Entscheidungen „sehr schwierig“
Pulisic führt US-Kader um Bundesliga-Trio an – Pochettino mit Überraschungen beim Gastgeber
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Die Nationalmannschaft der USA hat ihren 26-köpfigen Kader für die Heim-Weltmeisterschaft 2026 bekannt gegeben. In Sachen Kaderwert findet sich das Team im oberen Drittel der 48 Teilnehmer. Nationaltrainer Mauricio Pochettino setzt auf viele Spieler aus dem Kern der WM 2022 — und sorgt mit einigen Personalentscheidungen für Diskussionen.
Die USA gehen mit dem wertvollsten Spieler Christian Pulisic, Weston McKennie, Tyler Adams, Giovanni Reyna und Matt Turner in das Turnier. Coach Pochettino gab sein Aufgebot am Dienstagabend deutscher Zeit bei einer Live-Veranstaltung in New York bekannt. Der 54-Jährige zeigte sich nach der Nominierung überzeugt von seiner Auswahl. „Wir sind zuversichtlich, dass dies die beste Gruppe von 26 Spielern ist, um uns bei der WM zum Erfolg zu verhelfen“, so der Argentinier. Die Entscheidungen seien „sehr schwierig“ gewesen, ergänzte der frühere Trainer von Tottenham, Paris Saint-Germain und Chelsea: Man sei allen Spielern dankbar, die Teil dieses Weges gewesen seien. Diese Gruppe sei fokussiert und bereit, alles zu geben, um die USA zu repräsentieren und Leistungen zu zeigen, „die die Fans und das Land stolz machen“.
Sportlich bleibt Pulisic das Gesicht der Mannschaft. Der Profi der AC Mailand führt eine Offensive an, zu der unter anderem Folarin Balogun, Ricardo Pepi, Timothy Weah, Haji Wright, Brenden Aaronson und Alex Zendejas gehören. Letzterer gilt als die auffälligste positive Überraschung. Der Flügelspieler von Club América setzte sich gegen andere Offensivoptionen durch, obwohl er unter Pochettino bislang nur eine begrenzte Rolle inne hatte.
Im Mittelfeld setzen die Vereinigten Staaten auf Adams, McKennie, Reyna, Malik Tillman, Sebastian Berhalter und Cristian Roldan. In der Defensive stehen unter anderem Sergiño Dest, Antonee Robinson, Chris Richards, Tim Ream, Joe Scally und Auston Trusty im Aufgebot.
Aus deutscher Perspektive ist der Kader gleich mehrfach interessant: Reyna und Scally stehen bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, Tillman läuft für Bayer Leverkusen auf. Reynas Nominierung fand international auch Beachtung, weil seine Rolle bei den Fohlen zuletzt nicht immer gefestigt war.
Für Gesprächsstoff sorgten rund um das Team USA aber vor allem die Nicht-Nominierungen. Real-Salt-Lake-Mittelfeldspieler Diego Luna, Lyon-Profi Tanner Tessmann und Aidan Morris schafften es nicht in den finalen Kreis. Luna gilt als überraschende Streichung, da er unter Pochettino zu den offensiven Spielern mit den meisten Einsatzminuten gehörte. Pochettino wollte den Fokus nach der Verkündung aber nicht auf die aussortierten Spieler lenken. „Ich denke, wir können nicht über die Spieler sprechen, die nicht im Kader stehen, weil ich glaube, dass das sehr respektlos gegenüber den Spielern ist, die es in den Kader geschafft haben“, sagte der Nationaltrainer. Er übernehme die Verantwortung für die Entscheidungen, wolle aber die 26 Nominierten in den Mittelpunkt stellen.
USA-Kader bei der WM 2026: Mix aus Erfahrung und Neulingen
Der Kader vereint Erfahrung und Turnierneulinge. 13 Spieler waren bereits bei der WM 2022 in Katar dabei, darunter Pulisic, Adams, McKennie, Ream, Robinson, Turner und Weah. Ebenso viele Akteure stehen vor ihrer ersten Weltmeisterschaft. Pochettino hat seit seiner Amtsübernahme im September 2024 insgesamt 61 Spieler eingesetzt; sie kamen aus 16 Ligen in zwölf Ländern.
Vor dem WM-Start bereiten sich die USA mit zwei Testspielen vor: Am 31. Mai trifft das Team in Charlotte auf Senegal, am 6. Juni folgt in Chicago die Generalprobe gegen Deutschland. In der Gruppenphase der WM spielt die US-Auswahl zunächst am 12. Juni in Inglewood gegen Paraguay, danach am 19. Juni in Seattle gegen Australien und zum Abschluss am 25. Juni erneut in Inglewood gegen die Türkei.
Als Gastgeber trägt das Team die Erwartung, die Entwicklung des Fußballs im eigenen Land sportlich sichtbar zu machen. Die Generation um Pulisic, Adams, McKennie und Reyna ist lange als eine der talentiertesten der US-Geschichte beschrieben worden. Im Sommer muss sie nun zeigen, ob aus Potenzial, Heimvorteil und Pochettinos klarer Auswahl ein Lauf werden kann, der über die Gruppenphase hinausreicht.
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