Raspadori zieht Atalanta vor
Romas Stürmersuche: OM-Talent Vaz vor Unterschrift, Malen soll statt Zirkzee kommen
©IMAGO
„Das wird sehr wichtig sein, denn die Roma kann nicht stillstehen, sondern muss sich verbessern. Wenn wir nichts unternehmen, riskieren wir, eine Chance zu verpassen“, sagte Gian Piero Gasperini Mitte Dezember in Hinblick auf das Winter-Transferfenster. Der 67-Jährige war zuletzt unzufrieden über die Bemühungen der Giallorossi, die er seit Sommer trainiert, neue Stürmer zu verpflichten. Nach zwei Absagen könnte demnächst aber doppelter Vollzug in der ewigen Stadt gemeldet werden.
Robinio Vaz (18) ist der erste Neuzugang, den Gasperini aller Voraussicht nach im Trainingszentrum Trigoria begrüßen darf. Mit dem 18 Jahre alten Mittelstürmer und seinem Verein Olympique Marseille haben die Römer laut übereinstimmenden Medienberichten Einigkeit erzielt. 20 Millionen Euro Grundablöse sollen fließen, 5 Millionen können für den französischen U20-Nationalspieler hinzukommen. Vaz soll mit einer Kaufpflicht ausgeliehen werden, die im Sommer greift, und danach bis 2030 vertraglich gebunden werden.
Der Angreifer war 2024 aus der U19 des FC Sochaux nach Marseille gewechselt und hat in 22 Spielen dort vier Tore und drei Vorlagen beigesteuert. In der Ligue 1 kommt er auf eine Torbeteiligung alle rund 63 Minuten. Gespräche über eine Verlängerung des 2028 laufenden Vertrags sollen zuletzt aber gestockt haben, berichtete „L’Équipe“, da der Spieler deutlich mehr Gehalt verlangt habe, als ihm angeboten wurde. Nun winkt Marseille eine hohe Ablöse, eine der zehn höchsten der Klubgeschichte, für einen Spieler, der bei unbestrittenem Talent noch nicht fester Teil der Startelf ist.
Neben Vaz: Roma auch mit Ex-Dortmunder Malen einig
Ob Vaz in Rom noch mehr Spielzeit erhält, wird sich zeigen. Wahrscheinlich ist, dass er er in Gasperinis 3-4-2-1-System künftig mit dem früheren Dortmunder Donyell Malen (26) konkurrieren muss. Der niederländische Nationalspieler benötigt mit Hinblick auf seine WM-Ambitionen Spielzeit, die er bei Aston Villa nicht in gewünschter Form – als Stammkraft – erhält. In 29 Partien stand er diese Saison zwar auf dem Feld, aber nur 1.106 von 2.610 möglichen Minuten. Dabei gelangen ihm immerhin sieben Tore und zwei Vorlagen.
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Nun soll er leihweise mit Kaufoption nach Rom wechseln. Mit dem Spieler bestehe schon Einigkeit, melden etwa „Sky Italia“ und „Voetbal International“. Details zwischen den Klubs gebe es noch zu klären, das wird aber in Kürze erwartet. Malen war vor einem Jahr für 25 Mio. Euro vom BVB nach Birmingham gewechselt. Er wäre nach Ex-Leverkusener Leon Bailey (28) der zweite Angreifer, den die Giallorossi von Aston Villa verpflichten. Verletzungsbedingt ist der Jamaikaner, der im August ausgeliehen wurde, bisher aber nur eine Randnotiz in Rom.
Vaz und Malen vor Ankunft: Im Sturm hakt's bei der Roma
So geht es, mit klarer Ausnahme des Argentiniers Matías Soulé (22), den meisten Angreifern bei der Roma unter Gasperini, der bei Atalanta BC zuvor eine Dekade teils begeisternden Offensivfußballs geprägt hatte. In Rom hat er allerdings bisher vor allem die Defensive stabilisiert, die in der Serie A mit nur zwölf Gegentoren in 20 Spielen die beste ist. Dem stehen aber nur 24 eigene Treffer gegenüber, was wiederum der schwächste Wert aller Teams der Top-7 ist.
Die Roma hat zwar 39 Punkte gesammelt und ist damit gleichauf mit Titelverteidiger Napoli und Rekordchampion Juventus, die Zähler aber vor allem gegen die Klubs aus der unteren Tabellenregion gewonnen. In den nominellen Top-Spielen gab es Niederlagen gegen Napoli, Inter, Juventus, Milan und Atalanta. 13 Siege stehen auf der Habenseite, aber auch sieben Niederlagen und kein einziges Unentschieden. Diese Diskrepanz im Vergleich mit den Rivalen um die Champions-League-Qualifikation wird unter Serie-A-Experten auf die geringe Durchschlagskraft im Angriff zurückgeführt, gegen die Gasperini nun ansteuern lässt.
Top-Star Paulo Dybala (32), der 2024 für 30,5 Mio. Euro verpflichtete Artem Dovbyk (28) und der im Sommer leihweise aus Brighton gekommene Evan Ferguson (21) kommen zusammen auf sieben Ligatore bzw. neun wettbewerbsübergreifend. Das Trio verpasste aber auch 19 Spiele verletzungsbedingt, Bailey allein verdoppelt diese Zahl mit 16 Spieltagsabsagen beinahe. Ferguson wurde von Gasperini nach dem 1:2 gegen Juve Ende Dezember öffentlich scharf kritisiert: Er „überzeugt mich nicht. Selbst in der zweiten Halbzeit, über einen langen Zeitraum hinweg. Er hat noch nicht ganz den Dreh raus, ebenso wie andere.“
Die Torlücke sollen nun aller Voraussicht nach Vaz und Malen schließen, Gasperini hatte aber eigentlich andere Spieler im Visier: Giacomo Raspadori (25) von Atlético Madrid und allen voran Joshua Zirkzee (24) von Manchester United. Dass diese nicht zu bekommen waren, frustrierte den Trainer-Altmeister offenbar so sehr, dass er nach dem 2:0 bei Lecce vor einer Woche das übliche Gespräche mit Medienvertretern absagte. Raspadori, der bei Atlético nach seinem Sommertransfer nicht über die Jokerrolle hinauskommt und zwischenzeitlich auch bei Ex-Klub Napoli kolportiert, hat mittlerweile bei Atalanta zugesagt. Er soll bis zu 25 Mio. Euro kosten. Zirkzee hingegen darf Man United dem Vernehmen nach im Winter nicht verlassen, nachdem Trainer Ruben Amorim, der kaum auf den Niederländer setzte, den Klub verlassen musste.
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