Amerika

Copa América Centenario (2016)

30.10.2015 - 21:35 Uhr
Das Hundert-Jahre-Jubiläum der Copa América findet von 3. bis 26. Juni 2016 in den USA statt.

Teilnehmer sind die 10 CONMEBOL-Mitglieder und zusätzlich 6 Mitglieder aus der CONCACAF.
Zeige Ergebnisse 1-5 von 5.
Copa América Centenario (2016) |#1
04.06.2016 - 21:02 Uhr
Guten Abend, liebe Forums-Freunde und Liebhaber des amerikanischen Fussballs.
Mit Beginn dieses Turniers findet meine Beitragszahl wie schon im letzten Jahr zur Copa America eine runde Tausender-Zahl. Dass mir das eine Menge bedeutet, habe ich bereits damals explizit herausgestellt. Sofern man mich hier kennt, weiss man, dass ich keine Beiträge schreibe, um Beitragszahlen zu generieren (ausgenommen vielleicht, wenn ich Spiele nebenbei tickere). Ich schreibe meistens wirklich ausführliche Beiträge, was mir einen riesen Spass bereitet - gerade in diesem Forum mit solch coolen Zeitgenossen.

Ich möchte hiermit einige nette User zur Forumsdiskussion einladen, die ich aus dem letzten Jahr kenne. @CanadaSoccer , @RBS_Fan_01 , @rainer1899 , @YoannMoutinho und viele weitere, die mir spontan nicht einfallen.

Viele dieser User wissen, dass ich sowohl die Copa America als auch die Copa Oro vollständig angeschaut habe, daher ist auch dieses Turnier für mich ein Muss. Mit meiner kolumbianischen Freundin habe ich heute Nacht damit auch schon angefangen, indem wir das Auftaktspiel angeschaut haben.

Wie schon im letzten Jahr möchte ich versuchen, möglichst zu jedem Spiel eine Spielanalyse anzufertigen.
Anfangen werde ich logischerweise mit dem Eröffnungsspiel der USA gegen Kolumbien, weil es bislang das einzige Spiel war.

Das Spiel begann ziemlich fahrig. Beide Mannschaften wollten zunächst einmal sicher stehen, weshalb die ersten Minuten sich vor allem im Mittelfeld abspielten. Mit dem ersten gefährlichen tödlichen Pass von Cuadrado entstand auch die nach einer Klärungsaktion von Cameron gegen Bacca die erste Ecke des Spiels, welche Kolumbien zum Führungstreffer nutzte. Nach einer toll getretenen Ecke von Edwin Cardona schlich sich der Innenverteidiger Zapata von seinem Gegenspieler Cameron weg und nahm den Ball mit unglaublich hohem Risiko Volley an und traf in der 8. Minute zum 1:0. Brad Guzman war bei der Aktion machtlos.
In Folge dessen begann Kolumbien, dass Spiel in den Folgeminuten zu kontrollieren. Jedoch konnten sie sich kaum Torchancen erspielen, da vor allem der Herthaner Brooks einige Aktionen enorm stark antizipierte.
Was mir stark auffiel, war, dass Kolumbien mit einem 4-4-2 mit Bacca und James in der Spitze agierte und James enorm viel Pressingarbeit verrichtete. Über die Aussen kamen Cuadrado auf rechts und Cardona auf links, welche zwar grösstenteils ziemlich ballsicher waren - jedoch hat sich Cuadrado sehr häufig auf den Boden gelegt und sich beschwert, dass er doch ein Foul hätte bekommen sollen.
Ich persönlich bin da beim Schiri, der oftmals hat laufen lassen. Durch die dadurch entstandenen Ballverluste konnte Kolumbien nur bedingt eigene starke Angriffe vortragen. Jedoch muss man eindeutig feststellen, dass sie eine ganz andere Einstellung - mental sowie spielerisch - als bei der letzten Copa America an den Tag gelegt haben.
Die USA waren vom frühen Rückstand sichtlich geschockt und mussten diesen Schock erst einmal verdauen. Durch die vielen Fahrlässigkeiten im Angriffsspiel Kolumbiens hatten die US-Amerikaner insgesamt gesehen viel mehr Ballbesitz. Jedoch fehlte die zündende Idee. An sich fand ich die Aufstellung von Klinsmann zwar gewagt, aber in Ordnung. Er wollte mit einem 4-3-3 über viele Konter kommen. Das hätte man auch beim Spielermaterial Kolumbiens annehmen können. Jedoch war Kolumbien selber oftmals zu Kontersituationen gezwungen, weil bis auf die vordersten Vier (Bacca, James, Cuadrado, Cardona) fast jeder Spieler defensiv agierte. Santiago Arias war zwar offensiv ausgerichtet, bei den US-amerikanischen Angriffen war er jedoch immer auf seinem Posten.
Nach einer Flanke von Cardona in der 40. Minute war es dann Yedlin, der völlig unnötigerweise seine Hand in der Drehung ausgestreckt hat und somit einen Handelfmeter verursachte, welchen James eiskalt zum 2:0 verwandelte.
Nun aber noch einmal zu den USA. Mit Wood und Zartes hatte man neben Dempsey im Zentrum wirklich schnelle Spieler, welche bei Konterangriffen und dem nötigen Platz auch wirklich viel Schaden hätten zufügen können. Jedoch gab es eben diesen Platz nicht, weil Pekermann sein Team wirklich gut auf die Amis eingestellt hat. Des Weiteren war problematisch, dass Bradley sein Spiel nicht wie gewohnt durchbringen konnte und keine Schlüsselpässe spielte, wie man es schon mal von ihm gesehen hat. Bedoya war für mich auf ganzer Linie eine Enttäuschung, seine Aufstellung kann ich aber schon seit Langem nicht verstehen. Jones hat zwar gekämpft, mehr aber auch nicht.
Die einzig wirklich gute Möglichkeit für die USA hatte Clint Dempsey - ich glaube, dass es kurz vor dem 0:2 war. Ein Schuss von ihm aus 20 Metern ging einige Zentimeter am Tor vorbei. Man muss ganz klar sagen, dass Wood sehr schwach war. Sowohl in der ersten als auch zweiten Halbzeit, wo er schliesslich durch Pulisic ersetzt wurde, welcher auch direkt für ordentlich Betrieb auf der rechten kolumbianischen Aussenseite sorgte - jedoch alles ohne den nötigen Zug zum Tor, sodass Kolumbien durch einige Konter dem 3:0 näher dran war, als die USA dem 1:2.

Zu erwähnen ist, dass James nach 70 Minuten ausgewechselt wurde, als er bei einem "Zweikampf" (war eigentlich keiner; er hat sich einfach aus Vorsicht fallen lassen und ist dann komisch auf die Schulter aufgekommen) zu Boden ging und sich die Schulter verletzte. Scheinbar sieht es für ihn nicht gut aus, was für Kolumbien ein herber Verlust im weiteren Turnierverlauf wäre.

So viel für jetzt. Heute geht es gleich mit drei Partien weiter. Ich werde mir natürlich alle ansehen. Sofern ich die Zeit finde, werde ich morgen zu jedem Spiel eine Zusammenfassung schreiben, sofern dies erwünscht ist - letztes Jahr waren diese Analysen sehr gerne gesehen.
Ich wünsche euch auf jeden Fall einen tollen Fussball-Abend und würde mich einerseits über Feedback, andererseits auch zu regen Diskussionen in diesem Thread zu dem Turnier sehr freuen.

Von mir wird in diesem Thread noch viel zu lesen sein ! smiletongueCool

•     •     •

1000. Beitrag am 14.06.2015
2000. Beitrag am 04.06.2016
3000. Beitrag am 22.08.2017
4000. Beitrag am 08.07.2018
5000. Beitrag am 03.06.2019

Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVB-Halil am 04.06.2016 um 21:06 Uhr bearbeitet
Copa América Centenario (2016) |#2
05.06.2016 - 06:11 Uhr
Zum Eröffnungsspiel selbst wurde schon genug gesagt, deswegen etwas Feedback von mir zu den Rahmenbedingungen des Eröffnungsspiels. Cool
Ich bin zufälligerweise zur Zeit der Copa in San Francisco und konnte mir das Spiel natürlich nicht entgehen lassen.

Die Hin-und Rückfahrt von SF aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion in Santa Clara ist die Hölle.
Ich hab um 15 Uhr meine Wohnung verlassen (lebe in Downtown SF) und bin erst exakt um 18:30 zum Anpfiff auf meinem Platz gewesen. Überfüllte Züge und nicht endende Security Schlangen. Was den ÖPNV angeht hängen die USA Europa und vor allem Ostasien mal Lichtjahre hinterher.
Direkt nach dem Anpfiff um 20:15 bin ich dann zügig zurück. Zu Hause war ich um Halb 1 (!).
Ein San Francisco Giants erklärte mir, dass die Fans in SF quasi verraten wurden und das neue Stadion (Eröffnung 2014) in Santa Clara erbaut wurde (72 km südöstlich von San Francisco), weil die meisten Saisonticket-Inhaber aus dem Silicon Valley kommen, dessen Zentrum Santa Clara ist.

Stimmung im Stadion war ok. Gefühlt 50/50 Verteilung Colombia USA Fans.
Kurios: Viele Fans in Kolumbien-Trikots waren nicht Kolumbianer sondern Mexikaner. Wohl eine Art Latino-Solidaritätsbekenntnis.
Vor Anpfiff gab es zT verbale Keilereien mit politischer Note und Trump-Referenzen, insgesamt blieb es aber ruhig.

Ungeachtet der ***** igen Anfahrt freue Ich mich schon höllisch auf Uruguay - Jamaica am 13. Juni.
Uruguay ist die Nationalmannschaft meines Herzens und es wird das erste Spiel der Celeste das ich live sehe.

Saludos

•     •     •

República Oriental del Uruguay; Einwohner: 3,5 Mio.

2 x Weltmeister: 1930, 1950

2 x Olympiasieger: 1924, 1928

15 x Copa América-Sieger: 1916, 1917, 1920, 1923, 1924, 1926, 1935, 1942, 1956, 1959, 1967, 1983, 1987, 1995, 2011


Wolfsburg - meine Stadt und mein Verein
Copa América Centenario (2016) |#3
07.06.2016 - 00:52 Uhr
Guten Abend, Leute!

Nachdem ich das erste Spiel der Copa sehr gerne zusammengefasst habe, fiel es mir schwer, mich für die weiteren Analysen zu motivieren. Einerseits habe ich momentan echt viel zu tun, andererseits war das Niveau einiger Partien eher mittelmäßig.
Dafür sprechen auch die Ergebnisse, welche am Samstag wirklich mehr als enttäuschend waren. Ein Tor in drei Partien für ein amerikanisches Fußballturnier - das ist nicht, was ich gewohnt bin. Aber das Leben ist bekanntlich kein Wunschkonzert und ich nehme die Dinge, wie sie kommen.
So fehlte mir in vielen Partien der X-Faktor, der Magic Moment, den ich beispielsweise im Brasilien-Spiel von Neymar erhofft hätte, sofern er nominiert gewesen wäre. Auch waren viele Partien (gerade Costa Rica gegen Paraguay) sehr von harten Zweikämpfen geprägt, was mir so ein bisschen die Lust am Spiel nahm, wobei ich dabei bleibe, alle Spiele anzusehen.

Ganz kurz zu Costa Rica gegen Paraguay:
Meines Erachtens war Paraguay die meiste Zeit lang die spielbestimmende Mannschaft. Die Mannschaft wurde teilweise verjüngt, was ein belebendes Zeichen ist. So habe ich sie gar nicht in Erinnerung gehabt. So waren letztes Jahr mit Valdez, Santa Cruz und Barrios gleich drei Stürmer nominiert, welche allesamt 30 Jahre alt oder älter waren.
Wenn man das mit Lezcano, Edgar Benitez, Sanabria und Iturbe vergleicht, dann ist da ein klarer Altersunterschied erkennbar. Ich persönlich hätte gegen Costa Rica eher Sanabria aufgestellt.
Gefallen hat mir sehr Benitez, der technisch sehr stark war und einige gute Aktionen hatte.
Costa Rica war vor allem mit der Abwehrarbeit beschäftigt und kam wenn überhaupt über Borges zu einigen Aktionen per Fernschuss. Pemberton war überaus solide und konnte die Ausfälle von Navas und Alvarado gut kompensiert. In der Innenverteidigung konnte Duarte den Laden zusammenhalten.

Haiti gegen Peru:
Auch hier hat man über weite Strecken gesehen, dass die südamerikanische Mannschaft taktisch sowie technisch durchaus überlegen ist. Gestört haben mich die Nicht-Nominierungen der gesamten Abwehrkette und einiger guter Offensivspieler wirklich enttäuscht. Man hätte in dieser Copa wirklich vorne mitspielen können - besonders nach der letzten tollen Leistung. Stark fand ich Cueva, der in diesem einen Jahr bei Toluca vor allem körperlich hat zulegen können. Zu Guerrero muss ich bei der Nationalmannschaft sowieso kein Wort verlieren, der ist in Peru eine Legende. Mit seinem Tor (von wem denn auch sonst) ist er Rekordtorschütze Perus geworden. Insgesamt fande ich sonst noch Tapia von Twente ziemlich gut, der das Spiel sehr gut dirigiert hat - leider konnte die Offensive nicht so viel auf die Reihe bringen.
Bei Haiti war der beste Mann klar Placide, der einige sehr starke Paraden hatte. Auch schon bei der Copa Oro im vergangenen Jahr war er ein Garant für die starke Leistung Haitis und so war die geschlossene Teamleistung in diesem Spiel auch keine Überraschung für mich.
Auch fande ich wie auch im letzten Jahr Jeff Louis sehr stark. Die große Schwäche Haitis ist einfach der Abschluss. Sie konnten sich schon so echt wenige Chancen herausspielen. Die beste Chance in der Nachspielzeit hätte dann aber sitzen müssen. Es ist extrem ärgerlich gelaufen, aber meiner Meinung nach wird in Haiti ein ähnlicher Effekt wie in Jamaika nach der letzten Copa America auftreten, wo sie anschließend in der Copa Oro bis ins Finale gekommen sind.
Generell dürfen sich die karibischen Mannschaften nicht verstecken - sind sie doch körperlich um einiges robuster als viele lateinamerikanische Spieler. Und auch wenn sie jetzt nicht treffen, so wird es in der jeweiligen Quali-Runde einfacher gegen die dort vorhandenen Gegner, wenn man sich gegen stärkere Nationen zumindest kämpferisch beachtlich gewehrt hat. Das Wichtige ist aber auch hier wie in Jamaika, dass einige Spieler aus Europa eingebürgert werden und junge Spieler in das Team integriert werden, welche in Europa Erfahrung sammeln - wie zum Beispiel Placide.

Bei Brasilien gegen Ecuador hätte von den Chancen her zwar Brasilien gewinnen müssen, sie haben momentan aber echt ein grißes Problem, weil sie keinen guten Stürmer haben, der in ihrem System funktioniert. Wobei für mich eher das System zu kritisieren ist, weil die Spieler dazu nicht passen.
Mich hat vor allem gestört, dass bei diesem Turnier gleich zu Beginn Gil, Renato Augusto und Elias in der Startformation standen. Auch bei Jonas, der zwar bei Benfica überragend spielt, aber in der Nationalmannschaft noch überhaupt keine Rolle gespielt hat, war ich mir nicht sicher. Dass Coutinho auf dem Flügel agierte, fande ich nicht gut.
Also insgesamt war es meines Erachtens wirklich schwach von Dunga. Ich zeige mal auf, wie er hat spielen lassen.

------------------------------ Alisson ------------------------------
--- Dani Alves (C) -- Marquinhos --- Gil -- Filipe Luis ---
--------------------------- Casemiro ----------------------------
-- Willian ---- Elias ---- Renato Augusto --- Coutinho --
--------------------------- Jonas ---------------------------------

Mit Alisson im Tor (obwohl dieser Fehler, bei dem ihm der Ball aus sehr spitzem Winkel noch aus den eigenen Händen ins Tor geglitten ist; es war zuvor nicht wie angegeben Abstoß, hätte also defacto das 1:0 für Ecuador sein müssen), Marquinhos in der Innenverteidigung und Casemiro im defensiven Mittelfeld war ich echt sehr zufrieden. Casemiro hat die Gustavo-Rolle der Jahre zuvor und seine Real Madrid Rolle sehr gut umgesetzt und viele Spielansätze der Ecuadorianer im Keim erstickt.
Jedoch war Coutinho als kreativer Außenspieler mit der Schnelligkeit von Paredes schlichtweg überfordert, weshalb ich ihn eher im Mittelfeld gesehen hätte. Elias und Renato Augusto haben dem Spiel keine wirklich große Dominanz verpasst, wie sie doch hätte erspielt werden können. Elias war zwar überall und nirgendwo, aber gefählich war er als 8er/ 10er nicht. Renato Augusto hat sich ständig ins defensive Mittelfeld zurückfallen lassen, um die Bälle zu verteilen. Es fehlte meiner Meinung nach den Großteil der Zeit der Pass zwischen die Mittelfeld- und Abwehrreihe und in der Folge daraus der Pass in die Schnittstelle, weil jeweils für beide Typen von Pass Renato Augusto zuständig war. Zudem waren mit Gruezo und Noboa zwei wirklich aggressive 6er auf dem Feld, die das Offensivspiel Brasiliens unglaublich zerstörten.
Bei den Außenverteidigern Brasiliens bin ich mir nicht so sicher, ob nicht ein Generationswechsel sinnvoller wäre. Mit Fabinho gibt es einen Spielertypen wie Filipe Luis auf der rechten Seite, der zudem auch als Hybridspieler in die Innenverteidigung oder sogar ins defensive Mittelfeld rücken könnte. Mit Douglas Santos gibt es für die linke Seite einen Spielertypen, wie es Dani Alves ist.
Fest steht, dass ich Gil nie und nimmer hätte spielen lassen. Also entweder Miranda rein, der bei Inter eine starke Saison hatte, oder mit Rodrigo Caio einen weiteren jüngeren Innenverteidiger aufstellen, wobei er leider auch sehr klein ist - ähnlich wie Marquinhos. Bei einer Dreierkette würde ich sagen: Okay! Aber bei einer Viererkette: Niemals!
Ich skizziere mal auf, wie ich aufgestellt hätte. Ich glaube, dass man so hätte viel mehr Gefahr hätte erreichen können.

------------------------------ Alisson ------------------------------
-- Dani Alves (C) - Marquinhos - Miranda - Filipe Luis --
--------------------------- Casemiro ----------------------------
---- Lucas ---- Lucas Lima --- Coutinho ---- Willian ----
---------------------------- Hulk ---------------------------------

Ihr könntet das ja mal diskutieren. Das wäre so meine Meinung. Vorerst lasse ich es mal unkommentiert.

Da ich gestern Nacht erst aus Berlin nach Chemnitz gekommen bin, konnte ich mir zunächst die erste Partie nicht ansehen, was ich heute über die Datenbank auf ran.de nachgeholt habe. Ich kam aber eine halbe Stunde vor Beginn der zweiten Partie, nämlich die von Mexiko gegen Uruguay, zuhause an.

Bei Jamaika gegen Venezuela habe ich im Nachhinein kämpfende Raggae-Boys gesehen, die sich aber auch ein Stück weit selber im Weg standen. Symptomatisch war die letzte Aktion des Spiels, in der der Ausgleich fahrlässig vergeben wurde.
Bei der Diskussion um die rote Karte pflichte ich @RBS_Fan_01 und @GenerationR bei. Für mich ist es zwar ein sehr übler Treffer. Jedoch wurde er nur von Rondón selber provoziert, indem er zu spät kam und nicht von Austin, der den Ball schon früh traf und sich nicht mal aktiv mit dem Gegenspieler beschäftigte.
Das Tor wurde wirklich toll herausgespielt. Man merkt aber generell in diesem Turnier - sobald eine Mannschaft ein paar Passstafetten herbeizaubert, bekommt die gegnerische Mannschaft höllische Probleme. Bei den karibischen Teams ist mir das im letzten Jahr aber explizit schon vermehrt aufgefallen.
Soviel zu diesem Spiel.

Nun zu meiner eigentlichen Analyse zum Spiel der Mexikaner gegen Uruguay. Ich muss von Vornherein betonen, dass es mir rätselhaft ist, wie Uruguay von Hansi Küpper immer wieder als Turnierfavorit genannt wird. Das schlechte Abschneiden im letzten Jahr war für mich absolut vorhersehbar, habe ich es damals sogar noch hier in diesem Forum geschrieben. Zu diesem Jahr hat sich da nahezu nichts verändert, eventuell nur, dass Suárez spielberechtigt ist. Er könnte bei Uruguay für den X-Faktor sorgen, den ich oben beschrieben habe. Sonst sehe ich da aber wirklich schwarz.
Das Team wird unter Tabarez nicht modifiziert und wenn, dann nur äußerst schleppend. Taktisch ist das Team auf dem Stand von vor einem Jahrzehnt. Und wenn ich dann Spieler wie Rolan immer und immer wieder sehen, die einfach komplette Chancentode sind, dann stockt mir der Atem. Vor 5 Jahren noch war das Team auf seinem Zenit, mit einem überragenden Forlán als Anführer.
Mittlerweile spielen immer noch die Pereiras, Arevalo Ríos und der neue, schon etwas ältere Carlos Sanchez. Mit Cavani, Godín, Muslera und im Normalfall auch Suárez sind somit sieben Spieler in der Startelf an die 30 oder älter. Das kann einfach auf Dauer nicht funktionieren.
Das Problem sind nicht die, die nachrücken. Da gibt es genug. Es ist einfach so, dass Tabarez immer und immer wieder auf die selben Spieler setzt, die ihn zu dem gemacht haben, was er ist. Ein Trainer eines WM-Vierten und ein Copa América-Gewinner. Das ist das Problem. Das ist wie in Deutschland mit Podolski in den letzten Jahren, nur dass es einfach unglaublich viele Spieler betrifft.
In einer Nationalmannschaft muss einfach immer wieder eine Fluktuation von neuen Spielern herrschen, die das Teamgefüge hungrig macht.
Und das ist mir bei dem Spiel - wie schon im letzten Jahr - enorm aufgefallen. Uruguay spielt einfach blutlos, sofern es noch 0:0 steht. Erst, wenn sie scheinbar in einer ausweglosen Situation sind, drehen sie auf und wollen noch einmal alles zeigen. Im selben Atemzug muss man aber auch herausstellen, dass es eine Truppe von äußerst schlechten Verlierern ist, wie viele lateinamerikanische Länder. Nur werden die Urus oftmals (gerade in Form von den Führungsspielern) äußerst unsportlich. Wie sich Cavani und Godín zum Schluss gegenüber die Schiris benommen haben - das war einfach nur widerlich und hätte mit einer roten Karte bestraft werden müssen.
Damit hinein passt auch die gelb-rote Karte Guardados, die nie und nimmer eine war. Es war lediglich der Druck der Urus auf einen auf dem Feld etwas labil wirkenden Schiedsrichter, der sich dann hat beeinflussen lassen. Kein Vorwurf an ihn, die Stimmung war von Vornherein stark aufgeheizt aufgrund des schnellen Tores und der falschen Nationalhymne, was für die USA einfach nur peinlich ist. Die Nationalhymne des Rekordsiegers dieses Turniers falsch abzuspielen, ist schon ganz großes Kino.
In solch einer Athmospäre hatte meiner Meinung nach aber von Anfang an Mexiko klar die Kontrolle des Spiels und ging dann nach drei Minuten durch ein Eigentor von Alvaro Pereira in Führung. Für Uruguay war das dann erstmal ein riesen Schock und so kam Mexiko gegen lethargisch wirkende Urus zu einer Fülle von Chancen in der ersten Halbzeit. Vor allem Tacatito Corona war ein ums andere mal technisch einfach unwiderstehlich und zeigte wirklich tolle Dribblings mit einer starken Ballkontrolle.
Interessant war die taktische Ausrichtung Mexikos, auf die ich später noch eingehen werde. Nur so viel. Durch diese war es Mexiko möglich, das Spiel vollkommen zu dominieren. Ähnlich wie die Bayern hatten sie nach 30 Minuten an die 77 % Ballbesitz (!).
Ungefähr nach dieser Zeit war dann auch die einzige Chance der Uruguayer da, welche Cavani freistehend vor dem Tor nicht verwerten konnte, da er einfach blind auf den Torwart geschossen hat, der den hart geschossenen Schuss abwehren konnte.
Kurz vor der Pause musste dann Vecino, welcher gelb-vorbelastet war, nach einem wirklich völlig unnötigen Einsteigen gegen den quirligen Corona mit gelb-rot vom Platz und es deutete wirklich alles auf eine entspannte, zweite Halbzeit für die Mexikaner hin.
Aber Pustekuchen! Die Uruguayer kamen wie verwandelt aus der Kabine und übernahmen bei Unterzahl die Kontrolle im Spiel. Mit einem unvergleichlichen Kampfeswillen erspielten sie sich einige gute Möglichkeiten, die beste wurde von Diego Rolan in der 57. Minute kläglich vergeben. Dennoch hatte auch zu dieser Zeit Mexiko mehr Ballbesitz und kam seinerseits auch zu ein paar Halb-Chancen.
Enttäuschend war auf voller Linie bei Mexiko Chicharito, der in seinen Aktionen einfach zu langsam wirkte. Später wurde er für Raúl Jimenez ausgewechselt.
Nach der bereits beschriebenen Szene der gelb-roten Karte von Guardado nutze Uruguay dann den darauffolgenden Freistoß und kam zum Ausgleich durch Godín. Mit der Gewissheit, dass der Schiedsrichter auf die eigenen Forderungen beeinflussbar ist, gingen die Urus dann aber davon aus, dass er das Spiel komplett nach ihrem Geschmack pfeiffen würde. Dem war aber nicht so und so wurden zwar völlig normale Aktionen aggressivst kritisiert, diese wurden vom Schiri aber nicht abgewunken.
Das 2:1 für Mexiko war dann ein Resultat der starken Übersicht von Jimenez, der den Ball nach einer Ecke noch einmal gut in den Rückraum der Abwehr gepasst hat, sodass der Kapitän Marquez den Ball in die Maschen schoss. Es war eigentlich die Vorentscheidung, denn wie schon beim 0:0 tat Uruguay für die Offensive nach dem Ausgleich sehr wenig.
Abschließend erzielte Mexiko in der Nachspielzeit noch das 3:1, wobei der Assistgeber Jimenez womöglich hauchdünn im Abseits gewesen sein könnte, weshalb die Uruguayer dann den Schiedsrichter unglaublich beschimpft haben.
Im Endeffekt geht der Sieg für meine Begriffe auf jeden Fall klar, war Mexiko doch die taktisch bessere Mannschaft mit den technisch besseren Spielern.
Abschließend muss ich Osorio noch einmal loben. Er hat die Mannschaft nach dem Rauswurf von Herrera noch einmal stärker gemacht und vereint die erfahrenen Spieler mit einer jungen, aufstrebenden Generation. So spielte zum Beispiel Aquino von Beginn an, der seine Sache für meine Begrifft echt gut gemacht hat. Auch Corona war sehr gut, für mich sogar mit HH und Layun der beste Mann, auch wenn er schon vergleichsweise früh für Chucky Lozano ausgewechselt wurde, der zwar wirklich gute Dribblings hat, jedoch noch stark an seinen Pässen und Flanken (!!!) arbeiten muss.
In der Offensivbewegung spielte Mexiko in einem 3-4-3 und in der Defensivbewegung wurde das dann zu einem 5-4-1, jedoch ist es nicht so - wie man es annehmen würde - dass die Außenverteidiger den Außenspieler im Mittelfeld geben. Ich werde versuchen, euch das im Folgenden darzustellen.
Offensiv:
----------------------------------------------- Talavera -------------------------------------------
----------------- Araujo ------------------ Máquez -------------------- Moreno --------------
--------------------------------------------- Reyes ------------------------------------------------
---- Layún -------------------------------------------------------------------- Guardado ------
------------------------------------------ Herrera ------------------------------------------------
-------- Aquino --------------------------------------------------------------- Corona ---------
----------------------------------------- Chicharito ---------------------------------------------

Defensiv:
----------------------------------------------- Talavera ------------------------------------------
-------- Layún--------- Araujo -------- Reyes ------- Máquez ------ Moreno ------------
----------------------------- Herrera ----------------- Guardado -----------------------------
---- Aquino -------------------------------------------------------------------- Corona --------
------------------------------------------------------------------------------------------------------
----------------------------------------- Chicharito ----------------------------------------------
------------------------------------------------------------------------------------------------------

Durch diese laufstarken Spieler war das auch kein Problem und es lief echt gut. Moreno, der in der Defensive den Linksverteidiger gab, war in der Offensivbewegung der linke Innenverteidiger und Reyes gab so eine Art Libero, der in der Defensive dann einfach ins Abwehrzentrum zurückgerückt ist. Herrera und Guardado sind ihrerseits ins defensive Mittelfeld gerückt, um das Zentrum endgültig zuzumachen, wodurch Uruguay durch die Mitte nahezu nichts machen konnte, weil vor ihnen die gesamte Zeit ein Zementblock vorhanden war.
Dadurch, dass sich Aquino und Corona auch nicht zu schade waren, um nach hinten mitzuarbeiten, ergab sich ein sehr homogenes Mannschaftskonstrukt, bei dem die einzelnen Zahnräder wie geplant ineinander übergingen und so vor allem in der Offensive viel Ballbesitz erspielt wurde, weil das Mittelfeld so unglaublich dicht gestaffelt war.

So viel mal zu diesem Spiel. Ich schreibe hier schon wieder seit drei Stunden und merke gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht.
Gleich fängt schon die nächste Partie an. Ich tippe auf ein 1:1. In der zweiten Partie sollte Chile nicht den Hauch einer Chance haben. Da tippe ich auf ein 3:1 für Argentinien.

Edit: okay, ich korrigiere meinen Tipp zu Bolivien. Die wirken im Vergleich zum letzten Jahr ja mal völlig von der Spur! So etwas trauriges bislang und dann auch noch das 1:0 für Panama nach 11 Minuten.

•     •     •

1000. Beitrag am 14.06.2015
2000. Beitrag am 04.06.2016
3000. Beitrag am 22.08.2017
4000. Beitrag am 08.07.2018
5000. Beitrag am 03.06.2019

Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVB-Halil am 07.06.2016 um 01:20 Uhr bearbeitet
Copa América Centenario (2016) |#4
09.06.2016 - 22:32 Uhr
Guten Abend, euch allen ! smile

da es mir die letzten Tage sehr schlecht ging (erstes Mal Pollenallergie in meinem Leben -> Nase läuft ununterbrochen, Augen tun sehr weh, Hals die ganze Zeit voll mit Schnodder; gepaart mit Fieber), habe ich nicht die Zeit gefunden, euch neben den Spielen und der Uni zu antworten, weil ich die freie Zeit eigentlich immer geschlafen habe. Da seht ihr auch den Stellenwert des Fu0balls für mich. Denn der hatte trotz meines Unwohlseins Priorität, sodass ich jede Nach brav aufgestanden bin und mir die Spiele angeschaut habe - am Dienstag und Mittwoch musste ich sogar direkt danach zu Vorlesungen, die 7:30 Uhr begonnen haben.

Wie dem auch sei. Nachdem ich heute nahezu komplett frei hatte und mich bis vor ein paar Stunden ausgeruht habe, fühle ich mich nun in der Lage, die Copa weiter zusammenzufassen und mich an einigen Diskussionen zu beteiligen.

Abschließen will ich zunächst den ersten Spieltag mit den Partien in Gruppe D, in der Panama gegen Bolivien und Argentinien gegen Chile gespielt haben.

Bei Panama gegen Bolivien begann das Spiel gleich unglaublich belebt. Panama spielte sehr schwungvoll und presste den Gegner von Anfang an mit sechs oder sieben Spielern vor dem Strafraum Boliviens. Diese kamen mit der Gangart überhaupt nicht klar und machten in Folge dessen einige Fehler im Spielaufbau. So war die Folge, dass Panama schon sehr früh einige hochkarärtige Chancen hatten. In der elften Minute traf dann Blas Pérez mit einem spektakulären Seitfallzieher-Tor nach toller Flanke von Quintero.
Bolivien war auch nach dem Tor in einer Schockstarre, die sich ca. ab der 30. Minute legte, nachdem Panama das enorme Tempo aus den ersten Minuten nicht mehr gehen konnte,
Jedoch war ihr Spiel äußerst behebig, spielten sie doch mit einer Fünferkette und zwei sehr defensiv ausgerichteten Mittelfeldspielern mit Saucedo und Azogue. Im Sturm konnte vor allem Duk überhaupt keine Akzente setzen, obwohl er sich gegen Baloy sehr bemühte.
Man hat einfach gemerkt, dass Moreno dem Team extrem fehlt. In der letztjährigen Copa war auch er es, der vorne die Bälle als einziger Spieler wirklich "festmachen" konnte - vergleichen könnte man den Stellenwert mit einem Guerrero von Peru.
Wie dem auch sei - die gesamte Zeit über schien Panama das Geschehen zu kontrollieren, und auch wenn sie nicht mehr das Anfangstempo gehen konnte, so hatten sie dennoch einige Möglichkeiten.

Besonders kritisieren - und deshalb schreibe ich es als einzelnen Absatz - muss man den bolivianischen Torwart Lampe. Also so einen schlechten Nationaltorhüter habe ich in meinem Leben selten gesehen. Und ich muss ganz ehrlich sagen. Ich fand Quinonez im letzten Jahr richtig gut, habe ihm sogar einen Wechsel nach Peru, Paraguay, oder Argentinien zugetraut. Der war gerade was die Reflexe angeht ein Top-Tormann.
Mit Lampe war ein ständiger Unruheherd im Tor, der das eigene Team - und was viel schlimmer ist, sich selbst - wirklich verunsichert hat.

In der zweiten Halbzeit erzielte dann Juan Carlos Arce praktisch aus dem Nichts den Ausgleich, von dem dann Panama sehr beeindruckt war. Mit der starken ersten Halbzeit im Kopf und dem Ausgleich auf der Ergebnistafel spielten sie im Anschluss äußerst aggressiv und waren dabei teilweise auch wirklich unsportlich. Gerade Cummings und vor allem der Ex-St. Paulianer Armando Cooper möchte ich erwähnen, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, was das Fair Play betrifft.
Dennoch fing sich Panama so ab der 70. Minute und es entwickelte sich eine sehr unterhaltsame Schlussphase, in der beide Teams einige Chancen hatten. In der 87. Minute führte dann ein Konter zum Sieg für Panama. Der eingewechselte Arroyo legte den Ball ideal auf Pérez ab, der den Ball nur noch einschieben musste.
Damit gewann Panama hoch umjubelt das Spiel mit 2:1 und muss nun gegen Chile mindestens ein Unentschieden holen, um weiter zu kommen.

Im zweiten Spiel der Nacht spielte Argentinien gegen Chile. Und um es vorab zu sagen. Ich war vor allem wegen Sampaoli ein großer Chile-Fan, mittlerweile kann ich mit dem Fußball und der taktischen Ausrichtung wenig anfangen. So war für mich von Vornherein klar, dass Argentinien dieses Spiel locker gewinnen würde.
Und es kam auch so, wie ich es vorhergesagt hatte. Chile spielte mit einem 4-3-3, indem Beausejour den Linksaußen gab. ugly
Bei Argentinien spielte man mit dem gewohnten 4-3-3 ohne Zabaleta und Messi. Zabaleta scheint bei Tata nicht so gerne gesehen. Für ihn spielte der für mich nicht sehr geeignete Rechtsverteidiger Mercano von River. Für den von Rückenproblemen geplagten Messi spielte auf seiner Position Nicolás Gaitan von Benfica Lissabon, den es aller Voraussicht nach für 35 Millionen € zu Atlético Madrid ziehen wird.
Es entwickelte sich von Anfang an ein Spiel auf taktisch hohem Niveau seitens der Argentinier. Neben den Mexikanern, die jedoch eine ganz andere Taktik verfolgt haben, war es die wohl beste taktische Umsetzung im gesamten Turnier bislang.
In der ersten Halbzeit spielte nahezu die gesamte Zeit Argentinien auf das chilenische Tor. Bei den Chilenen spielte im defensiven Mittelfeld Díaz neben Vidal und Aranguiz. Erst- und letztgenannter hatten einen miserablen Tag. Sie gewannen gefühlt sehr wenige Zweikämpfe und zu allem Überfluss kam für den Leverkusener hinzu, dass fast alle seine Pässe nicht den Mitspieler erreichten. Man spürte dadurch auch seine Verunsicherung. Gegen die Staubsauger Mascherano und Augusto Fernándet war da im Mittelfeld nahezu kein Durchkommen.
Trotz der großen spielerischen und taktischen Dominanz verpasste es Argentinien, in der ersten Hälfte gegen äußerst robuste Chilenen ein Tor zu schießen. Chile hätte durch einen Freistoß von Alexis in Führung gehen können, jedoch war Romero auf der Lauer und ahnte diesen Freistoß, sodass er den Ball dann eiskalt festhielt. Ich möchte später nochmal über Romero zu sprechen kommen, da er hier im Forum viel zu schlecht gemacht wird. Die Leistung, die er gegen Chile zeigte (bis auf eine Aktion), war wirklich überragend. Er war stets sicher und konnte für den Spielaufbau jederzeit angespielt werden.
Symptomatisch war dann für das Spiel, dass der Führungstreffer nach einem individuellen Fehler von Aranguiz viel, der den Ball in der Vorwärtsbewegung im Mittelkreis gegen Banega verlor, welcher dann einen Konter einleiten konnte, in dem Argentinien mit vier Spielern gegen gegen drei Chilenen eine Überzahl hatte. An der Strafraumgrenze passte der zukünftige Inter-Regisseur dann den Ball dann auf den links freistehenden Di Maria, weil sich sein Gegenspieler zu Banega selbst orienterte. Di Maria schloss den Ball dann trocken flach im Torwarteck ab.
Fast identisch fiel das Tor zum 2:0, als dieses Mal nur Di Maria auf Banega den Ball ablegte, und dieser dann dern Ball flach in das linke Toreck beförderte.
Chile kam zwar zwischendurch mal zu eigenen Angriffen, da Argentinien ein wenig das Tempo aus der Partie nahm, richtige Abschlüsse waren aber Mangelware. Außerdem bekam ich das Gefühl nicht los, dass wenn Argentinien wollte, sie auch noch einen Gang hochfahren hätten können.
In der Nachspielzeit kam dann Chile nach einem Freistoß durch den eingewechselten Fuenzalida zum unverdienten Anschlusstreffer, als sich Romero den einzigen Bock im gesamten Spiel leistete und aus seinem Tor herauskam, den Ball aber nicht kriegen konnte. Fuenzalida hatte dann leichtes Spiel und köpfte den Ball zum Endstand.
Abschließend muss man aber klar herausstellen, dass die Gauchos das Spiel auch mit fünf oder sogar sechs zu null/ eins hätten gewinnen können.
Chile wird sich auch gegen Bolivien und Panama deutlich steigern müssen. Und man hatte außerdem Glück, dass Vidal nach 19 Minuten nicht vom Platz flog, als er Gaitan - welcher in diesem Spiel unglaublich viel einstecken musste - brutalst von hinten umgegrätscht hat.

Zitat von Antares
Es blieb gruselig mit dem scheusslichen Höhepunkt von Señor Romero ... augen-zuhalten
Aber die Albiceleste gewinnt ihr Auftaktspiel gegen Chile mit 2:1.
Muss besser werden ..., das hat zwar heut gegen noch schwächere Chilenen gereicht, aber durch das gesamte Turnier wird man so nicht erfolgreich kommen ...
VAMOS ARGENTINA!smile


Zitat von Chevete
Romero hat im Tor allerdings nichts verloren.


Ohne jetzt unhöflich klingen zu wollen, muss ich euch mal fragen, was ihr eigentlich erwartet?! Romero hat ein tolles Spiel gezeigt. Allein die Parade gegen Alexis war weltklasse! Nicht mehr, nicht weniger. Welcher Torhüter stellt sich da so lange hin und hält den Ball dann auch noch in den Händen fest ? Einen so sicheren Romero (bis auf das Gegentor) habe ich bei all den Spielen, die ich von Argentinien gesehen habe, seeehr selten gesehen. Dass er spielerisch kein Neuer ist, ist klar. Aber ihr solltet mal vom hohen Ross herunterkommen und schauen, was dieser Mann trotz nicht vorhandener Spielzeit beim Club jedes Mal zeigt. Der kämpft für sein Land!
Und Antares: Wenn du meinst, dass Argentinien spielerisch nicht gut genug ist, dann hast du dir wirklich kein Spiel der Copa angesehen. Für mich steht jetzt schon fest, dass Argentinien oder Mexiko (vielleicht noch Kolumbien, wahrscheinlich aber nicht) diese Copa America gewinnt. Die Art und Weise, wie Argentinien taktisch aufgetreten ist, war aller größtes Niveau. Und man darf einfach auch nicht vergessen - da ist der beste Spieler der Welt noch auf der Bank gewesen!
Das zu dem Thema.

Und so viel von mir zum ersten Spieltag der Copa America.

In der Gruppe A spielten die US-Boys von Klinsmann gegen Costa Rica und Kolumbien gegen Paraguay.
Die USA waren nach der Auftaktniederlage schon mächtig unter Druck. Sie mussten das Spiel gewinnen, um nicht schon auszuscheiden. Kolumbien dagegen war durch den Sieg im ersten Spiel etwas in Sicherheit.

Die USA spielten mit der selben Formation wie im ersten Spiel gegen Kolumbien. Das wurde hier von vielen ja sehr kritisiert, jedoch habe ich euch aufgezeigt, was die Chance bei einer solchen Aufstellung ist.

Zitat von BVB-Halil
Durch die vielen Fahrlässigkeiten im Angriffsspiel Kolumbiens hatten die US-Amerikaner insgesamt gesehen viel mehr Ballbesitz. Jedoch fehlte die zündende Idee. An sich fand ich die Aufstellung von Klinsmann zwar gewagt, aber in Ordnung. Er wollte mit einem 4-3-3 über viele Konter kommen. Das hätte man auch beim Spielermaterial Kolumbiens annehmen können. Jedoch war Kolumbien selber oftmals zu Kontersituationen gezwungen, weil bis auf die vordersten Vier (Bacca, James, Cuadrado, Cardona) fast jeder Spieler defensiv agierte.


Der Unterschied in diesem Spiel war, dass Costa Rica auch mit dem Ball spielen konnte - im Gegensatz zum letzten Jahr unter Wanchope, unter dem man nur den Ball nach vorne schoss und hoffte, dass Saborío etwas mit dem Ball anfangen könnte. Deshalb fand ich die Aufstellung mit dem eher mitspielenden Urena auch sehr gut.
Díe Partie begann furios mit einer klasse Torchance von Joel Campbell, den denn Ball der Dropkick aus zentraler Strafraumnähe nur knapp neben das Tor setzte.
Leider wurde das Spiel dann nach acht Minuten schon verpfiffen, als den Amis ein Elfmeter gegeben wurde, der niemals einer war. Schon in der Copa Oro viel mir auf, dass den Amerikanern Geschenke gegen mittelamerikanische Mannschaften gegeben werden. Der minimale Schubser von Gamboa gegen Wood hat da schon ausgereicht, um den Elfer zu geben. Es war zwar ein dummer Schubser, aber das reicht finde ich nie und nimmer für einen Elfmeter.
Den fälligen Strafstoß verwertete dann Captain America höchst persönlich.
Damit waren die Ticos dann sichtlich bedient, sie spielten dennoch munter mit und hatten weiterhin ihre Chancen.
Im Vergleich zum ersten Spiel spielte Jones eine hervorragende Partie und so gewannen die US-Amerikaner wirklich viele Zweikämpfe in der Defensive. Ich hätte die Costa Ricaner statt mit Acosta in der Verteidigung mit Tejeda von Evian aufgestellt. Dieser Typ Spieler hat meines Erachtens gegen sehr konterlastige Amis gefehlt.
Vor allem merkte man sein Fehlen gegen Ende der ersten Halbzeit, als Costa Rica psychisch zusammenbrach. Die Amerikaner hatten aber sehr viel Glück, weil nahezu jeder Schuss von ihnen auch ein Tor war. Pemberton trifft bei keinem Tor so wirklich eine Schuld, dennoch sieht es am Ende schlecht aus, wenn man vier Tore gegen im Spiel zuvor so wirkungslose Amerikaner kassiert.
Die weiteren Tore jetzt aufzuzählen, wäre sehr müßig. Deshalb lasse ich es mal sein. Der allgemeine Eindruck sollte schon entstanden sein und weiterhin im Folgenden noch präzisiert werden.
Die schwächste Spieler auf dem Platz war für mich trotz seines Tores und des "Assists" vor dem Elfmeter Bobby Wood, der wirklich jeden Ball verloren hat, den er bekam, der keinen Zweikampf außer dem bei seinem Tor für sich entscheiden konnte und der generell sehr aufgeregt war. Ich habe das bereits bei dem Erklingen der Nationalhymne gemerkt, als er stark gezittert hat.
Stark fande ich bei den Amerikanern dafür Dempsey, den schon genannten Jones, der auch traf, und Fabian Johnson.
Bei Costa Rica war Campbell der beste Mann auf dem Feld. Er wehrte sich noch mitunter am meisten gegen die Niederlage. Auch fand ich Bolanos nicht wirklich schlecht.
Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Urena hätte ich statt Saborio - bei dem ich wirklich nicht verstehe, wie der immer noch nominiert wird - Johan Venegas ins Spiel gebracht und Campbell in den Sturm geschoben. Durch die Einwechslung Saborios ist auf jeden Fall viel Geschwindigkeit und Ballsicherheit abhanden gekommen, weshalb die Niederlage im Endeffekt auch so hoch ausfiel. Außerdem hat es Costa Rica verpasst, selber ein Tor aus den vielen Möglichkeiten zu erzielen, die sie hatten.

Zu den anderen Spielen werde ich später vielleicht noch etwas schreiben, weil ich schon sehr lange für diesen Beitrag brauche. Eigentlich wollte ich bis jetzt auch mit allen Spielen fertig werden, es ist jetzt halt die Hälfte geworden.

Ich hoffe, ihr könnt mit dem, was ich schreibe, auch etwas anfangen.

•     •     •

1000. Beitrag am 14.06.2015
2000. Beitrag am 04.06.2016
3000. Beitrag am 22.08.2017
4000. Beitrag am 08.07.2018
5000. Beitrag am 03.06.2019
Copa América Centenario (2016) |#5
10.06.2016 - 03:39 Uhr
Joa, wenn man jetzt Tabarez nicht feuert, dann macht man evtl. die goldene Generation in 2 Jahren kaputt. Hört sich verrückt an aber wenn alles normal läuft, könnte Uruguay in Russland fast schon reif für den Titel sein, da da sowohl die erfahrenen Spieler als auch die Talente in nem richtig guten Alter sein werden. Das wird im Normalfall eine bärenstarke Mannschaft aber mit diesem Trainer wird es nicht dazu kommen, da er wahrscheinlich weiter auf seine Lieblinge setzten wird.

Und Gratulation an Venezuela daumen-hoch Verdienter Sieg, freut mich besonders für die Bevölkerung Venezuelas die momentan so viel durchmachen muss sad
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.