| Geburtsdatum | 09.12.1969 |
|---|---|
| Alter | 56 |
| Nat. |
Deutschland |
| Funktion | Geschäftsführer Profifußball |
| Akt. Verein | 1.FC Union Berlin |
Horst Heldt
16.07.2015 - 19:04 Uhr
28.07.2015 - 20:47 Uhr
Zitat von ventilator
Ich will hier gar nicht die Diskussion zum xten Mal aufmachen, aber es ist schon lustig wie grotek manche immer nur das erinnern was ihnen passt. Bei Boateng war von Anfang nicht nur das Wackelknie sondern auch sein Charakter fragwürdig. Die lächerlichen Interviews seine Mitspieler hätten ihn in Mailand weggemobbt weil er zu gut war, etc. Und als ich meinte hoffentlich liefert er nicht das Übliche: stark anfangen, stark nachlassen, Ärger machen, Abschied im Krach, hat runaway so wie er heute das Wackelknie abtut erläutert, dass es überhaupt keinen Anhaltspunkt gebe Boateng könnte charakterlich schwierig sein. Man kann manchmal nur den Kopf schütteln.
Und keiner hat sich denken können, dass wir Kirchhoff oder Santana gar nicht brauchen. Alles völlig unvorhersehbare Sensationen. Oder dass Szalai technisch zu schwach ist, NIEMAND außer ein paar Nörgler und ein paar Mainz Fans konnten das vermuten etc etc
Ich will hier gar nicht die Diskussion zum xten Mal aufmachen, aber es ist schon lustig wie grotek manche immer nur das erinnern was ihnen passt. Bei Boateng war von Anfang nicht nur das Wackelknie sondern auch sein Charakter fragwürdig. Die lächerlichen Interviews seine Mitspieler hätten ihn in Mailand weggemobbt weil er zu gut war, etc. Und als ich meinte hoffentlich liefert er nicht das Übliche: stark anfangen, stark nachlassen, Ärger machen, Abschied im Krach, hat runaway so wie er heute das Wackelknie abtut erläutert, dass es überhaupt keinen Anhaltspunkt gebe Boateng könnte charakterlich schwierig sein. Man kann manchmal nur den Kopf schütteln.
Und keiner hat sich denken können, dass wir Kirchhoff oder Santana gar nicht brauchen. Alles völlig unvorhersehbare Sensationen. Oder dass Szalai technisch zu schwach ist, NIEMAND außer ein paar Nörgler und ein paar Mainz Fans konnten das vermuten etc etc
Wenn du schon meinen Beitrag als Anhaltspunkt nimmst, dann doch bitte korrekt und ohne Unterstellungen. Ich habe nicht verleugnet, dass Boateng als schwierig gilt, sondern angesprochen, dass viele Kritiker eben nicht kritisieren, was es zu kritisieren gibt, sondern einfach irgendwas kritisieren. Diesen Quatsch mit Hitzfeld hat man selbst in den letzten Wochen noch lesen müssen.
Wie gesagt, mein Beitrag bezog sich nicht auf berechtigte Kritik, sondern auf leicht widerlegbare Kritik bzw. Kritik aus der Rückschau.
Nochmal zu Sam: Es gab zahlreiche Kritiker, die zu Recht seine Verletzungsprobleme ansprachen, aber wenn mir jetzt jemand erzählt, dass er vorab erwartete, dass Sam "nie" spielen wird, weil er Einstellungsprobleme hatte, dann nehme ich dem das einfach nicht ab.
28.07.2015 - 22:15 Uhr
Zitat von ventilator
Es geht ja nicht um "nie" spielen. Sondern um eine ungefähr adequate Leistung im Verhältis zum finanziellen Aufwand. Klar konnte niemand diesen kompletten Totalausfall ahnen. Ähnlich wie seinerzeit kein Mensch vorab ahnen konnte wie das mit Albert Streit laufen würde. Nur wird dadurch Andreas Müller eben nicht besser. Sportlich verantwortlich heißt eben nicht wenn Forumsuser und ein Journalist meine Transfers dufte finden ist halt der Trainer schuld: zum ersten, zum zweiten und hoffentlich nicht zum dritten Male.
Es geht ja nicht um "nie" spielen. Sondern um eine ungefähr adequate Leistung im Verhältis zum finanziellen Aufwand. Klar konnte niemand diesen kompletten Totalausfall ahnen. Ähnlich wie seinerzeit kein Mensch vorab ahnen konnte wie das mit Albert Streit laufen würde. Nur wird dadurch Andreas Müller eben nicht besser. Sportlich verantwortlich heißt eben nicht wenn Forumsuser und ein Journalist meine Transfers dufte finden ist halt der Trainer schuld: zum ersten, zum zweiten und hoffentlich nicht zum dritten Male.
Das ist dann aber wieder ein anderes Thema. Man kann diskutieren, ob man den Transfer auch auf die Gefahr hin hätte tätigen dürfen, wenn Sam nur auf 20 Spiele kommt, aber es gab eben in letzter Zeit genug, die natürlich vorher wussten, dass das total in die Hose gehen musste.
An den Kontext denkt dabei übrigens niemand. Sam sollte neben Farfan und Draxler der dritte hochwertige Flügelspieler werden, es war aber nicht davon auszugehen, dass alle 3 die Saison verpassen würden.
Wenn Farfan und Draxler zumindest 3/4 der Spiele absolvieren können, ist es zwar trotzdem nicht gut, wenn Sam nur die Hälfte schafft, aber eben auch nicht furchtbar.
Sam war ein Risikotransfer und bisher hat der sich nicht ausgezahlt, aber wenn Heldt nur sichere Nummern macht, wird das genauso kritisiert.
Der Trainer ist Schuld ist übrigens nicht der Tenor des Artikels und auch nicht die Forenmeinung. Tenor ist, dass ein Manager, in diesem Fall Heldt, nur bis zu einem bestimmten Punkt Einfluss nehmen kann und gute Entscheidungen auf dem Platz umgesetzt werden müssen. Wenn der Manager die falschen Spieler und/oder den falschen Trainer holt, dann liegt das natürlich in seiner Verantwortung, aber die Kritik nach der letzten Saison ging eben nicht dahin, dass nur Fehler kritisiert wurden, sondern auch gute Entscheidungen rückwirkend als falsch umgedeutet wurden. Das ging ja so weit, dass sogar der Transfer von Choupo-Moting in Rückrunde von einigen in Frage gestellt wurde und man Neustädter als Fehleinkauf bezeichnete.
29.07.2015 - 11:30 Uhr
Zitat von Jopsn
Und diese Rotze willst du hier noch als den Heiligen Grahl der Heldtbewertung verkaufen.
Zitat von KaiS04
Ich finde die ganze Diskussion bzgl. der Bewertung von Hottes Arbeit gerade ein wenig absurd.
(...)
Da kam ein Klassespieler á la Boateng aus Mailand und zeigt zu Beginn ansprechende Leistungen.
Dass dann Probleme mit Knie (...) letztlich zu seiner Demontage geführt haben, war in der damaligen Situation nicht abzusehen.
(...)
Hotte hat aber nur gesehen, dass er eine starke Runde mit LEV hingelegt hat und er unter Marktwert zu haben war. (...)
Plötzlich wurde bekannt, dass KPB bereits länger mit Knieproblemen zu kämpfen hat und unter Keller viele Fitness-Einheiten verpasst hat.
(...)
Außerdem kamen KPBs Knieprobleme auch nicht von heute auf morgen - entweder ist Hotte schlecht vernetzt und wusste wirklich nichts darüber
(...)
Ich finde die ganze Diskussion bzgl. der Bewertung von Hottes Arbeit gerade ein wenig absurd.
(...)
Da kam ein Klassespieler á la Boateng aus Mailand und zeigt zu Beginn ansprechende Leistungen.
Dass dann Probleme mit Knie (...) letztlich zu seiner Demontage geführt haben, war in der damaligen Situation nicht abzusehen.
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Hotte hat aber nur gesehen, dass er eine starke Runde mit LEV hingelegt hat und er unter Marktwert zu haben war. (...)
Plötzlich wurde bekannt, dass KPB bereits länger mit Knieproblemen zu kämpfen hat und unter Keller viele Fitness-Einheiten verpasst hat.
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Außerdem kamen KPBs Knieprobleme auch nicht von heute auf morgen - entweder ist Hotte schlecht vernetzt und wusste wirklich nichts darüber
(...)
Und diese Rotze willst du hier noch als den Heiligen Grahl der Heldtbewertung verkaufen.

HH wusste genau was mit Prince abgeht. Habt ihr schon mal einen Scouting Bericht gelesen? der ist über 30 Seiten lang über ein und den selben Spieler.
Prince war für die Ablöse von 10 Mio. ein guter Transfer. Man hat gesehen am Anfang der Saison das es nur
" Weicheier " im Team gab, also brauchst du einen Bad Boy. Einer der sagt was in der Mannschaft läuft. Das hat er mit Prince gefunden . Das Problem an solchen Spieler ist entweder sie funktionieren im Team und fühlen sich wohl oder nicht. Im Grunde genommen eine 50:50 Chance. Bestes Beispiel Ibrahimovic Barcelona/Paris.
Auch Sam für seine Ablöse 2,5 Mio. ein Schnäppchen. Zeig mir mal solche Spieler für solches Geld.
Ein Manager muss immer das Preis Leistungs Verhältnis abwiegen. Das kann HH wirklich sehr gut. Er formt mit wenig Geld eine konkurrierende Top Mannschaft. ( Im Vergleich zu Wolfsburg, Leverkusen, Leipzig ), hat Schalke nicht viel Geld zur Verfügung.
HH liebt einfach Risikotransfers. Spieler wie Sam, Santana, Barnetta etc. für wenig Geld kauft, oder Ablösefrei kriegt, darf man als Topklub ruhig mal zuschlagen. Entweder funktionieren sie oder nicht. Aber wenn man für die gleiche Summe, 4-5 Spieler kauft oder 1 Spieler. Hat man bessere Chancen bei mehr Spieler, dass der eine oder andere einschlägt.
Geis war für seine Verhältnisse auch ein angemessener Preis. Jetzt wo er bei Schalke spielt wird er auch nicht mehr gehypt, ist ja klar^^
Ihr sagt HH sei schlecht vernetzt? Wieso wusste er von der festgeschriebenen Ablöse 6mio für Di Santo? Das wusste glaub kein einziger Fan. Oder bei Sam?
Und zum Thema Shaqiri glaube ich nicht das er zu uns stossen wird. Shaqiri ist doch das Medien Opfer. HH hat das so offen sichtlich gemacht, das sich die Medien nur um Shaqiri und Schalke kümmern. Er in RUHE im Hintergrund an den Transfers basteln kann ohne das 1'000 Leute reinreden.
Obwohl ich als Schalke Fan hoffe er kommt trotzdem noch
Was mir besonders gefällt ist, das ich Breitenreiter und Heldt miteinander Spieler suchen. Riether zum Beispiel, ohne Breitenreiter wär der nie gekommen. Auch das ein wirklich guter Transfer.
Glück Auf
29.07.2015 - 18:31 Uhr
Zitat von Lord_Z
Ja, hier können wir das Ganze eigentlich beenden. Darum geht es ja: dieser Artikel ist brutal trivial. Denn was sagt er aus? Man trifft seine Entscheidungen im Jetzt und idealerweise unter Zuhilfename von rationalen Argumenten. Um das Sam-Beispiel aufzugreifen: Der Spieler hatte eine gute Hinrunde gespielt, er war in der Ablöse günstig zu haben, aber bekanntermaßen verletzungsanfällig. Man hat ihn geholt und ich gehe davon aus, man war sich des Risikos bewusst. Mit dem Transfer habe ich wenig Probleme. Auch mit den anderen nicht. Im wesentlichen beschränkte sich die Kritik ja auch darauf, dass zu wenig mit Konzept eingekauft wurde und nicht, dass bei all den Transfers eben auch viele nicht funktioniert haben.
Aber nochmal: was ist damit gewonnen? Im Berufsleben gibt es idR klare Hierarchien und normalerweise macht kein Mitarbeiter gerne Fehler. Wir alle treffen aber im Berufsleben Entscheidungen bei Informationsdefiziten, weil wir nichtmal wissen können, ob wir über alle relevanten Informationen verfügen, weil deren Menge potentiell gegen unendlich geht. Entsprechend tritt ja in den allermeisten Fällen das Problem auf, dass trotz besten Wissens Fehlentscheidungen getroffen werden. Die wenigsten Entscheider werden vorsätzlich falsche Entscheidungen treffen. Das unterstelle ich auch bei Horst Heldt. Das ändert gleichwohl im Ergebnis nichts an der Kritik die geübt wird.
Jetzt frage ich mal ganz offen: Was hat der Kommentar in der WAZ, der die Meinung Hendriocks widerspiegelt, aber auch nicht viele Argumente, sondern Meinung enthält, mit seriösem Journalismus zu tun? Er führt eine Trivialität aus, nachdem aus der gleichen Feder vor Monaten noch auf die Entscheidungen desselben Managers eingedroschen wurde. Und im übrigen kann beides auch widerspruchsfrei nebeneinander stehen. Ich kann sagen: Der Manager kann im voraus nicht wissen, ob seine Personal- und Strategieentscheidungen fruchten und hinterher dennoch sagen, dass es schlechte Entscheidungen waren. Wenn ich aber vor der Saison verklausuliert schreibe, dass die Transferentscheidungen nachvollziehbar, ja vielleicht sogar richtig waren, wenn ich zudem noch schreibe, dass Aufbruchsstimmung entfacht werden konnte, dann kann ich hinterher umso schöner schreiben, dass die Erwartungen enttäuscht wurden. Oder aber ich kann im gegenteiligen Fall schreiben: endlich hat er's kapiert, der Heldt.
Ich finde auch nicht, dass man die Entscheidung, ob Journalismus seriös ist oder nicht, auf einen Beitrag beziehen kann, sondern das muss schon im Gesamtgefüge gesehen werden. Zumindest mutet es komisch an, bspw. der FAZ heute zu unterstellen unseriös zu sein und morgen wird dort seriöser Journalismus betrieben, womöglich weil dem Journalisten ein subjektiv treffender Beitrag gelungen ist. Seriöser Journalismus hat für mich grds. mit den Standards zu tun, die ich jedes Mal einhalte, bevor ich einen Artikel oder Kommentar publiziere. Und der gilt dann im gesamten Haus.
Seriöser Journalismus ist aber im Kontext eines gigantischen Unterhaltungsbusiness, das von Helden und Gefallenen und seinen Extremen lebt, eine verdammt schwierige Sache. Offen gestanden erwarte ich das aber auch gar nicht unbedingt, wenn über Fußball geschrieben wird. Finde es dann nur anstrengend, wenn wahlweise auf die unseriöse Presse eingedroschen wird oder sie nach dem Motto "endlich mal seriös" gefeiert werden. Beides ist m.E. übertrieben und unnötig.
Zitat von bluey04
Letztlich geht es in dem Artikel um eine Klarstellung: Die Beeinflussungsmöglichkeiten eines Managers sind begrenzt. Trotzdem trägt er natürlich die Verantwortung. Wobei eben meist erst in der Nachbetrachtung deutlich wird, wie gut Entscheidungen waren.
Letztlich geht es in dem Artikel um eine Klarstellung: Die Beeinflussungsmöglichkeiten eines Managers sind begrenzt. Trotzdem trägt er natürlich die Verantwortung. Wobei eben meist erst in der Nachbetrachtung deutlich wird, wie gut Entscheidungen waren.
Ja, hier können wir das Ganze eigentlich beenden. Darum geht es ja: dieser Artikel ist brutal trivial. Denn was sagt er aus? Man trifft seine Entscheidungen im Jetzt und idealerweise unter Zuhilfename von rationalen Argumenten. Um das Sam-Beispiel aufzugreifen: Der Spieler hatte eine gute Hinrunde gespielt, er war in der Ablöse günstig zu haben, aber bekanntermaßen verletzungsanfällig. Man hat ihn geholt und ich gehe davon aus, man war sich des Risikos bewusst. Mit dem Transfer habe ich wenig Probleme. Auch mit den anderen nicht. Im wesentlichen beschränkte sich die Kritik ja auch darauf, dass zu wenig mit Konzept eingekauft wurde und nicht, dass bei all den Transfers eben auch viele nicht funktioniert haben.
Aber nochmal: was ist damit gewonnen? Im Berufsleben gibt es idR klare Hierarchien und normalerweise macht kein Mitarbeiter gerne Fehler. Wir alle treffen aber im Berufsleben Entscheidungen bei Informationsdefiziten, weil wir nichtmal wissen können, ob wir über alle relevanten Informationen verfügen, weil deren Menge potentiell gegen unendlich geht. Entsprechend tritt ja in den allermeisten Fällen das Problem auf, dass trotz besten Wissens Fehlentscheidungen getroffen werden. Die wenigsten Entscheider werden vorsätzlich falsche Entscheidungen treffen. Das unterstelle ich auch bei Horst Heldt. Das ändert gleichwohl im Ergebnis nichts an der Kritik die geübt wird.
Jetzt frage ich mal ganz offen: Was hat der Kommentar in der WAZ, der die Meinung Hendriocks widerspiegelt, aber auch nicht viele Argumente, sondern Meinung enthält, mit seriösem Journalismus zu tun? Er führt eine Trivialität aus, nachdem aus der gleichen Feder vor Monaten noch auf die Entscheidungen desselben Managers eingedroschen wurde. Und im übrigen kann beides auch widerspruchsfrei nebeneinander stehen. Ich kann sagen: Der Manager kann im voraus nicht wissen, ob seine Personal- und Strategieentscheidungen fruchten und hinterher dennoch sagen, dass es schlechte Entscheidungen waren. Wenn ich aber vor der Saison verklausuliert schreibe, dass die Transferentscheidungen nachvollziehbar, ja vielleicht sogar richtig waren, wenn ich zudem noch schreibe, dass Aufbruchsstimmung entfacht werden konnte, dann kann ich hinterher umso schöner schreiben, dass die Erwartungen enttäuscht wurden. Oder aber ich kann im gegenteiligen Fall schreiben: endlich hat er's kapiert, der Heldt.
Ich finde auch nicht, dass man die Entscheidung, ob Journalismus seriös ist oder nicht, auf einen Beitrag beziehen kann, sondern das muss schon im Gesamtgefüge gesehen werden. Zumindest mutet es komisch an, bspw. der FAZ heute zu unterstellen unseriös zu sein und morgen wird dort seriöser Journalismus betrieben, womöglich weil dem Journalisten ein subjektiv treffender Beitrag gelungen ist. Seriöser Journalismus hat für mich grds. mit den Standards zu tun, die ich jedes Mal einhalte, bevor ich einen Artikel oder Kommentar publiziere. Und der gilt dann im gesamten Haus.
Seriöser Journalismus ist aber im Kontext eines gigantischen Unterhaltungsbusiness, das von Helden und Gefallenen und seinen Extremen lebt, eine verdammt schwierige Sache. Offen gestanden erwarte ich das aber auch gar nicht unbedingt, wenn über Fußball geschrieben wird. Finde es dann nur anstrengend, wenn wahlweise auf die unseriöse Presse eingedroschen wird oder sie nach dem Motto "endlich mal seriös" gefeiert werden. Beides ist m.E. übertrieben und unnötig.
Ja der Beitrag ist trivial, aber vorallem spricht er eine Wahrheit aus, die viele oberflächlichen Kritiker ausblenden. Und um mehr als die Klarstellung dieses trivialen Faktes, dass ein Manager nicht aus der Retroperspektive entscheidet sondern aus den Rahmenbedingungen zum Zeitpunkt der Entscheidung, geht es nicht.
Leider gibt es aber viele Kritiker, wobei die Medien da ausdrücklich eingeschlossen sind, die genau diesen Fakt ignorieren und trotzdem unverhältnismässige Kritik äußern.
Deinem Beitrag stimme ich also zu. Auch das zu seriösem Journalismus mehr gehört als mal ein gutes Korn zu finden, sprich einzelne gute Artikel zu veröffentlichen.
Was den Beitrag für mich gut macht ist, dass er einfach bei den Fakten bleibt und wenn es nur der eine, oben genannte ist. Das ist der Punkt auf den der Artikel hinaus will und dabei bleibt er auch.
Was du progonstizierst und was so sehr wahrscheinlich auch eintreten wird ist, dass die Medien sich gerne selber zu arbeiten. Sie kreiieren sich notfalls selber ihre Storys, jubeln Akteure in die Höhe um sie anschließend um so tiefer fallen zu lassen. Einfach weil es viel zu selten um objektive Berichterstattung geht, sondern um Meinungsmache und vorallem Klicks und Auflage.
Das ist sogar in soweit ok, als das man von den Medien nichts anderes erwarten kann und darf. Man darf keine Objektivität erwarten, auch wenn das häufig schade ist, weil die "Wahrheit" so bewusst verzehrt wird. Leider ist Objektivität nicht mehr eine allzu ernst und häufig wahrgenomme Aufgabe der Medien.
Dieser eine Beitrag ist aber trotzdem ein positives Exemplar. Das war lobend anerkannt werden und als solches war sicher auch die Formulierung "seriöser Journalismus" gedacht. In diesem Beitrag wurde sich eben auf Fakten bezogen, es wurde relativiert und ein sehr objektiver Blickwinkel dargestellt. Als solcher hebt er sich damit schon von vielen anderen Artikeln ab. Ob die Formulierung des Lobes in der Form angemessen war lässt sich drüber streiten. Darum geht es ja aber auch eigentlich nicht.
30.07.2015 - 13:33 Uhr
Zitat von falkone
Meine Antwort wäre auch eher die Gegenfrage: "Wann nicht?". Und der Hinweis, dass andere Vereine auch Ladenhüter haben, ändert daran auch wenig. Außer dem HSV fällt mir kein Verein in der Liga ein, bei dem die Spieler so "glücklich" sind, dass sie regelmäßig ihre Verträge erfüllen, obwohl sie jahrelang keine Rolle spielen.
Zitat von kizito
Insofern ist die Antwort auf deine Frage, wann das hohe Gehaltsniveau für uns das letzte Mal ein großes Problem beim Verkauf von Spielern war, ziemlich eindeutig: praktisch in jeder Transferphase seit 2010.
Insofern ist die Antwort auf deine Frage, wann das hohe Gehaltsniveau für uns das letzte Mal ein großes Problem beim Verkauf von Spielern war, ziemlich eindeutig: praktisch in jeder Transferphase seit 2010.
Meine Antwort wäre auch eher die Gegenfrage: "Wann nicht?". Und der Hinweis, dass andere Vereine auch Ladenhüter haben, ändert daran auch wenig. Außer dem HSV fällt mir kein Verein in der Liga ein, bei dem die Spieler so "glücklich" sind, dass sie regelmäßig ihre Verträge erfüllen, obwohl sie jahrelang keine Rolle spielen.
Weiß auch gar nicht, was diese realitätsverweigernde Haltung soll. Wer sich länger mit dem Verein beschäftigt weiß, dass es seit Assauer auf Schalke Usus ist, Spieler über vergleichsweise gute Gehälter zu binden. Warum sonst hätten damals Spieler wie Ailton, Kristajic, auch Bordon zu uns wechseln sollen? Sicherlich noch nicht der besseren Perspektive wegen.
Im Endeffekt ist das ja auch normal. Welche Möglichkeiten hast Du als Verein, in obere Tabellenregionen vorzustoßen? Entweder brutal erfolgreiches Scouting über einen relativ langen Zeitraum, oder aber eine Erhöhung der Gehaltskosten, insbesondere dann, wenn du auch bei der direkten Konkurrenz wildern willst. Es ist ja aber nicht so, als blieben andere Vereine von solchen Entwicklungen verschont. Gladbach musste sehr früh einen De Jong abschreiben und es werden zwangsläufig weitere dazu kommen. Für den BxB wurde es in den vergangenen Jahren auch merklich schwerer.
Unterm Strich ist das einzige Problem, was ich mit manchen von HHs Transfers habe, dass sie in einem verhältnismäßig teuren, aber wenig entwicklungsfähigen Segment stattfinden. Dies birgt immer ein höheres Risiko, als für einen jüngeren Spieler vergleichsweise hohe Ablösen zu zahlen. Blöd gesagt: wenn ein Goretzka oder ein Geis auf Schalke nicht funktionierten, würde man dennoch reihenweise Abnehmer finden. Unabhängig vom Gehalt, würden diese Spieler auch nicht zuviel Zeit verschwenden wollen, wenn sie sehen, dass es nicht läuft.
Bei den Sams und Boatengs, aber auch Di Santos dieser Welt ist das ungleich schwieriger. Wenn ich einen etablierten Bundesligaspieler wie Sam mit einem gutdotierten Vierjahresvertrag ausstatte, dann muss ich mich schon fragen lassen, warum ich das tue. Aus Angst, dass mir jemand bei drei Jahren Vertrag einen 28-/29-Jährigen Spieler abwirbt, den ich günstig verpflichtet habe? Das erschließt sich mir nicht so recht. Und wenn ich Sam nur über die lange Vertragslaufzeit überhaupt von einem Wechsel überzeugen kann, dann sollte ich dort schon skeptisch werden. Sportlich spricht erstmal wenig gegen seine Verpflichtung, aber hohes Gehalt plus fortgeschrittenes Fußballalter plus lange Vertragslaufzeit sind nunmal eine gefährliche Kombination.
Boateng ist sicherlich ein Sonderfall, aber man darf es auch nicht so darstellen, als hätte niemand gewusst, was für einen Typen man sich da einkauft. Auch der wirklich günstige Preis kam ja nicht von ungefähr. Andererseits würde ich hier sagen, dass man einen Boateng aus der Situation heraus eben auch nicht für ein günstiges Gehalt bekommt.
Alles in allem wäre es mir lieber, künftig um das Semgment der etablierten 26-28-Jährigen einen Bogen zu machen. Ich habe keine Probleme damit, auch mal einen Riether zu verpflichten bzw. einen erfahrenen Spieler Ü30, von dem man sich noch 1-2 Saisons Leistung erwartet. Aber ich wäre einfach vorsichtig damit, die Di Santos und Sams dieser Welt mit langen, gut dotierten Verträgen auszustatten, weil sie einfach schnell zu Ladenhütern werden können, wenn es nicht läuft. Ich verspreche für den Fall auch, mich definitiv nicht aufzuregen, wenn uns dann mal ein Leistungsträger unter Wert verlässt und bin mir bewusst, dass es am Ende eine Frage der Vorliebe ist, ob man lieber ein paar Kaderleichen hat, um ggf. hohe Ablösen zu erhalten oder aber ab und an mal einen Spieler billig weggeben muss, bei dem es weh tut.
30.07.2015 - 15:00 Uhr
Zitat von Lord_Z
Weiß auch gar nicht, was diese realitätsverweigernde Haltung soll. Wer sich länger mit dem Verein beschäftigt weiß, dass es seit Assauer auf Schalke Usus ist, Spieler über vergleichsweise gute Gehälter zu binden. Warum sonst hätten damals Spieler wie Ailton, Kristajic, auch Bordon zu uns wechseln sollen? Sicherlich noch nicht der besseren Perspektive wegen.
Weiß auch gar nicht, was diese realitätsverweigernde Haltung soll. Wer sich länger mit dem Verein beschäftigt weiß, dass es seit Assauer auf Schalke Usus ist, Spieler über vergleichsweise gute Gehälter zu binden. Warum sonst hätten damals Spieler wie Ailton, Kristajic, auch Bordon zu uns wechseln sollen? Sicherlich noch nicht der besseren Perspektive wegen.
Ich habe nicht geleugnet, dass Schalke hohe Gehälter gezahlt, ich habe die Frage gestellt, wann das zum letzten mal ein wirkliches Problem war. Streit war ein Problem und ein paar der Magath-Gurken wurde man nicht ohne Abfindung los, aber seit ein paar Jahren sehe ich das nicht mehr als großes Problem. Es stehen vielleicht nicht 20 Vereine Schlange um Santana zu verpflichten, aber den wird man schon noch los.
Aktuell stützt sich doch die Diskussion auf 2 - vor Sams Rehabilitierung 3 - Spieler, von denen einer ein absoluter Sonderfall ist und der andere für den FC schon attraktiv genug war, bis er durch den Medizincheck flog.
Dass nicht gleich am 1. Juli 10 Vereine ein offizielles Angebot abgeben, ist zwar schade, aber jetzt auch nicht ein solcher Beinbruch, dass man da ein großes Fass aufmachen muss.
Sam verdient bei uns mehr als er von Bayer bekommen hätte, aber auch das Gehalt von Bayer hätte die Eintracht aus Frankfurt nicht 1:1 übernehmen können.
Ich will nicht sagen, dass man an den Verträgen nicht sparen kann und Risikotransfers wie bei Sam, Barnetta, Kirchhoff und Obasi sollte man sich in Zukunft sparen oder eben wie bei Kirchhoff nur als Leihe, aber wenn man Heldt vorwirft, dass er Sam nicht mit einem Gehalt ausstattet, dass auch Eintracht Frankfurt und Hannover 96 bedenkenlos stemmen könnten, ist das eine realitätsverweigernde Haltung.
30.07.2015 - 16:02 Uhr
Man kann Heldt ja sicherlich einiges vorwerfen nach der letzten Saison, gerade in Bezug auf die Trainerfrage etc. Aber man kann Heldt doch keinen Vorwurf machen dass ein Spieler wie Sam sich verletzt oder dass eben ein anderer etablierter Bundesligaspieler wie Barnetta nicht so einschlägt wie man es sich erhofft hat. Beides waren zum Zeitpunkt des Transfers richtige entscheidungen. Heldt ist doch nun wirklich keiner der Geld verbrennt, klar unsere Gehälter sind meist üppig, aber Heldt hat in seiner Amtszeit ein relativ geringes Transferminus und trotzdem haben wir mehrfach CL gespielt und sind jetzt nach ner Katatsrophensaison in der EL gelandet.
Wenn man das mal mit der Konkurrenz vergleicht, die Bayern haben für Martinez und Thiago zusammen 65 mio bezahlt (ungefähr) und keiner von denen spielte letzte Saison ne große Rolle weil dauernd verletzt. Auch schlechte Transfers? Ein 37 mio Götze saß auch mehr auf der Bank und spielte unter seinen verhältnissen. 100 mio die letzte Saison kaum was gebracht haben, wegen Form und Verletzungen, ja müssen die da Blinde im Management haben. Trotzdem war jeder Transfer zum jeweiligen Zeitpunkt richtig und wichtig, würde auch keiner bestreiten.
Oder um mal bei der Konkurrenz zu bleiben, der BVB gibt 30 mio für 2 neue Stürmer aus die keine Rolle spielen. der eine ist schon wieder verliehen weil man keinen Abnehmer findet und der andere wird weiterhin die Bank drücken sollte nichts komisches passieren. Ein Ginter für 10 mio spielt auch keine Rolle. Aber hauptsache hier regt man sich weiterhin über Adam Szalai auf der vielleicht ein minus von 5mio gerissen hat (Gehalt und Transferdifferenz) und uns zumindest in die CL geschossen hat oder man hackt immer noch auf der Ablösefreien Marica verpflichtung rum. Das ist doch albern. Heldt ist sicherlich kein unangefochtener Top Managaer und die DiMatteo Nummer hätte ihm auch gut das genick brechen können, aber jetzt auf den Transferausgaben rumzuhacken ist wirklich, wirklich albern.
Wenn man das mal mit der Konkurrenz vergleicht, die Bayern haben für Martinez und Thiago zusammen 65 mio bezahlt (ungefähr) und keiner von denen spielte letzte Saison ne große Rolle weil dauernd verletzt. Auch schlechte Transfers? Ein 37 mio Götze saß auch mehr auf der Bank und spielte unter seinen verhältnissen. 100 mio die letzte Saison kaum was gebracht haben, wegen Form und Verletzungen, ja müssen die da Blinde im Management haben. Trotzdem war jeder Transfer zum jeweiligen Zeitpunkt richtig und wichtig, würde auch keiner bestreiten.
Oder um mal bei der Konkurrenz zu bleiben, der BVB gibt 30 mio für 2 neue Stürmer aus die keine Rolle spielen. der eine ist schon wieder verliehen weil man keinen Abnehmer findet und der andere wird weiterhin die Bank drücken sollte nichts komisches passieren. Ein Ginter für 10 mio spielt auch keine Rolle. Aber hauptsache hier regt man sich weiterhin über Adam Szalai auf der vielleicht ein minus von 5mio gerissen hat (Gehalt und Transferdifferenz) und uns zumindest in die CL geschossen hat oder man hackt immer noch auf der Ablösefreien Marica verpflichtung rum. Das ist doch albern. Heldt ist sicherlich kein unangefochtener Top Managaer und die DiMatteo Nummer hätte ihm auch gut das genick brechen können, aber jetzt auf den Transferausgaben rumzuhacken ist wirklich, wirklich albern.
30.07.2015 - 16:35 Uhr
Wenn man hier im Thread mitliest wird einem zunehmend klarer, dass Horst Heldt den beschissensten Job im deutschen Fußball hat. Ihm gegenüber stellen einige die unmöglich erfüllbare Erwartungshaltung, mit dem Etat von Paderborn den Erfolg von Bayern München zu haben. Einige müssen ihre Erwartungshaltung ein bisschen realistischer gestalten.
Die Missstände, für die er hier teilweise kritisiert wird, wurden ja nicht von ihm hervorgerufen. Er hat von Magath einen völlig überteuerten und aufgeblähten Kader übernommen. Die ersten Monate seiner Amtszeit musste er damit verbringen, gefühlte 30 Spieler von Magath abgeben und großteils abfinden zu müssen. Mit relativ wenig übrig gebliebenem Geld hat er es parallel geschafft, den Kader nicht nur auszudünnen, sondern ihn deutlich zu verstärken.
Ohne krassen Umbruch, bei dem uns wohl sämtliche Leistungsträger verlassen hätten, war es einfach unmöglich, die Gehaltsstruktur zu senken. Das, was wir "erfolgsverwöhnten" Fans unter sportlichem Erfolg verstehen, wäre auf Jahre gesehen nur sehr sehr schwer möglich gewesen. Es hätte sogar Gefahr bestanden, dass wir aufgrund des deutlich schlechteren Kaders zu einem Mittelfeldteam "verkommen" wären. Wer wäre es schuld gewesen? Natürlich Heldt, schließlich hätte er diesen Sparkurs eingeleitet. Ohne die Champions League Einnahmen und mit den hohen Verbindlichkeiten wäre es verdammt schwer geworden, sich wieder oben zu etablieren.
Heldt hat sich für eine andere Variante entschieden, er hat die hohen Kaderkosten beibehalten, jedoch auf ~25, statt auf 40 Spieler verteilt. Darin ist natürlich immer noch der eine oder andere "Durchschnittskicker" mit "Spitzenspielergehalt" enthalten, dieser Zustand ist jedoch nicht Heldt, sondern der ungesunden Wirtschaft unter seinen Vorgängern zu verdanken. Es ist einfach schwer, gute Spieler für ein geringes Gehalt zu verpflichten, wenn man schon schlechtere Spieler mit dem gleichen Gehalt hat. Ebenso wäre es schwer, Toptalente wie Draxler, Meyer oder Sané mittel- oder sogar langfristig bei uns zu halten. Ohne entsprechendes Gehalt kann man einen Kader, wie wir ihn haben, nicht zusammenhalten. Durch unsere Kaderkosten sind wir in der Lage, dass wir nicht nur eine Zwischenstation für Topspieler (z.B. Huntelaar, Höwedes und Farfan), oder ein bloßes Sprungbrett (Draxler, Meyer, Matip) sind. Spieler, die den nächsten Schritt machen wollen kommen zu uns (Goretzka, Nastasic, Geis) und sind nicht nach ein oder zwei Jahren direkt wieder weg, weil wir nichts weiter zu bieten haben. Natürlich spielt deren Gehalt dabei eine Rolle, aufgrund unseres Kaders haben wir aber auch die Möglichkeit, ihnen eine ansprechende Perspektive zu bieten, weshalb solche Talente vielleicht nicht mit Anfang 20, sondern erst Mitte 20 wechseln.
Dass Heldt auf seinem Weg den einen oder anderen Fehler gemacht hat, ist unbestreitbar, schließlich ist er ein Mensch. Ihm die Fehler seiner Vorgänger und die daraus resultierende Beschaffenheit der Kaderkosten vorzuwerfen, geht jedoch über das Konstruktive hinaus, so lange man gleichbleibenden Erfolg erwartet.
Man muss einfach aufhören, Schalke mit Vereinen wie Gladbach oder Dortmund zu vergleichen. Beide Verein standen quasi vor dem K.O. bevor sie erfolgreich wurden.
Natürlich hatte Dortmund 3 Jahre lang, mit geringeren Kosten, deutlich mehr Erfolg als wir. Aber was war die Voraussetzung für diesen Zustand? Dortmund stand vor dem absoluten Ruin und hat mit einem "Billigkader" neu angefangen, es folgte Belanglosigkeit, was die Fans damals veranstaltet haben weiß wohl jeder noch. Mit Jürgen Klopp hat man dann einen absoluten Glücksgriff getan, ohne ihn wäre der Verein nicht so erfolgreich geworden. Aber was passierte im Erfolg? Mit Götze und Lewandowski gingen die beiden absoluten Leistungsträger. Götze, weil man ihm eine viel zu geringe Ausstiegsklausel zugestanden hat, dafür wäre Heldt gelyncht worden. Mit etwas mehr Gehalt wäre diese, in diesem Maße, vermutlich nicht nötig gewesen. Lewandowski verlor man, weil man nicht bereit war, die Kaderkosten zu erhöhen. Am Ende stand man bei Lewandowski so schlecht da, dass man ihm ohne Vertragsverlängerung das Gehalt erhöhte, damit er motiviert bleibt, bevor er zu Bayern geht. Ohne drastische Erhöhung der Kaderkosten wäre auch ein Reus nicht bei Dortmund geblieben, das Märchen der 11 Freunde, die aus Spaß beim BVB zusammenspielen ist auserzählt, mittlerweile sind deren Kaderkosten höher als unsere. Ihren Erfolg konnten sie trotzdem nicht beibehalten, hätte man seine Kosten früher erhöht, sähe die Liga vielleicht anders aus.
Klar, ich würde auch gerne zwei Meisterschaften feiern, wenn unser Verein jedoch vorher kollabieren muss, begnüge ich mich auch mit Champions Leagueteilnahmen und hin und wieder dem DFB-Pokal.
Der Dortmunder Erfolg kam natürlich im denkbar schlechtesten Zeitpunkt, wir hatten dank Magath einen Trümmerhaufen, während Dortmund wie der "Phönix aus der Asche" an uns vorbeizog. Wäre der Dortmunder Erfolg ausgeblieben, hätte man sich vielleicht sogar für den Umbruch entschieden, aber mal ehrlich: Wie hätten es die Fans wohl aufgenommen, wenn Dortmund sich oben etabliert und wir unseren Kader über den Haufen werfen und von vorne anfangen? Glaubt hier tatsächlich jemand, dass die Fans es verziehen hätten, wenn man den BVB kampflos hätte vorbeiziehen lassen? Rangnick hätte man für einen solchen Weg bestimmt nicht gewinnen können... Wir haben den Kampf zwar kurzfristig gewonnen, mittlerweile sind wir ihn aber wieder auf die Fersen gerückt, je nachdem wessen Trainer besser zündet, können wir womöglich wieder vorbeiziehen.
Ähnlich verhält es sich bei Gladbach. Klar, deren Kaderkosten sind weitaus geringer als unsere, aber was ist die Folge? Nichtmal Kruse kann man dort halten. Gladbach ist nicht in der Lage, die Kosten frühzeitig zu erhöhen, wenn sie sich jedoch als Top-4 Team etablieren wollen, werden sie es müssen. Anderenfalls bleiben sie ein Top 5-8 Team mit Ausreißern nach oben, ihre Leistungsträger werden sie so aber dauerhaft nicht halten können. Aber auch Gladbach hat seinen Erfolg größtenteils Favre zu verdanken, einige scheinen hier zu vergessen, wie Eberl vor Favres Einstellung herum gestümpert hat.
Die Missstände, für die er hier teilweise kritisiert wird, wurden ja nicht von ihm hervorgerufen. Er hat von Magath einen völlig überteuerten und aufgeblähten Kader übernommen. Die ersten Monate seiner Amtszeit musste er damit verbringen, gefühlte 30 Spieler von Magath abgeben und großteils abfinden zu müssen. Mit relativ wenig übrig gebliebenem Geld hat er es parallel geschafft, den Kader nicht nur auszudünnen, sondern ihn deutlich zu verstärken.
Ohne krassen Umbruch, bei dem uns wohl sämtliche Leistungsträger verlassen hätten, war es einfach unmöglich, die Gehaltsstruktur zu senken. Das, was wir "erfolgsverwöhnten" Fans unter sportlichem Erfolg verstehen, wäre auf Jahre gesehen nur sehr sehr schwer möglich gewesen. Es hätte sogar Gefahr bestanden, dass wir aufgrund des deutlich schlechteren Kaders zu einem Mittelfeldteam "verkommen" wären. Wer wäre es schuld gewesen? Natürlich Heldt, schließlich hätte er diesen Sparkurs eingeleitet. Ohne die Champions League Einnahmen und mit den hohen Verbindlichkeiten wäre es verdammt schwer geworden, sich wieder oben zu etablieren.
Heldt hat sich für eine andere Variante entschieden, er hat die hohen Kaderkosten beibehalten, jedoch auf ~25, statt auf 40 Spieler verteilt. Darin ist natürlich immer noch der eine oder andere "Durchschnittskicker" mit "Spitzenspielergehalt" enthalten, dieser Zustand ist jedoch nicht Heldt, sondern der ungesunden Wirtschaft unter seinen Vorgängern zu verdanken. Es ist einfach schwer, gute Spieler für ein geringes Gehalt zu verpflichten, wenn man schon schlechtere Spieler mit dem gleichen Gehalt hat. Ebenso wäre es schwer, Toptalente wie Draxler, Meyer oder Sané mittel- oder sogar langfristig bei uns zu halten. Ohne entsprechendes Gehalt kann man einen Kader, wie wir ihn haben, nicht zusammenhalten. Durch unsere Kaderkosten sind wir in der Lage, dass wir nicht nur eine Zwischenstation für Topspieler (z.B. Huntelaar, Höwedes und Farfan), oder ein bloßes Sprungbrett (Draxler, Meyer, Matip) sind. Spieler, die den nächsten Schritt machen wollen kommen zu uns (Goretzka, Nastasic, Geis) und sind nicht nach ein oder zwei Jahren direkt wieder weg, weil wir nichts weiter zu bieten haben. Natürlich spielt deren Gehalt dabei eine Rolle, aufgrund unseres Kaders haben wir aber auch die Möglichkeit, ihnen eine ansprechende Perspektive zu bieten, weshalb solche Talente vielleicht nicht mit Anfang 20, sondern erst Mitte 20 wechseln.
Dass Heldt auf seinem Weg den einen oder anderen Fehler gemacht hat, ist unbestreitbar, schließlich ist er ein Mensch. Ihm die Fehler seiner Vorgänger und die daraus resultierende Beschaffenheit der Kaderkosten vorzuwerfen, geht jedoch über das Konstruktive hinaus, so lange man gleichbleibenden Erfolg erwartet.
Man muss einfach aufhören, Schalke mit Vereinen wie Gladbach oder Dortmund zu vergleichen. Beide Verein standen quasi vor dem K.O. bevor sie erfolgreich wurden.
Natürlich hatte Dortmund 3 Jahre lang, mit geringeren Kosten, deutlich mehr Erfolg als wir. Aber was war die Voraussetzung für diesen Zustand? Dortmund stand vor dem absoluten Ruin und hat mit einem "Billigkader" neu angefangen, es folgte Belanglosigkeit, was die Fans damals veranstaltet haben weiß wohl jeder noch. Mit Jürgen Klopp hat man dann einen absoluten Glücksgriff getan, ohne ihn wäre der Verein nicht so erfolgreich geworden. Aber was passierte im Erfolg? Mit Götze und Lewandowski gingen die beiden absoluten Leistungsträger. Götze, weil man ihm eine viel zu geringe Ausstiegsklausel zugestanden hat, dafür wäre Heldt gelyncht worden. Mit etwas mehr Gehalt wäre diese, in diesem Maße, vermutlich nicht nötig gewesen. Lewandowski verlor man, weil man nicht bereit war, die Kaderkosten zu erhöhen. Am Ende stand man bei Lewandowski so schlecht da, dass man ihm ohne Vertragsverlängerung das Gehalt erhöhte, damit er motiviert bleibt, bevor er zu Bayern geht. Ohne drastische Erhöhung der Kaderkosten wäre auch ein Reus nicht bei Dortmund geblieben, das Märchen der 11 Freunde, die aus Spaß beim BVB zusammenspielen ist auserzählt, mittlerweile sind deren Kaderkosten höher als unsere. Ihren Erfolg konnten sie trotzdem nicht beibehalten, hätte man seine Kosten früher erhöht, sähe die Liga vielleicht anders aus.
Klar, ich würde auch gerne zwei Meisterschaften feiern, wenn unser Verein jedoch vorher kollabieren muss, begnüge ich mich auch mit Champions Leagueteilnahmen und hin und wieder dem DFB-Pokal.
Der Dortmunder Erfolg kam natürlich im denkbar schlechtesten Zeitpunkt, wir hatten dank Magath einen Trümmerhaufen, während Dortmund wie der "Phönix aus der Asche" an uns vorbeizog. Wäre der Dortmunder Erfolg ausgeblieben, hätte man sich vielleicht sogar für den Umbruch entschieden, aber mal ehrlich: Wie hätten es die Fans wohl aufgenommen, wenn Dortmund sich oben etabliert und wir unseren Kader über den Haufen werfen und von vorne anfangen? Glaubt hier tatsächlich jemand, dass die Fans es verziehen hätten, wenn man den BVB kampflos hätte vorbeiziehen lassen? Rangnick hätte man für einen solchen Weg bestimmt nicht gewinnen können... Wir haben den Kampf zwar kurzfristig gewonnen, mittlerweile sind wir ihn aber wieder auf die Fersen gerückt, je nachdem wessen Trainer besser zündet, können wir womöglich wieder vorbeiziehen.
Ähnlich verhält es sich bei Gladbach. Klar, deren Kaderkosten sind weitaus geringer als unsere, aber was ist die Folge? Nichtmal Kruse kann man dort halten. Gladbach ist nicht in der Lage, die Kosten frühzeitig zu erhöhen, wenn sie sich jedoch als Top-4 Team etablieren wollen, werden sie es müssen. Anderenfalls bleiben sie ein Top 5-8 Team mit Ausreißern nach oben, ihre Leistungsträger werden sie so aber dauerhaft nicht halten können. Aber auch Gladbach hat seinen Erfolg größtenteils Favre zu verdanken, einige scheinen hier zu vergessen, wie Eberl vor Favres Einstellung herum gestümpert hat.
31.07.2015 - 00:23 Uhr
Zitat von Jopsn
Ähnlich verhält es sich bei Gladbach. Klar, deren Kaderkosten sind weitaus geringer als unsere, aber was ist die Folge? Nichtmal Kruse kann man dort halten. Gladbach ist nicht in der Lage, die Kosten frühzeitig zu erhöhen, wenn sie sich jedoch als Top-4 Team etablieren wollen, werden sie es müssen. Anderenfalls bleiben sie ein Top 5-8 Team mit Ausreißern nach oben, ihre Leistungsträger werden sie so aber dauerhaft nicht halten können. Aber auch Gladbach hat seinen Erfolg größtenteils Favre zu verdanken, einige scheinen hier zu vergessen, wie Eberl vor Favres Einstellung herum gestümpert hat.
Ähnlich verhält es sich bei Gladbach. Klar, deren Kaderkosten sind weitaus geringer als unsere, aber was ist die Folge? Nichtmal Kruse kann man dort halten. Gladbach ist nicht in der Lage, die Kosten frühzeitig zu erhöhen, wenn sie sich jedoch als Top-4 Team etablieren wollen, werden sie es müssen. Anderenfalls bleiben sie ein Top 5-8 Team mit Ausreißern nach oben, ihre Leistungsträger werden sie so aber dauerhaft nicht halten können. Aber auch Gladbach hat seinen Erfolg größtenteils Favre zu verdanken, einige scheinen hier zu vergessen, wie Eberl vor Favres Einstellung herum gestümpert hat.
Durchweg lesenswerter Beitrag, bis auf den letzten Abschnitt.
Hättest du dich etwas mehr mit Gladbach und speziell Eberl beschäftigt, wüsstest du, dass er bereits vor Favre richtungsweisende Transfers getätigt hat, die die Mannschaft bis heute prägen. Stranzl, Nordtveit, Arango, Reus, Dante, Neustätter, auch ein Hanke war maßgeblich an den ersten Erfolgen beteiligt, ebenso de Camargo.
Alles Transfers der vor Favre-Ära, alles Namen, die zumindest in Teilen für den Aufschwung stehen.
Spieler wie Herrmann, Marin, Korb und Jantschke holte er bereits zuvor als Jugendkoordinator.
Wenn man Heldt zugesteht, dass der Trainer für die Teamleistung wichtiger ist, dann gilt gleiches für Eberl bezüglich Frontzeck, der aus den Spielern nicht das herausholte, was ein Favre schafft, der übrigens auch vomn Eberl verpflichtet wurde und dem es laut eigener Aussage imponierte, wie lange Eberl an Frontzeck festhielt.
Der einzig wirklich böse Griff war der de-Jong-Transfer, der aber, dank Leihe und anschließendem Wechsel, finanziell nicht allzu schwer wog.
Auch Eberl hat keine 100%ige Trefferquote, ganz klar, aber das Gladbacher Team trägt eindeutig seine Handschrift, die Spieler sind alle von ihm verpflichtet, das Gehaltniveau ist so angelegt, dass man ohne Europapokaleinnahmen über die Runden kommt.
Man plant nicht zwingend mit CL oder EL und nimmt in Kauf dann auch mal Spieler ziehen lassen zu müssen, gegen den entsprechenden Gegenwert natürlich.
Das ist ein vernünftiger Weg, der von einem Großteil des Umfelds mitgetragen wird.
Auch wenn Schalke, in punkto Anspruch und Erfolge in der letzten Dekade vor Gladbach anzusiedeln ist, beide werden in der heutigen Zeit nicht mit den wirklich Großen finanziell mithalten können, man betrachte einfach mal, was Bayern in den letzten Jahren investiert hat. Von den Gehältern ganz zu schweigen. Da hilft auch kein abbezahltes Stadion und freiwerdende 20 Mio. pro Saison, das investieren die Bayern in einen Ergänzungsspieler.
Da mithalten zu wollen, und sei es nur annähernd wie bei den Gehältern, bedeutet für jeden anderen deutschen Klub, Ausnahme evtl. Wolfsburg, mittelfristig den Ruin.
Man verdammt sich selbst zu unbedingtem Erfolg, sprich zumindest CL, doch die kann in der BL kein Verein außer den Bayern wirklich garantieren.
Daher halte ich die Philosophie nicht jeden Topspieler mittels Gehaltserhöhung halten zu wollen, für nachhaltiger und nicht zwingend sportlich weniger erfolgreich.
Gladbach hat so mit Reus, Dante, Neustätter, ter Stegen, Arango (Altersgründe) in den letzten Jahren einige Stützen verloren. Sportlich dennoch das Level halten können, sich sogar in der Kaderbreite erheblich verstärkt, was mit dem diesjährigen Ausreißer, CL, nach oben belohnt wurde.
Es geht also auch anders und dafür mache ich Eberl verantwortlich.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von filigran60 am 31.07.2015 um 00:25 Uhr bearbeitet
31.07.2015 - 12:26 Uhr
Zitat von Runaway
Ich gehe soweit und sage, dass ein Sparkurs heutzutage unvermeidlich zum sportlichen Absturz führt. Es ist natürlich wirtschaftlich verantwortungsvoll, wenn man die Schulden klein hält, aber Werder, Stuttgart und Hamburg hat der Sparkurs in den Abstiegskampf geführt .
Ich gehe soweit und sage, dass ein Sparkurs heutzutage unvermeidlich zum sportlichen Absturz führt. Es ist natürlich wirtschaftlich verantwortungsvoll, wenn man die Schulden klein hält, aber Werder, Stuttgart und Hamburg hat der Sparkurs in den Abstiegskampf geführt .
Ich finde, bei allem Respekt vor den drei genannten Vereinen, dass man Schalke nicht mit ihnen vergleichen kann. Klar drücken da irgendwo Verbindlichkeiten, aber es gibt einen Finanzierungsplan und den hält man ein.
Schalke hat Jahr für Jahr einen Umsatz von 200 Mio € oder mehr vorzuweisen. Zum Vergleich, der HSV lag letztes Jahr bei 120Mio, selbst Gladbach liegt ungefähr im selben Rahmen.
Ich denke Horst Heldt macht seine Sache gut, speziell in der aktuellen Transferperiode gibt es so gut wie nichts zu bemängeln bis jetzt.
Auch die letzten Jahre haben gezeigt, dass man immer in der Lage ist strategisch wichtige Transfers zu tätigen, Leistungsträger mit finanziellen Mehraufwand halten zu können, ohne die Konsolidierung zu vernachlässigen.
Und alleine deshalb bin ich froh dass bei den handelnden Personen allmählich wieder Ruhe in den Alltag einkehrt, weil sie machen unterm Strich einen tollen Job!
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