Aufstiegsgerangel Teil 2
06.02.2014 - 12:05 Uhr
Am Samstag tritt der SVD zu einer erneuten Revanche bei Tabellenführer Heidenheim an. Einige darmstädter Jungs treffen dabei auf alte Bekannte. Wie die Siegchancen stehen und wer wohl wie auflaufen wird, erfahrt ihr gleich:
Zunächst kommen wir zur bisherigen Saison des Tabellenführers:
Heidenheim war schon vor der Saison als Aufstiegsfavorit deklariert worden und festigte diese Ansprüche durch eine große Anzahl an Siegen. Mit 16 Siegen und 5 Unentschieden haben die Heidenheimer bereits 53 Punkte auf der Habenseite und sind so etwas wie der FC Bayern der 3. Liga. 13 Punkte auf den 2. 14 Punkte auf den 3. und ganze 17 auf den ersten Platz, der nicht zur Zulassung für Liga 2 berechtigt. Das ist 3. Ligarekord, denn so viele Punkte konnte bisher noch kein Team nach 23 Spieltagen verbuchen, nicht mal die Braunschweiger Eintracht, die am Ende 85 Zähler vorzuweisen hatte. Allerdings verläuft die Rückrunde bisher nicht ganz wie geplant. 'Nur' 8 Zähler wurden es bisher. Dabei siegte man zwar zwei mal mit 3:0 (Dortmund II, Chemnitzer FC), allerdings schien die Leistung, gerade gegen Chemnitz, nicht die Beste gewesen zu sein. Der SVD ist im Übrigen Rückrundentabellenführer mit 10 Punkten, dicht gefolgt vom Überraschungsteam aus Stuttgart mit ebenfalls 10 Zählern. Ob wir den Vorsprung auf Heidenheim auf 5 Zähler erweitern können, sehen wir am Samstag.
Kommen wir nun zum Hinspiel:
Etwas überraschend siegte der SVD zum zweiten Mal in dieser Saison und das auch noch gegen den 1. FC Heidenheim, gegen den sich so viel Frust in der letzten Saison aufgestaut hatte, nachdem Benjamin Gorka mit Gelb-Rot vom Platz flog, ohne vorher Gelb gesehen zu haben.
Schon nach 7 Minuten kam es zur ersten Gelegenheit für die Lilien, als Ex-Heidenheimer Marco Sailer aus 20 Metern knapp neben das von Rouven Sattelmaier gehütete Tor schoss. Das Spiel nahm danach langsam Fahrt auf. Marc Schnatterer scheiterte aus der Distanz an Jan Zimmermann und Milan Ivana setzte einen Schuss von halbrechts ein Stück über den Querbalken. Allerdings agierten beide Teams in der Folge zu unkonzentriert in der Offensive. Den letzten Höhepunkt in Halbzeit Eins setzte Marco Sailer, der eine tiefe Flanke von Marcel Heller knapp am rechten Pfosten vorbeisemmelte. So ging es 0:0 Unentschieden in die Kabinen.
Die Lilien erwischten dann einen Blitzstart. Top-Torjäger Stroh-Engel köpfte, Rouven Sattelmaier klatschte nur ab und Milan Ivana drückte die Kugel zum vielumjubelten 1:0 in die Maschen. Nur zwei Zeigerumdrehungen später hätte Marcel Heller sein 1. Saisontor schießen können, doch der FCH-Keeper war auf der Hut.
Heidenheim war auch in der Folge zu uninspiriert, als dass sie das Lilientor hätten in Gefahr bringen können. Schließlich blieb es beim 1:0 Erfolg des SVDs
Die Aufstellungen:
Darmstadt:
TW: Jan Zimmermann
RV:Aaron Berzel
IV: Aytac Sulu, Benjamin Gorka
LV: Michael Stegmayer
DM: Hanno Behrens, Josip Landeka/Sandro Sirirgu
RM: Milan Ivana
LM: Marcel Heller
HS: Marco Sailer
ST: Markus Ziereis
Heidenheim:
TW: Erol Sabanov
RV: Dennis Malura
IV: Matthias Wittek, Tim Göhlert
LV: Philip Heise
DM: Alper Bagceci
RM: Marc Schnatterer
LM: Christian Sauter
OM: Julius Reinhardt
ST: Smail Morabit, Patrick Mayer
Zeige Ergebnisse 1-1 von 1.
09.02.2014 - 20:36 Uhr
Schön war‘s in Heidenheim.
Zum Stadion:
Ich war ziemlich gespannt auf das Stadion, weil es bislang sehr gute Kritiken bekommen hatte und vielleicht auch ein Vorbild für das neue Bölle sein könnte. Der erste Anblick war sehr enttäuschend, es steht im Nirgendwo, davon ein riesiger bekiester Parkplatz, der von Maschendraht eingezäunt ist. Zudem ein VIP-Trakt in hässlichster, gläserner Funktionsbauweise, der an dem Stadion wie ein Furunkel am Hintern klebt. Innendrin gefiel es mir allerdings sehr gut: eng, laut und stimmungsvoll. Nur das Konzept die gegnerischen Fanblocks direkt nebeneinander zu platzieren, finde ich seltsam. Neben dem Sitzblock für die Auswärtsfans befindet sich der „Familienblock“ der Heidenheimer, von dem aus die Darmstädter von einigen recht ausgewachsenen „Familienfans“ bepöbelt wurden. Da ich mit zwei meiner Söhne da war, musste ich Vorbild sein, und hab mir die Replik „eh, bitte auf Hochdeutsch“ gespart auf das „halt dei Gosch“ aus dem Familienblock (gerichtet an einen Darmstädter, der sich über eine Schiedsrichterentscheidung aufregte) :D .
Zur Stimmung:
Absolut beachtlich, was die Heidenheimer auf die Beine stellen für einen Nicht-Traditionsverein aus einer Kleinstadt (47.000 Einwohner). Vor allem wenn man es mit Aalen (66.000 Einwohner) vergleicht. Beim Spiel der Lilien in Aalen im August 2011 kasperten zehn Aalener Ultras mit Fahnen herum, lautstärker war aber die eingeladene D- und E-Jugend auf der Haupttribüne, die ihren Support im Prä-Stimmbruch krähte, einfach nur peinlich.
Zum Verhalten unserer Fans, ich habe gar nichts gegen Schmähungen des Gegners, nur intelligent müssen sie sein. Ich erkenne es auch an, wenn den gegnerischen Fans zu uns mal etwas einfällt, was nicht mit dem Thema „was-im-Darm-stattfindet“ zu tun hat :ugly . Das ländliche Ambiente zusammenzufassen mit „Sportvereine, Kühe, Schweine“ ist schon okay, aber „Kniet nieder ihr Bauern, Darmstadt ist da“ ist einfach nur doof. Und gegnerische Spieler zu bewerfen, wenn sie einen Eckball ausführen, ist extrem bescheuert. Ansonsten war die Stimmung gut.
Zum Spiel:
Ich bin, glaube ich, immer pessimistisch, zur Halbzeit hätte ich nie gedacht, dass wir noch einen Punkt holen. Heidenheim hat extrem stark und gut attackiert, zum Teil sind drei Spieler auf den ballführenden Darmstädter gegangen. Sie haben sehr früh gepresst und die zweiten Bälle erobert, so auch bei dem 1:0. Wir spielen ja generell schnell nach vorne und versuchen in wenigen Zügen zum Abschluss zu kommen, in der ersten Halbzeit konnten wir jedoch kaum einmal über drei Stationen den Ball halten, was auch daran lag, dass das Spiel mit Kopfablagen mit Ziereis nicht funktionierte. Desaströs waren in diesem Zusammenhang die Torwartabstösse von Zimmermann, die kamen sofort wie ein Bumerang als Heidenheimer Angriff zurück. Das ist brutal gegenüber den beiden letzten Aufstiegshelden, aber Zimmermann und Hesse genügen nicht (gehobenen) Drittligaansprüchen.
Gefallen haben mir neben Sailer, Sulu und Behrens, die beide voll dagegengehalten haben. Behrens war enorm stark in der Balleroberung. Mich würde noch interessieren, wen Sulu in der Deckung angeschnauzt hat, nachdem er sich die gelbe Karte abgeholt hatte – für wen musste er da in die Bresche springen?
Durch die Nähe zum Heidenheimer Tor in der zweiten Halbzeit hatte ich noch einen interessanten Einblick in Sailers Probleme beim Torabschluss. Bei zwei, drei aussichtsreichen Strafraumsituationen wurde der arme, kleine Sailer von der Heidenheimer Abwehr dezent aber effektiv gecheckt und somit locker um einen halben Meter verschoben – so ist das verdammt schwer an den Ball zu kommen :D . Wer das bei DSE versucht, prallt wahrscheinlich ab und tut sich noch weh :D .
Zur roten Karte: Ein Grenzfall, ich hätte sie in der Situation nicht gegeben, aber sie ist vertretbar.
Auf geht’s gegen Regensburg, drei Punkte nachlegen (auch wenn die Regensburger stark aus der Winterpause gekommen sind).
Zum Stadion:
Ich war ziemlich gespannt auf das Stadion, weil es bislang sehr gute Kritiken bekommen hatte und vielleicht auch ein Vorbild für das neue Bölle sein könnte. Der erste Anblick war sehr enttäuschend, es steht im Nirgendwo, davon ein riesiger bekiester Parkplatz, der von Maschendraht eingezäunt ist. Zudem ein VIP-Trakt in hässlichster, gläserner Funktionsbauweise, der an dem Stadion wie ein Furunkel am Hintern klebt. Innendrin gefiel es mir allerdings sehr gut: eng, laut und stimmungsvoll. Nur das Konzept die gegnerischen Fanblocks direkt nebeneinander zu platzieren, finde ich seltsam. Neben dem Sitzblock für die Auswärtsfans befindet sich der „Familienblock“ der Heidenheimer, von dem aus die Darmstädter von einigen recht ausgewachsenen „Familienfans“ bepöbelt wurden. Da ich mit zwei meiner Söhne da war, musste ich Vorbild sein, und hab mir die Replik „eh, bitte auf Hochdeutsch“ gespart auf das „halt dei Gosch“ aus dem Familienblock (gerichtet an einen Darmstädter, der sich über eine Schiedsrichterentscheidung aufregte) :D .
Zur Stimmung:
Absolut beachtlich, was die Heidenheimer auf die Beine stellen für einen Nicht-Traditionsverein aus einer Kleinstadt (47.000 Einwohner). Vor allem wenn man es mit Aalen (66.000 Einwohner) vergleicht. Beim Spiel der Lilien in Aalen im August 2011 kasperten zehn Aalener Ultras mit Fahnen herum, lautstärker war aber die eingeladene D- und E-Jugend auf der Haupttribüne, die ihren Support im Prä-Stimmbruch krähte, einfach nur peinlich.
Zum Verhalten unserer Fans, ich habe gar nichts gegen Schmähungen des Gegners, nur intelligent müssen sie sein. Ich erkenne es auch an, wenn den gegnerischen Fans zu uns mal etwas einfällt, was nicht mit dem Thema „was-im-Darm-stattfindet“ zu tun hat :ugly . Das ländliche Ambiente zusammenzufassen mit „Sportvereine, Kühe, Schweine“ ist schon okay, aber „Kniet nieder ihr Bauern, Darmstadt ist da“ ist einfach nur doof. Und gegnerische Spieler zu bewerfen, wenn sie einen Eckball ausführen, ist extrem bescheuert. Ansonsten war die Stimmung gut.
Zum Spiel:
Ich bin, glaube ich, immer pessimistisch, zur Halbzeit hätte ich nie gedacht, dass wir noch einen Punkt holen. Heidenheim hat extrem stark und gut attackiert, zum Teil sind drei Spieler auf den ballführenden Darmstädter gegangen. Sie haben sehr früh gepresst und die zweiten Bälle erobert, so auch bei dem 1:0. Wir spielen ja generell schnell nach vorne und versuchen in wenigen Zügen zum Abschluss zu kommen, in der ersten Halbzeit konnten wir jedoch kaum einmal über drei Stationen den Ball halten, was auch daran lag, dass das Spiel mit Kopfablagen mit Ziereis nicht funktionierte. Desaströs waren in diesem Zusammenhang die Torwartabstösse von Zimmermann, die kamen sofort wie ein Bumerang als Heidenheimer Angriff zurück. Das ist brutal gegenüber den beiden letzten Aufstiegshelden, aber Zimmermann und Hesse genügen nicht (gehobenen) Drittligaansprüchen.
Gefallen haben mir neben Sailer, Sulu und Behrens, die beide voll dagegengehalten haben. Behrens war enorm stark in der Balleroberung. Mich würde noch interessieren, wen Sulu in der Deckung angeschnauzt hat, nachdem er sich die gelbe Karte abgeholt hatte – für wen musste er da in die Bresche springen?
Durch die Nähe zum Heidenheimer Tor in der zweiten Halbzeit hatte ich noch einen interessanten Einblick in Sailers Probleme beim Torabschluss. Bei zwei, drei aussichtsreichen Strafraumsituationen wurde der arme, kleine Sailer von der Heidenheimer Abwehr dezent aber effektiv gecheckt und somit locker um einen halben Meter verschoben – so ist das verdammt schwer an den Ball zu kommen :D . Wer das bei DSE versucht, prallt wahrscheinlich ab und tut sich noch weh :D .
Zur roten Karte: Ein Grenzfall, ich hätte sie in der Situation nicht gegeben, aber sie ist vertretbar.
Auf geht’s gegen Regensburg, drei Punkte nachlegen (auch wenn die Regensburger stark aus der Winterpause gekommen sind).
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