskutieren ohne Whataboutism ("Bayer ist doch auch blöd", "Wettanbieter-Werbung", etc.), Strohmann-Argumente ("Ohne Waffen wären wir alle Russen", etc.), Falsches Dilemma ("Sponsoring ist ok, denn wir müssen die ja Ukraine beschützen") oder andere Scheinargumente aufzuführen.
Also gibt es von deiner Seite keine wirklichen Argumente außer die bösen bösen Rüstungsunternehmen? Auch kein sonderlich starkes Argument.
Übrigens sind die Hauptsponsoren im deutschen Fußball Rauschgifthersteller (die ganzen Bier- und Spirituosenhersteller) und Wettanbieter. Die Statistiken sprechen hier von 60.000-70.000 Toten (7,8 Mio Deutsche konsumieren regelmäßig/täglich Alkohol) im Jahr durch direkten Konsum von Alkohol (Fehlgeburten & Behinderungen bei Kindern ausgenommen).
Rund 4,6 Mio Deutsche zeigen Anzeichen einer Spielsucht oder sind spielsüchtig. Etwa 1/4 aller Spielsüchtigen hat Suizidgedanken, ca. 10.000 Selbstmorde durch Spielsucht pro Jahr (Studien kann ich dir gern verlinken).
Ich finde es OK, dass deine Linie in der Moralfrage anders verläuft als die von anderen. Deswegen ist eben auch Moral und Ethik ein Teil der Philosophie und von jedem Individuum auf seine Weise zu interpretieren.
Fakt ist aber, dass wir in der deutschen Sport- und Medienlandschaft ein generelles moralisches Problem haben. Sei es die Verherrlichung von Alkohol, das Werben von Sportwetten mit einhergehender Spielsucht, Kinderarbeit in der Modebranche oder aber Waffenlieferungen an die Saudis.
29.05.2024 - 16:14 Uhr
Zitat von halbgott
Rheinmetall ist in Düsseldorf ansässig und hat 30.000 Mitarbeiter.
es wird ausdrücklich gesagt, daß die Partnerschaft für Event- und Hospitality-Angebote im Stadion sowie auf dem Vereinsgelände genutzt wird.
immer wieder wurde das fehlende Einnahmepotential durch Logen im BVB Stadion benannt. Auch der Standort Dortmund wurde als ungünstig benannt, völlig zu Recht.
Aber Rheinmetall zahlt jetzt mit rund 20 Mio weit überdurchschnittlich viel, wüsste nicht, daß es einen anderen Sponsor gibt, der nicht werbewirksam auf dem Trikot erscheint und so viel zahlt.
Rheinmetall ist in Düsseldorf ansässig und hat 30.000 Mitarbeiter.
es wird ausdrücklich gesagt, daß die Partnerschaft für Event- und Hospitality-Angebote im Stadion sowie auf dem Vereinsgelände genutzt wird.
immer wieder wurde das fehlende Einnahmepotential durch Logen im BVB Stadion benannt. Auch der Standort Dortmund wurde als ungünstig benannt, völlig zu Recht.
Aber Rheinmetall zahlt jetzt mit rund 20 Mio weit überdurchschnittlich viel, wüsste nicht, daß es einen anderen Sponsor gibt, der nicht werbewirksam auf dem Trikot erscheint und so viel zahlt.
es gibt übrigens noch zwei weitere kleine Sponsoren, die neue Verträge mit dem BVB gemacht haben. Daß mit Rheinmetall so ein sehr großer Sponsor ausgerechnet direkt vor dem CL Finale unterschreibt, ist natürlich sehr auffällig. Umstritten ist es sowieso, aber wieso macht das BVB dann überhaupt? Hätten sie es nicht auch einfach nach dem CL Finale machen können?
Ich gehe davon aus, daß Borussia Dortmund im Fall eines CL Sieges sehr hohe Prämien von den Sponsoren bekommt. Rheinmetall wird mit Sicherheit dabei sein, u.a. deswegen hat man vorher unterschrieben.
Die jetzt kolportierten rund 20 Mio für drei Jahre sind üppig, im Erfolgsfall könnte das aber deutlich mehr werden. Ansonsten hätte es Borussia Dortmund nicht gemacht, jeder weiß vorher, daß es umstritten ist, aber genau das kostet extra, deutlich extra sogar.
Ist ja nicht so, daß Rheinmetall lukrativ und werbewirksam auf dem Trikot erscheint, die Werbung wird meiner Meinung nach, eher zurückhaltend sein, d.h. der Gegenwert für Rheinmetall ist entsprechend und angesichts dessen, ist das wirklich nicht wenig Geld
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